Schädlinge und Ungeziefer im Haus – Tipps zu Bekämpfung

Schädlinge und Ungeziefer im Haus – Tipps zu Bekämpfung

Auch die Menschen, die keine Tierliebhaber sind und zu Hause keine Tiere besitzen möchten, haben trotzdem welche – und das meistens ohne davon zu wissen. In schwer zugänglichen Stellen, im Verborgenen, wie beispielsweise in Hohlräumen unter dem Boden oder in den Schrankritzen, kann man immer kleine Tierchen finden.

Nicht selten sind es Schädlinge, also keine herzlich willkommene Gäste. Sie kommen auf verschiedene Art und Weise ins Hausinnere: Pelzkäfer oder Kleidermotten fliegen einfach von außen in die Wohnung und suchen dort nach Nahrung. Andere Tierchen, wie Speckkäfer oder die Lebensmittelmotte, werden meistens ohne es zu wissen mit dem Einkauf nach Hause geschleppt. Als „Transportmittel“ wird am liebsten trockenes Tierfutter oder Getreide genutzt. Sie werden oft erst dann entdeckt, wenn sie schon Larven entwickelt haben. Man findet sie plötzlich im Müsli, erkennt ihre Anwesenheit an den Löchern im Lieblingspullover oder bei juckenden Stichen am Körper. Spätestens dann wird es Zeit, etwas gegen die kleinen Biester zu unternehmen. In Deutschland kommen folgende Ungeziefer- und Schädlingsarten am meisten vor:

  • Silberfischchen
  • Mäuse
  • Motten
  • Bettwanzen
  • Mehlwürmer
  • Hausstaubmilben
  • Kellerasseln
  • Ameisen

So werden Silberfische erfolgreich bekämpft

Silberfische sind nur etwa einen Zentimeter klein, ihre Haut ist silbrig schimmernd. Sie gehören zu den populärsten ungebetenen Untermietern in deutschen Häusern. Sie kommen am häufigsten an Plätzen vor, wo es besonders feucht ist, also beispielsweise im Bad, im Keller oder in der Küche. Sie werden zurecht als eklig empfunden. Die meisten Menschen wollen sie schnell mit chemischen Mitteln bekämpfen, obwohl das nicht der richtige Weg ist, weil man damit nur die Symptome und nicht die Quelle vernichtet. Es gibt jedoch auch Wege, wie man die Silberfische, die eigentlich Silberfischchen heißen und mit den Fischen überhaupt nichts zu tun haben, zu 100 Prozent loswerden kann.

Silberfische im Badezimmer

Räume mit Luftfeuchtigkeit von mindestens 80 Prozent und andere warme Orte – das sind Verhältnisse, die Silberfische am meisten lieben. Es ist dann logisch, dass sie am häufigsten im Badezimmer zu finden sind. Die kleinen Krabbler sind sehr lichtscheu und sind tagsüber fast nicht zu sehen. Sie verstecken sich gerne hinter losen Tapeten und Fußleisten, ihre Lieblingsorte sind aber auch unter der Badewanne in der Nähe des Abflusses. Im Allgemeinen sind Silberfische sogar nützlich, sie fressen Hausstaubmilben und gesundheitsgefährdende Schimmelpilze. Um die Silberfische wirkungsvoll und dauerhaft aus dem Haus zu verjagen, sind folgende Tipps hilfreich:

  1. Richtiges Lüften: Betroffene Räume sollte man mindestens zwei bis drei Mal täglich gut durchlüftet werden. Die Fenster weit öffnen und jeweils für zehn Minuten frische Luft in die Wohnung lassen. Als wirkungsvoller hat sich bis jetzt das sogenannte Querlüften erwiesen. Dabei werden einfach die Fenster für einige Minuten in gegenüberliegenden Räumen geöffnet.
  2. Wäsche am besten nicht in der Wohnung trocknen: Wird die Wäsche in den geschlossenen Räumen zum Trocknen aufgehängt, sollten sie immer gut durchgelüftet sein. In Räumen, in denen es keine Fenster gibt, sammelt sich zu viel Feuchtigkeit an, was die besten Lebensbedingungen für Silberfische schafft. Die beste Lösung: Die Wäsche immer an der frischen Luft aufhängen.
  3. Typische Rückzugsorte der Silberfische finden und beseitigen: Ritzen, offene Fugen, Rissen in der Tapete – das alles sind potenzielle Orte, die für Silberfische infrage kommen könnten. Es empfiehlt sich daher, die beschädigten Stellen möglichste schnell zu reparieren, um den Tieren keine Möglichkeiten zur Ansiedlung zu bieten.
  4. Klebefallen einrichten: Klebefallen auf Leimbasis sind hervorragende Mittel zu Bekämpfung der Silberfische. Spezielle Duftstoffe (Pheromone oder Fraßlockstoffe) dienen als Köder, die Silberfische in die Falle locken. Die Klebefallen sind in den meisten Drogerie- oder Baumärkten erhältlich.

Mäuse im Haus – schnell erkennen und sukzessiv bekämpfen

Mäuse im Haus sind keine angenehmen Gäste und können durchaus größere Schäden einrichten. Dazu sind sie als Überträger von gefährlichen Krankheitserregern besonders gefährlich. Sie sind als Verbreiter des Hantavirus bekannt, der über die Ausscheidungen von Mäusen übertragen wird. Eine Hantavirus-Infektion kann im ersten Stadium unbemerkt bleiben. Als Erstes treten grippeähnliche Symptome auf. Dazu kommt dann hohes Fieber von mehr als 38 Grad, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen – die gewöhnlichen Anzeichen einer Grippe. Weiterhin sinkt der Blutdruck, die Nierenfunktionen werden gestört, was im schlimmsten Fall zu totalem Nierenversagen führen kann. Der Virus verbreitet sich hauptsächlich über den Kot und Urin von Rötelmäusen. Als Meister im Versteckspielen bleiben die kleinen Nager anfangs oft unentdeckt. Die Mäuse suchen sich gerne neue Unterschlüpfe in Zeiten, wo es draußen kalt wird – also im Spätjahr und im Winter. Sie sind besonders anpassungsfähig, nisten sich schnell ein und gehen erst nachts auf die Suche nach etwas Fressbarem. Sie verunreinigen Lebensmittel und Vorräte durch Anfraß und Kot, außerdem sind sie verantwortlich für diverse Schäden an Kabeln und elektrischen Geräten.

So wird man mit Mäusen fertig

Um die Mäuse aus dem Haus erfolgreich und definitiv zu verjagen, müssen einige Punkte in die Tat umgesetzt werden:

  1. Schlagfallen: Eine effektive und häufig eingesetzte Waffe gegen die kleinen Nagetiere. Sie besteht aus einem Metallbügel, der mittels einer kräftigen Feder nach hinten gespannt werden kann. Dazu kommt noch ein Ködermittel – Speck, Rosinen, Nüsse und Käse. Wenn die Maus den Köder schnappt, wird die Falle aktiv. Der Metallbügel schnappt zu und bricht der Maus das Genick oder das Rückgrat.
  2. Lebendfallen: Sie bestehen in der Regel aus einem Metallkäfig, der auf einem Holzbrett steht und mit einem Köder die Mäuse anlockt. Sobald eine Maus an den Köder geht, wird ein Mechanismus ausgelöst, der die Eingangsöffnung verschließt – die Maus sitzt buchstäblich in der Falle.
  3. Mäusegift: Das Mäusegift ist in den Haushalten ein weitverbreitetes Mittel, um die Mäuse zu töten. Meistens handelt es sich dabei um Fraßköder, deren Bestandteil ein Rodentizid ist. Der Wirkstoff verhindert die Blutgerinnung, die Mäuse werden nach Aufnahme des Mäusegifts innerlich verbluten und sterben. Weil das Mäusegift mit einer Verzögerung seine Wirkung entfaltet, entsteht bei den übrigen Mäusen keine Köderscheu.
  4. Katzen als natürliche Mäusejäger: Die Katzen werden vor allem in ländlichen Gegenden zur Mäusebekämpfung eingesetzt. Dort haben sie auch in Scheunen, Speichern, Dachböden und Kellern genügend Platz, um ein eigenes Jagdrevier zu bilden. In dem Wohnbereich ist es jedoch weniger sinnvoll, Katzen als Mäusejäger anzuheuern. Mäusejagd wird meistens zu einer blutigen Angelegenheit, die unschöne Spuren in der Wohnung hinterlassen kann.

Artikelbild: © Erni / Shutterstock

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1 Kommentar

  1. Jürgen Manger von Schädlingshilfe 15.08.2017 14:33 Uhr

    Sehr gelungener und super geschriebener Beitrag. Besonders Wäsche in der Wohnung trocknen ist etwas, das viele Leute gerade in Großstädten praktizieren.. Wir werden jetzt auch einen Blogbeitrag dazu schreiben und versuchen somit das Problem besser bekannt zu machen.
    Beste Grüße
    Jürgen

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