Gaspreisentwicklung 2019: Wie entwickeln sich die Preise?

Gaspreisentwicklung 2019: Wie entwickeln sich die Preise?

Trotz des zunehmenden Angebots für Heizsysteme auf Basis von erneuerbaren Energien spielt die Gasheizung im 21. Jahrhundert weiterhin eine große Rolle, denn in Deutschland wird nach wie vor überwiegend mit Öl und Gas geheizt. Ungefähr 20 Millionen Haushalte in Deutschland verwenden Erdgas zur Wärmeerzeugung. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft spielt Erdgas eine wichtige Rolle bei der Energiewende und ist ein bedeutender Partner für die erneuerbaren Energien.

Der Gasverbrauch liegt im Jahr bei durchschnittlich 140 Kilowattstunden Gas pro Quadratmeter Wohnraum. Insgesamt gibt es in Deutschland beinahe 1000 Gasanbieter, die ständig um Neu- und Bestandskunden kämpfen. Zum Jahreswechsel 2018 konnten viele Gasversorger die Gaspreise stabil halten. Allerdings werden in Zukunft keine weiteren Preissenkungen erwartet, weil der Beschaffungspreis für Erdgas seit einiger Zeit wieder stetig steigt. Dieser Trend der aktuellen Gaspreisentwicklung wird bis Ende des Jahres wahrscheinlich etliche Gasverträge beeinflussen. Wir haben uns die momentane Gaspreisentwicklung für Sie etwas genauer angeschaut und geben Tipps, wie Sie trotz Gaspreiserhöhung Heizkosten sparen können.

Aktuelle Gaspreisentwicklung

Es liegen mehrere Jahre hinter uns, in denen die Gaspreise gefallen sind. Nun hat der Brennstoff allerdings wieder das Preisniveau erreicht, das er bereits vor fünf Jahren hatte. Das heißt, dass Gas langsam aber sicher wieder teurer wird. Viele Energieexperten sind sich einig darüber, dass der steigende Ölpreis ebenso wie die anhaltenden Gaspreiserhöhungen an den Terminbörsen auch den Gaspreis für Endkunden nach oben klettern lassen wird. Schon jetzt haben mehr als 20 Gasversorger für 2019 Erhöhungen der Preise angekündigt, die im Durschnitt bei über 7 Prozent liegen. Davon sind zwei Millionen Haushalte betroffen. Wenn Sie einen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden haben, müssen Sie durch die Preiserhöhung ungefähr 80 Euro im Jahr mehr für Heizkosten ausgeben.

Wenn die Gaspreise erhöht werden, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Verbraucherschützer empfehlen, einen der momentan noch günstigen Neuverträge abzuschließen und sich einen Tarif mit voller Preisgarantie und möglichst langer Laufzeit zu sichern.

Aktuell planen nur vier Anbieter, ihre Gaspreise im kommenden Jahr zu senken.

Bei der Gaspreisentwicklung gibt es Unterschiede

Betrachtet man den bundesweiten Durchschnitt, so stellt man fest, dass die Gaspreise in den vergangenen fünf Jahren um etwa 13 Prozent gefallen sind. Im selben Zeitraum sanken die Grundversorgungstarife der örtlichen Gasversorger aber nur um acht Prozent.

Diese Unterschiede bei der Preisentwicklung machen deutlich, dass Gaskunden, die vom Basis-Gastarif zu einem anderen Anbieter wechselten, die Heizkosten langfristig deutlich mehr senken konnten.

In jedem Netzgebiet können Endkunden aus mindestens 20 Lieferanten wählen und frei entscheiden, von wem sie ihr Erdgas beziehen. Die große Mehrzahl aller Verbraucher – insgesamt 80 Prozent – kann sogar aus über 50 Gasversorgern aussuchen.

Wie haben sich die Gaspreise in der jüngsten Vergangenheit entwickelt?

In der jüngsten Vergangenheit sind die Gaspreise überwiegend gefallen. So senkte 2017 beispielsweise jeder vierte Gasversorger die Gaspreise um ungefähr sechs Prozent. Das war aber eine deutlich niedrigere Preissenkung, als etliche Marktexperten sie vorausgesagt hatten. Tatsächlich konnte nur ein Drittel der deutschen Haushalte von den Gaspreissenkungen der vergangenen Jahre profitieren. Sie mussten im Durchschnitt 90 Euro oder 6,3 Prozent weniger Heizkosten im Jahr zahlen. Schon zum 1. Januar 2018 kündigten mehr als 60 Gasanbieter an, ihre Preise anzupassen.

Über 20 Anbieter erhöhten die Gaspreise im Schnitt um fünf Prozent. Dies verursachte für einen 3-Personen-Haushalt zusätzliche Kosten von 68 Euro im Jahr. Rund 1,9 Millionen deutsche Haushalte waren von dieser erhöhten Belastung betroffen. Für andere Haushalte gab es erfreuliche Nachrichten: 46 Versorger haben die Preise im Durchschnitt um 5,1 Prozent gesenkt. Das brachte rund 1,3 Millionen Haushalten in Deutschland eine Ersparnis von 67 Euro im Jahr ein. Trotzdem kritisieren Energieexperten, dass der jahrelange Abwärtstrend der Gaspreise im Großhandel nie bei allen Verbrauchern flächendeckend ankam.

Sind die Sanktionen der USA gegenüber Russland schuld an steigenden Gaspreisen?

Deutschland steht in einer starken Abhängigkeit vom russischen Erdgas: Ungefähr 40 Prozent des bei uns verbrauchten Gases kommt aus Russland. Bisher ist noch unklar, ob und wenn ja in welchem Umfang die Sanktionen Auswirkungen auf den europäischen Markt haben werden. Experten erwarten kurz- und mittelfristig für private Verbraucher in Deutschland aber keine Extrakosten wegen der Sanktionen.

Hintergründe zur Gaspreisentwicklung: Wann steigt der Gaspreis und wann sinkt er?

Der Gaspreis ist seit etlichen Jahren nicht mehr offiziell an den Ölpreis gebunden. Dennoch reagiert er stark auf die übrigen Energiemarktpreise. Wenn die OPEC-Staaten beispielsweise die Fördermengen senken, kommt es zu einer Ölknappheit, was den Ölpreis nach oben treibt. Anbieter, die ölgetriebene Gas- und Blockheizkraftwerke betreiben, setzen dann verstärkt auf Gas und treiben so den Gaspreis hoch. Die allgemeinen Energiemarktpreise müssen über einen längeren Zeitraum auf einem niedrigen Level und die Gasspeicher voll sein, damit die Gasversorger die niedrigeren Einkaufspreise an die Endkunden weitergeben.

Dies kam in den letzten Jahren häufiger vor, weshalb es im Moment noch recht günstige Tarife für Neukunden gibt. Kurzfristige Preisschwankungen am Weltgasmarkt, die beispielsweise durch Überangebotsmengen entstehen, haben auf die langfristige Einkaufsplanung der Gasversorger eher keinen Einfluss und ändern den Gaspreis für Verbraucher daher nicht.

Bundeskartellamt fordert Verbraucher zum Wechsel auf

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, empfiehlt Verbrauchern jetzt, den Gasanbieter zu wechseln. Damit könne Druck auf die Gasanbieter ausgeübt werden, die fallenden Gasmarktpreise in Zukunft komplett an die Kunden weiterzugeben.

Im letzten Jahr konnten nur fünf Millionen Kunden von Gaspreissenkungen in einer Höhe von lediglich 4,5 Prozent profitieren.

Einen regelmäßigen Vergleich der Gaspreise empfiehlt auch das Team der Verivox GmbH: „Die Gaspreise für Privatkunden in Deutschland schwanken deutlich. Daher ist es empfehlenswert, vor jeder Heizperiode das aktuelle Preisniveau zu prüfen und einen günstigen Gastarif zu wählen.“ Um herauszufinden, wie viel Geld Sie einsparen können, können Sie direkt auf der Website von Verivox einen Vergleich durchführen. Dafür benötigen Sie lediglich:

  • Ihre Postleitzahl
  • Die Wohnungsgröße oder Ihren durchschnittlichen Gasverbrauch an Kilowattstunden im Jahr

Der Gasvergleich von Verivox sucht Ihnen dann automatisch die aktuell günstigsten Gasanbieter für Ihre Region heraus.

Zusammenfassung

Jahrelang sind die Gaspreise gefallen, doch jetzt kündigen etliche Gasversorger Preiserhöhungen an. Es empfiehlt sich, Gasanbieter zu vergleichen, um schnell noch einen günstigeren Tarif zu ergattern.

Artikelbild: maxxyustas / Bigstock.com

1 Kommentar

  1. Toni Krause 25.04.2019 09:56 Uhr

    Vielen Dank für den interessanten Artikel über die Gaspreisentwicklung. Mir war nicht bewusst, dass ein niedriger Marktpreis mit einem vollen Gasspeicher im Zusammenhang steht. Danke für den Tipp, dass man den Gasanbieter zu wechseln.

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