Bodenplatte – Kosten pro Quadratmeter: Mit diesen Gebühren müssen Sie rechnen

Bodenplatte – Kosten pro Quadratmeter: Mit diesen Gebühren müssen Sie rechnen

Planen Sie, ein Haus ohne Keller zu bauen oder benötigen Sie ein Fundament für Ihre neue Garage? In beiden Fällen werden Sie eine Bodenplatte für Ihr Vorhaben benötigen. In diesem Ratgeber von Heimhelden.de verraten wir Ihnen, mit welchen Kosten Sie für eine Bodenplatte fürs Haus rechnen müssen, wie sich die Kosten im Detail zusammensetzen sowie welche verschiedenen Varianten und Kostenunterschiede es gibt.

Bodenplatte – welche Kosten pro Quadratmeter fallen an?

In der Regel können Sie davon ausgehen, dass die Bodenplatte für Ihr Haus Sie ungefähr 70 € bis 100 € pro m² kosten wird. Spezielle Konstruktionen und schwierige Bauplätze können den Preis noch einmal deutlich nach oben treiben. Die Kosten beziehen sich aber nur auf die Bodenplatte an sich sowie das Einschalen. Separate Leistungen sind bei diesen Kosten noch unberücksichtigt. Dazu gehören das Auskoffern des Erdreichs, das Anlegen einer Sauberkeitsschicht und das Bauen von Perimeterdämmungen.

Um Ihnen die Kosten besser zu veranschaulichen, haben wir ein kleines Kostenbeispiel für Sie: Angenommen, Sie möchten ein Fertighaus bauen, das eine Grundfläche von 85 m² aufweist. Dafür benötigen Sie eine 25 Zentimeter starke Fundamentplatte. Um die Auskofferung und die Sauberkeitsschicht kümmern Sie sich ebenso selbst wie um die Dämmung des Fundaments. Dann müssen Sie mit folgenden Kosten rechnen:

Durchgeführte ArbeitenPreis
Fundamentplatte in einer Stärke von 25 Zentimetern inklusive Einschalung6970 Euro
Kosten pro m²82 Euro pro m²

Natürlich ist das nur ein Beispielprojekt. Vergessen Sie nicht, dass der Bau einer Bodenplatte immer äußerst projektbezogen ist und somit sehr unterschiedlich ausfallen kann. Deshalb können auch die Kosten pro m² Bodenplatte von Projekt zu Projekt und von Baustelle zu Baustelle enorm schwanken.

Von welchen Faktoren sind die Gesamtkosten abhängig?

Die Gesamtkosten für eine Bodenplatte sind von allerhand externen Faktoren abhängig. Dazu gehören:

  • Art der Bodenplatte
  • Art der Bewehrung
  • Art der zum Einsatz kommenden Schalung
  • Existieren Frostschürzen oder nicht?
  • Welcher Beton findet Verwendung?
  • Kosten für die Auskofferung
  • Art der Sauberkeitsschicht

Im Folgenden erläutern wir Ihnen, wie diese Aspekte die Kosten für eine Bodenplatte im Detail beeinflussen können.

Die Art der Bodenplatte beeinflusst die Kosten erheblich

Klassische, auf die gängige Art bewehrte Bodenplatten liegen preislich meist in dem oben angegebenen Rahmen von 70 € pro m² bis 100 € pro m². Es gibt aber auch andere Arten von Fundamenten, die den Preis nach oben treiben können. Das gilt zum Beispiel für spezielle Thermo-Fundamente. Eine solche Bodenplatte kann Sie durchaus 135 € pro m² bis 150 € pro m² kosten. Diese Art von Fundamenten hat den Vorteil, dass es später möglich ist, auf einen zusätzlichen Estrich zu verzichten. Darüber hinaus bieten Thermo-Fundamente noch weitere Vorteile, sodass sich der höhere Preis manchmal durchaus lohnen kann.

Sind Bodenplatten aus Holz eine günstigere Alternative?

Eine Bodenplatte aus Holz kann tatsächlich eine Alternative sein. Für eine solche entstehen in der Praxis aber deutlich andere Kosten. Diese können – müssen aber nicht zwangsläufig immer – niedriger ausfallen als bei herkömmlichen Bodenplatten.

Bodenplatten aus Holz und Bodenplatten aus Beton lassen sich nur anhand der Gesamtkosten vergleichen. Holz bietet eine deutlich bessere Wärmedämmung als Beton, sodass es häufig möglich ist, auf zusätzliche Dämmmaßnahmen zu verzichten. Demzufolge sind die Gesamtkosten unter Umständen niedriger.

In einigen Fällen ist es auch möglich, Holz-Bodenplatten auf eine Schicht aus Schaumglasschotter zu stellen, die mit Eichenbalken begrenzt ist. Das sorgt für eine ausgezeichnete Dämmung. Wegen der Vielzahl an Möglichkeiten ist es aber nur schwer möglich, die Kosten zu vergleichen. Deshalb sollten Sie am besten konkrete, individuell auf Sie zugeschnittene Angebote mehrerer Hersteller einholen und diese gegenüberstellen.

Welche Arten von Bodenplatten könnten noch in Frage kommen?

Darüber hinaus sind seit einiger Zeit moderne Bodenplatten aus Stahlfaser-Beton beliebt. Das Material ist für Bodenplatten gut geeignet und kommt auch mit Blick auf die Kosten als Alternative in Frage. Stahlfaserbeton kommt ohne eine komplexe Bewehrung aus, sodass einige teure Arbeitsschritte überflüssig werden. Deshalb können die Herstellungskosten teilweise bis zu 25 Prozent preiswerter sein als das beim üblichen, bewehrten Beton der Fall ist.

Bei dem klassischen Beton kann es später zu Schäden kommen, die meist durch die Korrosion der Bewehrung und der nachfolgenden Carbonatisierung entstehen. Derartige Probleme sind bei Stahlfaserbeton praktisch vollkommen ausgeschlossen.

Welche Ersparnisse durch die Verwendung von Stahlfaserbeton im Detail möglich sind, hängt immer von den Voraussetzungen vor Ort und Ihren persönlichen Anforderungen an die Bodenplatte ab.

Bodenplatte: Sparen Sie nicht an der falschen Stelle

Es gibt ein Element beim Bau, bei dem Sie keinesfalls an der falschen Stelle sparen sollten – und das ist die Bodenplatte.  Sie ist schließlich das tragende Fundament, auf dem später der Rest vom Baukörper stehen wird. Wenn Sie an Werkzeug, Material oder Ausführung sparen, kann das mit drastischen Folgen verbunden sein: Eine Reparatur am Fundament im Boden ist nur durch enorme Rückbaumaßnahmen möglich, was Sie am Ende Unsummen an Geld kostet. Deshalb ist es besser, die Bodenplatte von Anfang an richtig zu bauen. Auf diese Weise können Sie Folgekosten sparen und genießen gleichzeitig die Sicherheit, dass Ihr Haus auf einem festen Fundament gebaut wurde.

Bei der Bodenplatte handelt es sich um eine homogene und durchgehende Schicht aus armiertem Beton. An der Oberkante stellt sie sich als ebenmäßige Fläche dar. Im Inneren und an der Unterseite besteht die Bodenplatte aus einer Vielzahl an unterschiedlichen Werkstoffen. Auch in statischer Hinsicht ist die Bodenplatte nicht homogen. Sie ruht auf den sogenannten Streifenfundamenten, auch wenn diese auf der fertig gegossenen Bodenplatte nicht mehr sichtbar sind. Dennoch darf der Aufbau immer nur entlang dieser Fundamente verlaufen.

Beim Messen, Verschalen und Ausschachten der Bodenplatte ist absolute Präzision von hoher Bedeutung. Es ist nicht möglich, ein Fundament nachträglich noch zu versetzen. Benötigt wird die Bodenplatte praktisch für alle großen Bauvorhaben, egal ob es sich dabei um eine massive Garage oder um ein Fertighaus ohne Keller handelt. Prinzipiell ist eine Bodenplatte in technischer Hinsicht nicht allzu schwer umzusetzen. Sie benötigen jedoch tiefgreifende Kenntnisse in Aufbau und Materialkunde, weshalb von einem Selbstbau eher abzuraten ist.

Warum ein Fundamentplan erforderlich ist

Ein Fundamentplan ist für alle größeren Bauvorhaben notwendig. Darauf verzichten können Sie nur bei kleineren Bauprojekten – etwa wenn ein Gartenhaus aus Holz mit einer Grundfläche von 5 m² aufgestellt werden soll. Überall dort, wo massive Gebäude und somit hohe Gewichte auf der Bodenplatte lasten, ist ein Fundamentplan unverzichtbar. Anhand des Plans kann gesehen werden, welche Betonqualität und welche Bewehrung wo notwendig sind und welche Stärke die Bodenplatte aufweisen sollte.

Das Gleiche gilt in der Praxis auch für ein Streifenfundament. In diesem Fall gibt der Fundamentplan zusätzlich noch die exakten Positionen für die einzelnen Fundamentstreifen vor.

Es funktioniert also nicht, einfach irgendeine Art von Beton in eine ausreichend große Grube zu kippen. Stattdessen ist es notwendig, sich genau nach dem Fundamentplan vom Architekten oder vom Statiker zu richten. Somit ist es auch der Fundamentplan, der den Preis für die Bodenplatte maßgeblich mitbestimmt.

Für die Bewehrung fallen zusätzliche Kosten an

Sofern Sie sich für eine klassische Platte entscheiden, fallen immer zusätzliche Kosten für die Bewehrung an. Die Lage und die Art der Bewehrung hängen von den statischen Berechnungen für die Bodenplatte ab. Wichtig ist, dass die Bewehrung sorgfältig und präzise umgesetzt wird, denn die spätere Tragfähigkeit der Bodenplatte hängt erheblich davon ab. Die entstehenden Kosten sind projektabhängig und daher oft sehr unterschiedlich. Sie sollten jedoch mit einem Preis von 70 bis 220 Euro je Armierungsmatte rechnen.

Kosten für die Schalung – womit Sie rechnen müssen

Welche Kosten für das Einschalen genau entstehen, hängt ebenfalls immer von den jeweiligen Gegebenheiten auf der Baustelle ab. Sie können sich grob an einem Richtpreis von 10 Euro pro m³ Schalungsmaterial orientieren. Je nach Art der Schalelemente und der Schalung – werden Schaltafeln verwendet oder kommt eine verlorene Schalung zum Einsatz? – kann es bei den Kosten aber ebenfalls Abweichungen geben.

Frostschürzen – wichtige Kriterien für die Kosten der Bodenplatte

Bei der Frostschürze handelt es sich um ein Streifenfundament, das die Bodenplatte seitlich umläuft. Es reicht bis in die frostfreie Tiefe. Meist werden Frostschürzen direkt zusammen mit der Bodenplatte gegossen. Sie sind von hoher Bedeutung, weil sie das spätere Auffrieren der Bodenplatte verhindern. Allerdings liegt der frostfreie Bereich je nach Region, in der gebaut werden soll, recht unterschiedlich tief. Eine Tiefe von 80 Zentimetern ist in den meisten Regionen Deutschlands der Standard.

Wo die Winter sehr streng sind, befindet sich der frostfreie Bereich mitunter aber auch erst in 150 Zentimetern Tiefe. Die höheren Kosten der Frostschürze liegen meist am Mehrverbrauch an Schalungsmaterial und Beton. Zudem ist der Arbeitsaufwand umso höher, je tiefer die Frostschürze liegen muss. Auch die Tiefe der eigentlichen Bodenplatte beeinflusst den Preis der Frostschürze.

Gießen der Betonplatte – wie teuer ist der Beton?

In aller Regel kommt Transportbeton zum Einsatz, um Fundamentplatten herzustellen. Eine wichtige Rolle für den Preis der Bodenplatte spielen dabei natürlich die jeweiligen Vorgaben für die Art des Betons, die Festigkeitsklasse (meist wenigstens C25 und oft noch höher) und die geforderte Dicke der Betonschicht. Von einigen Spezialfällen abgesehen, können Sie in der Regel Kosten von rund 130 bis 160 Euro pro m³ für den Beton einplanen.

Welche Kosten entstehen für die Erdarbeiten?

Die Gesamtkosten der Bodenplatte werden in erheblichem Maß von den Kosten für den Aushub beeinflusst. In den meisten Fällen entscheidet sich der Bauherr dazu, die Fundamentgrube im Boden in Eigenleistung auszuheben, sodass keine zusätzlichen hohen Kosten entstehen. Wird der Aushub im Boden hingegen von einem Fachmann erledigt, kommen zum Teil hohe Zusatzkosten auf Sie zu. Wie viel der Erdaushub kostet, hängt von der Bodenklasse ab, wie die folgenden Richtwerte verdeutlichen:

BodenklasseDurchschnittlicher Preis je m³ Aushub
Bodenklasse 3 bis 5 – gängige und unproblematische Böden9 € bis 12 € pro m³
Bodenklasse 6 – felsige Böden60 € bis 70 € pro m³
Bodenklasse 7 – felsige Böden mit schwer lösbaren Felsen90 € bis 100 € pro m³

Die Bodenklassen zwischen 3 bis 5 sind bei den meisten Baugrundstücken üblich. Aufschluss darüber gibt das Bodengutachten, das ohnehin angefertigt werden muss. Wie die Tabelle zeigt, können problematische Böden die Erdarbeiten aber stark verteuern.

Dämmung der Bodenplatte – wie hoch fallen die Kosten aus?

Die Kosten für die Dämmung richten sich nach der Art und der Stärke der gewünschten Dämmung. Oftmals kommen für die Bodenplattendämmung druckstabile Hartschaumplatten zum Einsatz. Möglich sind:

  • Schaumglasplatten
  • Polystyrol-Dämmungen
  • Mineralfaser-Dämmplatten

Die Preise für die Dämmmaterialien variieren stark. Für eine übliche Dämmung sollten Preise in Höhe von 10 bis 50 Euro pro m² eingerechnet werden.

So können Sie Geld sparen

Wie eingangs erwähnt, sollten Sie bei Bodenplatten keinesfalls auf Kosten der Qualität Geld sparen. Deshalb ist es meist auch keine gute Idee, die Bodenplatte selbst zu gießen, nur um die Kosten zu reduzieren. Gerade, wenn es sehr auf die Stabilität ankommt, können beim Gießen einer Bodenplatte erhebliche Probleme entstehen, wenn Ihnen die notwendige Fachkenntnis fehlt. Es ist auch nur bei einem kleinen Verbrauch möglich, den Beton selbst zu mischen, denn in einem handelsüblichen Mischer dauert der Mischvorgang einfach zu lange. Zudem ist es schwierig, die notwendige Rezeptur korrekt zu ermitteln.

Bei kleinen Flächen – wie etwa für ein Gartenhäuschen aus Holz – kommen Sie mit den Säcken aus dem Baumarkt sicher gut hin, sofern Ihr Mischer groß genug ist. Falls Sie sich für diese Vorgehensweise entscheiden, müssen Sie mit Kosten in Höhe von 30 Euro pro Kubikmeter inklusive Schalung rechnen. Wird der Beton angeliefert, so verdoppeln sich die Kosten in etwa. Der Quadratmeterpreis für die Bodenplatte hängt dann von der Stärke der gegossenen Bodenplatte ab.

Auch bei größeren Projekten haben Sie durchaus die Möglichkeit, ein wenig Geld zu sparen – ohne dabei die Qualität der Bodenplatte zu gefährden. Das klappt zum Beispiel, indem Sie sich selbst um den Aushub und die Schalung kümmern. Vor allem bei durchgehend gegossenen Bodenplatten ist das eine gute Lösung.

Zudem ist es auf jeden Fall empfehlenswert, sich anhand Ihrer persönlichen Vorgaben mehrere Angebote für die Bodenplatte anfertigen zu lassen. Vergleichen Sie die einzelnen Angebote dann gründlich, um das für Sie günstigste Unternehmen zu finden. Auch bei den Erdaushubarbeiten lohnt sich definitiv ein Preisvergleich. Auf diese Weise können Sie die Gesamtkosten für Ihre Bodenplatte deutlich senken.

Zusammenfassung

Die Bodenplatte ist das tragende Fundament, auf dem der gesamte Baukörper stehen wird, weshalb sie entsprechend wichtig für das Bauvorhaben ist. Im Schnitt entstehen für die Bodenplatte Kosten in Höhe von 70 bis 100 Euro pro Quadratmeter, allerdings kann es je nach Projekt und Baustelle hier große Abweichungen geben. Es ist zwar keinesfalls sinnvoll, bei Bodenplatten an der falschen Stelle zu sparen, weil deren Qualität von enormer Bedeutung für das gesamte Bauvorhaben ist, aber dennoch ist ein Vergleich mehrerer Angebote empfehlenswert.

Artikelbild: trongnguyen / Bigstock.com

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