Haus streichen Kosten: So viel kostet eine neue Fassade

Haus streichen Kosten: So viel kostet eine neue Fassade

Wenn die Hausfassade nicht mehr schön aussieht, die Farbe bröckelt oder es einfach schon viel zu lange hier ist – dann wird ein neuer Hausanstrich notwendig. Doch was kostet ein neuer Fassadenanstrich? Die Preise dafür, dass das Haus in neuem Glanz erstrahlt, können von Einfamilienhaus zu Einfamilienhaus deutlich variieren.

Denn spielt nicht nur die Wandfläche eine Rolle, sondern zum Beispiel auch der Grad der Verschmutzung, eventuelle Schäden wie Risse im Mauerwerk oder gar wo und wie das Haus steht.

Hauseigentümer sollten sich daher vorher genau informieren und mehrere Angebote von örtlichen Betrieben einholen. Auf welche Kostenpunkte Sie dabei genau achten sollten, erklären die folgenden Zeilen.

Checkliste für die Kosten zum Streichen eines Hauses

  • Das Streichen der Hausfassade ist mit einigem an Aufwand und Kosten verbunden. Früher oder später kommt man aber nicht drumherum, denn alle 10 Jahre sollte geprüft werden ob das Haus einen neuen Anstrich benötigt.
  • Falls die Antwort ja lautet, dann sollte im nächsten Schritt die passende Farbe gewählt werden. Es muss ein Gerüst aufgebaut werden. Zuerst wird dann mit Reinigungsarbeiten angefangen. Des Weiteren müssen Strom- und Wasseranschlüsse für die Maschinen bereitgestellt werden.
  • Nach dem Streichen der Fassade muss das Abdeckmaterial entfernt und Farbspritzer beseitigt werden.
  • Die Kosten für diese Arbeit lassen sich schwer pauschal berechnen. Hierbei muss man immer Faktoren wie Quadratmeterzahl, Haushöhe, Schadensbefunde, Anzahl der Anstriche sowie Gestaltungswünsche und die Region mit einbeziehen.
  • Bei einem Haus mit einer Fassade von 200 Quadratmeter können gerne mal bis zu 6.000 Euro anfallen.

Wie hoch sind die Kosten für einen Fassadenanstrich?

Durchschnittlich, sagt der Fachmann, liegt der Quadratmeterpreis für das Streichen der Hausfassade bei etwa 30 bis 48 Euro pro Quadratmeter. Darin sind bereits Kosten für notwendige Vorarbeiten (Grundierung, Abkleben von Flächen oder Verputzen und Ausbesserung der Fassade) und auch die Miete für das Gerüst enthalten. Demnach könnte ein Kostenbeispiel für das Streichen einer Außenfassade mit 110 Quadratmeter wie folgt aussehen:

KostenpunkteDurchschnittlicher PreisFallbeispiel 100 qm
Gerüstmiete inkl. Auf- und Abbau15 Euro pro qm1.650 Euro
Vorbereitungsarbeiten (Reinigen, verputzen, Abkleben)3 Euro pro qm330 Euro
Grundierung3 Euro pro qm330 Euro
Anstrich inklusive Kosten für Standardfarbe14 Euro pro qm1.540 Euro
Genehmigungen für das Gerüstpauschal120 Euro
Gesamtkosten3.970 Euro

Bei diesem Kostenbeispiel wird angenommen, dass sich das Einfamilienhaus in einer Kleinstadt in Mitteldeutschland befindet. Denn es gibt regionale Preisunterschiede für einen Fassadenanstrich. Ebenso sind die Kosten für die Genehmigung eines Fassadengerüsts, welches wegen Innenstadtlage auf dem Gehweg stehen muss, nicht pauschal für ganz Deutschland anzugeben.

Wie setzen sich die Gesamtkosten für einen Hausanstrich zusammen?

Die oben stehende Rechnung ist jedoch nur eine Beispielrechnung. In ihr sind die üblichen Kostenfaktoren berücksichtigt, die bei jedem Hausanstrich von den Profis berücksichtigt werden. In der Rechnung enthalten sind folgende Positionen:

  • Kosten für das Gerüst
  • notwendige Vorarbeiten
  • Grundierung der Hausfassade
  • Material- und Arbeitskosten

Kosten für das Gerüst

In dieser Position sind die Preise für den Abbau und Aufbau des Gerüsts sowie die Gerüstmiete enthalten. Durchschnittlich werden hier rund 15 bis 20 Euro pro Quadratmeter veranschlagt. Muss das Gerüst für den Anstrich der Außenfassade auf dem Gehweg einer Gemeinde stehen, braucht es dafür eine Genehmigung. Die Preise dafür sind von Ortschaft zu Ortschaft unterschiedlich und liegen etwa zwischen 100 und 150 Euro.

Informieren Sie sich am besten vor dem Vorhaben bei den örtlichen Behörden. In manchen Regionen ist auch das Aufstellen von Warnschildern bei einem Fassadengerüst auf dem Gehweg Pflicht.

Notwendige Vorarbeiten

Der Zustand der Fassade entscheidet darüber, welche vorbereitenden Arbeiten vor dem eigentlichen Außenanstrich durchzuführen sind. Grundsätzlich sind die Beseitigung von Verschmutzungen, das Verputzen und Abklebearbeiten notwendig. Dafür werden durchschnittlich rund 3 bis 4 Euro pro Quadratmeter veranschlagt.

Grundieren der Fassade

Damit der Fassadenanstrich lange im neuen Glanz erstrahlt, braucht es bei Außenwänden von Häusern auch eine Grundierung. Diese wird durchschnittlich mit 2 bis 4 Euro pro Quadratmeter von Fachbetrieben kalkuliert.

Arbeits- und Materialkosten

Zu guter Letzt sind die Hauptkosten für den Preis des Hausanstriches verrechnet. Dies sind die Arbeits- und Materialkosten für den eigentlichen Fassadenanstrich. Durchschnittlich 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter werden hier veranschlagt. Dabei ist die Farbe inklusive – jedoch wird meist Standardfarbe berechnet. Sonderfarben können die Preise nach oben treiben. Auch macht es einen Unterschied, ob die Fassade aufgrund der Deckung der Farbe einmal, zweimal oder dreimal gestrichen werden muss.

Es ist ratsam, beim Profi einen kostenlosen Kostenvoranschlag einzuholen. Mittlerweile helfen auch Plattformen im Internet dabei (beispielsweise MyHammer oder Aroundhome), Preise zu vergleichen und das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für den Anstrich des eigenen Hauses zu finden.

Faktoren: Diese Variablen können den Preis verändern

Kein Haus gleicht dem anderen. Denn obwohl zwei Häuser die gleiche Anzahl der Quadratmeter Fassadenfläche aufweisen, können die Gesamtkosten für den Anstrich völlig unterschiedlich ausfallen – selbst beim gleichen Malerbetrieb. Das liegt daran, dass unterschiedliche Voraussetzungen bei jedem Haus gegeben sind, die die Kosten beeinflussten.

Daher werden auch individuelle Variablen in die Kostenanalyse für einen Hausanstrich von professionellen Malern in ihren Kostenvoranschlägen beachtet. Hausbesitzer sollten diese Faktoren ebenfalls kennen, zu denen unter anderem folgende gehören:

  • aufwendigere Vorbereitungsarbeiten
  • die Höhe des Gebäudes
  • die Anzahl der Fenster
  • die Art des Untergrunds, der gestrichen werden soll
  • schräge oder gerade Flächen
  • Art und Qualität der Farbe
  • Wärmedämmung

Weiterführende Vorbereitungsarbeiten

Im Normalfall braucht es vor einem Hausanstrich nur das Entfernen der alten Farbe oder die Reinigung der Wände. Jedoch kann ein schlechter Zustand des Altanstriches oder der Fassade selbst zu weiteren Vorbereitungsarbeiten führen, die die Kosten in die Höhe treiben.

Wenn Altanstrich oder Hausfassade Schäden aufweisen, kann Spachteln notwendig werden. Hier kommen weitere Kosten für die Spachtelmasse sowie Handwerkerkosten hinzu, der mehr Zeit investieren für durch das Spachteln muss. Verursacht der Altanstrich Probleme mit der Haftung, können ebenfalls weitere Malerarbeiten notwendig werden.

Höhe des Gebäudes

Zuerst beeinflusst natürlich die Fassadenfläche die Kosten für das Streichen eines Hauses. Hier spielt auch die Höhe eine Rolle: je höher, desto mehr Farbmenge und Zeit für benötigt. Aber auch für das Gerüst ist die Höhe des Gebäudes ein wichtiger Faktor – je höher, desto teurer das Gerüst.

Fenster

Die Beschaffenheit der Fassade ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Gibt es einen durchgängigen Untergrund oder ist das Haus von vielen Fenstern durchzogen? Letzteres macht die Malerarbeiten aufwendiger, da das Streichen kleinteiliger vorgenommen werden muss.

Blenden und Fenster kosten zudem meist extra, unabhängig von der Fassadenfarbe, da Leisten und Dekorelemente oft mit dem Pinsel gestrichen werden müssen. Hier muss der Malerbetrieb sorgfältiger und vorsichtiger agieren, damit das Ergebnis zum Schluss auch gut aussieht.

Art der Oberfläche

Auch die Art der Oberfläche muss ein Außenmaler beachten. Manche Untergründe lassen sich einfacher anstreichen als anderen, da die Oberfläche beispielsweise Unebenheiten aufweist. Eine Ausnahme sind hier Fassaden mit Ziegelsteinen, die zwar ebenfalls uneben sind, aber in der Regel weniger Vorbereitungsarbeiten benötigen.

Schräglage eines Hauses

Steht das Haus gerade oder an einem Hang? Auch das ist wichtig für den Anstrich eines Gebäudes. Bei Hanglage kann sich die Installation des Gerüsts beispielsweise als aufwendiger erweisen. Schräge Fassaden sind ebenfalls schwieriger zu streichen als gerade.

Art der Farbe

In den meisten Fällen verwenden Profis übliche Fassadenfarbe, die gut deckt und nicht mehr als zwei Anstriche benötigt. Silikatfarbe punktet beispielsweise durch eine sehr gute Wetterbeständigkeit und auch Deckkraft. Sie wird oft auf zementgebundenen und porösen Untergründen verwendet, wie Klinker, Ziegelsteine oder Faserzement.

Dispersionsfarbe gilt als ein moderner Allrounder, da sie leicht zu verarbeiten ist und sich vor allem für farbenfrohe Fassade eignen. Dispersionsfarbe ist leicht zu überstreichen, sollte jedoch nicht auf Kalkfarben, kalkhaltige oder schwierige (poröse) Untergründe verwendet werden.

Wünscht der Hauseigentümer jedoch eine spezielle Farbe, kann diese die Kosten in die Höhe treiben. Bei einem speziellen Farbton kommen beispielsweise Kosten für das Anmischen hinzu – die betragen meist rund 50 bis 100 Euro. Spezielle Farben sind auch in den Materialkosten teurer. Ihre aufwendigere Verarbeitung kann auch die Arbeitskosten erhöhen.

Wärmedämmung

Ist vor dem Streichen der Fassade eine Neuverputzung notwendig, steigen die Preise ebenfalls. Denn hier kommen energetische Anforderungen nach der Energiesparverordnung (EnEV 2014) ins Spiel. Diese betreffen nicht nur die Fenster und Türen, sondern auch die Wärmedämmung des Hauses. Bei der Erneuerung des Fassadenputzes müssen Hausbesitzer eine Wärmedämmung der Außenwände durchführen. Die Dämmung nach der EnEV ist Pflicht, wenn mehr als zehn Prozent des Putzes erneuert werden.

Bei Ausbesserung des Putzes oder Auftragen eines zusätzlichen Putzes ist dies nicht unbedingt Pflicht. Jedoch kann es ratsam sein, bei einmal angefangenen Arbeiten eine Wärmedämmung mit zu realisieren, vor allem bei alten Häusern. Eine Erneuerung des Putzes zu einem späteren Zeitpunkt kann hier teurer werden.

Regionale Unterschiede

Was viele Hauseigentümer nicht wissen: Auch der Standort des Hauses kann die Preise für einen Fassadenanstrich beeinflussen. Denn es gibt regionale Unterschiede. Im Osten des Landes liegen die Quadratmeterpreise beispielsweise oft niedriger als im Westen oder Süden. Auch ist die Urbanität wichtig. In Kleinstädten oder auf dem Land finden sich oft günstigere Angebote als in Großstädten.

Tipps, um Kosten beim Hausanstrich zu sparen

Es gibt jedoch auch einige Tricks, mit denen bei den Kosten für eine neue Fassadenfarbe gespart werden können. Fragen Sie beispielsweise ihren Nachbarn. Wenn ein Fachbetrieb für zwei Häuser nebeneinander engagiert wird, kann dies einen günstigeren Preis zur Folge haben – bei gleichbleibender Qualität.

Auch der Zeitpunkt der Buchung des Malerbetriebs kann beim Sparen helfen. Zwischen Frühling und Herbst sind viele Malerbetriebe oft ausgebucht. Denn ein Außenanstrich ist auch an die Wetterbedingungen geknüpft. Buchen Sie also frühzeitig einen Maler, bei dem die Auftragsbücher noch nicht voll sind, kann das sich auch auf den Preis auswirken.

Geld sparen lässt es sich auch, wenn eine hochwertige, aber teure Qualitätsfarbe gewählt wird. Zwar erhöhen sich hier die Materialkosten, jedoch können sich die Handwerkerkosten verringern, da kein mehrmaliger Anstrich notwendig wird. Mit guten Farben müssen Profis oft weniger streichen!

Zu guter Letzt können auch Eigenleistungen den Preis senken. Hier sollten Hausbesitzer am besten mit dem Fachbetrieb vor Vertragsunterzeichnung sprechen, ob sie Spachtelarbeiten oder beispielsweise das Abkleben von Flächen selbst übernehmen könnten.

Hauseigentümer können auch Teile der Kosten für den Hausanstrich von der Steuer absetzen. Seit dem 1. Januar 2009 können Privatpersonen 20 Prozent der Arbeitskosten für Modernisierungs-, Erhaltungs- und Renovierungsmaßnahmen in der Einkommensteuererklärung absetzen. Der Maximalbetrag liegt bei 6.000 Euro.

Zusammenfassung

Vor dem Streichen der Außenfassade sollten sich Hauseigentümer einen Kostenüberblick verschaffen: Kostenfaktoren für die Preise sind neben den Material- und Arbeitskosten auch die notwendigen Vorarbeiten und die Miete eines Gerüstes. Spezielle Wünsche wir beispielsweise ein besonderer Farbton oder schlechter Zustand des Putzes können die Kosten erhöhen. Informieren Sie sich vorher bei unterschiedlichen Anbietern.

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Die häufigsten Fragen / FAQ

Wie teuer ist es ein Haus zu streichen?

Für die Vorbereitung alleine fallen schon circa 300 Euro an. Insgesamt belaufen sich die Gesamtkosten zwischen 3000 und 6000 Euro pro 100 Quadratmeter.

Wie oft sollte man das Haus streichen?

Nach ein paar Jahren brauchen sowohl Innenräume als auch Hausfassade einen neuen Anstrich. In der Regel sollte dies alle 10 Jahre geschehen.

Was kostet der qm fassadenanstrich?

Dies hängt mit der Fläche der Fassade und der gewählten Farbe zusammen. Im Durchschnitt liegen die Kosten für einen Fassadenanstrich aber zwischen 21 und 48 Euro pro Quadratmeter.

Bei welcher Temperatur kann man streichen?

Die optimale Temperatur liegt zwischen 18 und 25 Grad. Alles unter 10 Grad lässt den Lack zähflüssig werden, was zur Folge hat, dass es zu dick aufgetragen wird und dadurch schlechter durchtrocknet.

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