Der Bau von Industrie- und Gewerbehallen

Der Bau von Industrie- und Gewerbehallen

Es ist nicht lange her, als Deutschland in ökonomischer Hinsicht einen Negativrekord der Nachkriegszeit verzeichnete: 2009 ging die Wirtschaftsleistung um nahezu fünf Prozent zurück. Heute können wir mit gutem Gewissen sagen, dass wir die Finanz- und Wirtschaftskrise gut bewältigt haben. Die Bauwirtschaft hat diese schwere Zeit sogar besser überstanden, als viele erwartet hatten.

Wenn es um Beschäftigung und Wertschöpfung geht, ist kein anderer Bereich so wichtig wie der Bausektor. Wie das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in einer Studie ermittelt hat, können Bauinvestitionen in Höhe von einer Milliarde Euro bis zu 22.000 Arbeitsplätze sichern oder schaffen. Öffentliche Investitionen können sich dank niedrigeren Sozialausgaben und höheren Steuereinnahmen zur Hälfte selbst finanzieren. Hinzu kommt der volkswirtschaftliche Nutzen, also Wachstumseffekte durch eine effektivere Verkehrsinfrastruktur zum Beispiel.

Was man erreichen möchte

Hinter jeder Veränderung steckt eine Idee, sei es ein Produkt, ein unerschlossener Absatzmarkt oder eine Gewerbehalle. Wer seiner Idee folgt, wird früher oder später auf strukturelle Hindernisse stoßen: Die Industrie hallen sind zu klein, Gewerbehallen an verschiedenen Standorten sind zu uneffektiv. Die logische Folge wäre eine bauliche Veränderung oder der Neubau einer Lagerhalle.

Egal für welche Halle man sich entscheidet, zunächst gilt es, genau zu prüfen, welche Ziele mit der Errichtung erreicht werden müssen. Ist das Ziel eine Standortverbesserung, optimierte Abläufe im Betrieb oder benötigt man lediglich mehr Platz? Gibt es womöglich technische oder bauliche Herausforderungen? Wie wichtig ist eine energieeffiziente Bauweise?

Welches Objekt kommt infrage?

Der Bau einer Gewerbehalle erfolgt immer nach ausreichender Planung. Interessierte müssen bestimmen, ob die Bestandsimmobilie durch einen Umbau oder eine Sanierung den künftigen Ansprüchen gerecht werden kann oder ob ein Neubau der Gewerbehallen notwendig ist. Wer sich für einen Neubau seiner Industrie hallen entschieden hat, muss nur noch klären, welche Art für das Gebäude infrage kommt: Bürogebäude, Gewerbehalle, Lagerhalle in Massiv- oder Stahlbau? Eventuell eignet sich sogar ein kombinierter Gebäudekomplex. Ebenfalls wichtig ist die Größe der Industrie hallen. Hier helfen folgende Anhaltspunkte:

  • Art, Anzahl und Größe der Büro- und Nebenräume
  • Platzbedarf in den Gewerbehallen und Industrie hallen
  • Größe der Hoffläche unter Beachtung der Lager, Parkplätze und Rangierfläche für Lkw
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Die Dauer der Bauphase

Beginnend mit der grünen Wiese bis zur fertigen Halle durchläuft das Projekt viele Phasen:

  1. Konzeption: Zunächst werden die Grundlagen für den Hallenbau geschaffen. Wie lange die Erstellung des Konzepts dauert, ist schwer zu sagen, sie hängt vom Umfang des Vorhabens, Anzahl der Teilnehmer und natürlich dem eigenen Engagement ab.
  2. Planung: Steht das Konzept auf den Beinen, geht es zur Planung. Bis zum Bauantrag können je nach Projektumfang vier bis sechs Wochen vergehen.
  3. Genehmigung: Bis man die erforderliche Genehmigung erhält, vergehen in der Regel acht bis 12 Wochen. Diese sollten Sie nutzen, um die Finanzierung zu prüfen, damit später der Baubeginn sofort starten kann.
  4. Bauphase: Der Bau beginnt mit dem ersten Spatenstich. Je nach Umfang und Ausstattung der Lagerhallen sollte man für den Abschluss des Projekts etwa vier bis acht Monate einkalkulieren.

Die effektive Zeit hängt von vielen Faktoren ab: Wie schnell lassen sich individuelle Bedürfnisse und Wünsche klären, wie lange benötigen Behörden und Banken zur Bearbeitung der Anträge, entsteht das Vorhaben im Sommer oder Winter? Grundsätzlich sollte man sich bei solch großen Projekten immer gedulden, damit die Qualität nicht unter der Eile leidet.

Das Projekt richtig angehen

Die Wahl des richtigen Partners ist entscheidend beim Hallenbau. Bauherren setzen bei dieser Aufgabe unterschiedliche Prioritäten. Einige möchten möglichst viel Einfluss auf ihr Projekt haben, andere dagegen sehen es als wichtig, die Industrie hallen aus einer Hand zu erhalten. Andere achten auf einen möglichst geringen Preis, wieder andere dagegen auf ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Folgende Aspekte sollten Sie bei der Partnerwahl bewerten:

  • Fixtermin
  • Festpreis
  • regionaler Partner
  • Qualität
  • alles aus einer Hand
  • langjährige Erfahrung (Referenzen)
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Haben Sie den passenden Partner gefunden, kann der Hallenbau beginnen.

Artikelbild: © Alexey Fursov / Shutterstock

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2 Kommentare

  1. Sven Bucher 29.11.2019 13:01 Uhr

    Wie Sie bereits anführen, sind die Baukosten für solche Hallen unvorstellbar hoch. Für unsere Werkstatt planen wir derzeit einen Umzug. Ich denke, dass wir bei der Hallenvermietung nach einer Gewerbehalle anfragen werden. Vielen Dank für Ihren Beitrag.

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  2. Manuel Löhrmann 17.01.2020 07:47 Uhr

    Mit Ihrer Liste der wichtigen Schritte für den Bau einer Industriehalle sollte nichts mehr schief gehen. Bis auf die Industrieböden haben wir schon das meiste davon geplant. Wir werden uns auch Ihre Tipps eines regionalen Partners und Fixterminen zu Herzen nehmen.

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  3. Nico Alberts 01.04.2020 07:51 Uhr

    Für den Bau unserer Industriehalle habe ich mich an eine Fachfirma für effiziente Stahlproduktion gewandt und mich dort beraten lassen. Es ist dennoch gut zu wissen, dass man auch hierbei auf einen kombinierten Gebäudekomplex setzen könnte um Büro und Werkstatt miteinander zu vereinen. Ich werde mir vor Vertragsabschluss nochmal die Rezensionen anschauen und wie die Qualität der Arbeiten ist.

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