Blitzableiter – Soviel kostet der Blitzschutz!

Blitzableiter – Soviel kostet der Blitzschutz!

Vor Unwettern hat der Mensch intuitiv Angst – doch nicht nur das Naturspektakel von Blitz und Donner verängstigt das menschliche Gemüt, sondern es ist auch ein hochexplosives physikalisches Schauspiel. Bei einem Einschlag von Blitz auf Wohnhäuser können gewaltige Stromladungen entstehen, die in Sekundenschnelle Brände im Dachstuhl auf Holz und Stroh entfachen und die elektronischen Geräte im Haus lahmlegen können. Eine technische Rückversicherung vor Blitzeinschlag, die eine Ableitung von Strom ums Haus herum in das Erdreich bewirkt, wird im Volksmund „Blitzableiter“ genannt.

Was kostet ein Blitzableiter?

Die Gesamtkalkulation für die Anbringung eines Komplett-Blitzableiters aus allen drei Elementen für ein Einfamilienhaus sieht also so aus:

ElementeKosten
Fangeinrichtung und Ableitungsanlage1.500 – 2.000 €
Erdung500 – 1.000 €
Innerer Blitzschutz600 – 900 €
Gesamtkosten2.600 – 3.900 €

Ein Blitzschutz ist generell, wie bereits gesagt, aus drei Elementen bestehend: Fangeinrichtung und Ableitungsanlage, Erdung und innerer Blitzschutz. Diese drei Elemente werden zwar verbunden, sollten aber einzeln berechnet werden, da es unterschiedliche Marken und Anbieter mit differierendem Preisniveau gibt.

Ein Blitzableiter entschärft potentiell gefährliche Situationen im Haus: er schützt das Haus vor Blitzeinschlag, und er hilft auch sicher und zuverlässig, riskante Überspannungsschäden von elektronischen Geräten zu vermeiden und Brände zu verhindern. Das System funktioniert so, dass Energie in die Erde abgeleitet wird und somit unschädlich gemacht wird. Hierzu muss eine Leitung installiert werden, die aus einem hochleitfähigen Material besteht und einen bestimmten Querschnitt hat. Diese Installation kann direkt beim Neubau eines Hauses angebracht werden, oder man kann sein Haus nachträglich aufrüsten.

Die meisten Bauherren wissen, wie wichtig der effektive Schutz vor Brand, Blitz, Kabelbrand, Überhitzung und Überspannungsschäden ist, denn er hilft nicht nur dabei, technische Systeme, Steckdosen und Hauselektronik gebrauchsfertig zu erhalten, sondern kann im Extremfall Lebensgefahr abwenden und Menschenleben retten. Doch was kostet die Installation eines Blitzableiters, und was gibt es zu beachten? Im Folgenden soll eine kleine Übersicht helfen, die Kosten im Blick zu behalten und Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zu erhalten.

Die Gesamtinvestition beträgt also rund dreitausend Euro – keine geringe Summe für Hausbesitzer. Auch ist die Größe des Hauses entscheidend für die Kosten des Blitzableiters – im Beispiel wurde mit rund 150 Quadratmetern Wohnfläche gerechnet (statistischer Durchschnitt bei Neubauten); bei größeren Wohnhäusern vergrößert sich dementsprechend auch die erforderliche Menge Material, was die Kosten wieder steigert.

Allerdings ist der Schutz, den eine gute Blitzableiter-Anlage bietet, wenn man sie fachgerecht baut, den meisten Hausherren die Investition wert, denn dadurch können lebensgefährliche Brände effektiv vermieden werden, was nicht nur ruhig schlafen lässt, sondern auch Versicherungskosten senken hilft. Denn die meisten Versicherungen (Hausratversicherung, Gebäudeversicherung) machen im Schadensfall durch Brand und Blitzeinschlag ihre Leistung davon abhängig, ob zum Zeitpunkt des Unfalls ein Blitzableiter installiert war.

Wenn der Hauseigentümer es versäumt hat, seine Familie durch ein Blitzschutzsystem zu schützen, kann es richtig teuer werden, da die Versicherung oft den Versicherungsnehmer in die eigene Tasche greifen lässt. Deshalb sehen viele verantwortliche Eigenheimbesitzer im Einbau einer Blitzschutzanlage eine gute Investition in die eigene Sicherheit – und eine Vorbeugung zum Vermeiden von unnötigen Kosten im Schadensfall.

Im Gegensatz zur jährlichen Wartung von Schornsteinen, die in Deutschland gesetzliche Pflicht durch Verordnungen ist, ist die Montage eines Blitzableiters auf Einfamilienhäusern nicht gesetzlich vorgeschrieben. Es wird jedoch vom deutschen Dachdecker-Verband aus Gründen der privaten Sicherheit dringend empfohlen, das Eigenheim mit dem nötigen Brandschutz und Überspannungsschutz auf- oder nachzurüsten.

Die drei Faktoren des Blitzableiters

Am einfachsten – und kostengünstigsten – ist es, den Einbau eines Blitzableiters schon beim Neubau zu berücksichtigen. Somit erspart man sich zusätzliche, nachträgliche Kosten für Handwerker, die Wände aufreißen oder Leitungen verlegen müssen. Doch nicht immer ist das möglich, wenn man zum Beispiel ein Haus ohne Blitzschutz geerbt hat oder selbst, als Hausbesitzer, beim Bauen den Blitzschutz vernachlässigt hat – dann muss der Dachdecker einspringen und die Anlage installieren.

Sowohl die anfängliche, als auch die nachträgliche Anbringung einer Blitzschutz-Anlage besteht immer aus drei Elementen: innerer und äußerer Blitzschutz und Erdung. Der äußere Blitzschutz, der im Volksmund auch einfach „Blitzableiter“ genannt wird, ist dabei die sogenannte Fangeinrichtung und Ableitungsanlage, die am Haus montiert wird und auch Photovoltaik und Satellitenschüsseln schützen kann. Der innere Blitzschutz besteht aus einer Blitzschutzanlage für Innenräume mit Leitungen aus Kupfer oder anderen hochleitfähigen Materialien und soll zuverlässig vor Kabelbrand schützen und zum Schutz vor Überspannungsschäden im Haus in Stromleitungen und Drähten von technischen Geräten (Herd, Fernsehen, Computer) sorgen.

Der Fachmann rät: der innere Blitzschutz ist heute, da wir zunehmend in hochtechnisierten Haushalten leben, sehr wichtig, um elektronische Geräte vor Überspannungsschäden zu bewahren – und die Hausbewohner vor Brand und Explosion. Die Erdung hingegen bezeichnet die Erdungsanlage, die dazu dient, Energie in den Boden abzugeben, nachdem diese vom Haus abgeleitet worden ist. Hierzu muss das Material für die Erdungsanlage Feuchtigkeit standhalten und einen perfekten Korrosionsschutz beinhalten, denn Rost würde die Sicherheit der Erdungsanlage gefährden.

Die drei notwendigen Elemente des Blitzschutzes sind: innerer Blitzschutz, äußerer Blitzschutz und Erdung. Alle drei Elemente sollten grundsätzlich fachmännisch angebracht und miteinander verbunden werden, damit ein optimaler Schutz vor Blitzstrom entsteht. Die Installation durch einen Fachmann (Dachdecker) wird empfohlen.

Wissenswertes über Zubehör zum Blitzschutz

Die äußere Blitzschutzanlage mit Fanganlage und Fangstange ist am leichtesten zu identifizieren, denn sie hilft, durch Blitz einschlagende Energie vom Dach aus gefahrlos ins Erdreich abzuleiten, und dieses Ableiten ist der allgemein bekannteste Effekt von Blitzschutzanlagen. Doch auch andere Elemente des Blitzschutzes sollten nicht vernachlässigt werden, auch wenn ihre Anbringung oder Nachrüstung an Wohnhäusern nicht so einfach ist. Grundsätzlich ist der Schutz vor Überspannung und Überspannungsschäden auch im Haus ein großes Plus für die Sicherheit der Bewohner.

Überspannungsschutzgeräte gehören zum Bereich des inneren Blitzschutzes und sorgen dafür, dass auch Telefonsysteme im Haus keine Überspannungsschäden bekommen können. Es gibt verschiedene Blitzschutzsysteme auf dem Markt mit unterschiedlichen Blitzschutzklassen – welche für die Größe und die Bedürfnisse Ihres Haushalts in Frage kommt, kann der Fachmann (der Dachdecker) am besten einschätzen. Die Abnahme muss auf jeden Fall ein Fachbetrieb leisten – damit im Ernstfall auch wirklich eine reibungslose Funktionsweise der Blitzschutzanlage garantiert ist.

Eine kleine Physik des Schutzes vor Blitz und Unwetter

Bei der Erdungsanlage werden Stromschläge in den Boden abgeleitet. Nicht nur muss das Material der Erdungsanlage korrosionsfrei sein, es sollte auch idealerweise in einen Boden führen, der immer leicht feucht ist, denn Wasser führt zu einem geringeren elektrischen Widerstand. Wer also in einer Gegend wohnt, in der der Boden natürlich etwas feucht ist, kommt mit einer ausgezeichnet rostfreien Erdungsanlage in den Genuss hoher Sicherheit vor Blitzeinschlag.

Zusammenfassung

Wer sich vor Überspannungsschäden am und im Haus schützen will, kommt um die Anbringung eines Blitzableiters nicht herum. Jeder Hausbesitzer sollte also beim Neubau oder spätestens nachträglich eine Blitzschutzanlage anbringen lassen. Hierbei kommt es auf die Elemente Erdung, innerer und äußerer Blitzschutz an. Die Kosten variieren natürlich je nach Hersteller und Größe des zu schützenden Hauses, doch sie betragen im Durchschnitt rund 3000 Euro für eine funktionstüchtige Blitzschutzanlage für ein Einfamilienhaus.

Artikelbild: borzywoj2 / Bigstock.com

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