Dachpfannen reinigen – unterschiedliche Materialien beachten!

Dachpfannen reinigen – unterschiedliche Materialien beachten!

Die meisten Hausbesitzer steigen im Frühjahr auf das Dach. Denn der Frühjahrsputz macht auch nicht vor den Dachpfannen halt, die durch Moos und Algen möglicherweise nicht mehr schön aussehen. Doch bei der Reinigung von Dachpfannen gilt es, das Material zu beachten. In den meisten Fällen bringen Muskelkraft und Besen bessere Leistung als Reinigungsmaschinen.

Gründe für die Reinigung von Dachpfannen

Was zum Neubau noch im glänzenden Rot erstrahlte, kann schon wenige Jahre später grünlich wirken. Dachpfannen sind nicht vor Moose und Algen gefeit – gerade die Nordseite wird oft nach einiger Zeit davon befallen. Diese Substanzen schaden dem Dach zwar nicht, können aber sehr unansehnlich werden. Daher steigt so mancher Hausbesitzer aufs Dach, um die Pfannen zu reinigen.

Ein weiterer Grund für die Reinigung von Dachpfannen sind die Wetterbedingungen. Regen, Schnee und Hagel setzen den Dachpfannen gerne zu und lassen sie fleckig und unschön aussehen. Diesen Bedingungen kann das Dach nicht auf Dauer standhalten. Vogelkot und das brennende Sonnenlicht tun ihr Übriges.

Zudem eignet sich die Reinigungsmaßnahme auch, um rechtzeitig Schäden der Dachpfannen zu entdecken. Wenn Feuchtigkeit in die Pfannen eindringt, kann das unentdeckt zu Schimmel und Hausschwamm führen. Eine kombinierte Dachinspektion bei der Reinigung zahlt sich daher meist aus.

Vorsicht: Schäden durch die Reinigung vermeiden

Während Flechten, Moos und Algen dem Dach nicht wirklich schaden, kann das jedoch eine unsachgemäße Reinigung. Daher sollte der Heimwerker diese nur selbst vornehmen, wenn er sich besonders gut mit den Dachpfannen auskennt. In allen anderen Fällen ist es ratsam, sein Geld in einen Experten zu investierten – um nicht später eine teure Neueindeckung bezahlen zu müssen.

Eine falsche Reinigung kann dazu führen, dass die Dachpfannen beschädigt werden. Auch die Versiegelung der Dachpfannen kann gestört werden. Ebenso kann Wasser durch das Dach dringen. Zudem sollte der Besitzer auch den Punkt Garantie sorgfältig überprüfen.

Achtung: unterschiedliche Materialien

Dachpfannen können aus unterschiedlichen Materialien bestehen, das auch ausschlaggebend für die richtige Reinigung ist. Der Handel hält folgende Möglichkeiten auf Lager:

Der bekannte Dachziegel ist aus Ton gefertigt – ein Traditionsprodukt, das nah an der Natur ist. Dachziegel werden oft glasiert. Die Glasur verhindert ein Eindringen von Feuchtigkeit, sodass eine Reinigung meist bedenkenloser angegangen werden kann. Jedoch setzen sich Algen, Moos und Flechten aufgrund der Glasur ebenfalls selten auf Dachziegel ab.

Dachsteine hingegen sind aus Beton gefertigt, die in der Massenproduktion entstehen. Sie sind ab Werk meist offenporig und rau, mit Granulat leicht sandig beschichtet. Diese Beschichtung verliert über die Jahre an Halt, was die Betonpfannen anfällig für Schmutz und Co macht. Auch werden Betonsteine oft fleckig.

Aber auch Kunststoffvarianten sind auf manchen Dächern zu finden, wie beispielsweise auf Gartenlauben und Carports. Sie können mit ihrem geringen Gewicht punkten. Ebenso weisen sie eine wasserabweisende Oberfläche auf, die es Moos und Algen zudem schwer macht.

Die letzte Variante – Dachpfannen aus Metall – gehört ebenfalls zu den Leichtgewichten. Eine spezielle Beschichtung verhindert Korrosion, das Eindringen von Regenwasser wird durch die gewellte Form verhindert.

Materialien für die Reinigung von Dachpfannen.

Der Hochdruckreiniger steht auf vielen Listen, die sich rund um die Reinigung von Dachpfannen dreht. Doch ist er oft umstritten und so mancher Experte weist darauf hin, dass mit ihm auch viele Schäden verursacht werden könnten. Er übt einen zu hohen Druck aus. Vor allem bei den Leichtgewichten unter den Dachpfannen kann hier der Hochdruckreiniger ungewollt schädigen – Dachpfannen aus Kunststoff und Metall sollten grundsätzlich nicht mit ihm gereinigt werden. Zudem kann das schwere Gerät oft nicht auf die leichten Dächer gestellt werden. Bei Ziegel und Beton ist der Einsatz eher möglich – aber auch hier sollte sich der Besitzer vorher genau informieren.

Wer sich unsicher ist, ob der Hochdruckreiniger für sein Dach geeignet ist, sollte den Fachmann fragen. Der Dachprofi weiß im Zweifelsfall genau, welche Reinigungsmaßnahmen die richtigen sind.

Auf der Liste von Werkzeug und Material stehen zudem:

  • Besen
  • Schrubber / Bürste
  • warmes Wasser
  • Moosentferner

Zahlreiche Experten raten von dem Einsatz chemischer Hilfsmittel ab. Muskelkraft und warmes Wasser seien besser für das Dach und weniger umweltschädlich. In manchen Fällen ist jedoch der Einsatz von Flechten- und Moosentferner notwendig. Achten Sie auf die Zusammenstellung der Entferner. So manches Produkt ist aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt und daher umweltverträglich.

Der Griff in die Hausmittelkiste kann auch helfen. Cola beispielsweise hilft gut, Moos zu entfernen. Die enthaltene Phosphorsäure wirkt gegen den grünen Befall, greift jedoch Ton, Metall, Kunststoff und Beton nicht an. Auch Flecken werden von der Brause nicht hinterlassen.

Reinigung von Dachpfannen – das Vorgehen

Wer sich gegen einen Fachmann entscheidet und selbst auf das Dach steigen will, sollte zu Beginn eins nicht vergessen: Die Sicherheit. Zu den Sicherungsmaßnahmen gehören ein stabiles Gerüst, eine stabile Leiter – besser jedoch eine Hebebühne – eine Rundabsicherung für das Dach und genügend Eigenabsicherung durch Seile und Co. Rutschfestes Schuhwerk und Arbeitskleidung sind ebenfalls ein Muss.

Ist alles sicher, kann die Reinigung auf dem Dach begonnen werden. Da der Hochdruckreiniger nicht bei allen Dachpfannen geeignet ist, soll hier die manuelle Reinigung beschrieben werden.

Im ersten Schritt wird eine Grobreinigung vorgenommen. Mit Bürste, Schrubber und/oder Besen wird der Schmutz gelockert und erste Teile entfernt. Im zweiten Schritt kommt das warme Wasser zum Einsatz, das von oben nach unten über die Dachpfannen gegeben wird. Der Schrubber kommt hier ebenfalls zum Einsatz. Mancher Schmutz muss erst ein wenig einweichen, daher empfiehlt es sich, diese Prozedur mehrfach zu wiederholen. Im letzten Schritt sollte jeglicher Schmutz vom Dach geschrubbt und gekehrt werden.

Dachrinne nicht vergessen! Zur Reinigung gehört auch die Befreiung der Dachrinne von Schmutzresten, die nicht zuletzt durch die Dachreinigung in ihr landen. Ansonsten droht eine Verstopfung.

Manche Partikel lösen sich erst nach einer Weile, daher ist es ratsam, einige Tage später noch mal mit dem Besen auf das Dach zu steigen, um diesen zu entfernen. Anderweitig würden sie die Dachrinne ebenfalls verstopfen.

Zusammenfassung

Dachpfannen sind robust für die Langlebigkeit gebaut. Dennoch können sich Moos, Algen und Flechten auf ihnen absetzen. Daher ist es manchmal notwendig, eine Reinigung vorzunehmen – was jedoch eine rein kosmetische Maßnahme ist. Dabei sollte beachtet werden, aus welchen Materialien die Dachpfannen bestehen: Ziegel sind aus Ton, Steine aus Beton sowie Kunststoff- und Metallvarianten sind möglich. Der Fachmann weiß her genau, welche Reinigung keine Schäden hinterlässt.

Artikelbild: © smuay / Bigstock.com

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3 Kommentare

  1. Luise Hanson 15.02.2019 13:49 Uhr

    Die Dachdecker haben unser Dach erst im letzten Jahr neu gedeckt und schon jetzt hat sich eine unschöne Verfärbung dort abgesetzt. Ich hatte zur Reinigung auch erst an ein Hochdruckgerät gedacht. Es stimmt aber schon, dass der Reiniger zu schwer sein könnte und ich werde einen Fachmann fragen.

    direkt antworten
  2. Luise Hanson 21.03.2019 08:03 Uhr

    Unsere Dachpfannen müssen dringend gereinigt werden und ich wollte das von einem Dachdecker machen lassen. Gut zu wissen, dass ich das auch so einfach selbst erledigen kann. Ich werde den Schrubber bereitstellen und noch Moosentferner besorgen. Mit dem Hochdruckreiniger bin ich dann auch besser vorsichtig.

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  3. Florian 31.10.2019 09:48 Uhr

    Gut zu wissen, dass eine Reinigung Schäden am Dach mit sich bringen kann! Ich wollte mein Dach reinigen, aber ich würde auf jeden Fall vermeiden, die Dachpfannen zu beschädigen. Am besten werde ich mich an einem Fachmann wenden, danke für den Tipp!

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