Parkettleger: Alles zur Ausbildung & Gehalt

Parkettleger: Alles zur Ausbildung & Gehalt

Ein Parkettleger verlegt Parkett? Wer glaubt, die Tätigkeit in diesem Beruf reduziere sich nur auf Mosaik-, Fischgräten- oder Stabmuster – der ist auf dem Holzweg. Denn so eintönig ist der Beruf des Parkettlegers dann doch nicht. Natürlich sind schöne Böden aus edlem Holz das Metier des Parkettlegers.

Aber auch Versiegelung, Verschönerung, das Schleifen von Böden und das Ausmessen von Räumen sowie die Kundenbetreuung und vieles mehr sind ebenfalls typische Arbeiten eines Parkettlegers. Wer sich für diese Ausbildung entscheidet, lässt Bodenbeläge wie Parkett, Laminat und Kork, aber auch PVC und Linoleum in neuem Glanz erscheinen.

Parkettleger: Das sind die Eckdaten der Ausbildung!

Vom Zentralverband für Parkett und Fußbodentechnik ist die Ausbildung zum Parkettleger auf drei Jahre angesetzt. Die Ausbildung findet dual statt – das bedeutet Berufsschule und ein Ausbildungsplatz im Handwerksbetrieb. Bei Bedarf kann die Ausbildungszeit auch verkürzt werden. Das Gehalt in der Ausbildung liegt zwischen 523 Euro (1. Ausbildungsjahr) und 626 (3. Ausbildungsjahr).

In der Berufsschule werden die Grundlagen und die Theorie vermittel: Vermessen von Räumen, technisches Zeichnen, Fachwissen über Fußbodentechnik und unterschiedliche Materialien. Im Ausbildungsbetrieb geht es ab dem ersten Ausbildungsjahr auch an die praktischen Arbeiten. Und das bedeutet nicht nur das eigentliche Verlegen von Parkett.

Ein Parkettleger widmet sich auch der Kundenberatung. Gemeinsam zum Beispiel wird ein passender Boden ausgesucht und der Raum auf seine Gegebenheiten geprüft, bevor es überhaupt ans Parkettverlegen geht. Der Experte weiß, dass Raumtemperatur und Feuchtigkeit ebenso stimmen müssen, wie der Untergrund auch nicht uneben sein darf. Raum vermessen, Material zuschneiden und Co sind ebenfalls Arbeiten eines Parkettlegers, bevor es an Bandschleifmaschine, Klebemasse und Verlegen im Mosaik-, Fischgräten oder Stabmuster geht.

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Eckdaten im Überblick:

  • Ausbildungsdauer: drei Jahre, eine Verkürzung ist möglich
  • notwendiger Schulabschluss: Hauptschulabschluss
  • Gehalt während der Ausbildung: 523 Euro im 1. Jahr, 569 Euro im 2. Jahr, 626 Euro im 3. Jahr
  • Ausbildungsort: Berufsschule plus handwerkliche Betriebe und Werkstätten

Ablauf der Ausbildung: Das sind die Inhalte!

Die Inhalte der Ausbildung sind entsprechend einem Lehrplan festgelegt. So wird im ersten Ausbildungsjahr zunächst vermittelt, wie eine Baustelle eingerichtet wird. Hier gilt es, Arbeitsabläufe zu planen und das Arbeiten mit Kollegen zu erlernen. Der Auszubildende darf erste Dielenböden einbauen und auch Böden aus Mehrschichtelementen (z. B. Laminat, Fertigparkett) verlegen.

Zudem gehört das Anfertigen von technischen Unterlagen und Arbeitssicherung zum ersten Ausbildungsjahr. Auch der Umgang mit Werkzeugen wie Schlagklotz, Zugeisen und Gummihammer, unterschiedlichen Materialien wie Hölzer, Klebemasse und Wachs sowie komplizierten Maschinen wie der Bandschleifmaschine, Nagelmaschine und Co wird vermittelt.

Im zweiten Lehrjahr lernt der Auszubildende, wie er Bodenbelag geprüft und vorbereitet wird. Der Umgang mit Klebemasse und Co wird gelehrt. Der Nachwuchs darf nun Parkettböden verlegen und deren Oberfläche behandeln: Schleifen, mit Wachs versiegeln und andere Versiegelung beispielsweise gehören dazu. Zudem wird auch die Verlegung von elastischen Bodenbelägen wie Kork oder Linoleum vermittelt. Der Azubi stellt selber ebene Untergründe her, erstellt Profile und bringt diese an.

Im dritten Ausbildungsjahr darf der Nachwuchs auch Fußböden gestalten. Dies betrifft sowohl Parkettböden wie auch Holzpflaster und andere Holzfußböden. Hinzu kommt das Wissen, wie Bodenbeläge instand gehalten und restauriert werden – damit der edle Holzboden wieder in neuem Glanz erstrahlt. Auch Sonderkonstruktionen gehören zum dritten Lehrjahr.

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahrs erfolgt eine Zwischenprüfung. Am Ende der Ausbildung steht dass die Gesellenprüfung, die es zu bestehen gilt, um die Ausbildung abzuschließen.

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Voraussetzungen: Das sollte der Auszubildende zum Parkettleger mitbringen

Wer sich für die Ausbildung zum Parkettleger interessiert, sollte auch prüfen, ob er die notwendigen Voraussetzungen mitbringt. Ein gesunder Rücken und belastbare Knie sind für diesen Beruf essenziell. Verlegen, Versiegeln, Schleifen, unebene Untergründe begradigen – das bedeutet viel Zeit in gebückter Haltung. Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sind ebenfalls von Vorteil.

Ein Parkettleger muss sehr sorgfältig arbeiten. Wer sich beim Raum vermessen oder bei Zusammenschnitt des Materials verrechnet, riskiert höhere Kosten oder schlechte Arbeit. Parkettverlegen ist Millimeterarbeit – mathematisches Verständnis ist daher ein Muss.

Der Beruf des Parkettlegers ist für Personen geeignet, die lieber anpacken, als den ganzen Tag am Computer zu sitzen. Menschen, die sorgfältig und genau sind, eignen sich besonders für diesen Beruf. Wem technisches Verständnis fehlt und wer kein handwerkliches Geschick hat, sollte lieber einen anderen Ausbildungsberuf suchen, ebenso Menschen mit wenig mathematischer Begabung. Probleme mit dem Rücken und körperlich schlechte Fitness sind ebenfalls keine guten Voraussetzungen, um als Parkettleger zu arbeiten.

Auch Kreativität ist ein wichtiger Bestandteil des Berufsbilds. Eigene Designs entwerfen, edle Hölzer aufeinander abstimmen und passend auswählen, Muster für Holzpflaster erarbeiten – das gehört ebenfalls zum Parkettleger. Wer diesen Beruf wählt, sollte zudem gern im Team arbeiten und Spaß am Kontakt mit vielen Kunden haben.

Schulisch gilt mindestens der Hauptschulabschluss als Voraussetzung für den Beruf als Parkettleger. Aber auch Abiturienten können Ausbildungsplätze bekommen.

Zusammenfassung

Der Beruf des Parkettlegers geht weit über nur das Verlegen des Holzbodens hinaus. Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet dual statt. Ausbildungsplätze gibt es in Handwerksbetrieben, Werkstätten und Co.

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Artikelbild: Maleo / Bigstock.com

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3 Kommentare

  1. Ronja Oden 18.03.2020 13:41 Uhr

    Mein Neffe ist gelernter Parkettleger und hat mir gezeigt wie man Parkett am besten verlegen kann. Interessant finde ich, dass er in der Schule das Vermessen von Räumen, technisches Zeichnen, Fachwissen über Fußbodentechnik und unterschiedliche Materialien gelernt hat. Sein Wissen darüber, wie man Bodenbeläge instand hält und restauriert finde ich sehr nützlich.

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  2. Andreas Becker 15.04.2020 07:18 Uhr

    Mein Sohn und ich haben bei uns in der Wohnung bereits schon mal zusammen Parkett verlegt und das hat ihm so viel Spaß gemacht, dass er jetzt eine Ausbildung als Parkettleger in Betracht zieht. Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis hat er und auch einen gesunden Rücken. Ich denke, dass der Beruf gut zu ihm passt, denn auch mit Mathe hat er keine Probleme.

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  3. Tobias Müller 17.04.2020 14:17 Uhr

    Vielen Dank für die Vorstellung des Parkettleger-Berufes. Mein Sohn möchte eine handwerkliche Ausbildung beginnen, daher werde ich diesen Artikel mit ihm teilen. Ich denke die hier beschriebenen Voraussetzungen wie technisches und mathematisches Verständnis, Sorgfalt und Geschick bringt er für diesen Beruf mit!

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