Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) – Sorten, Pflege & Vermehrung

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) – Sorten, Pflege & Vermehrung

Der Schwarze Holunder ist die bekannteste Holunderart. Er ist am häufigsten im Wald und am Waldrand zu finden. Sowohl die Blüten als auch die Beeren werden von den Menschen gern verarbeitet. Während sich aus den Blüten beispielsweise Holundersirup herstellen lässt, werden die Beeren gern für Suppe, Saft oder Marmelade verwendet.

Erscheinungsbild und Merkmale des Schwarzen Holunders

Es handelt sich bei dem Schwarzen Holunder um einen großwüchsigen Strauch, der bis zu sieben Meter hoch wird. Teilweise besitzt er auch die Form eines kleineren Baumes. Dann wird er bis zu zehn Meter groß und weist einen meist krummen Stamm mit überhängenden Zweigen auf. Die Blätter des Holunders werden in der Regel 10 bis 35 Zentimeter lang und besitzen fünf etwa gleich große Fiederblättchen, die nach vorn immer spitzer werden. Zerreibt man diese Blätter zwischen den Fingern, nimmt man den spezifischen Geruch des Holunders wahr. Zur Blütezeit fällt der Schwarze Holunder durch die Vielzahl seiner prächtigen weißen Blüten auf.

Sorten des Schwarzen Holunders

Mittlerweile gibt es verschiedene Sorten des Schwarzen Holunders. Neben der wilden Form sind im Fachhandel besondere Fruchtsorten und auch Ziersorten erhältlich. Bekannt sind zum Beispiel die Sorten „Black Beauty“, „Sampo“, „Weißer Holunder“ und „Black Lace“. Die abgewandelten Zuchtsorten unterscheiden sich in der Ausprägung der Blüten und Früchte sowie durch die besonderen Blatt- und Fruchtfarben von der ursprünglichen Wildform.

Verwendung des Schwarzen Holunders

Die bekannteste Art des Holunders ist immer noch der herkömmliche Schwarze Holunder, der schon seit Jahrhunderten sehr beliebt ist. Früher galt er sogar als Rundumschutz vor böser Magie, Hexen, Blitzeinschlag und Feuer. Auch heute ist der Schwarze Holunder noch sehr beliebt, weil sowohl die Blüten als auch die Beeren verzehrt werden können. Darüber hinaus sagt man dem Holunder allerhand positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit nach. So soll der Holunder etwa fiebersenkend und entzündungshemmend wirken sowie die Abwehrkräfte stärken. Wer regelmäßig Holunderblüten oder Holunderbeeren ernten möchte, kann sich ohne Aufwand eine Holunderpflanze in dem eigenen Garten ziehen.

Der ideale Standort

Bei der Wahl des richtigen Standortes sollte berücksichtigt werden, dass sich der Schwarze Holunder stark verzweigt und daher sehr breit wird. Auch die Höhe darf nicht unterschätzt werden, denn bis zu zehn Meter sind für einen Holunderbaum kein Problem. Er besitzt ein flaches Wurzelwerk, das sich nach und nach immer weiter ausbreitet. Auch diese Tatsache muss berücksichtigt werden, denn in der näheren Umgebung sollten sich keine Pflanzen befinden. Der hohe Platzbedarf ist aber im Prinzip schon der einzige Anspruch, den der Schwarze Holunder mit sich bringt. Die robuste und anspruchslose Pflanze wächst und gedeiht beispielsweise auch im Halbschatten.

Für den Holunder geeignetes Pflanzsubstrat

Ebenso niedrig wie die Ansprüche an den Standort sind die Ansprüche, die der Schwarze Holunder an seinen Boden stellt. Er kommt zum Beispiel gut mit einem unausgeglichenen Boden und stickstoffreichen Nährstoffen zurecht. Bevor der Holunder gepflanzt wird, sollte die Erde mit reifem Kompost angereichert werden. Idealerweise wird die Erde noch mit Hornspänen oder einem Volldünger auf organischer Basis ergänzt.

Hinweise zur Einpflanzung

Der Schwarze Holunder sollte entweder im Herbst oder im zeitigen Frühjahr gepflanzt werden. Meist gibt es mit dem Anwachsen keine Probleme, wenn der Standort wie oben beschrieben vorbereitet wurde. Sollte der Holunderstrauch zum Zeitpunkt der Einpflanzung schon getrieben haben, dann müssen die oberen Triebe kräftig zurückgeschnitten werden, damit sich der Holunder voll und ganz auf die Einwurzelung konzentrieren kann.

Die richtige Pflege des Schwarzen Holunders

Sobald der Schwarze Holunder angewachsen ist, bedarf er keiner besonderen Pflege mehr. Kurz nach der Einpflanzung sollte er regelmäßig gegossen werden, damit er gut anwurzelt. Sollte es trotzdem Probleme beim Einwurzeln geben, ist der Boden offenbar nicht geeignet. Dann gilt es herauszufinden, wo das Problem liegt oder einen anderen Standort auszuwählen. Nachdem der Holunder angewachsen ist, muss er nicht mehr gegossen werden. Auch ein spezieller Dünger ist nicht notwendig.

Der optimale Schnitt für einen guten Ertrag

Wer sich den Holunder angeschafft hat, um möglichst viele Blüten und Früchte zu ernten, sollte den Holunder jedoch regelmäßig beschneiden. Zunächst muss daher die Frage geklärt werden, ob der Obstbaum in Strauchform oder als Baum gezogen werden soll. Das Holunderbäumchen ist hier in der Regel vorzuziehen, da er nicht nur optisch ansprechender ist, sondern oft auch höhere Erträge mit sich bringt. Im ersten Jahr darf der Holunder sich so entwickeln, wie die Natur es vorsieht. Dabei entstehen mehrere gerade Triebe, die sich in der Regel sehr gleichmäßig entwickeln. Das liegt daran, dass der Holunderstrauch Triebe, die zu dicht nebeneinander stehen, nur schwer mit Nährstoffen versorgen kann. Sollten dennoch unregelmäßige Triebe auftauchen, so können diese problemlos entfernt werden.

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In seiner zweiten Saison nutzt der Holunder die Langtriebe dann, um Blüten und schließlich Früchte zu bilden. Da sich dieses Ritual bei jedem Fruchtansatz wiederholt, sollten die abgeernteten Triebe regelmäßig zurückgeschnitten werden. Bei dem Schwarzen Holunder gilt immer: Die Ernte des kommenden Jahres entwickelt sich aus den langen Trieben des aktuellen Jahres. Der Beschnitt des Schwarzen Holunders erfolgt stets im Frühjahr kurz bevor der neue Austrieb stattfindet. Der Schnitt ist so durchzuführen, dass für möglichst viele neue Triebe Platz zur Verfügung gestellt wird, denn der Holunder entwickelt immer an den Trieben des aktuellen Jahres seine prächtigsten Blüten und Früchte.

Wer sehr viel Platz für seinen Holunder zur Verfügung hat, kann die Pflanze auch einfach ganz natürlich wachsen lassen. Die aktuellen Langtriebe tauchen dann stets außen auf. Dennoch empfiehlt es sich, den Holunder zumindest ab und an auszulichten, damit kranke und schwache Triebe entfernt werden, die dem Strauch nur unnötig die Kräfte rauben. Auch Triebe, die ohnehin nicht mehr zum Ernten erreicht werden oder Triebe, welche die Gesamtform des Schwarzen Holunders stören, sollten abgeschnitten werden.

Vermehrung des Holunders durch Steckholz

Viele Menschen lieben Holunderblüten und Holunderbeeren gleichermaßen. Um beides in großen Mengen zu ernten, empfiehlt es sich, einen zweiten Holunderstrauch zu ziehen. Das ist ohne Weiteres möglich, denn die Vermehrung des Holunders gestaltet sich problemlos. Hierfür werden im Winter aus den einjährigen Trieben des bestehenden Schwarzen Holunders Steckhölzer geschnitten. Steckhölzer sind etwa bleistiftlange Stecklinge, die jeweils ein Knospenpaar an der oberen und an der unteren Seite besitzen.

Sobald die Erde frostfrei ist, können die Stecklinge in die Erde gesteckt werden. Dabei verbleibt ein Viertel der Stecklinge über der Erde. Im Frühjahr wurzelt das Steckholz schließlich an und bildet neue Triebe. Diese Triebe sollten sofort pinziert werden, damit sich der neue Holunderstrauch verzweigen kann. Die Steckholz-Anzucht ist auch geeignet, um bei einem bestehenden älteren Holunderstrauch einen Stamm zu ziehen, wenn er schon sehr stark verzweigt ist. Der neue Steckling kann dann rechtzeitig am Stamm von nachwachsenden Trieben befreit werden.

Die Ernte der Holunderblüten und Holunderbeeren

Wer einen Schwarzen Holunder im eigenen Garten anbaut, tut das sicher nicht ohne Grund, sondern möchte auch in den Genuss der gesunden Blüten und der schmackhaften Beeren kommen. Von Mai bis Juli können die Blüten des Schwarzen Holunders gepflückt werden, um sie für Köstlichkeiten zu verarbeiten. Geeignet sind die Blüten zum Beispiel, um Sirup herzustellen. Dieser schmeckt am besten auf Eis oder einfach als Brotaufstrich. Alternativ kann der Sirup zur Verfeinerung von alkoholischen Getränken genutzt werden.

Damit im September und Oktober noch Holunderbeeren geerntet werden können, sollten jedoch nicht alle Blüten gepflückt werden. Die reifen Beeren sind ebenfalls sehr gesund und ideal für Holundergelee oder Holundermarmelade. Sie können auch zu Saft, Limonade, Suppe, Wein oder ebenfalls zu Sirup verarbeitet werden. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Bei falscher Verarbeitung können Holunderbeeren zu Beschwerden führen, da sie im rohen Zustand giftig sind. Bei der Zubereitung sollten Holunderbeeren daher immer gekocht werden.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Wie sieht schwarzer Holunder aus?
Schwarzer Holunder ist ein Strauch. Er erreicht eine maximale Höhe von drei bis sieben Metern. Bei jungen Exemplaren ist die Rinde des Stamms zunächst braun, später nimmt sie jedoch eine graue Färbung an. Die Blätter haben einen unregelmäßig gesägten Rand , sind unpaarig gefiedert und gestielt. In der Blütezeit bilden sich weiße Blüten mit gelben Staubbeuteln, die einen sehr starken Duft verströmen. Die daraus entstehenden Früchte sind dunkelviolett bis schwarz. Es handelt sich dabei um die gesunden Beeren.

Wie schnell wächst schwarzer Holunder?
Der schwarze Holunder zählt zu den Pflanzen, die sehr schnell wachsen. Bei einem guten Nährstoff- und Wasserangebot kann er pro Jahr zwei bis drei Meter an Höhe zulegen.

Wann blüht der schwarze Holunder?
Die Blütezeit dauert von Juni bis Juli.

Ist schwarzer Holunder giftig?
In der Rinde, den Blättern, den unreifen Früchten und den Samen der reifen Beeren kommt der Giftstoff Sambunigrin vor. Gerade bei sensiblen Personen oder Kindern kann dieser Stoff zu Magenbeschwerden und Durchfall führen. Auch bei Haustieren ist Vorsicht geboten. Da Sambunigrin hitzeempfindlich ist, verlieren die Beeren beim Kochen ihre Giftigkeit.

Wie gesund ist schwarzer Holunder?
Die Holunder-Beeren enthalten Eisen, Zink, Glykoside, ätherisches Öl, Vitamin C und Vitamin A. Sie werden daher schon seit vielen Jahren als Heilpflanze eingesetzt. Die Beeren gelten zum Beispiel als blutreinigend, blutstillend, anregend, harntreibend, entzündungshemmend, krampflösend, schleimlösend und schweißtreibend. Sie werden auch verwendet, um das Immunsystem zu stärken.

Wann sind die Holunder-Beeren reif und können geerntet werden?
Je nach der aktuellen Witterung reifen die Holunder-Beeren im Zeitraum von August bis Oktober.

Wie lange müssen die Holunder-Beeren gekocht werden?
Die Beeren werden etwa 15 bis 20 Minuten gekocht. Danach sind sie weich und saftig. Anschließend können die Beeren weiterverarbeitet werden, um zum Beispiel Gelee, Sirup, Saft oder Marmelade herzustellen.

Wie alt kann schwarzer Holunder werden?
Der schwarze Holunder kann ein Alter von bis zu 100 Jahren erreichen.

Wie vermehrt man schwarzen Holunder?
Im Idealfall sollte der schwarze Holunder durch Stecklinge vermehrt werden. Dafür schneidet man im Winter bleistiftlange Stecklinge aus den einjährigen Trieben. Jeder Steckling sollte ein Knospenpaar am unteren und am oberen Ende besitzen. An einem frostfreien Tag wird das Steckholz in nährstoffreiche Erde gesteckt, sodass nur noch ein Viertel der Länge über dem Boden zu sehen ist. Im kommenden Frühjahr wurzeln die Stecklinge an und treiben neu aus.

Wann schneidet man den schwarzen Holunder zurück?
Im Herbst wird der schwarze Holunder zurückgeschnitten. Es dürfen nur zehn bis zwölf Ruten stehen bleiben, die möglichst nahe an der Basis ansetzen sollten. So stellt man sicher, dass sie optimal mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Im Laufe des Frühlings können außerdem ungünstig platzierte oder schwach entwickelte Ruten entfernt werden.

Wie lautet der botanische Name des schwarzen Holunders?
Der botanische Name des schwarzen Holunders lautet Sambucus nigra.

Wo wächst schwarzer Holunder?
Der schwarze Holunder kommt in Kleinasien und nahezu in ganz Europa vor. Dort wächst er vor allem an Waldrändern, in Gebüschen und in Auwäldern.

Fazit

Der Schwarze Holunder verschönert den Garten nicht nur optisch, sondern ist auch noch nützlich. Da der Strauch in der Wildnis immer seltener zu finden ist, sollte er rechtzeitig im eigenen Garten angepflanzt werden, damit man nicht auf die gesunden und schmackhaften Blüten und Beeren verzichten muss. Es gibt viele Rezepte, die ausgefallene Ideen für die Verarbeitung der Blüten und der Beeren bereitstellen. Es lohnt sich auch, unterschiedliche Sorten des Schwarzen Holunders auszuprobieren.

Artikelbild: © a9photo / Shutterstock

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