Fenstereinbau – welche Kosten fallen an?

Fenstereinbau – welche Kosten fallen an?

Im öfter überlegen sich Hausbesitzer und Vermieter, ob die alten Fenster im Haus gegen neue ausgetauscht werden sollen. Einer der Hauptgründe für den Fensteraustausch ist das Einsparen von Energie. Jedoch muss man sich auch im Vorfeld gründlich überlegen, ob sich der Fenstereinbau noch amortisiert, denn es fallen nicht nur die Einbaukosten, sondern auch Materialkosten an. Letztendlich kann der Austausch der alten Fenster zu einer deutlichen Ersparnis bei den Heizkosten führen. Bauherren profitieren beim Ausbau von alten Fenstern von niedrigen Heizkosten und einer Reihe von weiteren Vorteilen.

Welche Kosten fallen beim Fenstereinbau an?

PostenPreis
Fensterkosten; Kunststofffenster weiß; 1.300 mm x 1.300 mm255 Euro
Aufpreis für eine höhere Rahmendämmung (U-Wert Rahmen 0,74)25,50 Euro
Aufpreis für eine Dreifachverglasung U-Wert 0,638,89 Euro
Aufpreis für eine warme Kante12,11 Euro
Zusatzmaterialien wie Blenden, Außenfensterbank usw.25 Euro
Preis pro Fenster356,50 Euro
Preis für 10 Fenster3.565 Euro
Einbau der neuen Fenster, Demontage und Entsorgung der alten Fenster2.400 Euro
Gesamtkosten für den Fenstertausch5.965 Euro

Zu dieser Frage ist keine pauschale Antwort möglich. Eine Beispielrechnung sehen sie aber oben. Im Wesentlichen hängen die Kosten des Fenstereinbaus von der Anzahl und der Größe der Fenster ab. Des Weiteren darf man bei den Kosten die Art der neuen Fenster, also den Fenstertyp nicht außer Acht lassen.

Für ein neues Fenster mit den Standardmaßen 1,3 x 1,3 m muss man inklusive des Einbaus durch einen Fachmann mit Kosten von mindestens 400 bis 500 Euro rechnen. Für höherwertige Fenster mit Komfort- und Sonderausstattungen steigt der Preis beim Fenstereinbau deutlich an. So sind leicht Preise bis zum Doppelten möglich.

Es sollen 10 Fenster in einem Einfamilienhaus gegen neue Fenster getauscht werden. Aus Kostengründen entscheidet man sich für günstige Kunststofffenster mit einem hohen U-Wert, sodass man später bei der Heizenergie eine deutliche Ersparnis bemerkt.

Es handelt sich bei diesem Kostenbeispiel um Preise für eine bestimmte Fensterart in einer bestimmten Ausstattung. Natürlich können andere Fenster mit einer ähnlichen Ausstattung in den Preisen deutlich variieren.

Bei den Einbaukosten kommt es auf die örtlichen Gegebenheiten sowie der bestehenden Einbauwand an. Die Rede ist hierbei von der Laibung, die aus unterschiedlichen Materialien bestehen kann. So können die Kosten beim Einbau der Fenster deutlich variieren. Ebenfalls ergeben sich Preisunterschiede durch die verschiedenen Fachbetriebe, da einige die Anfahrtskosten extra berechnen.

Ab wann lohnt der Austausch von alten Fenstern?

Lässt man einmal die übergroße Abnutzung oder die Schäden an den Fenstern außen vor, dann lohnt der neue Fenstereinbau fast in jedem Fall aus Energiespargründen.

Fenster, die 20 Jahre und älter sind, entsprechen in den seltensten Fällen dem aktuellen Stand der Technik. Dies gilt insbesondere für die Abdichtung, die Wärmedämmung sowie den Schallschutz. Durch alte Fenster kommt es zu deutlichen Energieverlusten.

Gerade den Energieverlust sollte man bei den meisten alten Fenstern nicht unterschätzen. Alte Fenster sind für bis zu 25 % vom Wärmeverlust im Bereich der gesamten Gebäudehülle verantwortlich. Plant man die Dämmung der Fassade oder eine andere energetische Sanierung am Haus, dann sollte man durchaus auch über einen Fenstertausch nachdenken. Allein schon der Fenstertausch kann zu deutlichen Einsparungen bei den Heizkosten führen. Plant man den Fenstertausch vernünftig, dann lassen sich die Kosten für den Fensterpreis und die Fenstermontage innerhalb kürzester Zeit über die eingesparten Heizkosten wieder reinholen.

Der Fenstertausch sollte nicht vom Heimwerker vorgenommen werden. Nur ein Handwerker kann fachgerecht Arbeit garantieren. Dazu gehört auch das Abdichten des Zwischenraums in der Maueröffnung mit Schaum. Durch den Schaum in der Öffnung können Wärmebrücken und Schimmel verhindert werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten beim Fenstereinbau?

Um diese Frage zu beantworten, müssen eine Reihe von Faktoren in Betracht gezogen werden. Im Wesentlichen sind dies:

  • Fensterart und Größe der gewählten Fenster (Dachfenster, Holzfenster
  • Welches Rahmenmaterial kommt zur Verwendung
  • Welcher Art und Qualität ist die Verglasung (eventuell Dreifachverglasung)
  • Wird eine Sonderausstattung des Fensters im Bereich der Fensterrahmen gewünscht (Einbruchschutz, Fenstergriffe, Rollladen usw.)
  • Besondere Funktionen bei der Verglasung der Fenster (getönte Scheiben, Gütesiegel)
  • Kosten für den Einbau der Fenster durch einen Handwerker oder Fachbetrieb (einhängen, abdichten usw.)

Zumeist ist es sinnvoll nach dem Fenstereinbau die Fenster mit einem Rollladen nachzurüsten, sofern bisher noch keine vorhanden sind. Rollladen garantieren nicht nur Einbruchschutz, sondern auch Schallschutz und Wärmeschutz. Die Kosten für die Rollladen müssen zu den Fensterkosten addiert werden.

Wie wirkt sich die Fenstergröße auf den Preis beim Fenstereinbau aus?

Zumeist hat die Fenstergröße auf den Preis einen recht geringen Einfluss, außer es handelt sich um unübliche Fenstermaße, die nicht den Standardmaßen entsprechen. Die Preise bei den üblichen Maßen des Fensters – Standardmaß 1,3 x 1,3 Meter – liegen bei gleich ausgestatteten Fenstern meist recht nah beieinander.

Um dies zu verdeutlichen, im Folgenden eine Auflistung der Fensterpreise für ein Fenster mit einem Fensterflügel aus Kunststoff in sehr einfacher Ausführung in unterschiedlichen Größen:

  • 130 cm x 130 cm: 151 Euro
  • 150 cm x 170 cm: 193 Euro
  • 120 cm x 240 cm: 221 Euro

Viel mehr wirkt sich die Auswahl des Rahmenmaterials auf den Preis beim Fenstereinbau aus.

Unter welchen Rahmenmaterialien kann man wählen und wie sieht es mit Preisunterschieden aus?

Fensterrahmen können im Grunde genommen aus vier verschiedenen Materialien bestehen:

  • Aus Kunststoff
  • Aus Holz (hier kommen verschiedene Holzarten zum Einsatz, die wiederum für deutliche Preisunterschiede sorgen können)
  • Aus Holz-Alu
  • Aus Aluminium

Fensterrahmen aus Kunststoff bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Somit sind Fensterrahmen aus Kunststoff am günstigsten. Fensterrahmen aus anderen Materialien können zu deutlich höheren Preisen führen.

Im Folgenden eine Zusammenfassung der Kosten bei den verschiedenen Rahmenvarianten. So werden die Preisunterschiede leicht deutlich.

  • Rahmen aus Kunststoff: ca. 355 Euro
  • Rahmen aus Holz (hochwertige Holzarten sind meist deutlich teurer): ca. 515 Euro
  • Rahmen aus Holz-Alu: ca. 665 Euro
  • Rahmen aus Aluminium: ca. 805 Euro

Die Liste zeigt ganz deutlich, dass Kunststofffenster immer zu den günstigsten Fenstern zählen. Schaut man zusätzlich auf die Haltbarkeit und die Pflegeleichtigkeit bieten die Kunststofffenster im Vergleich mit Holz sehr gute Eigenschaften, da Holz besonders pflegeaufwändig ist. Für eine noch höhere Stabilität und Robustheit muss man für Aluminium- oder Holz-Alu-Fenster nahezu den doppelten Preis beim Fensterkauf kalkulieren.

Bevorzugt man beim Fenstereinbau die Holzoptik, so kann man auch bei einem Kunststofffenster auf ein entsprechendes Dekor zurückgreifen. Der Aufpreis für Dekore in Holzoptik liegt meist bei ca. 20 % vom Fensterpreis. Im obigen Beispiel wären dies gerade einmal ca. 45 Euro mehr an Kosten pro Fenster und man profitiert von einer Holzoptik beim Kunststofffenster. Fachbetriebe oder Fensterbauer können hier Auskunft geben und beraten.

Welche Möglichkeiten hat man bei der Verglasung beim Fenstereinbau und wie wirkt sich das auf die Kosten aus?

Experten sind sich einig, dass die Verglasung und somit die Wärmeschutzqualität nur einen geringen Einfluss auf die Preise beim Fenstereinbau haben. Die meisten Fensterhersteller setzen heute die Zweifach-Verglasung als Standard bei neuen Fenstern ein. Mit der Zweifach-Verglasung lassen sich gut U-Werte von bis zu 1,0 realisieren. Dafür muss man keinen extra Aufpreis zahlen.

Bei Fenstern stellt die Dreifachverglasung den aktuellen Stand der Technik dar. Somit bietet die Dreifachverglasung einen deutlich besseren Wärmeschutz. Als Standard werden hier die U-Werte 0,6 bis 0,7 angesehen. Am obigen Kostenbeispiel kann man deutlich erkennen, dass sich Mehrkosten von weniger als 15 % nicht sonderlich auf den Preis beim Fenstereinbau auswirken. Lohnend ist jedoch der deutlich höhere Wärmeschutz.

Deutlich teurer wird der Fenstereinbau, wenn man Sonderausstattungen bei der Verglasung wünscht. Dies gilt bei:

  • Einem höheren Schallschutz, der vor allen Dingen in den hohen Klassen vorkommt
  • Einer höheren Bruchfestigkeit der Scheiben
  • Einer beschichteten Verglasung zur Wärmeabweisung der Fenster bzw. Sonnenschutz

Mit welchen Mehrkosten muss man bei der Sonderausstattung für die Verglasung rechnen?

Werfen wir zunächst einen Blick auf den Schallschutz. Für eine Aufwertung auf die Schallschutzklasse 3 (38 dB) muss man schon mit Mehrkosten von 70 bis 100 Euro rechnen. Je größer das Fenster ist, umso höher fallen die Mehrkosten aus.

Möchte man eine noch stärkere Schalldämmung erzielen, so kann man die Fenster auf die Schallschutzklasse 4 (42 dB) oder gar auf die Schallschutzklasse 5 (45 dB) aufrüsten. Bei einem Fenster mit dem Standardmaß muss man dann jedoch mit Mehrkosten von 150 bis 250 Euro pro Fenster rechnen. Dies lohnt sich daher meist nur in sehr speziellen Fällen.

Im Weiteren werfen wir einen Blick auf die Bruchfestigkeit der Scheiben. Auch für eine höhere Bruchfestigkeit muss man mit deutlichen Mehrkosten rechnen. So kostet die einseitige Ausrüstung (wahlweise innen oder außen) als VSG-Glas meist 100 bis 150 Euro an Mehrkosten. Für eine Ausrüstung auf beiden Seiten der Scheibe muss man mit Mehrkosten von 200 bis 250 Euro rechnen. Wünscht man eine durchwurfhemmende Verglasung fallen je nach Sicherheitsklasse zwischen 150 und 200 Euro pro Fenster als Standardmaß an Mehrkosten an.

Eine oder mehrere der Sonderausstattungen bei der Verglasung können die Kosten für den Fenstereinbau deutlich erhöhen.

Welchen Effekt erzielt man mit einer Beschichtung der Scheiben in Bezug auf eine höhere Wärmereflexion?

In erster Linie kann man dies am sogenannten g-Wert ablesen. Der g-Wert gibt an, wie viel Wärmeenergie durch die Fensterscheibe dringt und dadurch den Raum aufheizen kann, sofern die Sonne direkt auf die Fensterscheibe scheint.

Eine Fensterscheibe ohne Beschichtung hat in der Regel einen g-Wert von 0,55 bis 0,85. Die Höhe des Wertes richtet sich danach, ob es sich um eine Zweifach-Verglasung oder eine Dreifachverglasung handelt. Dies bedeutet, dass bei der Dreifachverglasung 55 % und bei der Zweifachverglasung 85 % der Wärmeenergie der Sonne die Scheiben durchdringen kann.

Durch spezielle Beschichtungen aus einer Metall- oder Oxidschicht kann der g-Wert auf unter 0,25 sinken. Dies würde bedeuten, dass sich der Raum hinter der Scheibe auch im Sommer bei extremer Sonneneinstrahlung kaum aufheizt.

Bedenken sollte man jedoch auch, dass gerade in den Wintermonaten ein Aufheizen der Räume durch Sonneneinstrahlung gewünscht wird. So lassen sich Heizkosten sparen, denn der Heizwärmebedarf in den aufgeheizten Räumen sinkt.

Ob es sich tatsächlich lohnt einen Aufpreis ab 50 Euro pro Fenster für die Beschichtung und somit einem besonders niedrigen g-Wert zu erzielen lohnt, sollte man auch energietechnischer Sicht genau abwägen. Hilfe dazu bekommt man von Handwerkern, Fachbetrieben und vom Fensterbauer.

Was versteht man unter der warmen Kante?

Bei der warmen Kante handelt es sich um einen Abstandhalter, der sich zwischen dem Glas und dem Rahmen befindet. Bestehen die Abstandhalter aus einem gut wärmeleitenden Material, wie zum Beispiel Aluminium, dann kühlen die Fensterscheiben im Randbereich sehr schnell aus. Dies wiederum stellt einen unnötigen Wärmeverlust dar. Insbesondere gilt dies bei Dreifachverglasungen, denn die haben durch die drei Scheibenkanten eine noch größere Kantenfläche.

Durch einen geringen Aufpreis von 10 bis 20 Euro je Fenster bekommt man eine warme Kante, die dafür sorgt, dass solche Wärmeverluste unterbleiben.

Welche Sonderausstattungen gibt es noch beim Fenstereinbau?

Hier ist in erster Linie der erhöhte Einbruchschutz im Bereich der Rahmen zu nennen. Durch besondere Bauteile im Mauerwerk wird das Aufhebeln der Fenster nahezu verhindert. Bei den meisten Herstellern muss man für diese Sonderausstattung mit 50 bis 80 Euro pro Fenster rechnen.

Auch andere Fenstergriffe oder optisch schickere Fensterbänke an der Außenseite zählen zu den Sonderausstattungen beim Fenstereinbau. Auch hier fallen Mehrkosten an. Die Kosten halten sich meist im Rahmen, außer man entscheidet sich für sehr hochwertige Ausführungen.

Was kostet ein Rollladen als Sonderausstattung? Lohnt dieser sich als Wärmeschutz?

Rollladen lohnen sich laut Experten nur wenig als Wärmeschutz, wenn bereits wärmedämmende Fenster eingebaut wurden. Daher hat der Rollladen auf die Heizkosten kaum Auswirkungen. Der Rollladen dient mehr dem Wohnkomfort und dem Einbruchschutz. Dies gilt insbesondere für motorbetriebene Rollladen, die sich nicht so leicht nach oben schieben lassen.

Für einen einfachen Vorbau-Rollladen muss man meist mit Mehrkosten von 250 bis 300 Euro rechnen. Für die Montage müssen weitere 200 bis 250 Euro kalkuliert werden. Entscheidet man sich für einen elektrischen Rollladen, kommen weitere 300 bis 500 Euro für den Antrieb dazu sowie höhere Einbaukosten von 250 bis 400 Euro.

Gibt es Zuschüsse beim Fenstereinbau?

Die KfW gibt gerade beim Fenstereinbau deutliche Zuschüsse. So lassen sich alte Fenster kostengünstig mit einem Zuschuss der KfW oder der BAFA realisieren. Spezielle Förderprogramme werden von der KfW angeboten. Ähnlich wie für Fenster gibt es diese Zuschüsse von der KfW auch bei der Sanierung von Haustüren.

Zusammenfassung

Der Fenstereinbau wird mithilfe von Zuschüssen der KfW für Hausbesitzer deutlich erleichtert. Die Kosten für neue Fenster fallen dann auf der einen Seite nicht mehr so hoch aus und amortisieren sich innerhalb kürzester Zeit durch das Einsparen von Heizenergie. Informationen dazu bekommt man direkt bei der KfW oder bei einem Fensterbauer vor Ort.

Artikelbild: Dmytro Sidelnikov / Bigstock.com


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