Neubau – So hält man Baukosten möglichst niedrig

Neubau – So hält man Baukosten möglichst niedrig

Viele Deutsche träumen noch immer vom Eigenheim. Während sich bei einigen dieser Traum recht schnell erfüllt, beispielsweise durch entsprechende Familienverhältnisse oder Erbe, kann es bei anderen viele Jahre oder Jahrzehnte dauern. Wieder andere verbringen gar ihr ganzes Leben damit oder schaffen es gar nicht, den Traum zur realisieren. Der Hauptgrund für das Groß der Menschen in Deutschland ist dabei das Geld bzw. die Finanzierung. Gerade jetzt, wo der Immobilienmarkt in luftige Höhen gerät, ist der Neubau wie der Kauf einer eigenen Immobilie noch schwerer zu erreichen als früher.

Umso wichtiger, die Baukosten möglichst gering zu halten. Wer beim Bau taktisch spart, erreicht das Ziel des Eigenheims früher, stressfreier oder ermöglicht sich gar erst dadurch die Finanzierung. Grundsätzlich haben Sie beim Sparen drei Möglichkeiten: Durch entsprechende Finanzierung und Planung im Voraus, über die Steuer und Förderung sowie über Eigenleistung. Auch auf spezielle Sparmodelle geht dieser Beitrag ein.

Wenn Sie die Finanzierung vorbereiten, können Sie Geld sparen

Ihr Leben wird später einfacher sein, wenn Sie einen Plan zum Aufbau von Ersparnissen, Aktienfonds und Altersvorsorge haben. Das gilt auch für den Haus- oder Wohnungsbau. Sie können viele Jahre lang Zinsen und Rückzahlungsverpflichtungen für den Ratenkredit sparen, wenn Sie vorausschauend planen und vor allem früh damit anfangen, Geld zur Seite zu legen.

Trotz dass auch im TV seit Jahren immer wieder darüber informiert wird, gibt es immer noch Menschen, die ein Sparbuch nutzen, um Geld zur Seite zu legen. Machen Sie das nicht! Es gibt bessere Alternativen!

Beachten Sie, dass „Geld zur Seite legen“ nicht bedeutet, ein Sparbuch oder Tagesgeldkonto zu führen. Damit es sich insbesondere zu aktuellen Zeiten wirklich lohnt, muss man aktuelle Anlagemodelle und Kapitalanlagen nutzen. Dies gilt insbesondere angesichts der sich jüngst immer höher entwickelnden Inflation. Sie könnten auch fondsbasierte Altersvorsorgepläne in Erwägung ziehen oder auf individuelle Möglichkeiten zurückgreifen, wie z. B. vom Unternehmen subventionierte Aktienkäufe oder andere Optionen.

Sparen Sie bei der Planung Ihres Hauses

Bauherren haben eine große Chance Geld zu sparen, wenn sie das richtige Grundstück wählen und das Haus erst danach planen: Das Grundstück ist preiswerter, wenn es nicht sehr gefragt ist und eine kleinere Fläche hat. Viele Gemeinden bieten jungen Familien auch Erbbaugrundstücke an, mit denen sie Geld sparen können. Sie können auch kleine Grundstücke mit einem Reihenhaus oder einer Doppelhaushälfte bebauen.

Hinsichtlich der Dienstleister besteht ebenfalls großes Sparpotential: Je weniger kompliziert die Konstruktion ist, desto günstiger ist das Haus schon seitens des Architekten. Fertighäuser von Anbietern wie Fingerhaus sind günstiger als der Bau eines Massivhauses, welches über einen Architekten oder ein Bauunternehmen mit diversen dritten Projektbeteiligten errichtet wird. Der Keller ist ein weiterer wichtiger Kostenfaktor. Ist der Keller notwendig oder reicht der Dachboden aus? Sind Erker notwendig? Sparfüchse ersetzen eine Dachterrasse durch einen kleinen Balkon oder gar eine Gartenterrasse. Solche und weitere Aspekte sind bei der Planung zu berücksichtigen und haben großen Einfluss auf die Gesamtkosten der Immobilie.

Kosten durch Förderung und steuerliche Absetzbarkeit reduzieren

Wer eine neue Immobilie baut, erhält seitens der öffentlichen Hand je nach Bau finanzielle Mittel aus diversen Fördertöpfen. Ein Beispiel ist der Bau eines Effizienzhauses, wenngleich die bisherige Förderung für energieeffiziente Gebäude bis auf Weiteres erstmal gestoppt ist. Förderungen für einzelne Teile des Hauses, wie z.B. die Heizung, sind ebenfalls möglich.

Die Effizienzhaus-Förderung wurde wegen fehlender Mittel Ende Januar 2022 zwar gestoppt: Es wird aber erwartet, dass die Förderung in naher Zukunft wieder aufgenommen wird. Aktuell läuft eine Haushaltsfreigabe von 9,5 Milliarden Euro.

Neben Förderungen gibt es auch steuerlich die Möglichkeit, Geld beim Hausbau zu sparen:

Werbungskosten sind Grundlage für steuerliche Absetzbarkeit

Die sogenannten Werbungskosten werden zum Ausgleich der Kosten für den Hausbau verwendet. Sie belaufen sich derzeit auf 1200 Euro pro Jahr. Das klingt erstmal wenig – nur bis zu 1200 Euro pro Jahr für den Bau eines Hauses von der Steuer abgesetzt werden können. Diese Situation verdeutlicht aber die Frage, warum es wichtig ist, die Kosten auf mehrere Jahre zu verteilen: Denn jedes Jahr werden 1200 Euro zur Steuerersparnis hinzugezählt. Da unter die Werbungskosten allerdings auch andere Kosten fallen können, kann sich dieser Vorteil im individuellen Fall relativieren.

Handwerkerrechnungen sind absetzbar – aber nicht die Lohnkosten

Konkret absetzbar sind „haushaltsnahe Dienstleistungen“. Das sind Kosten, die für die Bezahlung von Handwerkern verwendet werden, die im Umkreis eines Haushalts arbeiten. Dies betrifft beispielsweise die Kosten für den Fliesenleger, den Monteur oder den Maler. Allerdings lassen sich nur die Lohnkosten der Handwerker geltend machen und das auch nur zu 20% und nicht, wenn es sich um einen Neubau handelt. Auch eine finanzielle Förderung seitens der öffentlichen Hand schließt eine steuerliche Absetzbarkeit aus. Mit anderen Worten: Die Kosten für den Neubau von Fertighäusern, Massivhäusern, Wohnungen oder anderen Immobilien sind in keiner Weise absetzbar, wenn das Haus selbst genutzt wird.

Eine Ausnahme gibt es hier, wenn eine bereits vorhandene, denkmalgeschützte Immobilie saniert wird. Das ist zwar kein Neubau im eigentlichen Sinne, oftmals sind die Möglichkeiten der Veränderung allerdings recht groß – entsprechend dem Sanierungsaufwand. Die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude ist über 10 Jahre hinweg jedes Jahr mit bis zu 9% der Kosten steuerlich absetzbar – auch, wenn es sich dabei um den denkmalschutzgerechten „Neubau“ bzw. Wiederaufbau handelt.

Sparen Sie direkt beim Bau Ihres Hauses – durch Eigenverantwortung und Eigenleistung

Nach Abschluss der Planungsphase hat der Bauherr noch ein paar Möglichkeiten, Kosten zu sparen. Das gilt vor allem für die strikte Einhaltung des Zeitplans. Bauherren müssen ihrem Titel als „Herr der Baustelle“ gerecht werden. Dazu gehören regelmäßige Besuche, die Überprüfung der Projektpläne und die persönliche Nachbereitung mit den Handwerkern oder dem Bauunternehmer. Sie können eine Menge Geld sparen, wenn Sie die Zeit dazu haben. Hier wird das Sparpotenzial oft unterschätzt: Die endgültigen Kosten für den Bau eines Hauses sind durch Verzug oder im schlimmsten Fall Pfusch und überhöhte Rechnungen meist höher als erwartet.

Ihr Eigenleistungs-Beitrag sollte vor Baubeginn geplant werden

Wie viel Sie mit eigener Kraft zum Bau des Hauses beitragen möchten, sollte von Anfang an geplant werden. Bei Fertighäusern gibt es zum Beispiel verschiedene Ausbaustufen, die im Voraus festgelegt werden müssen. Bei Massivhäusern ist man zwar etwas flexibler – wenn man entsprechend Zeit mitbringt. Planen und evtl. mit Handwerkern kooperieren muss man in Eigenleistung aber ebenfalls. Der Umfang der Eigenleistung hängt von mehreren Faktoren ab.

Der Grad der Eigenleistung wird durch drei Faktoren bestimmt

Bevor Sie sich für den Bau Ihres Hauses mit Eigenleistung entscheiden, müssen Sie viele Faktoren berücksichtigen. Zu diesen Kriterien gehören die eigenen Fähigkeiten ebenso wie Kontakte oder mögliche Helferinnen und Helfer. Anhand von drei Kriterien wird entschieden, ob und welche Eigenleistung erbracht werden soll.

  1. Fähigkeiten: Man sollte das Wissen und die Werkzeuge haben, um die Arbeit zu erledigen.
  2. Arbeitskraft: Wie viele Personen können Ihnen bei der Arbeit helfen? Mehr Leute können schwierigere Aufgaben erledigen, wie z. B. das Decken des Dachs.
  3. Zeit: Dies ist für die meisten Menschen die größte Einschränkung, vor allem für Familien und Berufstätige und damit für die meisten Häuslebauer. Wenn man sie hat, kann man dadurch die ersten Faktoren abfedern: Wenn Ihnen das nötige Know-how fehlt, können Sie viel Zeit nutzen, um zu lernen und den größten Teil der Arbeit selbst zu erledigen.

Zusammenfassung

Der Kostendruck durch den Kauf einer Immobilie ist für die meisten Menschen in Deutschland so hoch, dass er sehr lange oder teils gar nicht zu tragen ist. Beim Neubau lässt sich dieser Kostendruck durch sinnvolle Sparmaßnahmen drücken, zum Beispiel durch taktische Investition im Voraus, durch Steuervorteile und Förderungen oder durch einen entsprechenden Anteil an Eigenleistung.

Faktencheck: Diese Möglichkeiten gibt es, um Geld beim Neubau zu sparen:

  • Clever investieren und Eigenkapital mehren, beispielsweise durch Aktien oder andere Assets.
  • Steuerliche Vorteile nutzen (Werbungskosten, Denkmalschutz, …) und Förderungen in Anspruch nehmen.
  • Eigenleistung: Je mehr Zeit, Skills und Manpower Sie haben, desto besser – hier steckt sehr großes Sparpotential.
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