Terrassenplatten verlegen – Kosten richtig kalkulieren

Terrassenplatten verlegen – Kosten richtig kalkulieren

Terrassenplatten gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen. Eine Anforderung wird aber an alle Materialien gestellt: Sie müssen frostsicher sein. Wie pflegeintensiv die Platten sein dürfen, hängt von den individuellen Anforderungen des Bauherren ab.

Was kosten Terrassenplatten zum Verlegen?

Art der TerrassenplattenKosten pro m²
Betonplattenca. 12 – 18 Euro
Natursteinplattenab ca. 50 Euro
Terrassenplatten aus Holzab ca. 10 Euro

Zu den Kostenfaktoren zählen nicht nur die eigentlichen Terrassenplatten. Zusätzlich müssen weitere Baumaterialien wie zum Beispiel Kies, Schotter oder Plattenlager angeschafft werden. Wird das Verlegen nicht selber erledigt, fallen Arbeitskosten an. Der Aufbau eines tragfähigen Untergrunds wird vor allem dann teuer, wenn dabei Höhenunterschiede zu bewältigen sind.

Der Preis hängt von mehreren Faktoren ab

Beim Herstellen des Unterbetts sollte unbedingt beachtet werden, dass die Terrassenfläche ein Gefälle von 2 Prozent aufweisen muss, damit sich kein Wasser sammelt und möglicherweise Schäden anrichten kann. Das Erdreich im Bereich der zukünftigen Terrasse hat einen großen Einfluss auf den Preis. Daher ist es nicht ganz ungewöhnlich, wenn am Ende doch höhere Kosten als geplant entstehen, weil das Erdreich die Arbeiten erschwert hat.

Auch die Zugänglichkeit des Arbeitsbereichs ist ausschlaggebend für den Preis. So muss mit höheren Kosten gerechnet werden, wenn es schwer oder unmöglich ist, Geräte wie einen Minibagger auf die Baustelle zu transportieren. Weitere zusätzliche Kostenfaktoren sind unter anderem Höhenunterschiede im Gelände oder besonders aufwendige Verlegemuster, wie sie vor allem bei Natursteinplatten häufig sind.

Bei einigen Dienstleistern sind die Terrassenplatten in den Gesamtkosten bereits enthalten. Die Kunden erhalten hier Material und Arbeitsleistung aus einer Hand, was sich häufig lohnen kann, wenn man als Hausherr nicht selber Hand anlegen möchte.

Beispielrechnung für eine 15 m² große Terrasse

MaterialKosten
Natursteinplatten (70 € pro m²)1.050 €
Aushub und Unterbau400 €
Verlegung der Terrassenplatten460 €
Gesamtkosten1.910 €

Die Kosten können deutlich reduziert werden, indem die beiden letztgenannten Punkte selber durchgeführt werden.

Betonplatten: Die preiswerte Variante

Eine Terrasse aus Betonsteinen ist vergleichsweise kostengünstig. Die Platten sind in verschiedenen Größen und in unterschiedlicher Optik erhältlich. Ein Belag aus Betonsteinen kostet in der Anschaffung etwas 12 bis 18 Euro pro Quadratmeter. Damit sind die Betonplatten sogar günstiger als Pflastersteine und auch die Verlegung ist komfortabler, als wenn der Bauherr sich für das Pflastern der Terrasse entscheiden würde.

Durch die im Vergleich zu Natursteinplatten relativ geringen Materialkosten fallen bei Betonplatten die Kosten für das Erstellen eines tragfähigen Unterbaus und für das eigentliche Verlegen noch stärker ins Gewicht. Daher sollten sich versierte Heimwerker im Vorfeld überlegen, ob sie für diese Arbeiten eine Firma beauftragen oder sie selber ausführen.

Auch eine teilweise Eigenleistung ist möglich. So ist zum Beispiel der Aushub des Erdreichs gut selber zu erledigen. Das Erschaffen eines geeigneten Untergrunds aus Schotter und Split ist dann schon deutlich schwieriger.

Natursteinplatten: Edel und beständig

Naturstein ist das teuerste Material für Terrassenplatten, hält dafür aber bei richtiger Verlegung auch am längsten. Die Preise für hochwertige Natursteinplatten beginnen ungefähr bei 50 Euro pro Quadratmeter, nach oben hin sind kaum Grenzen vorhanden. Nicht nur die Steine selber sind teurer, als wenn Betonplatten oder Holz verwendet werden.

Möchte man die Natursteinplatten nicht in Eigenleistung verlegen sondern beauftragt hierfür einen Profi, so müssen auch höhere Arbeitskosten einkalkuliert werden. Vor allem wenn es sich nicht um Terrassenplatten mit einheitlichen Maßen handelt, ist die Verlegung deutlich komplizierter und damit auch teurer. Dafür sind die Verlegemuster besonders individuell und verleihen der Terrasse einen eigenen Charakter.

Obwohl bei einer Natursteinterrasse deutlich höhere Gesamtkosten entstehen, entscheiden sich viele Hausherren für diese Variante. Die Langlebigkeit des Materials und das edle Aussehen sind gute Argumente, etwas mehr zu investieren. Allerdings sollte bei echten Steinen noch mehr als ohnehin darauf geachtet werden, dass der Untergrund gut vorbereitet ist.

Wer es sich nicht zutraut, ein geeignetes Fundament zu erstellen und das Splittbett ausreichend zu verdichten, sollte die Arbeiten daher professionellen Handwerkern überlassen, auch wenn dies mit relativ hohen Kosten verbunden ist.

Terrassenplatten aus Holz: Günstig und modern

Eine optisch ansprechende Terrasse muss nicht zwangsläufig aus Steinen bestehen. Stattdessen können auch Holzplatten verwendet werden, und auch mit massiven Dielen kann ein Holzdeck auf der Terrassenfläche entstehen.

Im Vergleich zum Arbeiten mit Bodenplatten aus Beton oder Naturstein, ist für das Verlegen der Holzplatten nur ein relativ geringer Aufwand erforderlich. Die Platten sind mit einem Klicksystem ausgestattet, so dass sie auch von weniger erfahrenen Heimwerkern gut verlegt werden können. Der Unterbau muss allerdings auch hier stimmen, da sonst schnell Unebenheiten entstehen können.

Der Preis kann bei Terrassenfliesen aus Holz sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem, welches Holz verwendet wird und wie aufwendig dieses verarbeitet ist. Die günstigsten Terrassen- und Gehwegplatten sind bereits für etwas über 10 Euro pro Quadratmeter erhältlich.

Unterbau herstellen lassen

Für den Bau einer Terrasse mit Beton-, Naturstein- oder Holzplatten können Hausherren eine Firma beauftragen, wenn sie die Arbeiten nicht selbst durchführen möchten. Bevor die eigentlichen Verlegearbeiten beginnen können, muss zunächst einmal im Bereich der Terrassenfläche ein tragfähiger Untergrund geschaffen werden.

Dazu wird die Fläche mit einer Schnur abgesteckt und anschließend ausgehoben. Anschließend wird eine ca. 10 bis 20 Zentimeter dicke Schicht aus Schotter eingefüllt, die mit einer Rüttelplatte verdichtet wird. Um eine ausreichende Festigkeit zu gewährleisten, sollte dabei schichtweise gearbeitet werden. Auf die Schotterschicht folgt eine ungefähr 5 Zentimeter dicke Schicht aus Splitt, in welcher später die Platten verlegt werden.

Terrassenplatten selber verlegen

Da beim Bau einer Terrasse die Kosten für die Verlegung durch professionelle Handwerker oftmals die eigentlichen Materialkosten übersteigen, erledigen viele Heimwerker die Arbeit ganz oder teilweise selbst. Terrassenplatten können auf unterschiedliche Weise verlegt werden. Besonders einfach ist die Verlegung auf Stelzlagern, welche im Baumarkt für ungefähr 2 Euro pro Stück erhältlich sind. Bei höhenverstellbaren Plattenlagern besteht zudem der Vorteil, dass kleine Unebenheiten des Untergrunds ausgeglichen werden können.

Die Verlegung der Platten auf Mörtel ist dagegen nur für erfahrene Heimwerker zu empfehlen. Ist der Mörtel einmal getrocknet, können keine Korrekturen mehr vorgenommen werden. Daher wird stattdessen häufig die lose Verlegung im Kiesbett gewählt. Diese ist zwar nicht ganz so langlebig wie eine feste Verlegung, dafür können einzelne Platten aber deutlich leichter ausgetauscht werden.

Die Fugen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Unabhängig von der Verlegeart sollte unbedingt eine einen Zentimeter breite Dehnungsfuge zur Hauswand freigelassen werden. Bei den anderen Fugen beträgt der Abstand ungefähr 3 bis 5 Millimeter. Um den Fugenabstand gleichmäßig einzuhalten, können beim Verlegen Fugenkreuze verwendet werden.

Im Gegensatz zu Pflastersteinen ist es bei Terrassenplatten nicht zwingend nötig, die Fugen aufzufüllen. Vor allem wenn sich unter der Terrasse ein Betonsockel befindet, hat der Verzicht auf eine Verfugung den Vorteil, dass Regenwasser besser ablaufen kann. Allerdings hat diese Variante auch ihre Nachteile. So kann beispielsweise zwischen den Platten leichter Unkraut wachsen, und es ist auch möglich, dass die Terrassenplatten sich verschieben.

Wer sich für eine Verfugung entscheidet, sollte ein Material wählen, welches Wasser gut abfließen lässt. Sand oder feinkörniger Kies ist gut geeignet, hat aber den Nachteil, dass in den Fugen Unkraut wachsen kann, welches dann gelegentlich beseitigt werden muss. Wird dagegen Fugenmörtel verwendet, so wächst meist gar kein Unkraut zwischen den Platten. Elastischer Mörtel kann sich den Bewegungen der Platten anpassen und ist daher festem Mörtel vorzuziehen, welcher nach einiger Zeit zu bröckeln beginnt.

Vor einer festen Verfugung mit Mörtel sollte ein Heimwerker immer bedenken, dass durch diese ein Austauschen der Platten erschwert wird.

Sorgfältig arbeiten und spätere Probleme vermeiden

Es ist nur dann sinnvoll, Terrassenplatten in Eigenleistung zu verlegen, wenn von Anfang an sorgfältig gearbeitet wird. Das beginnt beim Vorbereiten des Untergrunds und endet mit dem Verlegen der letzten Platte.

Alle wichtigen Positionen sollten zunächst genau ausgemessen und mit Pflöcken und Schnüren markiert werden. Die korrekte Lage jedes einzelnen Steins wird direkt mit einer Wasserwaage überprüft. Beim losen Verlegen in einem Sand- oder Kiesbett müssen die Heimwerker jeden Stein gut mit einem Gummihammer festklopfen. So wird verhindert, dass die Steine später weiter absacken oder sich anderweitig verschieben.

Soll die Terrasse auch bei Nässe genutzt werden, darf wegen der Rutschgefahr kein zu glatter Stein verwendet werden. Sowohl beim Verdichten des Fundaments als auch beim Verlegen der Steine mit der Wasserwaage sollte ein Gefälle von mindestens 2 Prozent berücksichtigt werden.

Randsteine richtig zuschneiden

Mit einem Winkelschleifer mit Diamanttrennscheibe lassen sich Bodenplatten relativ einfach zuschneiden. Hierzu wird der Terrassenbelag aus Stein zunächst gut gewässert und dann zuerst auf der Unterseite entlang der vorher eingezeichneten Linien eingeschnitten. Anschließend wird die Platte umgedreht, und von der anderen Seite ebenfalls eingeschnitten, so dass sie sich teilt.

Bei einem Holzdeck ist das Zuschneiden sogar noch einfacher, hier kann eine normale Handkreissäge verwendet werden. So können im Bereich der Hauswand oder an den anderen Grenzen der Terrasse die Randsteine passgenau zugeschnitten werden. Nach dem Schneiden darf nicht vergessen werden, die Platte sofort mit sauberem Wasser abzuwaschen, da der Schleifstaub ansonsten Flecken verursachen kann.

Diese Materialien sollten bei der Kostenkalkulation berücksichtigt werden:

  • Terrassenplatten
  • Schotter
  • Split
  • Stelzlager
  • Mörtel
  • Fugenmörtel

Nicht alle der genannten Materialien werden bei jeder Verlegeart benötigt. Wer alle Arbeiten selber erledigen möchte, hat oft nicht alle benötigten Geräte zur Hand. Diese können in vielen Baumärkten gegen eine Gebühr ausgeliehen werden. Für den Aushub eines Kiesbetts lohnt es sich außerdem oft, einen Minibagger zu leihen, anstatt sich mit dem Spaten abzumühen.

Zusammenfassung

Die Preise für die Verlegung von Terrassenplatten hängen stark davon ab, ob ein Heimwerker diese selber durchführen möchte, oder ob dafür eine Firma beauftragt wird. Zwar kann die komplette Arbeit von Heimwerkern selber durchgeführt werden, allerdings ist dafür ein sehr sorgfältiges Arbeiten erforderlich. Da neben Gummihammer und Wasserwaage meist auch teurere und größere Geräte benötigt werden, ist es oft sinnvoll, diese auszuleihen anstatt sie nur für diese eine Arbeit käuflich zu erwerben.

Artikelbild: _jure / Bigstock.com

  • Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen?
  • JaNein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.