Welche Rebsorten wähle ich für meinen Garten?

Welche Rebsorten wähle ich für meinen Garten?

Weinreben im Hausgarten und an Pergolen sind nicht nur dekorativ und spenden Schatten, sondern sie liefern jedes Jahr zusätzlich schmackhafte Weintrauben. Möchte man Wein selbst anbauen, dann benötigt man die edle Weintraube, die mit ein wenig Glück auch in Norddeutschland für reiche Ernte sorgt. Im eigenen Garten sollte man in erster Linie die Tafeltrauben anpflanzen. Es handelt sich hierbei um spezielle Züchtungen, die in der Regel frosthart sind. Empfehlenswert sind dabei die kernarmen Sorten Lakemont, Vanessa und Phoenix.

Was versteht man unter pilzresistenten Rebsorten?

Viele der bekannten europäischen Traubensorten, wie zum Beispiel

  • Cabernet Sauvignon
  • Chardonnay
  • Merlot
  • Pinot Noir
  • Riesling

sind anfällig gegen eine Reihe von Krankheiten. Je nachdem, wie die Klima- und Wetterverhältnisse sind, müssen diese Weinstöcke mehr oder weniger mit Pflanzenschutzmitteln besprüht werden. Möchte man Trauben jedoch in seinem Hausgarten anbauen, möchte man mit Sicherheit auf den Einsatz von Giften verzichten. Man sollte daher auf pilzwiderstandsfähige Reben (PIWI) zurückgreifen.

Edelfäule an reifen Beeren

Edelfäule an reifen Beeren

Diese werden in Fachkreisen oft auch als Hybriden oder als interspezifische Sorten bezeichnet. Es handelt sich dabei um Neuzüchtungen, welche aus Kreuzungen von Europäer-Reben und pilzfesten Amerikaner-Reben entstanden. In einigen der neuen Züchtungen wurden auch asiatische Weinreben eingekreuzt. Die bekanntesten PIWI-Züchtungen sind

  • Cabernet-Jura
  • Monarch
  • Regent
  • Maréchal Foch
  • Léon Millot (rot)
  • Johanniter
  • Seyval Blanc
  • Solaris (weiß)

Diese Liste wird permanent durch neue Rebsorten erweitert, die nicht oder wenig anfällig sind gegen die verschiedenen Pilzkrankheiten wie

  • Falscher Mehltau (Peronospora)
  • Echter Mehltau (Oidium)
  • Grauschimmel (Botrytis)

Diese Rebsorten müssen nur mit relativ wenig an Pflanzenschutzmitteln besprüht werden.

PIWI-Reben – sowohl ökologisch als auch ökonomisch ein Gewinn

Die Vorteile vom sogenannten PIWI-Rebstock liegen klar auf der Hand. Es werden deutlich weniger Spritzmittel benötigt, was sich wiederum positiv auf die Bodenbelastung auswirkt. Gleichzeitig werden die Nützlinge an den Weinreben geschützt. Nach der Reifezeit kann man sich über einen höheren Ertrag an knackigen Früchten freuen und gleichzeitig Kosten für Pflanzenschutzmittel einsparen, was sich ökonomisch bemerkbar macht.

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Möchte man die Weinreben in seinem Hausgarten biologisch anbauen, dann sind chemisch-synthetische Spritzmittel generell nicht erlaubt. Sicherlich kann man die Weinreben mit Kupfer- und Schwefellösungen spritzen, jedoch sollte man vermehrt auf PIWI-Reben bauen.

Unterschiede Weintraube zu Traube aus dem Garten

Im Gegensatz zu den Weintrauben kann man die Tafeltrauben direkt vom Strauch naschen. Übrigens sind Tafeltrauben aus dem Hausgarten nicht für die Weinherstellung geeignet. Die Früchte sind meist deutlich größer als die Weintrauben aus dem Weinberg und nicht ganz so aromatisch. Die kleinen und mittelgroßen Beeren sind in der Regel kernarm oder gar kernlos.

Die wichtigsten Qualitätsmerkmale von guten Tafeltrauben

Bevor man sich für Weinreben für den Garten entscheidet, sollte man sich ausgiebig über die Ansprüche bezüglich des Standortes und der Eigenschaften der Beeren informieren. Nicht alle Rebsorten eignen sich für jede Region. Lebt man in einer mild-warmen Region, dann ist das wichtigste Qualitätsmerkmal der Weinreben die ausreichende Frosthärte des Holzes. Des Weiteren sollte man möglichst auf den Einsatz von Fungiziden verzichten können, da Weinreben von Natur aus anfällig sind gegen Mehltau und Grauschimmel.

Man sollte sich beim Kauf auf pilzresistente Sorten beschränken. Natürlich ist der Geschmack der Beeren nicht unwichtig. Es gibt Trauben, die süß bzw. säuerlich schmecken, mit oder ohne Muskataroma sind, einen feinfruchtigen Geschmack haben bzw. kernarm oder kernlos sind. In einer Rebschule wird man alle nötigen Informationen darüber bekommen.

Beliebte blaue Trauben sind:

  • Blauer Portugieser – mittelgroße Beeren, süßlicher Geschmack und ertragsreich
  • Regent – widerstandsfähig gegen Mehltau, mittelgroße Früchte
  • Kodrianka – viele mittelgroße Früchte mit wenig Kernen
  • Venus – mittelgroße Safttrauben ohne Kerne, winterhart und mit einer Resistenz gegenüber Pilzen
  • Muskat Bleu – kernlos, sehr frosthart, mit feinem Muskatgeschmack, Resistenz gegen Mehltau
  • Früher Blauer Burgunder – kleine und sehr süße Beeren ohne Muskataroma, sicherer Ertrag
  • Romulus – kernlose kleine Früchte, resistent gegen Pilzerkrankungen
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Rote und blaue Tafeltrauben überraschen meist auch mit einem dekorativen Herbstlaub.

Beliebte gelbe und grüne Trauben:

  • Weißer Gutedel – große Beeren mit fein säuerlichem Geschmack
  • Bianca – sehr ertragreiche und mehltauresistente Sorte
  • Arkadia – widerstandsfähige und gesunde Sorte, sehr ertragreich, Beeren haben einen fruchtig-süßen Geschmack
  • Kischmisch KM 342 – kernlose Traube mit kleinen runden und schmackhaften Beeren
  • Birstaler Muskat – kräftiger Muskatgeschmack, mittelgroße Beeren, beliebte Tafeltraube

Der richtige Standort für Trauben im Garten

Weinreben zählen zu den Kletterpflanzen und benötigen, egal ob an der Hauswand oder im Kübel (Topf) angepflanzt, ein Spalier. Die Pflanzung der Weinstöcke sollte möglichst an einer vollsonnigen und geschützten Hauswand in Richtung Südosten eingeplant werden. Je mehr Sonne die Pflanzen bekommen, umso süßer und saftiger schmecken später die Beeren.

Der Boden sollte auf keinen Fall zu steinig oder kalkhaltig sein. Mit einem lockeren Boden lässt sich sehr gut Staunässe vermeiden, was wiederum auch die Pflanzen vor Pilzerkrankungen schützt. Das Pflanzloch sollte eine Tiefe von ca. 40 bis 50 cm haben. Vor dem Einpflanzen der Weinrebe gibt man ein wenig Kompost in das Pflanzloch und deckt die Pflanze dann mit Erde ab.

Beim Einpflanzen muss man darauf achten, dass die verdickte Veredelungsstelle ca. 5 bis 10 cm über der Erdoberfläche liegt. Der Abstand zur Hauswand sollte mindestens 20 cm betragen, denn so haben die Wurzeln ausreichend Platz sich auszubreiten. In einer Baum- oder Rebschule wird man die besten Pflanzen bekommen, wobei man beim Kauf auf Containerreben achten sollte, denn die kann man das ganze Jahr über pflanzen.

Die Pflege der Weinreben im Garten

Frische Weinstöcke sollte man einmal in der Woche ausreichend gießen. Gerade an der Hauswand oder in Kübeln ist das sehr wichtig, damit die Reben ausreichend Laub ausbilden können. Im ersten Jahr lässt man den Haupttrieb wachsen, damit sich ein starker Stamm entwickeln kann. Erst danach beginnt man die Triebe regelmäßig zu schneiden. Neben den Pilzerkrankungen kann es auch zu einem Schädlingsbefall der Weinreben kommen.

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Die bekanntesten Schädlinge sind der Bekreuzte Traubenwickler, der Heuwurm, die Reblaus und die Schlupfwespe. Da Weinreben anfällig gegen verschiedene Krankheiten sind, sollte man möglichst zu den PIWI-Neuzüchtungen greifen. Auf keinen Fall darf die Pflege der Weinreben im Hausgarten zu kurz kommen, da ansonsten die Ernte mehr oder weniger komplett ausfallen könnte.

Hilfreiche Tipps zum Standort und zur Pflege bekommt man in der örtlichen Rebschule.

Zusammenfassung

Weinreben im Hausgarten sind nicht nur schön anzusehen, sondern sie liefern auch im Herbst schmackhafte Trauben. Man hat bei den sogenannten Tafel-Trauben die Wahl zwischen weißen und roten Sorten. Beachtet man die wichtigsten Pflegehinweise, kann man sich über eine reichhaltige Ernte freuen.

Artikelbild: Khakimullin / Bigstock.com

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