Mobiles Zuhause kaufen: Wohnmobil versus Wohnwagen

Mobiles Zuhause kaufen: Wohnmobil versus Wohnwagen

Sie möchten häufig Urlaub in der Natur machen, fernab von Hotels und Pensionen, aber das klassische Camping mit dem Zelt ist nicht das Richtige für Sie? Sie wünschen sich ein mobiles Zuhause, das Sie nach Ihren eigenen Vorstellungen einrichten können und mit dem Sie auf kurzen Reisen ebenso flexibel sind wie auf längeren Touren?

Dann könnte es eine Überlegung wert sein, sich mit der Anschaffung eines Wohnwagens oder Wohnmobils zu befassen. Doch welches der beiden mobilen Heime ist besser für Sie geeignet? Wo liegen die Unterschiede? Und worauf sollten Sie bei der Finanzierung achten? Diese und weitere wichtige Fragen zum Thema Wohnmobil- oder Wohnwagenkauf klären wir in diesem Beitrag von Heimhelden.de.

Wohnmobil oder Wohnwagen kaufen – wichtige Vorabüberlegungen

Ob ein Wohnmobil oder ein Wohnwagen besser für Sie in Frage kommt, hängt in erster Linie davon ab, welche Art von Urlaub Sie bevorzugen. Wenn Sie häufiger Ihren Standort wechseln, weil sie beispielsweise gerne Rundreisen machen, ist ein Wohnmobil die richtige Wahl. Es ist unkompliziert zu handhaben und bietet Ihnen die Möglichkeit, schnell an einen neuen Ort zu reisen.

Mit einem Wohnwagen sind Sie hingegen besser beraten, wenn Sie längere Zeit auf demselben Campingplatz stehen bleiben möchten und planen, auch Ausflüge in die nähere Umgebung zu unternehmen. Dann können Sie den Wohnwagen einfach stehen lassen und sind mit dem PKW flexibel unterwegs.

Wägen Sie vor dem Kauf gut ab, welches Modell Sie wirklich benötigen. Ein luxuriöses Wohnmobil mit umfangreicher Ausstattung mag sehr verlockend sein, allerdings ist ein solches oft nicht notwendig – dafür aber sehr teuer. Es lohnt sich nur, wenn Sie wirklich sehr oft mit dem Wohnmobil verreisen.

Je höher der Kaufpreis ist, desto genauer müssen Sie sich vorab überlegen, wie Sie die Kosten stemmen. Für die Finanzierung gibt es laut dem Portal finanzcheck.de mehrere Möglichkeiten:

  • Barkauf
  • 3-Wege-Finanzierung (Ballonfinanzierung mit Anzahlung, monatlichen Raten und Schlussrate)
  • Klassischer Kredit
  • Finanzierung über Händler
  • Finanzierung über Kreditinstitut

Vor vermeintlich vielversprechenden Null-Prozent-Finanzierungen warnt finanzcheck.de jedoch, da diese oft zu teuer sind oder unzulässige Kostenbestandteile beinhalten.

Technische Unterschiede zwischen Wohnwagen und Wohnmobil

Natürlich gibt es zwischen Wohnwagen und Wohnmobilen auch technische Unterschiede. Dies gilt insbesondere für den Antrieb: Ein Wohnmobil hat einen eigenen Antrieb, während Sie den Wohnwagen an ein Zugfahrzeug ankuppeln müssen. Des Weiteren gibt es Abweichungen in Bezug auf die Inneneinrichtung: Wohnmobile sind so konzipiert, dass Sie damit permanent mobil sein können. Es gibt daher fest integrierte Frischwasser- und Abwassertanks. Auch die Stromversorgung ist ohne externe Stromquelle möglich, denn die Haushaltstechnik wird an den Akku des Wohnmobils angeschlossen. Dieser liefert einen 12-Volt-Gleichstrom.

In einigen Wohnmobilen sind auch Wechselrichter eingebaut, die eine Stromspannung von 230 Volt erlauben. Im Wohnwagen ist hingegen eine externe Stromversorgung erforderlich. Wenn diese nicht verfügbar ist, müssen Sie die Küchengeräte mit Campinggas betreiben. Das Frischwasser erhalten Sie im Wohnwagen entweder durch eingebaute Tanks oder durch Kanister. Das Abwasser fließt in der Regel in einen Kanister oder Tank ab, der unterhalb des Wohnwagens angebracht ist. Es muss manuell abgeführt werden.

Welcher Führerschein wird für welches Fahrzeug benötigt?

Ein Wohnwagen ist ein Anhänger, sodass Sie dafür die gängigen Anhänger-Regelungen beachten müssen. Ein normaler B-Klasse-Führerschein reicht nur für Wohnwagen, die unterhalb der zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen liegen. Sofern die Gesamtmasse über diesem Grenzwert liegt, ist ein zusätzlicher Anhängerführerschein der Klasse BE erforderlich.

Die Führerschein-Erweiterung B96 erlaubt es Ihnen, PKW-Caravan-Kombinationen zu fahren, die eine Gesamtmasse von 4,25 Tonnen nicht überschreiten.

 

Ein Wohnmobil mit einer Gesamtmasse von höchstens 7,5 Tonnen darf hingegen von Inhabern eines Klasse-B-Führerscheins gefahren werden, sofern Sie diesen vor dem Jahr 1999 erhalten haben. Wenn Sie die Führerscheinprüfung später abgelegt haben, brauchen Sie in Deutschland die C1-Fahrererlaubnis, sobald Ihr Wohnmobil mehr als 3,5 Tonnen zulässige Gesamtmasse auf die Waage bringt. In den USA und in Kanada wäre es Ihnen erlaubt, auch mit einem Klasse-B-Führerschein größere Wohnmobile zu fahren.

Unterschiede in puncto Steuern, TÜV und Versicherungen

Für ein Wohnmobil müssen Sie eine Haftpflichtversicherung abschließen. Es gibt hierbei spezielle Wohnmobiltarife. Auch ein Wohnwagen benötigt eine KFZ-Haftpflichtversicherung. Für diesen Zweck wird eine sogenannte Campingversicherung inklusive Teil- und Vollkaskoversicherungsschutz angeboten. Die Vordächer und -zelte werden dabei mitversichert. Die Höhe der KFZ-Steuer für Wohnmobile ist abhängig von Schadstoffklassen. Bestimmt wird sie durch das Fahrzeuggewicht und die Emissionsschlüsselnummer.

Sie müssen auch für einen Wohnwagen eine KFZ-Steuer zahlen, auch wenn dieser keinen Kraftstoff verbraucht. Sie fällt aber viel niedriger aus als bei einem Wohnmobil.  

Bei Wohnmobilen ist eine regelmäßige Haupt- und Abgasuntersuchung erforderlich. Liegt das Gesamtgewicht bei bis zu 3,5 Tonnen, so steht die Untersuchung alle 24 Monate an. Ist das Wohnmobil schwerer, so muss es ab dem sechsten Jahr nach der Zulassung alle 12 Monate zur Untersuchung. Schwergewichte, die mehr als 7,5 Tonnen wiegen, werden von Beginn an jedes Jahr überprüft. Bei Wohnwagen wird bis 3,5 Tonnen alle zwei Jahre eine Hauptuntersuchung vom TÜV nötig, während Wohnwagen über 3,5 Tonnen jährlich untersucht werden.

Parken mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil: Darauf sollten Sie achten

Wohnwagen dürfen maximal zwei Wochen lang am Straßenrand oder auf einem öffentlichen Parkplatz abgestellt werden. In den meisten Ländern Europas ist allerdings das sogenannte Wildcampen verboten. Das bedeutet, dass Sie außerhalb von Campingplätzen in der Regel nur in einem Wohnwagen oder Wohnmobil übernachten dürfen, um die Tüchtigkeit wiederherzustellen. Dies ist auf eine Zeitdauer von ungefähr zehn Stunden begrenzt. Eine Alternative sind Stellplätze für Wohnmobile, wo Sie auch für zwei bis drei Nächte übernachten dürfen.

Zusammenfassung

Viele Camper sind unsicher, ob sie mit einem Wohnwagen oder einem Wohnmobil besser beraten sind. Bei der Entscheidungsfindung spielt es vor allem eine Rolle, welche Art von Urlaub geplant ist – also ob man eine Rundreise plant, für die das Wohnmobil besser geeignet ist, oder ob man länger auf einem Campingplatz verweilen möchte, sodass sich ein Wohnwagen eher anbietet. Zudem kommt es bei der Auswahl auf technische Aspekte, die anfallenden Steuern, die benötigten Versicherungen, den erforderlichen Führerschein und die Kosten für TÜV und Hauptuntersuchungen an.

Artikelbild: Virrage Images / Bigstock.com

  • Hat Ihnen dieser Artikel weitergeholfen?
  • JaNein

Entspricht einer Bewertung von 5 / 5
WPWC0#

0 Kommentare

  1. Franz Miller 27.03.2020 14:24 Uhr

    Gut zu wissen, dass ein Wohnmobil die richtige Wahl ist, wenn man häufiger seinen Standort wechseln will. Ich überlege noch ob ein Wohnmobil oder ein Wohnwagen für mich das Richtige ist und finde es interessant, dass sich ein Mobil nur lohnt, wenn man wirklich oft damit vereist. Ich werde mich auch erkundigen ob die entsprechenden Modelle vom TÜV geprüft wurden.

    direkt antworten
  2. Ronja Oden 07.04.2020 09:36 Uhr

    Meine Eltern mieten sich jedes Jahr ein Appartement für den Urlaub, von dem aus sie dann Ausflüge in die nähere Umgebung unternehmen. Früher hatten sie ein Wohnmobil, aber das ist ihnen heute zu stressig. Deswegen haben sie es uns vermacht, und ich finde es gut zu wissen, dass ein Wohnmobil einen eigenen Antrieb hat, während man den Wohnwagen an ein Zugfahrzeug ankuppeln muss.

    direkt antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.