Was kostet eine Fußbodenheizung für etwa 100 qm?

Was kostet eine Fußbodenheizung für etwa 100 qm?

In den letzten Jahren hat die Fußbodenheizung deutlich an Beliebtheit gewonnen. Rund die Hälfte aller Neubauten werden mittlerweile mit Fußbodenheizungen ausgestattet. Für Bauherren ist es natürlich wichtig zu wissen, mit welchen Kosten sie für den Einbau der Fußbodenheizung rechnen müssen.

Des Weiteren ist es auch nicht uninteressant, wie sich die Betriebskosten der Fußbodenheizung im Laufe der Zeit entwickeln. Im Übrigen ist es möglich jederzeit eine Fußbodenheizung nachrüsten zu lassen, wenn man vorher mit konventionellen Heizkörpern geheizt hat. Im Rahmen einer Sanierung hält sich der Aufwand in Grenzen.

Was kostet eine Fußbodenheizung für rund 100 qm?

Art der FußbodenheizungKosten
Verlegung im Trockensystemca. 30 bis 60 Euro/m²
Verlegung im Nasssystemca. 20 bis 40 Euro/m²
Verlegung im Dünnbettsystemca. 30 bis 60 Euro/m²

Die verschiedenen Arten von Fußbodenheizungen

Damit man bei der Anschaffung einer Fußbodenheizung den Preisrahmen kalkulieren kann, muss man im Vorfeld bestimmen, für welche Art der Fußbodenheizung man sich entscheidet.

  • Die Nassheizung, die Nassverlegung der Fußbodenheizung im Heizestrich
  • Die Fußbodenheizung im Trockenestrich mittels einem Trockensystem
  • Die Fußbodenheizung in Mattenform bei der Nachrüstung

Die klassische Nassheizung bzw. das Nasssystem bei der Fußbodenheizung eignet sich in erster Linie für Neubauten. Die Fußbodenheizung wird dabei im Heizestrich verlegt. Aus diesem Grund muss der Einbau einer Fußbodenheizung schon bei der Planung des Fußboden Aufbaus bekannt sein.

Plant man das Nachrüsten einer Fußbodenheizung in einem Altbau, eignen sich auf der einen Seite alle Trockensysteme im Trockenestrich und auf der anderen Seite die Mattensysteme. Es gibt hierbei unterschiedliche Systeme, die jedoch meist als Komplettsystem angeboten werden. Egal, für welches System man sich entscheidet, im Rahmen einer Sanierung ist der Arbeitsaufwand, den ein Handwerker benötigt überschaubar.

Die Preise für eine Fußbodenheizung

Wird das Fußboden-Heizsystem in den Estrich eingebaut, dann bewegen sich die Preise in einem relativ stabilen Rahmen. Ausschlaggebend für den endgültigen Preis der Fußbodenheizung sind verschiedene Parameter.

  • Art und Stärke der Trittschalldämmung und der Wärmedämmung (Perimeterdämmung)
  • Art der Installation
  • Art des Systems
  • Rohrart für die Heizungsrohre
  • Zahl der Verteiler
  • Zahl der Heizkreise
  • Verlegeabstand
  • Steuerungsart und Einzelraumregelung

Im Schnitt kann man für eine Fußbodenheizung inklusive Montage mit Preisen von 35 bis 45 Euro je Quadratmeter rechnen. Im Einzelfall kann der Preis auf bis zu 60 Euro je Quadratmeter ansteigen. Bei einer Wohnfläche von 100 Quadratmeter muss man mit Kosten von ca. 3.500 Euro bis maximal 6.000 Euro rechnen.

In diesen Kosten sind die Montage sowie die Einzelraumsteuerung enthalten. Dieser Preis gilt jedoch nicht nur für die reine Fußbodenheizung. In der Praxis gehören zu diesem Preis die Kosten für alle vorbereiteten Arbeiten. Zu diesen Arbeiten zählen das Setzen des Randdämmstreifens, der Dämmschichteinbau sowie der Folieneinbau.

Durch folgende Änderungen kann es zu Preisabweichungen kommen:

  • höhere Anzahl von Heizkreisen
  • höhere Anzahl der Heizkreisverteiler
  • geringer Verlegeabstand der Heizrohre
  • höhere Qualität der Heizrohre

Welche Kosten fallen bei Nachrüstungssystemen an?

Möchte man in einem Altbau eine Fußbodenheizung nachrüsten, greift man auf Systeme zurück, die nicht mit Estrich überdeckt werden müssen. Entscheidet man sich zum Beispiel für eine Dünnbett Fußbodenheizung, muss man mit den bereits erwähnten Preisen rechnen.

Immer wieder findet man Hersteller und Fachbetriebe, die mit Preisen ab 25 Euro pro Quadratmeter Fußbodenheizung Werbung machen. Hier ist allerdings Vorsicht geboten. Zu diesen Preisen müssen alle weiteren anfallenden Kosten addiert werden, sodass man am Ende doch Preise zwischen 35 und 45 Euro pro Quadratmeter zahlt.

Spezielle Angebote zum Nachrüsten der Fußbodenheizung

Der nachträgliche Einbau einer Fußbodenheizung hat den Nachteil, dass eine große Einbauhöhe von mindestens 4,5 Zentimeter mit eingeplant werden muss. Zusammen mit dem Zementestrich erreicht man so leicht eine Einbauhöhe von 10 Zentimeter. Möchte man nicht die komplette Wohnung anpassen, kommt es zu unschönen Stolperschwellen im Haus.

Eine Alternative bietet sich hier mit den neu entwickelten extrem flachen Fußboden-Heizungssystemen. Diese haben gerade mal eine Gesamthöhe von 1,5 Zentimeter und lassen sich auf jeder Bodenfläche anbringen. Je nach Modell muss man bei der Nachrüstung mit Preisen von 80 bis 120 Euro je Quadratmeter rechnen.

Des Weiteren können Kosten für die Verlegung der neuen Anschlussrohre sowie für die Entsorgung der alten Heizkörper entstehen. Jedoch kann man bei den Heizkosten der Fußbodenheizung bis zu 12 % einsparen, sodass sich die Nachrüstung bald amortisiert. Auf der Heizkostenabrechnung wird man sehr schnell den niedrigeren Stromverbrauch bemerken.

Nachrüsten oder eine bestehende Fußbodenheizung erneuern?

Möchte man eine Fußbodenheizung mit einer Einzelraumsteuerung nachrüsten, muss man meist für 100 Quadratmeter Fläche mit einem Preis von 1.000 bis 1.500 Euro rechnen. Die Nachrüstung mit den meisten Systemen dauert meist nur ein paar Stunden.

Möchte man die Fußbodenheizung erneuern und nutzt dazu den alten Aufbau, dann fallen nur noch Kosten für die Fußbodenheizung sowie den neuen Fußbodenbelag an.

Möchte man eine Fußbodenheizung nachrüsten, muss man immer auf die zusätzliche Aufbauhöhe achten. Sehr oft entstehen bei einem Estrich überdeckten System große Aufbauhöhen, sodass im Anschluss zahlreiche Anpassungen nötig sind. Mit einem Dünnbett System bekommt man eine gute Alternative.

Stromkosten der Fußbodenheizung

Plant man eine Fußbodenheizung, wird man mit zwei Systemen konfrontiert. Zum einen gibt es die elektrische Fußbodenheizung und zum anderen die wasserführende Fußbodenheizung.

Die wasserführende Fußbodenheizung

Diese Variante wird mit dem Heizkreislauf des allgemeinen Heizsystems gekoppelt. Dabei ist es vollkommen egal, mit welchem Energieträger das Heizsystem betrieben wird. Die Fußbodenheizung funktioniert in diesem Fall mit einer niedrigen Vorlauftemperatur und spart dabei Energie. Dies senkt den Stromverbrauch merklich. Allerdings muss man dieser Form der Fußbodenheizung mit extrem hohen Einbaukosten rechnen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um eine Nachrüstung zur Fußbodenheizung handelt.

Die elektrische Fußbodenheizung

Der Vorteil liegt bei dieser Variante in den niedrigen Anschaffungs- und Montagekosten. Selbst als ungeübter Heimwerker kann man den Einbau einer solchen Fußbodenheizung leicht selbst übernehmen. Lediglich den Stromanschluss sollte man von einem Fachmann installieren lassen. Jedoch sind die Betriebskosten bzw. die Stromkosten für diese Variante deutlich höher.

Wie werden die Betriebskosten für eine elektrische Fußbodenheizung berechnet?

Durch die hohen Heizkosten sollte man die elektrische Fußbodenheizung in nur bestimmten Räumen nutzen. Für diese Variante eignet sich sehr gut das Badezimmer, da die Fliesen die Wärme abstrahlen und die Wärmeverteilung optimal ist. Um die Stromkosten zu ermitteln, rechnet man mit einer Badezimmerfläche von 10 Quadratmeter.

Zieht man alle Objekte und Möbel bleiben rund 5 Quadratmeter Flächenheizung für die Fußbodenheizung. Durch die Auslegung des Heizwärmebedarfs wird eine elektrische Leistung von 100 bis 160 Watt pro Quadratmeter errechnet. Die Fußbodenheizung ist nicht ständig in Betrieb und wird nur bei Bedarf angeschaltet. Bei einer Heizdauer von 2.000 Stunden und einem Strompreis von 0,24 €/kWh kommt man auf Heizkosten von ca. 340 Euro pro Jahr.

Eine wasserführende Fußbodenheizung, die mit Erdöl betrieben wird und einem Preis von 0,094 Euro ist damit deutlich günstiger. Hier muss jeder individuell entscheiden, ob er beim Einbau sparen möchte und dafür einen höheren Stromverbrauch in Betracht zieht oder ob er bei den Einbau- und Montagekosten tiefer in die Tasche greift.

Das Verlegen der Fußbodenheizung

Beim Verlegen der Fußbodenheizung hat man grundsätzlich die Wahl zwischen zwei Verlegemöglichkeiten. Bei der Installation des neuen Flächenheizsystems entscheiden sich viele für die Nassverlegung. Dazu wird erst ein Randdämmstreifen an allen Wänden und Mauervorsprüngen befestigt.

Danach wird der Raum mit Noppenplatten oder mit speziellen Styropor Dämmplatten zur Dämmung ausgelegt. Noppenplatten bestehen aus Polystyrol Dämmstoff, der sowohl als Wärmedämmung wie auch als Trittschalldämmung nutzt. Somit erreicht man mit einem Arbeitsschritt zwei Formen der Dämmung. Die Oberfläche der Platten besteht aus Noppen, in die man die Heizrohre der Fußbodenheizung einfach hineindrückt.

Durch die Noppen werden die Heizrohre in der richtigen Position gehalten. Verwendet man Styropor Dämmplatten, dann müssen die Heizrohre mit einem speziellen Tackersystem auf den Platten befestigt werden. Beim Verlegen der Heizschlangen muss man darauf achten, dass der Verlegeabstand der einzelnen Heizschlangen gleichmäßig ist.

Dadurch wird garantiert, dass die Heizenergie auf die gesamte Grundfläche des Raumes verteilt wird. Egal ob man sich für Noppenplatten oder das Tackersystem entscheidet, zum Abschluss müssen die Heizrohre mit Zementestrich oder mit Anhydritestrich als Ausgleichsmasse eingegossen werden. Im Altbau kann man eine Fußbodenheizung nachträglich im Nasslegeverfahren installieren.

Anstatt die Nassverlegung kann man bei der Fußbodenheizung auch die Trockenverlegung wählen. Nachdem die Heizrohre auf den Noppenplatten oder den Dämmplatten befestigt sind, werden sie nicht mit Estrich übergossen. Man verwendet speziell für Fußbodenheizungen zugelassen Trockenbausystem Verlegeplatten. Es handelt sich bei diesen Platten meist um Trockenestrich. Die Vorteile liegen bei dieser Methode klar auf der Hand. Die Aufbauhöhe des Bodenbelag ist deutlich geringer als bei der Nassverlegung.

Verlegearten spielen bei den Kosten der Fußbodenheizung eine große Rolle

Hat man sich für eine Fußbodenheizung entschieden, wird man mit den unterschiedlichsten Verlegearten konfrontiert. So gibt es

  • Die Nasssysteme unter dem Heizestrich
  • Das Dünnschichtverfahren über dem Estrich
  • Die Trockenbau Fußbodenheizungen
  • Die gefrästen Flächenheizungen
  • Elektrische Systeme zur Bodenheizung

Beim Nasssystem liegen die Heizelemente oder die Heizfolie auf speziellen Dämmplatten und werden vom Heizestrich überdeckt.

Beim Dünnschichtverfahren liegen die Heizelemente bzw. die Heizfolie über einer schlanken Trägerplatte auf dem alten Bodenbelag. Durch eine Ausgleichsmasse werden die lasten im Raum verteilt und die Wärme zum Oberboden geleitet.

Die Trockenbau Fußbodenheizung eignet sich sehr gut für Altbauten, denn die Heizelemente bzw. die Heizfolie liegen auf einer speziellen Trägerplatte. Obenauf kommt der Trockenestrich, sodass nach kurzer Zeit der neue Bodenbelag verlegt werden kann.

Die schnelle Variante der Fußbodenheizung ist die mit gefrästen Verlegeplatten. Dazu werden vom Fachmann schmale Kanäle in den Oberboden gefräst. Dort werden dann die Heizelemente verlegt. Bevor der neue Bodenbelag verlegt wird, werden die Kanäle mit einer schnell trocknenden Ausgleichsmasse aufgefüllt.

Die günstige Variante der Fußbodenheizung besteht aus Elektroheizflächen. Diese sind der konventionellen Warmwasser Heizung deutlich überlegen. Die Montage einer solchen Elektroheizung ist einfach und geht schnell, da die mit Strom betriebenen Flächenheizsysteme in der Regel aus einer einfachen Matte bestehen, die man direkt unter dem Bodenbelag verlegen kann.

Vor- und Nachteile der Fußbodenheizung

Die Fußbodenheizung hat den Vorteil, dass sie für mehr Komfort sorgt. Im Gegensatz zu Heizkörpern oder zur Wandheizung steigt die Konvektionswärme nicht auf. Die Strahlungswärme sorgt für eine ausgewogene Raumtemperatur. Bei einer Fußbodenheizung wird so gut wie kein Staub aufgewirbelt, was gerade für Allergiker von Vorteil ist.

Jedoch hat die Fußbodenheizung auch einige Nachteile. Einige der Fußbodenheizungen reagieren ziemlich träge auf Temperaturveränderungen und das Anpassen der Raumtemperatur erfolgt nur zögerlich. Schaltet man die Fußbodenheizung aus und später wieder an, dann dauert es oft Stunden, bis die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist.

Kostenvergleich einer Fußbodenheizung mit Warmwasser-System

Stellt man die Preise der verschiedenen Heizmöglichkeiten nebeneinander, wird man schnell feststellen, wie günstig die Fußbodenheizung in den Betriebskosten ist. Geht es um die jährlichen Kosten für eine Fußbodenheizung, dann sind der eingesetzte Energieträger und sein Preis entscheidend. Bei einem Vergleich mit gängigen Energieträgern kann man schnell die Betriebskosten für eine Fußbodenheizung ermitteln. Zugrunde gelegt wird ein Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr.

  • Gas mit 6,21 Cent/kWh: rund 1.242 Euro
  • Heizöl mit 6,70 Cent/kWh: rund 1.340 Euro
  • Pellets  mit 5,05 Cent/kWh: rund 1.010 Euro

Dazu kommen die Stromkosten von 15 bis 40 pro Jahr für die Heizungspumpe.

Elektrofußbodenheizung sorgt für hohe Betriebsausgaben

Möchte man sein Haus ausschließlich mit einer Elektrofußbodenheizung beheizen, muss man mit deutlich höheren Kosten als bei einer Warmwasser-Heizung rechnen. Dies gilt insbesondere dann, wenn der benötigte Strom aus dem öffentlichen Netz kommt. Die jährlichen Kosten belaufen sich bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr und einem Strompreis von 29,12 Cent/kWh auf ca. 5.824 Euro.

Bezieht man den benötigten Strom aus einer Photovoltaikanlage, kann man deutlich bei den Betriebskosten sparen. Eine weitere Möglichkeit, um bei den Betriebskosten der elektrischen Fußbodenheizung zu sparen, ist das temporäre Abschalten der Fußbodenheizung. Jedoch ist es fraglich, ob man mit dieser Methode wirklich spart, denn die Räume müssen immer wieder aufs Neue aufgewärmt werden. Hier sollte man sich von einem Fachbetrieb vor Ort beraten lassen.

Zusammenfassung

Immer mehr Bauherren entscheiden sich beim Neubau für eine Fußbodenheizung. Aber auch im Rahmen einer Sanierung kann in einem Altbau eine Fußbodenheizung ohne größeren Aufwand nachgerüstet werden. Fachbetriebe beraten über die verschiedenen Verlegearten. Sowohl die Betriebskosten wie auch der Stromverbrauch sinken mit einer Fußbodenheizung um bis zu 12 %.

Artikelbild: vchal / Bigstock.com

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