Bankschließfach-Kosten – mit dieser Jahresmiete müssen Sie rechnen

Bankschließfach-Kosten – mit dieser Jahresmiete müssen Sie rechnen

Ein Bankschließfach stellt einen sicheren Lagerungsort für Wertsachen oder andere wichtige Gegenstände dar. Unsicherheit besteht aber oft hinsichtlich der Kosten für die Miete und ob sich die Eröffnung eines Schließfachs für den Einzelnen wirklich lohnt. Wir stellen Ihnen näher vor, mit welchen Kosten pro Jahr Sie für ein Bankschließfach rechnen müssen und was Sie sonst noch zu den abschließbaren Schubladen wissen sollten.

Wie hoch sind die Kosten für ein Bankschließfach?

Die durchschnittlichen Kosten für ein Bankschließfach reichen von 40 Euro für eine kleine Box bis hin zu 600 Euro für ein großes Modell, weshalb die Größe der Schublade für den Mietpreis eine große Rolle spielt. Bankschließfächer werden in den meisten Fällen über eine Jahresmiete abgerechnet, sodass die Kosten für 12 Monate gelten. Hohe Preisunterschiede gibt es vor allem zwischen Aufbewahrungsschubladen bei Finanzinstituten und von Banken unabhängigen Fächern. Deshalb empfiehlt sich eine umfangreiche Recherche, die dabei helfen kann, mehrere Hundert Euro im Jahr zu sparen.

Größe/Fassungsvermögen des BankfachsUngefähre Kosten für das Bankschließfach
Klein (ca. 5 cm – 7,5 cm Höhe)40€ bis 250€ pro Jahr
Mittel (ca. 10 cm – 15 cm Höhe)90€ bis 300€ pro Jahr
Groß (ca. 20 cm – 30 cm Höhe)125€ – 600€ pro Jahr

Was kostet ein Schließfach bei ausgewählten Banken?

Kosten bei der Sparkasse

Gefragt ist das Anmieten von Schließfächern unter anderem bei der Sparkasse, die auch in ländlichen Regionen noch zahlreiche Filialen vor Ort bietet und von vielen als Hausbank genutzt wird. Bei manchen Zweigstellen sind die Preise direkt auf der Website ausgeschrieben, wie zum Beispiel bei der Sparkasse Minden Lübbecke.

Die Kosten für die Miete richten sich dabei nach der Größe der Schließfächer und reichen von 44,90 Euro bis hin zu 214,90 Euro. Allerdings gelten die Preise nur für Inhaber eines Girokontos bei der Sparkasse, was für Kunden anderer Banken zusätzliche Kosten bedeutet. Sollten Sie auf der Homepage keine Angaben zu der Miete pro Jahr finden, können Sie sich bei den Finanzinstituten direkt erkundigen.

Kosten bei der Volksbank

Auch die Schließfächer der Volks- und Raiffeisenbanken sind in unterschiedliche Genossenschaften aufgeteilt, sodass Sie für die genaue Schließfachmiete vor Ort in der Filiale oder telefonisch nachfragen müssen. Bei vielen Bankgemeinschaften sind die Mietpreise ebenfalls auf der Internetseite ausgeschrieben und reichen im Falle der Volks- und Raiffeisenbank Aschaffenburg von 75 Euro im Jahr für ein 10 Zentimeter großes Schließfach bis hin zu 125 Euro im Jahr für eine 25 Zentimeter große Aufbewahrungsbox.

Andere große Finanzinstitute

Bei größeren Finanzinstituten wie der Commerzbank sind die Kosten für das Bankschließfach in der Regel bei allen Filialen gleich. Für die Commerzbank bedeutet dies, dass Sie Ihre Wertgegenstände ab 119 Euro im Jahr vor Diebstahl oder Verlust schützen können. Auch andere Banken bieten entsprechende Schließfachanlagen an, die jedoch teilweise nur für Kunden angeboten werden. Besitzen Sie kein Konto bei dem Finanzinstitut, ist häufig keine Schließfachmiete möglich.

Mehr Komfort und höhere Preise bei bankenunabhängigen Schließfächern

Neben der Aufbewahrung im Tresorraum bei Banken können Sie Ihre Wertsachen auch in von Banken unabhängigen Schließfächern bunkern. Das Schließen von zahlreichen Filialen bei Sparkasse oder Volksbanken sorgt dafür, dass unabhängige Schließfächer immer beliebter werden. Vielfach ist dort zudem der Zugriff einfacher, da Sie nicht erst von einem Mitarbeiter in den Tresorraum geführt werden müssen, sondern sich mit Chipkarte oder Fingerabdruck selbst ausweisen können.

Und das oft an 7 Tagen die Woche, sodass der Zugang ebenfalls am Wochenende möglich ist. Hierbei müssen Sie oft mit höheren Kosten für die Boxen rechnen und selbst für kleine Schließfächer fallen Mieten von mehreren Hundert Euro pro Jahr an.

Bei kleineren Anbietern von unabhängigen Schließfächern sollten Sie auf Seriosität achten. Informieren Sie sich genau über das Angebot, damit Ihre Wertgegenstände sicher verwahrt werden.

Kosten sind von der Größe abhängig

Die Mietpreise für Bankschließfächer bei deutschen Finanzinstituten sind vor allem von der Größe der Boxen abhängig. Übliche Abmessungen reichen von 75 mm x 300 mm (Höhe mal Breite) bis hin zu 600 mm x 600 mm bei verschiedenen Banken. Dadurch können Sie bei kleinen Gegenständen wie Schmuck oder USB-Sticks Geld sparen, während auch Angebote für Aktenordner und große Wertgegenstände bereitstehen. Ein Upgrade auf eine größere Box ist zwar theoretisch jederzeit möglich, doch aufgrund von Wartelisten kann es dabei zu Verzögerungen kommen.

Empfehlungen für Schließfächer laut Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat sich verschiedene Schließfächer für eine ausführliche Testreihe angesehen und deutliche Unterschiede bei Kosten oder Versicherungsschutz festgestellt. Sowohl Schließfachanlagen von Finanzinstituten als auch von Banken unabhängige Schließfächer wurden von den unabhängigen Prüfern getestet. In das Testergebnis flossen unter anderem der Preis, die Versicherungssumme und die Größe der angebotenen Schließfächer ein. Gegen Bezahlung können Sie die Resultate direkt bei Stiftung Warentest abrufen.

Wie eröffne ich ein Bankschließfach?

Persönlicher Termin für die Eröffnung nötig

Unabhängig von der gewählten Bank oder unabhängigen Anbietern ist für die Anmietung des Bankschließfachs aus Sicherheitsgründen ein persönlicher Termin nötig. Dabei müssen Sie Ihren Personalausweis vorzeigen und den Mietvertrag für das Schließfach unterschreiben. Nach der Unterzeichnung erhalten Sie den Schlüssel für die abschließbare Schublade und können zudem anderen Personen eine Vollmacht erteilen, um auf die Aufbewahrungsbox zuzugreifen.

Was passiert bei einem geerbten Bankschließfach?

Falls Sie das Schließfach in einem Erbfall erhalten haben, benötigen Sie für das Öffnen und den Zugriff auf die enthaltenen Gegenstände eine Vollmacht, die beweist, dass Sie der berechtigte Erbe sind. Diese muss der Bank vorgelegt werden, falls Sie den Inhalt entnehmen möchten. Sollten Sie keine Vollmacht vorweisen können, wird das Bankschließfach nur unter der Aufsicht eines Notars geöffnet.

Wie öffne ich mein Bankschließfach?

Zugang bei Banken nur mit einem Mitarbeiter

Nach der Anmietung des Schließfachs erhalten Sie einen Schlüssel, der die Schublade öffnet. In manchen Fällen werden Kunden auch zwei Schlüssel ausgehändigt, damit Sie im Falle eines Verlustes dennoch weiterhin Zugriff behalten. Bei Banken ist der Zugang zum Tresorraum immer noch streng gesichert und häufig dürfen Sie nur unter Begleitung eines Mitarbeiters zu Ihrem Schließfach gelangen.

Dieser lässt Sie zwar allein die Aufbewahrungsbox öffnen, doch haben Sie dadurch nur zu den Öffnungszeiten der Bank Zugriff auf Ihre Wertgegenstände. Bewahren Sie zum Beispiel wichtige Dokumente Ihres Unternehmens dort auf, kann dies zum Problem werden.

Bankenunabhängige Schließfächer bis zu 24 h am Tag geöffnet

Falls Sie im Notfall schnell auf Ihre Wertsachen zugreifen möchten, bieten viele von Banken unabhängige Schließfächer längere Öffnungszeiten. Dort wird kein Mitarbeiter benötigt, sondern Sie können zum Beispiel mit einer Chipkarte und dem Schlüssel ganz einfach selbst Ihr Schließfach öffnen. Es gibt sogar einige Anbieter am Markt, bei denen das Be- oder Entfüllen der Aufbewahrungsboxen rund um die Uhr möglich ist. Allerdings sind diese zumeist nur in größeren Städten verfügbar, bieten aber eine hervorragende Option, falls Sie jederzeit an Ihr Bankschließfach kommen möchten.

Wie sicher ist ein Bankschließfach?

Starke Sicherheit gegen Einbruch oder Diebstahl

Während Einbrecher bei einem Safe zu Hause meistens recht einfaches Spiel haben, ist ein Knacken des Banktresors deutlich schwieriger. Bei Banken haben lediglich die Mitarbeiter Zugriff auf den Tresorraum und begleiten Sie bei dem Weg zu Ihrem Schließfach. Ein Raub ist somit erheblich aufwendiger als ein Einbruch in eine private Immobilie und schreckt Diebe ab. Geht es um den Faktor Sicherheit, gehört das Bankschließfach deshalb zu den besten Lagerplätzen für wertvolle Wertsachen.

Ist das Geld im Schließfach versichert?

Sollte der Tresor doch geknackt werden oder die Inhalte auf andere Weise, zum Beispiel durch Feuer oder Hochwasser, zerstört werden, können Sie zumeist auf einen Versicherungsschutz zurückgreifen. Eine Beschädigung ist in vielen Fällen durch eine Versicherung abgedeckt, sodass Sie Ersatz erhalten.

Zu bedenken ist allerdings, dass der Inhalt der Aufbewahrungsbox nicht die maximale gedeckte Summe überschreiten sollte. Für den Schadensfall sollten Sie eine Inventarliste bereithalten, damit der Wert von der Versicherung ersetzt werden kann. Nützlich sind außerdem Fotos, die beweisen, welche Gegenstände im Schließfach aufbewahrt wurden.

Achten Sie darauf, dass Naturkatastrophen ebenfalls vom Versicherungsschutz abgedeckt sind. Im Falle zerstörter Schließfächer aufgrund von Hochwasser bei der Sparkasse Goslar gingen Kunden mit unzureichenden Versicherungspolicen leer aus.

Wie hoch ist mein Schließfach versichert?

Ihr Vermögen sollten Sie im Bankschließfach nur aufbewahren, wenn es durch die Versicherungssumme gedeckt ist. Die maximale Höhe der Entschädigung variiert bei den Banken und reicht standardmäßig von 10.000 bis 26.000 Euro. Allerdings können Sie bei teuren Wertsachen eine Zusatzversicherung abschließen, die den Versicherungsschutz auf bis zu 100.000 Euro erhöht.

Bei noch höherem Deckungsbedarf können Sie bei den Banken selbst oder einem separaten Versicherungsmakler nachfragen. Allerdings müssen für hohe Versicherungssummen auch die höheren Beiträge bedacht werden.

Separate Versicherung abschließen

Sollte Ihnen die Entschädigung im Ernstfall bei der Bank nicht genügen, können Sie eine Zusatzversicherung abschließen. Gerade wenn für die Inhalte des Schließfachs eine hohe Versicherungssumme nötig ist, ist es möglich, dass der Versicherungsschutz der Bank nicht ausreichend ist. Bei einer guten Hausratversicherung ist eine Police für das Bankschließfach enthalten und bietet zusätzliche Absicherung.

Achten Sie auch bei einer zusätzlichen Versicherung darauf, dass die maximale Entschädigungssumme den Inhalt des Fachs deckt. Für die Zusatzversicherung ist es ebenfalls sinnvoll, Kaufbelege für die enthaltenen Wertsachen aufzubewahren, um die entstandenen Kosten zu beweisen.

Meldepflichten für die Schließfächer

Wird ein Schließfach an das Finanzamt gemeldet?

An das Finanzamt gemeldet wird das Schließfach lediglich, wenn der Tod des Inhabers bekannt wird. Dann muss die Existenz der Aufbewahrungsbox dem Finanzamt mitgeteilt werden, um bei der Berechnung der Erbschaftssteuer zu helfen. In anderen Fällen erfolgt keine selbstständige Meldung an das Finanzamt.

Ist ein Bankschließfach anonym?

Nein, ein Bankschließfach ist nicht anonym. Sie müssen sich bei der Eröffnung des Bankschließfachs ausweisen und Ihr Name steht auf dem Mietvertrag. Nicht bekannt ist den Finanzinstituten jedoch der Inhalt der Box im Banktresor. Davon hat die Bank kein Wissen und sollte auch durch einen Zweitschlüssel keinen Zugang zu Ihren Wertsachen besitzen.

Was darf in einem Bankschließfach gelagert werden?

Erlaubte Inhalte

Zu den erlaubten Gegenständen in Bankschließfächern gehören die üblichen Wertgegenstände in Privathaushalten wie Schmuck oder Edelmetalle wie Goldbarren und Silber. Das Bunkern von Bargeld ist in den meisten Schließfachanlagen zwar möglich, doch von manchen Versicherungen wird Barvermögen für die Entschädigung ausgeschlossen.

Außerdem unterliegt Geld im Banktresor dem Wertverfall durch Inflation, wodurch sich Ihr Vermögen jedes Jahr verringert. Weiterhin können Erbstücke, Urkunden oder Sparbücher sicher in den Fächern gebunkert werden und zuverlässig aufbewahrt werden. Genaue Informationen zu den erlaubten Inhalten lassen sich in den Bedingungen der Anbieter nachlesen.

Beispiele für erlaubte Gegenstände in Bankfächern:

  • Schmuck
  • Gold, Silber und andere Edelmetalle
  • Bargeld (nicht bei allen Schließfächern durch Versicherung abgedeckt)
  • Wertpapier
  • Urkunden
  • USB-Sticks

Bankschließfach als sicherer Ort für Unternehmensdaten

Neben Privathaushalten eignen sich Schließfächer ebenfalls als sicherer Aufbewahrungsort für Unternehmensdaten. Denn bei Elementarschäden wie Feuer oder Hochwasser muss ein Sicherungskonzept, bei dem die Daten in der Firma gelagert werden, passen. Wenn Sie die Sicherheitskopien im Bankschließfach verwahren, haben Sie im Notfall schnellen Zugriff auf Ihre Daten. Für Betriebe kann auch das Lagern von wichtigen Aktenordnern sinnvoll sein, die für Bilanzen und Steuererklärungen benötigt werden.

Lassen Sie sich als Unternehmen bei der Aufbewahrung von datenrechtlich geschützten Daten im Voraus beraten, ob das Bankschließfach die Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) erfüllt.

Verbotene Gegenstände

Die meisten Verbote für Schließfächer sind selbsterklärend und beinhalten unter anderem Waffen, Munition, Tiere oder gefährliche Inhaltsstoffe. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie die ausgewählten Gegenstände im Tresorraum aufbewahren dürfen, sollten Sie vorher bei der Bank nachfragen. Bei Ermittlungen von Behörden können Sie außerdem gezwungen werden, Ihr Fach zu öffnen und den Inhalt darzulegen.

Wie kann ich mein Schließfach kündigen?

Falls Sie mit den Konditionen oder Kosten für das Bankschließfach nicht mehr zufrieden sind, können Sie das Schließfach jederzeit kündigen. Eine Kündigung ist immer möglich, gilt aber erst zum nächstmöglichen Kündigungstermin. Die Mietverträge für die Boxen laufen in der Regel jeweils ein Jahr und müssen, je nach Anbieter, mindestens zwei Wochen vorher gekündigt werden. Nach der Kündigung müssen Sie die Schlüssel für das Bankschließfach zurückgeben und bei Verlust eine Gebühr bezahlen.

Falls Sie nicht rechtzeitig kündigen, verlängert sich der Vertrag in den meisten Fällen um weitere 12 Monate. Beachten Sie deshalb die angegebene Kündigungsfrist für Ihr Bankschließfach.

Zusammenfassung

Die Kosten für ein Bankschließfach können bei unterschiedlichen Banken deutlich variieren und reichen, je nach Größe, von 40 Euro bis hin zu 600 Euro. Mieten können Sie ein Schließfach bei vielen Finanzinstituten als auch bei bankenunabhängigen Anbietern. Wichtig ist die Auswahl der richtigen Versicherung, damit die Entschädigungssumme Ihre Wertgegenstände vollständig ersetzt.

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