Wahr oder falsch – 7 häufige Mythen zum Thema gesunder Schlaf

Wahr oder falsch – 7 häufige Mythen zum Thema gesunder Schlaf

Wir verbringen etwa ein Drittel unserer Lebenszeit schlafend im Bett. Währenddessen erholt sich unser Körper und baut seine geistige, körperliche und psychische Leistungsfähigkeit wieder auf. Schlaf hat in unserem Leben daher eine sehr hohe Bedeutung. Aus diesem Grund ist es auch umso wichtiger, dass für jeden Schläfer individuell das passende Bett ausgewählt wird. Trotzdem: Zum Thema gesunder Schlaf gibt es immer noch viele Unklarheiten und Mythen. In diesem Ratgeber von Heimhelden.de möchten wir die gängigsten Mythen unter die Lupe nehmen und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen.

Mythos 1: Acht Stunden Schlaf sind ideal

Das ist nur ein Mythos. Wie hoch der Schlafbedarf eines Menschen ist, ist individuell. Mehrere Faktoren spielen hier eine Rolle:

  • Alter
  • Schlafroutine
  • Gene
  • Gesundheitszustand
  • Innere Uhr

Etwa 90 Prozent der Erwachsenen brauchen einen Nachtschlaf von sieben bis acht Stunden. Fünf Prozent kommen mit weniger als fünf Stunden aus und fünf Prozent brauchen sogar mehr als neun Stunden. Es lässt sich also nicht pauschal sagen, wie viele Stunden Schlaf ideal sind. Neben der Schlafdauer ist vor allem auch die Schlafqualität wichtig.

Mythos 2: Schlaf ist wichtig, um dem Gehirn eine Pause zu gönnen

Oft heißt es auch heute noch, ein ausreichender Schlaf sei wichtig, weil das Gehirn dann einmal Pause hat und neue Energie tanken kann. Ganz korrekt ist das jedoch nicht. Das weiß auch die Bettenmanufaktur SCHRAMM, ein traditionsreicher Bettenhersteller, der für sein Zwei-Matratzen-System bekannt ist. Denn: Neuste Erkenntnisse zeigen laut dem Team von SCHRAMM, dass Schlaf ein aktiver Vorgang ist und dass das Gehirn in dieser Zeit nicht einfach Pause hat – ganz im Gegenteil. Stattdessen übernehmen die Gehirnwellen in der Tiefschlafphase sogar eine Art Filterfunktion. Sie entscheiden, welche am Tag gelernten und erlebten Dinge aus dem vorläufigen Speicher ins Langzeitgedächtnis transferiert werden.

Mythos 3: Der Schlaf vor Mitternacht ist am besten

Das ist im Großen und Ganzen korrekt! Nach dem aktuellen Stand der Schlafforschung ist der Schlaf im ersten Drittel der Nacht und insbesondere in den ersten beiden Stunden nach dem Einschlafen am intensivsten und tiefsten. Somit ist der Erholungseffekt in dieser Zeit auch am größten. Diese zwei Stunden Schlaf müssen aber nicht unbedingt vor Mitternacht liegen. Wenn Sie erst um Mitternacht einschlafen, erleben Sie den gesunden Schlaf lediglich später als Personen, die früher zu Bett gehen.

Mythos 4: Beim Schlafen sollte das Zimmer möglichst kalt sein

Richtig ist, dass die Schlafumgebung nicht zu warm sein sollte. Dann kann der Körper nicht richtig abkühlen. Zu kalt darf das Schlafzimmer aber auch nicht sein, denn dann versucht der Körper seine Temperatur zu erhöhen, um einer Unterkühlung vorzubeugen.

Bei angemessener Schlafkleidung und gebräuchlicher Bettausrüstung sollte die Schlafzimmertemperatur möglichst immer zwischen 16 und 18 Grad Celsius liegen.

Schlafforscher haben in kalten Räumen deutlich heftigere Träume registriert als bei warmer, trockener Witterung. Zudem wird bei kalter Schlafumgebung die Muskelentspannung verhindert. Diese ist aber sehr wichtig für einen gesunden Schlaf. Eine moderate Frischluftzufuhr hat trotzdem einen positiven Einfluss auf den Schläfer, weshalb ein Lüften vor dem Schlafengehen unerlässlich ist

Mythos 5: Wer gesund schläft, wacht nachts auch nicht auf

Diese Behauptung ist falsch. Auch gute Schläfer haben nicht zwingend das Glück, jede Nacht durchzuschlafen. Ganz im Gegenteil: Das nächtliche Aufwachen ist ein ganz normales Phänomen und stellt keinen Grund zur Sorge dar. Die meisten Schläfer erleben mehr Schlafunterbrechungen, als sie eigentlich bemerken: Bis zu zehn Mal pro Stunde wachen manche Personen für ein paar Sekunden auf. Teilweise sind sie bis zu 23 Mal pro Nacht sogar länger als eine Minute wach.

Wer nur ein bis zwei Minuten wach bleibt, merkt dies oft gar nicht und kann sich am nächsten Morgen nicht mehr daran erinnern. Erst einer Wachphase, die länger als fünf Minuten dauert, wird man sich wirklich bewusst.

Zu einer solchen längeren Wachphase kommt es im Normalfall ein bis vier Mal pro Nacht. Sofern Sie häufiger fünf Minuten oder gar länger wachliegen, werden Sie Ihren Schlaf als gestört empfinden.

Mythos 6: Schlafentzug ist lebensbedrohlich

Diese Aussage kann aus ethischen Gründen nicht wissenschaftlich überprüft werden – dennoch sprechen viele Fakten dafür. Dies zeigen zum Beispiel Tests an Ratten, mit denen erforscht werden sollte, was bei Schlafmangel im Gehirn passiert und wie sich dieser auf den Körper auswirkt. Die Tiere begannen nach zehn Tagen, immer mehr zu fressen, aber ihre Körpertemperatur geriet außer Kontrolle und sie verloren an Gewicht. Nach 21 Tagen hatten Stoffwechsel und Immunsystem versagt und die Tiere starben.

Bei einem Mensch reichen schon 24 Stunden Schlafentzug aus, damit er sich wie ein Betrunkener mit einem Alkoholspiegel von 1,0 Promille verhält.

Extremer Schlafentzug ist daher alles andere als gesund und auf Dauer sogar lebensbedrohlich.

Mythos 7: Je älter wir werden, desto weniger Schlaf brauchen wir

Die Meinung, dass ältere Menschen weniger Schlaf benötigen als junge Leute, ist weit verbreitet – aber trotzdem falsch. Das Problem besteht vielmehr darin, dass mit zunehmendem Alter die Fähigkeit nachlässt, lange und durchgehend zu schlafen. Das liegt einfach daran, dass gesundheitliche Probleme wie nächtlicher Harndrang zu häufigen Schlafunterbrechungen führen. Die dadurch entstehenden Schlafdefizite kompensieren ältere Menschen jedoch leichter als jüngere Personen. Sie sind in der Lage, ihren Alltag freier einzuteilen und halten auch tagsüber gelegentlich ein kurzes Schläfchen. Das ist auch in Ordnung, denn neusten Erkenntnissen aus der Schlafforschung zufolge ist es ein ganz natürliches Bedürfnis des Körpers, am Tag wenigstens einen Kurzschlaf zu halten – ein Luxus, den sich oft nur ältere Menschen im Ruhestand leisten können.

Zusammenfassung

Ein gesunder Schlaf ist wichtig für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit – darüber sind sich die meisten Menschen einig. Trotzdem gibt es immer noch einige Mythen, die zum Thema gesunder Schlaf die Runde machen und längst nicht alle korrekt sind. Was ist wirklich dran an Aussagen wie „Acht Stunden Schlaf sind perfekt“, „Nachts hat das Gehirn Pause“ oder auch „Je älter man wird, desto weniger Schlaf braucht man“?

Artikelbild: fizkes / Bigstock.com

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.