Umzug ummelden: Diese Stellen müssen kontaktiert werden

Umzug ummelden: Diese Stellen müssen kontaktiert werden

Der Kopf ist voll, die Zeit ist knapp, der Geldbeutel leer. Ein Umzug kostet nicht nur Nerven. Zwischen all den Umzugskartons sind zahlreiche behördliche Ummeldungen notwendig. Schnell wird da das eine oder andere vergessen. Abhilfe schaffte eine Checkliste: Wo und wann welche Ummeldung erfolgen muss, verraten die folgenden Zeilen.

Behördliche Ummeldung – das Einwohnermeldeamt

Allen voran stehen bei einem Umzug die Behörden, denen die neue Adresse mitgeteilt werden muss. Das Einwohnermeldeamt bzw. das Bürgeramt ist hier die erste Adresse. Hier gilt oft eine Frist von einer Woche, in manchen Gemeinden auch zwei Wochen nach Umzug. Dennoch sollten sich Umzugswillige schon vorher bei der Behörde informieren – so manche Stadt arbeitet nur mit vorheriger Terminvergabe.

Der Gang auf das Amt ist oft unumgänglich. Die Ummeldung muss persönlich und vor Ort erfolgen. Nur in wenigen Regionen (wie beispielsweise Köln und in Bayern) wird eine postalische Ummeldung akzeptiert. Aber was ist, wenn die Oma ins Altersheim zieht und gesundheitlich nicht mehr in der Lage ist, auf das Amt zu gehen? Dann hilft eine Vollmacht, mit der ein Vertreter agieren kann.

Zusätzlich zu dem Umzugsmeldeformular braucht es verschiedene Dokumente auf dieser Behörde:

  • Personalausweis
  • Reisepass
  • neuer Mietvertrag
  • Bescheinigung vom Vermieter

Letzteres muss seit dem 1. November 2015 vorgelegt werden. Darin bestätigt der Vermieter den Einzug in die neue Wohnung. Diese Meldung kann sowohl schriftlich als auch elektronisch erfolgen. In vielen Gemeinden ist die Ummeldung kostenlos. So manche Stadt verlangt jedoch eine kleine Gebühr für die Ummeldung – Hamburg beispielsweise berechnet sechs Euro.

Das Ummelden ist nach dem Meldegesetz Pflicht. Wer dies nicht rechtzeitig tut, muss mit Bußgeldern rechnen. Bei wenigen Tagen Versäumnis sind das meist kleine Beträge um die 10 bis 30 Euro. Im Extremfall können auch aber 1000 Euro Strafe anfallen.

Finanzamt, Arbeitsamt & Co – weitere Behörden müssen informiert werden

Mit dem Einwohnermeldeamt hat der Behördenmarathon jedoch erst begonnen. Zahlreiche weitere staatliche Stellen müssen über die neue Adresse informiert werden. Beim Finanzamt braucht es die Meldung sofort, wenn der Umzug in eine neue Stadt ging. Wurde die Wohnung nur innerhalb der Gemeinde gewechselt, kann das Finanzamt die neue Adresse mit der nächsten Steuererklärung erfahren.

Auf der Agentur für Arbeit muss eine frühzeitige Ummeldung erfolgen, damit bezogene Leistungen nicht unerwünscht ausbleiben. Hier empfiehlt es sich, den Umzug vor dem eigentlichen Termin bereits zu bekunden. Die Mitteilung kann hier jedoch oft unkompliziert telefonisch oder online durchgeführt werden.

Besitzen Sie ein oder mehrere Fahrzeuge? Auch Autos, Motorrad und Co müssen auf die neue Adresse umgemeldet werden. Findet der Umzug innerhalb einer Stadt statt, braucht es keine neuen Nummernschilder. In einer neuen Gemeinde können diese gewechselt werden – müssen aber nicht. Denn seit 2015 gilt eine Neuregelung, die bundesweit die Erhaltung des Nummernschildes ermöglicht. Auf der Kfz-Zulassungsstelle braucht es ebenfalls einige wichtige Dokumente, die zur Ummeldung mitgebracht werden müssen:

  • Personalausweis
  • Fahrzeugschein
  • Fahrzeugbrief
  • eVB-Nummer
  • HU/AU-Bescheinigung
  • Nummernschilder

In vielen Fällen ist die Ummeldung des Fahrzeuges nicht kostenlos. Rund 30 Euro sollten eingeplant werden. Wer Wunschkennzeichen haben möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Auch bei der Kfz-Ummeldung fallen Bußgelder an, erfolgt die Ummeldung nicht zeitnah nach dem Umzug.

Eine weitere Behörde ist die GEZ, die ebenfalls nicht vergessen werden darf. Doch hier ist die Ummeldung oft sehr einfach im Internet möglich.

Nicht vergessen: Partner im täglichen Leben

Auch die Partner im täglichen Leben müssen von dem Umzug wissen. Allen voran steht der Arbeitgeber. Um die Lohnabrechnung auch weiterhin pünktlich zu erhalten, reicht oft ein Gang ins Sekretariat oder Personalbüro.

Auch die Versorgungsanbieter müssen bei einem Umzug kontaktiert werden. Strom, Gas, Wasser und Fernwärme braucht es in der alten Wohnung nicht mehr, jedoch nach Umzug in der neuen. Hier wird in vielen Fällen der Zählerstand verlangt – achten Sie bei den Wohnungsübergaben darauf, diese Angaben zu bekommen.

Ebenso muss der Festnetz- und Internetvertrag mit dem entsprechenden Anbieter für die alte Wohnung gekündigt werden. Meist reicht hier ein Anruf. Geht der Umzug in eine sehr ländliche Gegend, sollte sich frühzeitig über die möglichen Anschlüsse informiert werden. Noch ist nicht überall eine flächendeckende Versorgung gewährleistet. Achtung: Mobilfunkanbieter ebenfalls nicht vergessen! Aber auch Dienstleistungen wie Fernseh- und Streamingangebote stehen auf der Ummeldeliste. Schließlich soll in der neuen Wohnung auch der ein oder andere Film genossen werden.

Einer der wichtigsten Partner des täglichen Lebens sind Banken und Sparkassen. Hier helfen oft die Berater vor Ort und bieten einen Umzugsservice. Auch der Steuer- oder Finanzberater darf nicht fehlen. Versicherungspartner brauchen ebenso die neue Adresse – allen voran die Krankenversicherung.

Sind Kinder im Haus? Dann muss sich auch frühzeitig um den Besuch in Kindergarten und Schule gekümmert werden. Ist der Umzug in eine neue Gemeinde, braucht es neue Plätze. Müssen Kindergarten und Schule nicht gewechselt werden, sollte hier jedoch zeitnah die neue Adresse hinterlegt werden.

Der Mieterbund muss ebenso über den Umzug informiert werden. Hier ist die Mitgliedschaft an die Wohnung gebunden. Die Ummeldung erfolgt meist unkompliziert online, bezahlte Beiträge werden bei dem neuen regionalen Verein oft gutgeschrieben.

Um ein sicheres Gefühl zu haben, dass alle Sendungen trotz Umzug bei Ihnen ankommen, können Sie einen Nachsendeauftrag bei der Post installieren. Diese schickt gegen eine Gebühr alle Sendungen (Briefe, Päckchen und Pakete) ein halbes oder ein ganzes Jahr an die neue Adresse weiter.

Im Privatleben: Freunde und Familie frühzeitig einweihen

Neben all den offiziellen Stellen darf das Privatleben aber nicht übersehen werden. Wer umzieht, sollte Freunde und Familie informieren. Nicht nur, um den Kontakt auch danach halten zu können, sondern auch, um eventuell Helfer beim Umzug zu bekommen. So mancher Freundeskreis möchte auch eine Abschiedsparty schmeißen.

Sind Sie Mitglied in Vereinen? Haben Sie einen Bibliotheksausweis? Auch das sind Stellen, die über die neue Adresse informiert werden sollten. Ebenso müssen Haustiere umgemeldet werden. Soll die Tageszeitung auch im neuen Briefkasten ankommen, bedarf es bei allen Abonnements ebenso einer Information. Und achten Sie zudem bei der nächsten Internetbestellung bei Ihrem Standversandhaus darauf, dass auch hier an die neue Adresse geliefert wird.

Beobachten Sie Wochen vor dem Umzug die eintreffenden Briefe. So mancher Absender findet sich noch nicht auf der Liste der Stellen, bei denen der Umzug gemeldet werden muss. Der gleiche Trick funktioniert nach dem Umzug mit der Nachsendung.

Checkliste für die Übersicht

So mancher verliert schnell den Überblick, wo sich nach einem Umzug umgemeldet werden sollte. Die folgende Checkliste hilft, niemanden zu übersehen – in alphabetischer Reihenfolge zum Abstreichen.

  • Agentur für Arbeit
  • Anwalt
  • Arbeitgeber
  • Bafög-Amt bei Studenten
  • Banken
  • Einwohnermeldeamt
  • Familie
  • Fernseh- und Streamingdienste
  • Finanzamt
  • Freunde
  • GEZ
  • Haustiere
  • Internetanbieter
  • Internetplattformen und Bestelldienste
  • Kfz-Zulassungsstelle
  • Kindergarten/Schule
  • Kindergeldstelle
  • Krankenkasse
  • Mieterbund
  • Steuerberater/Finanzberater/Versicherungsberater
  • Telefonanbieter
  • Vereine
  • Verkehrsbetriebe
  • Versicherungen
  • Versorgungsanbietern
  • Zeitungsabonnements

Zusammenfassung

Wer umzieht, muss zahlreiche Stellen über die neue Adresse informieren. Nicht nur Behörden, auch Partner des täglichen Lebens brauchen den neuen Kontakt. Dabei ist darauf zu achten, dass manche Stellen schon vor dem Umzug informiert werden sollten.

Artikelbild: © GeorgeRudy / Bigstock.com

10 Kommentare

  1. Werner 01.06.2018 07:17 Uhr

    Bekannte waren neulich auch umgezogen. Der Gang zur Zulassungsstelle in Gerasdorf bei Wien war zum Glück schnell erledigt. In wenigen Minuten war alles erledigt. Der Rest vom Umzug leider nicht so schnell erledigt.

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  2. John 10.09.2018 04:14 Uhr

    Bekannte konnten in der Stadt eine größere Wohnung mieten. Jetzt steht der Umzug bevor. Was Ihnen gut geholfen hat, war ein todo Liste die sei unsortiert abarbeiten konnten. Wenn etwas erledigt war machten sie einen Haken dran.

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  3. Thomas Mendel 19.09.2018 08:30 Uhr

    Die Checkliste der Stellen, bei denen ein Umzug zu melden ist, ist wirklich lang. Das hätte ich bisher so nicht gedacht. So kann einem aber auch nichts durch die Lappen rutschen. Also vielen Dank für diese Internetseite!

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  4. Emmi 01.11.2018 14:00 Uhr

    Ich dachte, dass man einfach eine Unterkunft und einen Job in einem anderen Land sucht und sich dann auf den Weg macht. Interessant, dass eine Abmeldung notwendig ist. Danke für den tollen Artikel.

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  5. Luise 06.12.2018 08:34 Uhr

    Das Transportunternehmen ist bestellt und wir müssen nur noch ein paar Kleinigkeiten in den Kisten unterbringen. Gut zu wissen, was wir nach dem Umzug bei den Behörden alles regeln müssen. Ich werde auf jeden Fall auch meinen Arbeitgeber über die neue Adresse in Kenntnis setzen.

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  6. Tom Vogt 15.01.2019 07:51 Uhr

    Guten Tag,
    ja, so ein Umzug bringt im Nachhinein auch viel Stress mit sich. Das ganze Ummelden dauert und zehrt an den Nerven. Aber dafür gibt es einen neuen Lebensabschnitt, der womöglich schöner ist. Veränderungen sind vielleicht nicht immer leicht aber man sollte sie nie vermeiden wie ich finde.

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  7. Ferdinand Schneider 15.01.2019 13:42 Uhr

    Hallo, vielen Dank für die kompakte Auflistung auch der KFZ-Zulassungsdokumente, ich brauchte ganz schnell Auskunft bevor wir losfahren. Ich bin froh dass es bei uns in Österreich so nah eine Zulassungsstelle gibt, da ich gehört habe, dass es in Deutschland zu langen Terminwartezeiten kommen kann. Wir haben alle gelisteten Unterlagen dabei und sind wahrscheinlich in zwei Stunden schon fertig! Liebe Grüße aus dem Auto, Ferdinand

    direkt antworten
  8. Kyra Voight 15.01.2019 13:42 Uhr

    Hallo, vielen Dank für die kompakte Auflistung auch der KFZ-Zulassungsdokumente, ich brauchte ganz schnell Auskunft bevor wir losfahren. Ich bin froh dass es bei uns in Österreich so nah eine Zulassungsstelle gibt, da ich gehört habe, dass es in Deutschland zu langen Terminwartezeiten kommen kann. Wir haben alle gelisteten Unterlagen dabei und sind wahrscheinlich in zwei Stunden schon fertig! Liebe Grüße aus dem Auto, Ferdinand

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  9. Jim Winkler 17.01.2019 12:18 Uhr

    Guten Tag,
    aktuell bin ich am schauen ob ich eine 4-Raum Wohnung mit meiner Freundin finde. Schließlich wollen wir wachsen und uns weiter entwickeln. Und danach mittlerweile mehr als 8 Jahren in einer 1-Raum Wohnung wird es Zeit den nächsten Schritt zu gehen. Auf die Ummeldungen freue ich mich nicht sonderlich. Das wird wieder einiges an Zeit einnehmen.

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  10. Tom Vogt 15.03.2019 07:06 Uhr

    Bei meinen Umzügen lief das alles sehr reibungslos ab. Probleme mit Terminen hatte ich nie weil ich immer direkt hingegangen bin ohne einen Termin. Und das gjng auch sehr gut.

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