Trockenmauer aus Natursteinen gestalten – So sollten Sie vorgehen

Trockenmauer aus Natursteinen gestalten – So sollten Sie vorgehen

Die Trockenmauer kann dem eigenen Garten das gewisse Etwas verleihen. Darüber hinaus bietet sie aber noch viele weitere Vorteile: Sie lässt sich bepflanzen, bringt natürliches Flair mit und weist eine hohe Stabilität auf. Zudem können Sie die Trockenmauer vollständig aus Natursteinen bauen. Derartige Natursteine sind ein beliebter Trend in der Gartengestaltung, sodass es wenig verwunderlich ist, dass sich immer mehr Hobbygärtner für eine Naturstein-Trockenmauer entscheiden. In diesem Heimhelden.de-Artikel verraten wir Ihnen, warum es sich lohnt, eine Trockenmauer aus Naturstein in Ihrem Garten zu errichten und worauf Sie dabei achten sollten.

Trockenmauern sind vielseitig einsetzbar und haben viele Vorteile

Wie der Name „Trockenmauer“ schon sagt, werden die einzelnen Steine bei dieser Mauer trocken aufeinander gelegt. Die Fugen bleiben demnach offen und werden nicht mit Mörtel gefüllt. Aus diesem Grund hat die Trockenmauer einen wesentlichen Vorteil gegenüber herkömmlichen Betonmauern: Sie können die Fugen dekorativ bepflanzen. Darüber hinaus gibt es noch einen Pluspunkt: Trockenmauern bieten Wildtieren einen wertvollen Lebensraum. Insbesondere nützliche Insekten wie Hummeln und Bienen verwenden die Fugen der Trockenmauer gern als Unterschlupf. Aber auch von Blindschleichen und Eidechsen werden die Mauerritzen als Lebensraum genutzt. Deshalb stellt die Trockenmauer aus ökologischer Sicht eine ideale Wahl dar.

Im Garten lassen sich Trockenmauern dabei vielseitig einsetzen:

  • Als Begrenzung für ein Hochbeet
  • In Schwimmteichen als Abgrenzung vom Tiefwasser- zum Flachwasserbereich
  • Als Kräuterspiralen

Speziell für Kräuterspiralen sind Naturmauern perfekt. Dabei werden die Steine spiralförmig auf Schotter angeordnet und stellen für verschiedenste Kräuter einen perfekten Lebensraum dar.

Häufig werden Trockenmauern im Garten zur Hangabstützung verwendet. Ursprünglich kamen sie nämlich im Weinbergbau zum Einsatz. Dort wurden sie jahrhundertelang zur Terrassierung der steilen Weinberge genutzt.

Obwohl Trockenmauern meist als Schwerlastmauern dienen, ist es auch möglich, sie freistehend im Garten zu platzieren – etwa als Blickfang oder als Abgrenzung zwischen dem Nutzgarten- und dem Ziergartenbereich.

Trockenmauer bauen – Tipps und Hinweise für Hobbyhandwerker

Um eine Trockenmauer zu bauen, ist kein Fachmann notwendig. Das gilt zumindest dann, wenn ihre Mauer eine Höhe von einem Meter nicht überschreiten soll.

Sofern Sie mit der Trockenmauer einen hohen Sichtschutz errichten möchten, sollten Sie sich an einen Profi wenden. Nur er kann für die dabei erforderliche Stabilität sorgen.

Grundsätzlich eignen sich für den Bau alle Arten von Steinen. Ungeschlagene Natursteine kommen ebenso in Frage wie Findlinge. Beliebt sind beispielsweise Jura, Sandstein, Kalkstein und Granit. Sie können diese Steine auf verschiedene Arten aufeinander schichten, wobei Steine mit unterschiedlichen Größen die Trockenmauer besonders reizvoll wirken lassen. Wenn Sie Ordnung lieben, achten Sie beim Bau auf ein regelmäßiges Schichtwerk. Sehr schön sind aber auch Trockenmauern mit einem wechselnden Fugenbild.

Welches Fundament ist für eine Trockenmauer erforderlich?

Prinzipiell kann die Trockenmauer überall im Garten errichtet werden. Allerdings ist ein gutes Fundament immer die Basis. Die Trockenmauer-Experten von BioTopic Natursteine geben in diesem Zusammenhang die folgenden Tipps:

  • Ein Fundament aus Schotter ist das Minimum, um eine stabile Trockenmauer zu errichten
  • Auf Erde oder Sand ist in der Regel keine ausreichende Stabilität erzielbar
  • Eine verdichtete Schicht aus Hartkalksteinschotter von bis zu 30 Zentimetern verhindert größere Setzungen ebenso wie ein Absinken der Mauer

Deshalb sollten Sie im ersten Schritt den Bereich, wo die Mauer später stehen soll, etwa 40 Zentimeter tief ausgraben. Auf die 30 Zentimeter starke Schotterschicht können Sie noch zehn Zentimeter Sand füllen, bevor dann die erste Reihe Natursteine folgt.

Wenn die Trockenmauer zur Hangbefestigung dient, ist es wichtig, eine leichte Schräge zum Hang einzuhalten. Andernfalls kann es passieren, dass die Mauer bei starken Regenfällen weggedrückt wird.

Bei freistehenden Trockenmauern können Sie auf diese Schräglage verzichten.

Schritt für Schritt die Trockenmauer im Garten errichten

Wenn das Fundament steht, schichten Sie die erste Reihe der Natursteine auf. Verwenden Sie dafür zunächst die größten Steine. Das ist wichtig, damit die Mauer auch die notwendige Stabilität erhält und nicht beim ersten Windstoß umfällt. Danach folgt die nächste Reihe. Sofern es sich um eine Hangmauer handelt, muss der Hohlraum sofort mit Muttererde gefüllt werden. Lücken zwischen einzelnen Steinen füllen Sie mit Schotter oder Sand auf. So erhält die Mauer die gewünschte Stabilität. Größere Hohlräume können Sie mit Erde auffüllen, um sie zu bepflanzen.

Es ist sinnvoll, die Hohlräume direkt beim Bau zu bepflanzen. Durch eine solche Bepflanzung wirkt die Trockenmauer nicht nur dekorativer, sie erhält gleichzeitig auch mehr Stabilität. Typische Pflanzen, die sich hervorragend für Natursteinmauern eignen, sind zum Beispiel:

Wenn Sie für den Bau der Mauer gleichmäßige Steine einsetzen, sollten Sie einen unterschiedlichen Fugenverlauf anstreben. Dann wird die Trockenmauer stabiler. Ungleichmäßige Steine sollten so aufgeschichtet werden, dass sie sich miteinander verzahnen. Sofern Sie ein ordnungsliebender Mensch sind und viel Wert darauf legen, dass die Mauer gleichmäßig, linear, gerade und ohne Bogen verläuft, so ist es empfehlenswert, vor Baubeginn eine Schnur zu spannen, die den optimalen Verlauf anzeigt. An dieser Schnur können Sie sich dann beim Aufschichten der Steine orientieren.

Heben Sie sich die schönsten Natursteine am besten bis zum Schluss auf, damit sie den oberen Abschluss bilden. Dort ist es auch möglich, große Steinplatten anzubringen, die später als Sitzgelegenheit dienen. Wenn es sich um eine Stützmauer handelt, bieten sich Polsterstauden als Abschluss an. Sie breiten sich über die Jahre hinweg aus und überwuchern die Mauer regelrecht.

Zusammenfassung

Eine Trockenmauer wird, wie der Name schon sagt, trocken gebaut, also ohne dass die Fugen mit Mörtel verfüllt werden. Das bietet viele ökologische Vorteile, denn dadurch können die Mauerritzen dekorativ bepflanzt werden und dienen gleichzeitig als Lebensraum für allerhand Tiere. Um eine Trockenmauer im eigenen Garten zu bauen, muss zunächst ein Fundament errichtet werden, das der Mauer die erforderliche Stabilität verleiht.

Artikelbild: Volokhatiuk / Bigstock.com

1 Kommentar

  1. Laura Heimisch 07.11.2018 08:09 Uhr

    Hallo. Mein Garten ist zwar sehr breit und gepflegt, aber einen Nachteil hat er schon: wir haben dort keine Privatsphäre und Menschen können reinschauen. Mit der Zeit ist das unangenehm geworden und ich wollte mich mit der Außengestaltung beschäftigen, um eine Lösung zu finden. Eine bepflanzte Trockenmauer könnte echt eine schöne Idee sein. Vielen Dank

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