Bundeszentrum warnt: Darum sollten Sie Lappen nicht in der Mikrowelle reinigen

Bundeszentrum warnt: Darum sollten Sie Lappen nicht in der Mikrowelle reinigen

Es ist längst keim Geheimnis mehr, dass der Spülschwamm und der Putzlappen in der Küche echte Keimschleudern sind. Dagegen gibt es aber einen Hausfrauentipp, der gerne und häufig eingesetzt wird. Angeblich sollen die Putzutensilien täglich einfach nur ein paar Minuten in der Mikrowelle erhitzt werden, um schädliche Keime wie Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen zu bekämpfen. Genau vor dieser Vorgehensweise warnt jetzt allerdings das Bundeszentrum für Ernährung. Aus welchem Grund Sie Ihre Lappen nicht in der Mikrowelle reinigen sollten und wie Sie stattdessen für eine hygienische Sauberkeit sorgen können, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Keimschleuder Spüllappen – Warum stecken so viele Keime in Schwämmen und Lappen?

Spüllappen gelten als echte Keimschleudern. Doch wie kommt es eigentlich, dass so viele schädliche Bakterien ausgerechnet in Lappen und Schwämmen enthalten sind? Dafür gibt es einen einfachen Grund: Meist werden die Lappen nach der Verwendung zusammengeknüllt neben dem Waschbecken liegen gelassen. Dadurch trocknen sie nur sehr langsam, sodass sich Bakterien hervorragend vermehren können. Dazu kommt noch, dass die perfekte Nahrung für die Mikroben im Lappen enthalten ist, denn dort sammeln sich Flüssigkeiten und Speisereste, die den Bakterien perfekte Nährstoffe liefern.

Wenn Sie mit einem verunreinigten Lappen über Schneidebretter, Herd oder Arbeitsflächen wischen, verteilen Sie schädliche Keime wie Campylobacter, Salmonellen und Escherichia coli großflächig. So gelangen sie auf die Lebensmittel und können gerade im Sommer zu schweren Magen-Darm-Infektionen führen.

Besonders gefährdet sind Personen mit einem empfindlichen Immunsystem. Dazu gehören ältere Menschen, Kinder und Schwangere. Untersuchungen vom TÜV Süd zufolge soll ein Milliliter Wringwasser bis zu vier Millionen Mikroorganismen enthalten. Etwa 2500 davon sind schädliche Keime, die auch in Fäkalien zu finden sind. Doch was können Sie dagegen tun?

Lappen keinesfalls in der Mikrowelle reinigen

Nach wie vor sind viele Verbraucher der Meinung, es wäre eine gute Idee, Spülschwämme und Lappen einfach zum Reinigen für ein paar Minuten in der Mikrowelle zu erhitzen. Ihrer Meinung nach lassen sich die schädlichen Bakterien auf diese Weise abtöten. Allerdings rät das Bundeszentrum für Ernährung jetzt entschieden davon ab und beruft sich dabei auf die neusten Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung, die an der Hochschule Furtwangen durchgeführt wurde. Denn: Die hohen Temperaturen in der Mikrowelle töten vor allem ungefährliche Mikroorganismen ab. Die eventuell enthaltenen Krankheitserreger hingegen sind resistenter und überleben. Da die ungefährlichen Mikroorgansimen in der Mikrowelle abgetötet werden, haben die schädlichen Keime anschließend sogar noch bessere Chancen, sich rasant zu vermehren.

Zudem besteht die Gefahr, dass der Lappen in der Mikrowelle in Flammen aufgeht.

Viele Verbraucher sind nun unsicher, wie sie stattdessen für hygienisch saubere Lappen und Schwämme sorgen können.

Reinigung unter heißem Wasser ebenfalls nicht effektiv

Auch davon, die Putzutensilien einfach unter heißem Wasser abzuspülen, raten viele Experten mittlerweile ab. Das Wasser sei in der Regel nicht heiß genug, um die schädlichen Bakterien abzutöten. Hier gilt wieder: Die ungefährlichen Mikroorganismen sterben ab, doch die schädlichen Keime überleben und können sich anschließend noch besser vermehren.

Wie Sie Schwämme, Lappen und Bürsten wirklich hygienisch reinigen können

Grundsätzlich ist folgende Vorgehensweise empfehlenswert, um die Keimbelastung in Lappen und Schwämmen möglichst gering zu halten:

  1. Spülen Sie die Reinigungsutensilien nach jeder Nutzung gründlich aus, um sie von Lebensmittelresten zu befreien und den Bakterien die Nahrungsgrundlage zu entziehen.
  2. Bewahren Sie die Schwämme und Lappen dann an einem luftigen Ort zum Trocknen auf, um den Trockenprozess zu beschleunigen und eine zu starke Vermehrung der Bakterien zu verhindern.

Außerdem können Sie Schwämme, Lappen und Bürsten für die Reinigung einfach mit in die Spülmaschine legen. Das empfiehlt der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) in Frankfurt. So lassen sich auch hartnäckige Verfärbungen von den Reinigungsutensilien beseitigen.

Je nachdem, wie häufig Sie die Schwämme und Spüllappen verwenden, sollten Sie diese im Abstand von zwei bis sieben Tagen auswechseln und waschen. Wenn Sie keine Spülmaschine besitzen, können Sie die Reinigungsutensilien auch in der Waschmaschine bei 60 Grad Celsius mit Vollwaschmittel hygienisch reinigen. Dort haben schädliche Bakterien und Keime keine Chance.

Riecht der Lappen? Dann sollten Sie ihn entsorgen oder waschen

Übrigens: Spätestens, wenn der Lappen anfängt unangenehm zu riechen, sollten Sie ihn nicht länger zum Putzen und Abwaschen einsetzen. Dies ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass sich Bakterien vom Typ Moraxella osloensis eingenistet haben. Obwohl sie nur selten zu Erkrankungen führen, können sie gerade bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem Infektionen hervorrufen.

Zusammenfassung

Dem Bundeszentrum für Ernährung zufolge ist es nicht sinnvoll, den Spüllappen in der Mikrowelle zu reinigen. Hygienisch sauber wird er im Geschirrspüler oder in der Waschmaschine bei 60 Grad Celsius.

Artikelbild: Jay_Zynism / Bigstock.com

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