Fehlalarm beim Rauchmelder: Welche Ursachen gibt es?

Fehlalarm beim Rauchmelder: Welche Ursachen gibt es?

Die Montage von Rauchmeldern ist nicht nur eine wichtige Investition in die eigene Sicherheit, sondern auch gesetzlich vorgeschrieben, denn mittlerweile gibt es überall in Deutschland eine Rauchmelder-Pflicht. Ein Problem besteht leider darin, dass es in vielen Haushalten immer wieder zu Alarmen kommt, auch wenn es keine Bedrohung gibt. Ein solcher Fehlalarm ist lästig und außerdem mit einem Sicherheitsrisiko verbunden. Wenn sich die Störalarme häufen, wird der Alarm nämlich irgendwann nicht mehr ernst genommen. Besonders ärgerlich ist es, wenn nach einem Fehlalarm sogar die Feuerwehr völlig umsonst ausrücken musste.

Dennoch sollten Sie nicht auf die Idee kommen, wegen wiederkehrender Fehlalarme Ihre Rauchmelder zu deaktivieren. Denn: Die meisten Störalarme lassen sich vermeiden. In diesem Ratgeber von Heimhelden.de erläutern wir Ihnen, welche Ursachen Fehlalarme haben und wie Sie verhindern, dass Ihre Rauchmelder ohne richtigen Grund Alarm schlagen. Außerdem geben wir Tipps, wie Sie sich im Falle eines Fehlalarms korrekt verhalten.

Ein Fehlalarm kann viele Ursachen haben

Ein Rauchmelder muss richtig funktionieren, damit er auch wie vorgesehen bei Rauchentwicklung warnen kann. Bei häufigen Fehlalarmen verlieren Verbraucher schnell das Vertrauen in die Technik.

Wenn ein Batteriewechsel ansteht, wird ebenfalls ein lautes Signal abgegeben. Dabei handelt es sich aber nicht um einen Fehlalarm im eigentlichen Sinne.

Nichtsdestotrotz gibt es viele Ursachen, die dazu führen können, dass ein Rauchmelder Alarm schlägt, auch wenn keine Gefahr droht. Dazu gehören:

  • Kochdampf oder Wasserdampf in Küche und Bad: Der Dampf kann in die Rauchkammer eindringen, sodass die Sensoren reagieren. Aus diesem Grund sollte man in der Küche und im Bad auch keine normalen Rauchmelder, sondern CO2-Melder oder Wärmemelder einsetzen.
  • Viel Staub: Bei Renovierungsarbeiten kann so viel Staub entstehen, dass es zu einem Fehlalarm kommt.
  • Rauch von Zigaretten: Eine einzelne Zigarette wird keinen Fehlalarm verursachen. Rauchen jedoch mehrere Personen in einem Raum, entsteht so viel Qualm, dass der Melder Alarm schlagen könnte. Auch der Dampf von E-Zigaretten kann einen Fehlalarm des Rauchmelders auslösen.
  • Deo oder Haarspray: Wird in direkter Umgebung des Melders mit Haarspray oder Deo gesprüht, ist es möglich, dass die Partikel die Sensoren des Rauchmelders zum Reagieren bringen.
  • Insekten: Kleine Mücken, Fliegen oder Spinnen können in das Gehäuse eindringen und zu einer Unterbrechung des optischen Signals führen. Dadurch kann ein Alarm ausgelöst werden. Deshalb sollten Sie sich für Rauchmelder entscheiden, die über ein Gitter oder Netz verfügen, um Insekten fernzuhalten.
  • Sehr hohe Temperaturen: Wenn der Rauchmelder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, kann das zu einer so starken Erwärmung führen, dass ein Fehlalarm möglich ist.
  • Elektromagnetische Störungen: Befinden sich Stromquellen in der Nähe, drohen ebenfalls Fehlalarme.
  • Störquellen des Funkkontakts: Es gibt Funkrauchmelder, die sich miteinander vernetzen lassen. Dabei können manche Gegenstände den Funkkontakt stören und somit einen falschen Alarm verursachen.

Auch eine fehlerhafte Montage kann zu Fehlalarmen führen. Die korrekte Installation des Rauchmelders ist  daher von großer Bedeutung. Installieren Sie die Geräte nach DIN 14676. Zudem ist die jährliche Wartung bei Rauchmeldern äußerst wichtig – nicht nur, damit das Gerät im Ernstfall Alarm schlagen kann, sondern auch, um unnötige Fehlalarme zu vermeiden.

Fehlalarm vermeiden mit einem hochwertigen Rauchmelder

Wenn Sie sich für einen qualitativ hochwertigen Rauchmelder entscheiden, sorgen Sie schon einmal dafür, dass die Wahrscheinlichkeit für häufige Fehlalarme sinkt. Empfehlenswert sind Modelle, die folgende acht Eigenschaften mitbringen:

  1. Qualitätszeichen „Q“
  2. Funktion zum Stummschalten
  3. 10-Jahres-Lithiumbatterie
  4. Umgebungslichtblende
  5. Antistatischer Kunststoff gegen elektrische Aufladung
  6. Verschmutzungskompensation
  7. Insektenschutz
  8. Elektromagnetische Abschirmung

Informationen zu diesen Qualitätskriterien finden Sie in der Bedienungsanleitung oder auf der Geräteverpackung.

Fehlalarm: so verhalten Sie sich richtig

Wenn der Alarm losgeht, beginnt der Rauchmelder mit einer Lautstärke von 85 Dezibel zu schrillen. Das ist so laut, dass Sie sich im Falle eines Fehlalarms wünschen, den Lärm sofort abzustellen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: Es ist wenig effektiv, den auslösenden Rauch mit einem Tuch in eine andere Richtung zu lenken.

Schneller geht es, wenn Sie die Batterie herausnehmen oder das Gerät vom Stromnetz trennen. Hochwertige Modelle sind mit einem Ausschaltknopf oder Testschalter versehen. Betätigen Sie diesen für etwa drei Sekunden, damit das Signal stoppt. Wenn keine Rauchentwicklung vorliegt, werden das hochwertige Warnmelder mit der Zeit erkennen und dann den Alarm nach ungefähr 15 Minuten selbst ausschalten.

Überprüfen Sie nach einem Fehlalarm den Rauchmelder auf seine Funktionalität und stellen Sie sicher, dass er richtig montiert ist. So vermeiden Sie einen erneuten Defekt.

Empfehlenswert ist es auch, den Warnmelder vor dem erneuten Einsatz zu reinigen.

Wer haftet, wenn die Feuerwehr nach einem Fehlalarm ausrückt?

Wenn Sie in einem Haus mit mehreren Mietwohnungen leben, kann es Ihnen passieren, dass ein Nachbar die Feuerwehr alarmiert, nachdem Ihr Rauchmelder einen Fehlalarm ausgelöst hat – gerade, wenn Sie selbst nicht da sind, um das Gerät schnell wieder abzuschalten. Die durch einen Feuerwehreinsatz entstehenden Kosten trägt in der Regel die Gemeinde. Bei einem Fehlalarm kann es aber Ausnahmen geben und die Gemeinde behält sich vor, die Einsatzkosten privat in Rechnung zu stellen. Die Gebühren liegen schnell bei mehreren 100 Euro.

Haftbar ist bei einem solchen Feuerwehreinsatz der Vermieter oder Eigentümer der Wohnung, weil er verantwortlich dafür ist, dass die Rauchmelder ordnungsgemäß eingebaut und betrieben werden. Nur Mecklenburg-Vorpommern bildet hier eine Ausnahme. In diesem Bundesland ist der Mieter haftbar.

Das bedeutet, dass der Vermieter die Kosten für den Einsatz tragen muss, wenn nachgewiesen werden kann, dass der Rauchmelder in einem nicht einwandfreien technischen Zustand war. Der Mieter ist nur haftbar, wenn er seine Obhutspflicht vernachlässigt und/oder fahrlässig gehandelt hat. Das gilt zum Beispiel, wenn der Rauchmelder den Fehlalarm wegen massiven Zigarettenqualms ausgelöst hat.

Zusammenfassung

Es ist von großer Bedeutung, dass der Rauchmelder ordnungsgemäß funktioniert, denn häufige Fehlalarme sind lästig, trüben das Vertrauen in die Technik und können zu unnötigen Feuerwehreinsätzen führen. Grundsätzlich ist das Risiko für Fehlalarme bei richtig installierten, hochwertigen Warnmeldern gering. Dennoch können zum Beispiel Koch- und Wasserdampf, hohe Temperaturen und elektromagnetische Störungen einen falschen Alarm auslösen.

Artikelbild: Zigmar Stein / Bigstock.com

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