Parkett verlegen: Der komplette Ratgeber

Parkett verlegen: Der komplette Ratgeber

Parkett ist ein beliebtes, zeitloses Material, das in vielen Wohnungen am Boden zu finden ist. Der edle und konservative Fußbodenbelag lässt sich mit etwas Geschick von Heimwerkern verlegen. Wie das geht, erklärt diesem Ratgeber.

Der Klassiker unter den Bodenbelägen ist ein hochwertiger Fußbodenbelag aus Holz. Während Holz in seiner rohen Form bereits im Mittelalter als Bodenbelag genutzt wird, ist die Geschichte des Parketts weitaus jünger. Erste Arten dieser Böden tauchten im 16. Jahrhundert auf, erst ein bis zwei Jahrhunderte später war das Material weit verbreitet.

Dank der geschlossenen Fugen ist Parkett ein hygienischer Bodenbelag, der für Allergiker geeignet ist. Staub und Schmutz können sich nämlich nicht in den Fugen absetzen. Preislich gesehen liegt der Preis für Parkett weit über dem für Laminatböden. Dafür hat es bei guter Pflege eine weitaus längere Lebenszeit. Die Investition ist bei einer Nutzung von bis zu 150 Jahren sehr lohnenswert.

Das richtige Parkett auswählen

Es gibt viele verschiedene Arten von Parkett, die den Kauf für Laien durchaus erschweren. Wer einen neuen Boden verlegen möchte, sollte zunächst entscheiden, welcher Stil am besten passt. Kriterien bei der Auswahl sind unter anderem die Holzart, Optik, Stärke der Deckschicht aber auch die Qualität der Klick-Verbindung und Oberflächenveredelung. In der Regel hat man die Wahl zwischen einer natürlichen Öl-Imprägnierung sowie einer mehrschichtigen Lack-Versiegelung. Für welche der beiden Arten man sich entscheidet, hängt vom eigenen Geschmack ab. Beide haben ihre Vor- und Nachteile.

Geöltes Parkett

Die Öl-Imprägnierung ist eine leistungsfähige Oberflächenbehandlung, die im Gegensatz zu anderen Behandlungen keine aufwendige Behandlung oder Pflege benötigt. Der Vorteil dieser Oberfläche ist die Betonung des Holzcharakters durch die natürliche, matte Optik, aber auch die partielle Renovierbarkeit. Beschädigungen wie Kratzer oder Druckstellen können zwar leichter in das Holz eindringen, sie lassen sich dafür aber auch zum Teil ausbessern.

Lackiertes Parkett

Eine Lack-Versiegelung bietet einen ausgewogenen Rundumschutz bei gleichzeitig eleganter Optik. Der Schutz ist dann optimal, wenn der Lack hart genug ist, um Abriebfestigkeit zu gewährleisten, gleichzeitig aber auch elastisch ist, um unter hohe Belastung nicht zu brechen.

Verschiedene Holzarten für unterschiedliche Ansprüche

Die Wahl der Holzart hängt vom eigenen Geschmack aber auch dem Stil des Raumes ab. Das Holz muss gleichzeitig mit den geforderten Anforderungen und Belastungen zurechtkommen. Ausschlaggebend für den Stil ist die Struktur und Farbe des Holzes. Hellbraune Hölzer wie Esche oder Birke beispielsweise wirken kühler, dunkelbraune Farben von Eiche und Sukupira dagegen wirken warm und einladend.

  • Ahorn: hellgrau, dünne Linien und gut wärmeleitfähig
  • Birke: hellbraun-grau, helle und breite Linien
  • Buche: hellbraun, deutlich sichtbare Maserung, fördert das Gleichgewicht im Raum
  • Eiche: graubraun, viele deutlich sichtbare Linien, sehr hart und wärmeleitfähig
  • Esche: graubraun, dünne Linien, überdurchschnittlich hart
  • Fichte: mittelbraun, kontrastreiche Linien, viele Astlöcher, sorgt für gutes Raumklima
  • Kische: rotbraun, prägnante Linien, deutlich sichtbare Kontraste
  • Kiefer: braungrau, deutlich sichtbare Linien und viele Astlöcher, sorgt für gutes Raumklima
  • Wenge: schwarz mit geringem Rotanteil, dünne, helle Linien, das härteste Parkettholz, guter Wärmeleiter

Der Lichteinfall tagsüber sorgt für chemische Reaktionen in der Holzsubstanz. Dadurch können die Hölzer unter Umständen anders aussehen, aus zuvor beschrieben. Die Veränderungen geschehen lediglich an der Oberfläche. Im Laufe der Jahre werden die Hölzer dunkler, helle Hölzer werden häufig gelblicher. Durch die Farbveränderungen werden leichte Farbdifferenzen, die am Anfang zu sehen sind, automatisch ausgeglichen.

Das Raumklima

Wie zuvor erwähnt, haben verschiedene Hölzer unterschiedliche Auswirkungen auf das Raumklima. Der Grund: Holz ist ein hygroskopisches Material (Definition Hygroskopie). Es kann Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben. Diese Eigenschaft kann klimaregulierend sein, aber auch Nachteile mit sich bringen. Bei Feuchtigkeitsaufnahme wird das Holz größer (es quillt), bei Abgabe wird es kleiner (es schwindet). Ob es schwindet oder quillt, hängt vom Raumklima ab. Zu warmes, trockenes Klima sorgt für eine Reduzierung des Holzes, bei hoher Feuchtigkeit wird es durch die Wasseraufnahme größer.

Mehrschichtparkett quillt und schwindet ebenfalls, jedoch in geringerem Ausmaße als Massivparkett. Gerade in den Wintermonaten ist es wichtig, für eine ideale Raumtemperatur zu sorgen. Denn zu dieser Zeit ist die Raumluftfeuchte häufig zu niedrig und durch den Schwund des Materials bilden sich Fugen. Herrscht dagegen zu viel Feuchte und das Parkett besitzt zu wenig Wandabstand, können sich Wölbungen in der Fläche bilden.

Hinweis: Für ein ideales Wohnraum-Klima sollte die Luftfeuchtigkeit das ganze Jahr über bei 50 bis 65 Prozent liegen.

Parkett kann man grundsätzlich auf zwei Arten verlegen: schwimmend oder vollflächig verklebend. Verklebter Parkett-Boden ist geräuschärmer, da es nahezu keine Vibrationen und Hohlräume gibt. Dank einfachen Auto-Click-Systemen entscheiden sich die meisten Heimwerker für die schwimmende Verlegung. Diese hat den Vorteil, dass kein großes Vorwissen benötigt wird, die Verlegung schnell verläuft und das Parkett bei Bedarf leicht entfernt werden kann.

Verlegeregeln

Die nachfolgend gezeigten Montage- und Verlegeregeln sind allgemein gültig. Sie je nach Produkt unter Umständen abweichen beziehungsweise spezielle Schritte erfordern, die hier nicht aufgeführt sind. Beachten Sie dazu bitte die Gebrauchsanweisung des Herstellers.

1. Produkt auf Materialfehler untersuchen

Vor dem Verlegen der Parkett-Dielen ist es empfehlenswert, das gekaufte Produkt auf Materialfehler zu überprüfen. Dielen mit sichtbaren Beschädigungen oder Mängeln gehen zurück zum Verkäufer. Um wirklich alle Fehler zu finden, sollte die Montage ausschließlich bei Tageslicht oder mit guter Beleuchtung erfolgen. Ansonsten werden eventuelle Beschädigungen und Fehler übersehen.

2. Für ein gutes Klima sorgen

Zur Akklimatisierung empfehlen wir folgendes Szenario für die Parkett-Dielen: Raumtemperatur mindestens 17 °C und eine Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 65 Prozent. Die Parkett-Dielen müssen in diesem Raumklima 48 Stunden „ruhen“, um sich dem Klima anpassen zu können. Bestehen große Klimaunterschiede zwischen Lagerraum und Verlegeraum, sollte die Akklimatisierungszeit noch länger sein. Bei nahezu gleichen Verhältnissen kann sie durchaus aus kürzer sein.

Wichtig: Nachdem Sie das Parkett gekauft haben, sollten Sie die Pakete ohne sie zu öffnen auf einer ebenen Fläche lagern. In Neubauten ist die Luftfeuchtigkeit oftmals hoch und könnte das Parkett beschädigen.

3. Vorsicht bei Spritzwasser

Bereiche, in denen Spritzwasser auf den Boden gelangen könnte, sind nicht für die Verlegung von Fertig-Parkett geeignet. Das stehende Wasser dringt in das Holz ein und beschädigt es auf Dauer. Ebenfalls problematisch sind dauerhaft feuchte Räume sowie Räume mit feuchten Umgebungen, zu denen kleine Badezimmer und Sauna-Bereiche gehören. Auch hier sollten Sie kein Parkett verlegen.

4. Beschaffenheit des Untergrundes

Alle Untergründe, auf die das Parkett verlegt werden soll, müssen eben, trocken und fest sein. Größere Unebenheiten können sie mit Spachtelmasse ausgleichen. Eine „leichte Unebenheit“ von maximal drei Millimetern auf ein Meter Länge ist erlaubt. Ab- und Ausbrüche oder Risse auf der Oberfläche des Untergrundes sind nicht erlaubt. Gleiches gilt für lose oder nicht ausreichend feste Untergründe. Alte PVC- und Teppichbeläge müssen Sie entfernen.

Verlegevarianten

1. Schwimmende Verlegung

Soll keine feste Verbindung zwischen Unterboden und Parkett bestehen, spricht man von einer „schwimmenden Verlegung“. Die Dielen werden hier nur miteinander verbunden und der Boden kann sich frei auf dem Unterboden bewegen. Dank einfacher Klick-Technik lässt sich das Parkett ohne Vorwissen schnell schwimmend verlegen.

2. Vollflächig verklebt

Die vollflächige Verklebung ist eine Alternative, bei der das Parkett mit speziellem Kleber auf dem Estrich verklebt wird. Diese Verlegung ist dauerhaft und nur denjenigen zu empfehlen, die qualitativ hochwertiges Parkett kaufen und dieses nicht mehr entfernen möchten. Zwar ist eine Demontage möglich, sie ist allerdings sehr aufwendig. Dafür hat diese Verlegung einen entscheidenden Vorteil: Die Schallentwicklung wird reduziert und der Boden ist somit leiser.

3. Verlegung auf Fußbodenheizung

Ein Großteil der Fertig-Parkett-Produkte lässt sich sowohl schwimmend als auch vollflächig verklebend auf Fußbodenheizungen verlegen. Wichtig ist, dass ein gewisser Wärmedurchlasswiderstand gegeben ist, um einen wirtschaftlichen Betrieb der Heizung zu ermöglichen.

Anforderungen an die Untergründe

  • Wichtig für die Verlegung von Parkett ist ein sauberer, trockener, fester und ebener Untergrund.
  • Unebenheiten bis 3 mm auf 1 m sind erlaubt, größere Unebenheiten mit Spachtelmasse ausgleichen.
  • Bei der Verlegung auf alten Verlegeplatten und Holzdielen müssen Sie die Unterkonstruktion mit den lose liegenden Dielen zusammenschrauben, um ein mögliches Knarren zu reduzieren. Die Verlegung erfolgt quer zur Längsrichtung der Holzdielen.
  • Teppichböden sind kein geeigneter Untergrund, ihnen fehlt die Festigkeit und es gibt ohnehin hygienische Bedenken – eine Entfernung ist unumgänglich.
  • Wenn sie das Parkett auf vorhandenen CV-, PVC- oder Linoleum-Belägen wünschen, müssen die Böden fest verklebt und frei von losen Stellen sein.
  • Die Estrich-Feuchte müssen sie mit einem Messgerät ermitteln, die Werte sollten folgende Angaben nicht überschreiten:
Anhydrit-Estrich Zementestrich
ohne Fußbodenheizung max. 0,5 CM % max. 2,0 CM %
mit Fußbodenheizung max. 0,4 CM % max. 1,5 CM %

Vorsorglich können sie eine 0,2 Millimeter dicke PE-Folie als Dampfbremse unterlegen.

Die Verlegung in acht Schritten

  1. Bereiten Sie zunächst den Untergrund vor und legen sie den Unterboden auf diesem aus.
  2. Im Anschluss gilt es, die Verlegefläche auszumitteln beziehungsweise auszuwinkeln und die erste Dielenreihe durch Zuschneiden anzupassen.
  3. Mit Rastkeilen zu allen festen Objekten und Wänden im Raum einen Abstand von zehn bis 15 Millimetern einhalten.
  4. Die letzte Diele der ersten Reihe auf die notwendige Länge kürzen (Wandabstand beachten). Das abgeschnittene Stück ist der Beginn der zweiten Reihe.
  5. Die zweite Reihe erneut von links beginnen. Einfach nur die Dielen längsseitig zusammenklicken. Die Verleimung ist beim Klick-System nicht nötig.
  6. Kopffugen mit Hammer und Schlagschutz zusammenfügen. Längs- und Kopffugen verriegeln automatisch. Diesen Vorgang im ganzen Raum fortsetzen.
  7. Mit Reststücken können sie nun den Wandverlauf auf die letzte Dielenreihe übertragen.
  8. Die Randfugen können Sie mit passenden Sockelleisten abdecken.

Artikelbild: © Syda Productions / Shutterstock

8 Kommentare

  1. Wolf Neumann-Henneberg 01.02.2017 10:31 Uhr

    Bei Vollflächig verlegtem Stäbchenparkett Eiche, ist welche mindest Klebefläche erforderlich.
    Stimmt es, dass 40% – 50% der gesamten Parkettfläche haften müssen.
    Dies sei ausreichend?

    direkt antworten
  2. Alfred Röseler 29.12.2017 10:42 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich denke darüber nach, ob es wohl richtig sei, den Parkettfußboden vor den Heigkörpern mit wasseedichten Folien abzudecken, um weitere Beschädigungen durch Blumenwasser auf Dauer zu verhindern.

    Alfred Röseler

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  3. Andy 07.03.2018 11:24 Uhr

    Gute Anleitung zur Verlegung und wichtige nützliche Hinweise die zu beachten sind.

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  4. Maria 26.04.2018 06:11 Uhr

    Wir haben uns zur Verlegung von Fischgrätenparkett entschlossen. Das dünnes Parket welche hier auf den Fotos zu sehen ist konnte uns nicht so recht überzeugen. Wenn man das Parkett alle 10 Jahre einmal abschleift ist dickes Parkett vermutlich besser geeignet. Ich freue mich schon darauf wenn die Parkettarbeiten beginnen.

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    1. Lara 31.08.2018 08:15 Uhr

      Danke für die guten Tipps zum Parkett verlegen. Fischgrätenparkett sieht wirklich sehr gut. Ich denke, dass man noch nicht einmal alle 10 Jahre abschleifen muss. Im Wohnbereich kommt man bestimmt auf 20 Jahre Ruhe.

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  5. Nina 20.08.2018 11:05 Uhr

    Meine Schwester möchte demnächst ihren Laminatboden durch Parkett ersetzen. Danke für die detailreichen Beschreibungen in diesem Artikel. Kann man denn im Prinzip jeden Untergrund so vorbereiten, dass es möglich ist, einen Parkettboden zu verlegen?

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  6. Thomas Mendel 07.09.2018 08:53 Uhr

    Guten Tag und Danke für die Tipps! Es sind viele gute und wichtige Tipps. Allerdings ist nicht erklärt, was ein Mehrschichtparkett ist und wann man dieses vorzieht. Ich bin nämlich noch im Entscheidungsprozess, was ich am besten nehme.

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  7. Jan Dijkstra 21.09.2018 10:59 Uhr

    Ich möchte einen neuen Parkettboden für mein Wohnzimmer haben. Ich finde, das sieht sehr schön aus. Jetzt betrachte ich zuerst die Holzart. Kirsche Parkett wäre richtig toll. Gut zu wissen, dass der Lichteinfall auch Einfluss hat auf das Aussehen.

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