Verteilung von Steckdosen im Neubau planen

Verteilung von Steckdosen im Neubau planen

Häuslebauer müssen sich früh mit der Planung ihres zukünftigen Eigenheimes beschäftigen. Hierzu gehört auch die Wahl, wie viele Steckdosen in jedes Zimmer gehören und wo diese platziert werden. Eine sorgfältige Planung zusammen mit einer fachgerechten Ausführung ist eine solide Grundlage dafür, dass später alles auf Knopfdruck funktioniert. Vergessene oder an falsche Stellen eingeplante Steckdosen führen später zu Abstrichen in puncto Bequemlichkeit. Deshalb sollten sich Häuslebauer bei der Verteilung von Steckdosen viel Zeit nehmen und alles gründlich planen – schließlich geht es um ihre Sicherheit und Bequemlichkeit.

Steckdosen und Steckdosenarten

Eine Steckdose ist im Grunde nichts weiter als eine Verbindung zwischen zwei elektrischen Leitungen. Ein Großteil der Steckdosen ist für den Stromanschluss in Haus und Garten gedacht, es gibt aber auch Modelle für Antennen, Telefon, Netzwerk und Lautsprecher. Der bekannteste Vertreter ist die Schukosteckdose. Schuko steht für Schutzkontakt, da diese Steckdosen einen dritten Pol an Buchsen und Steckern verwenden. Die Funktion des Schutzpoles ist es, eine leitende Verbindung aufzubauen, bevor die Strom führenden Leitungen Kontakt erhalten.

Folgende Steckdosenarten gibt es:

  • Schukosteckdose mit Kinderschutz: Schützen Kinder vor Stromschlägen (weitere Informationen im letzten Abschnitt).
  • Schukosteckdose mit Klappdeckel: Der Deckel schließt sich automatisch, wenn der Stecker herausgezogen wird.
  • Schukosteckdose mit Überspannungsschutz: Ist bei teuren und empfindlichen Geräten wie Computern und HiFi-Anlagen notwendig.
  • Wassergeschützte Schukosteckdose: Sie besitzen eine Klappe, damit Feuchtigkeit und Wasser nicht eindringen kann.
  • Telefonsteckdose: Telefonsteckdosen besitzen drei Anschlussmöglichkeiten für Telefon, Faxgerät sowie Anrufbeantworter.
  • Netzwerksteckdose: In jedem modernen Neubau wird ein umfassendes Datennetz aufgebaut und Netzwerkkabel bzw. Glasfaserleitungen in den Wänden integriert. Über diese Steckdosen lassen sich alle Geräte im Haus vernetzen.
  • Antennensteckdose: Ist für Kabel und Satellit erhältlich und erlaubt den Anschluss für Radio und TV.
  • Lautsprecheranschlussdose: Mit dieser Dose lassen sich Lautsprecher im ganzen Haus verbinden, ohne Kabel verlegen zu müssen.

Steckdosenplanung in 6 Schritten

  1. Skizze mit dem Rohbau, Zimmern und Möbeln anfertigen. Überlegen Sie Raum für Raum, wo Einrichtungsgegenstände stehen werden. Die exakte Lage ist nicht unbedingt notwendig, man sollte aber ungefähr wissen, wo später…
    • die HiFi-Anlage stehen soll
    • an welcher Wand der Fernseher stehen wird
    • in welcher Ecke der Computertisch seinen Platz findet
  2. Nun muss man sich überlegen, wie viele Steckdosen benötigt werden. Wer eine Multimedia-Anlage mit fünf Geräten besitzt, benötigt an dieser Stelle auch fünf Steckdosen. Zwar kann man immer mit Steckerleisten nachrüsten, jedoch sind diese für ein unsichtbares Kabelmanagement nicht ideal. Deshalb lieber mehr Steckdosen einplanen als zu wenige.
  3. Wer sich noch nicht sicher ist, wo die Multimedia-Anlage stehen wird, sollte zur Sicherheit an den möglichen Standorten jeweils fünf Steckdosen einplanen. So ist man bei der Planung ausreichend flexibel.
  4. Steckdosen sind grundsätzlich in Raumecken gut aufgehoben. Sie sollten etwa 30 Zentimeter von der angrenzenden Wand entfernt platziert werden.
  5. In bewohnbaren Räumen wie Schlafzimmer, Kinderzimmer und Wohnzimmer sollten in der diagonal gegenüberliegenden Raumecke weitere Steckdosen zu finden sein. Im Gäste-WC oder Abstellraum reicht eine Steckdose meist aus.
  6. In Keller, Garage oder in der Hobbywerkstatt sollten Häuslebauer Steckdosen mit Dreiphasenwechselstrom installieren. Mit einer Leistung von bis zu 400 Volt können so auch Geräte betrieben werden, die größere Spannungen besitzen.

Steckdosensicherung

Häuslebauer können bei der Planung bereits Schukosteckdosen mit Kinderschutz verwenden. Alle anderen dagegen aufrüsten. Eine Steckdosensicherung lässt sich in alle Steckdosen der Marke Jung einbauen, um Babys und Kinder zu schützen. Bereits im frühen Alter krabbeln Babys durch die Wohnung und erkunden ihre Umgebung. Leider scheuen sie sich nicht davor in Steckdosen zu greifen was für sie natürlich lebensgefährlich ist. Es sind mehrere verschiedene Modelle erhältlich: Einige Sicherungen werden in die Steckdose eingeklebt, andere eingeschraubt. Optional tauscht man gleich die ganze Steckdose durch ein Modell mit Kindersicherung aus.

Artikelbild: © OLEKSANDR ROZDOBUDKO / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Tobias Claren 07.08.2017 23:32 Uhr

    Ob man für jedes Gerät einer Video/Audio-Anlage („Heimkino“) eine eigene Steckdose braucht ist doch fraglich.
    Wenn man nicht jedes Gerät einzeln über eine Hausautomation ein und ausschalten können will, wozu 5, 6, 8 Steckdosen in der Wand an einer Stelle?
    Da kann man eine Mehrfachleiste anbringen, und daran alle Geräte.
    Es ist auch unwahrscheinlich dass das Ganze die eine Steckose und Leiste überlastet.
    Die eine Steckdose darf mit aktuell 3680 Watt belastet werden.
    Da es zwei Steckverbindungen sind (der der Leiste, und die in der Leiste, da die aber Parallel sind, sollten die nur einmal zählen), wohl etwas weniger. Aber über 3600W, das müsste mal erst mal mit TV (ein 2012 Plasma braucht bei voll aufgedrehter Helligkeit evtl. 350W), Surround-Receiver etc. doch wohl keine 3,6kW?!?
    Auch wenn man einen Spiele-PC dran hat, kommen mit schneller Grafikkarte evtl. noch mal maximal 500W drauf.
    Auch wenn ein 1000W-PC-Netzteil wirklich 1000W Last hätte (das müsste man erst mal schaffen… auch mit zwei Grafikkarten schwer), den Rest mit 2,6kW muss man erst mal schaffen…

    Und so viele Dosen in der Wand sind weniger leicht zu verstecken als eine.
    Und von einer Steckdose kann man ein Kabel in ein Hifi-Möbel laufen lassen, indem die daran befindliche Leiste dann alle Geräte versorgt.
    Wenn man einmal 32mm-Flexrohr (gerade beim Neubau ist das kein großer Mehraufwand, man muss nicht anstrengend zig cm mit 32mm bohren, wie bei bestehenden Bauten, das ist auch kein Problem, aber nach einem Loch mit der schweren Bohrmaschine bin Ich erst mal als körperlich untrainierte Privatperson fertig ;-] ) zu so einer einzelnen Dose legt (nicht die früher üblichen 16er oder 20er), kann man auch später noch weitere Steckdosen neben die bestehende setzen. Einfach daneben ein Loch bohren (68er Bohrkrone, für Einzeldosen 91mm von Mitte zu Mitte), Verbindung schaffen, UP-Dose rein, und ein neues Kabel vom Keller etc. durch die erste Dose in die zweite Dose legen. Und so weiter.
    Entweder einfach an die erste mit anklemmen, oder bei Hausautomation („Aktoren“ im Schaltschrank) einzelne Kabel vom Schaltschrank zu jeder Steckdose. Das macht dann halbwegs Sinn, denn man schaltet ja jede Steckdose einzeln. Bei Heimkino sehe Ich aber wieder weniger Nutzen. Will man immer alle Geräte ganz ausschalten statt Standby, könnte man den Satreiver/Kabelreceiver etc. davon trennen. Damit der programmierte Aufnahmen aufnehmen kann.
    Wenn man Kabel zu jeder Steckdose zieht, dürfen die auch etwas dünner sein als früher die, die man hintereinander an alle Steckdosen führt. Die Last muss nur für eine Streckdose ausreichen.
    Es gibt Onlinerechner welchen Querschnitt man bei welcher Länge für z.B. 16A braucht.
    16A ist das Maximum an einer Steckdose. 230V mal 16A sind die 3680W.
    Dünnere Kabel sind natürlich etwas günstiger, aber eben auch leichter durchzuziehen, flexibler und man kann mehr pro Flexrohr verwenden. Das ist also nicht nur eine Entscheidung „billiger“, so dass man auch sagen könnte „was solls, es darf mehr sein, auf die Euros kommt es nicht an“, es hat Vorteile nicht nur dicke Adern einzuziehen.
    Und zieht man ein kabel z.B. zu einer Lampe, keinen Steckdosen, könnte man die Kabeldicke (den Querschnitt) sogar auf weniger als 16A auslegen. Z.B. eine 20W-LED-Lampe außen. Hell, aber 20W sind nur rund 0,09A (16A verträgt eine Steckdose). Ein 184-tel einer Steckdosen-Maximal-Last.

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