Clematis düngen: Wann, womit und wie oft?

Clematis düngen: Wann, womit und wie oft?

Die Clematis gilt als „Königin der Kletterpflanzen“, was nicht zuletzt an den wunderschönen Blüten liegt, die die Pflanzen bilden und mit denen sie den ganzen Sommer über den Garten schmücken. Die Kletterpflanze wird auch als Waldrebe bezeichnet und erweist sich im Garten als wahres Multitalent: Sie rankt an tristen Holzzäunen, Carports, Garagen, Hauswänden und Torbögen empor und verwandelt sie in ein farbenfrohes Blütenmeer. Zudem ist sie eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Wer keinen eigenen Garten hat, kann die Clematis auch in einen Kübel pflanzen und beispielsweise den Balkon damit verschönern. Einige frühe Sorten beginnen schon im April zu blühen. Dazu gehört zum Beispiel die „Clematis alpina“, die eine Wuchshöhe von bis zu drei Metern erreichen kann. Ab Mai beginnen dann die großblumigen Sorten wie etwa die „The President“ zu blühen. Sie zählt zu den robusten Pflanzen der Clematis-Familie und kann sogar bis zu fünf Meter hoch werden. Darüber hinaus ist die Sorte „Multi Blue“ beliebt, weil sie imposante gefüllte Blüten ausbildet, die bis zu zwölf Zentimeter groß werden können. Wenn Sie diese Clematis-Sorte richtig pflegen, wird sie Sie fast den ganzen Sommer über mit ihren prächtigen Blüten verwöhnen. Damit eine Clematis dichtes Laub und eine prächtige Blüte entwickeln kann, benötigt sie neben einem geeigneten Standort und ausreichend Wasser aber auch viele Nährstoffe, weshalb sie regelmäßig mit Dünger versorgt werden sollte. Im nachfolgenden Artikel haben wir allerhand Tipps für Sie, damit Sie einen geeigneten Dünger finden und den richtigen Zeitpunkt zum Düngen nicht verpassen.

Allgemeine Tipps zur Pflege der Clematis für eine üppige Blüte

Insgesamt ist die Clematis eine Kletterpflanze mit geringen Ansprüchen. Wichtig ist jedoch, im Garten einen geeigneten Standort für die Pflanze auszuwählen. Der Fuß der Waldrebe sollte möglichst schattig sein, damit er nicht so leicht austrocknen kann. Insbesondere im ersten Jahr nach dem Pflanzen sollte die Clematis dann mit viel Wasser versorgt werden. Achten Sie darauf, dass der Boden der Clematis nie zu trocken ist.

Übertreiben Sie es mit dem Gießen nicht, denn Staunässe verträgt die Kletterpflanze überhaupt nicht. Deshalb sollten Sie lieber täglich eine geringe Menge Wasser verabreichen als lediglich ab und an große Mengen.

Wenn die Clematis nicht an einen Baum oder einen Zaun gepflanzt wird, an dem sie empor klettern kann, sollten Sie ihr eine Rankhilfe zur Verfügung stellen. Dann wird sie besser wachsen. Sobald Sie einen geeigneten Standort gefunden haben, heben Sie ein Pflanzloch in der Erde aus, das so tief ist, dass auch die unteren beiden Blattpaare eingegraben werden können. Das dient als Vorsichtsmaßnahme gegen die weit verbreitete Clematiswelke. Sollte die Pflanze von dieser Pilzerkrankung befallen werden, ist die Wahrscheinlichkeit dann höher, dass sie noch einmal austreibt, wenn Sie sie großzügig schneiden. Die besten Startvoraussetzungen für eine lange Blüte schaffen Sie, indem Sie die Clematis in einen guten Mutterboden pflanzen, den Sie zusätzlich mit älterem Kompost mischen. Auch Hornspäne können Sie untermischen. Sie wirken als organischer Langzeitdünger.

Welcher Dünger ist geeignet?

Nachdem Sie die Waldrebe in Ihren Garten gepflanzt haben, müssen Sie diese im ersten Jahr noch nicht düngen. Der untergemischte Kompost und die Hornspäne genügen, um die Pflanze mit ausreichend Nährstoffen für eine üppige Blütenpracht zu versorgen. Erst im zweiten Jahr ist es notwendig, die Clematis zu düngen. Gerade in der Wachstums- und Blütephase benötigen die Pflanzen dann viele Nährstoffe.

Geben Sie der Waldrebe am besten im Frühjahr einen organischen oder mineralischen Dünger.

Als blühende Kletterpflanze hat die Waldrebe einen sehr hohen Bedarf an Kalium. Im Fachhandel finden Sie Spezialdünger auf organisch-mineralischer Basis, der diesem Bedürfnis entspricht. Insbesondere die nachfolgenden zwei Dünger eignen sich, um die Clematis mit Nährstoffen zu versorgen:

  1. Kölle’s Beste Clematis-Dünger
  2. Cuxin DCM

Beide Präparate weisen unter anderem eine ausgewogene NPK-Zusammensetzung für Clematis auf.

Kölle’s Beste Clematis-Dünger

Der Hersteller dieses Produkts nutzt eine NPK-Zusammensetzung von 6-3-8. Außerdem enthält der Clematis-Dünger fünf Prozent Guano. Dieses besteht aus den Ausscheidungen südamerikanischer Seevögel, weshalb es viele Nährstoffe enthält, die das Bodenleben gezielt aktivieren. Der Hersteller empfiehlt, den Dünger einmal im März oder April und einmal im Juni oder Juli mit einer Dosierung von 70 bis 100 Gramm pro Quadratmeter zu verabreichen. Eine im Kübel gepflanzte Waldrebe sollte im Zeitraum von März bis August im Abstand von vier Wochen jeweils 20 Gramm Dünger in das angefeuchtete Substrat erhalten.

Cuxin DCM

Dieser Dünger enthält sechs Prozent Stickstoff, fünf Prozent Phosphor und zehn Prozent Kalium. Dementsprechend wird der hohe Kaliumbedarf der Waldrebe mit diesem Präparat sehr gut gedeckt. Das unterstützt eine lange Blüte der Kletterpflanze. Gleichzeitig tragen die mineralischen Komponenten dazu bei, dass die Nährstoffe schnell verfügbar sind. Das Düngemittel, das in einer granulierten Variante verkauft wird, können Sie von März bis September mit etwa 100 bis 150 Gramm pro Quadratmeter verabreichen.

Clematis ohne handelsüblichen Dünger mit Nährstoffen versorgen: So funktioniert es

Viele Gärtner pflanzen die Waldrebe in ihrem naturnahen Garten und legen daher viel Wert auf eine ökologische Düngung. Dementsprechend wollen sie auf jegliche Dünger verzichten, die mineralische Zusätze enthalten. Damit die Kletterpflanze trotzdem ausgewogen gedüngt und mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden kann, sollten Sie eine Kombination aus Pflanzenjauchen und Kompost verwenden. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Beginnen Sie mit der Düngergabe im zweiten Jahr nach der Pflanzung, sofern Sie beim Pflanzen Kompost und Hornspäne untergemischt haben
  • Ab März bis September arbeiten Sie alle acht bis 14 Tage Rindenhumus und reifen Kompost oberflächlich in die Erde der Waldrebe ein
  • Zusätzlich überbrausen Sie im Wechsel alle acht bis 14 Tage das Erdreich mit einer kaliumreichen Beinwell-Jauche
  • Alternativ können Sie auch einen organischen Dünger aus Beinwell- und Brennnesseljauche herstellen

Sofern der pH-Wert unter 5,5 liegt, sollten Sie zusätzlich im Frühjahr Vitalkalk für die Düngung verwenden.

Denken Sie daran, den Boden nach dem Düngen der Clematis immer zu bewässern. Nur dann kann die Pflanze die Nährstoffe auch aufnehmen. Pflanzenjauchen nutzen Sie bitte grundsätzlich im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt. Achten Sie darauf, dass Sie das Laub der Clematis nicht mit flüssigem Dünger benetzen. Andernfalls haben die Pilzsporen der Clematiswelke leichteres Spiel.

Clematis auf dem Balkon – Ein Extratipp für die organische Düngung

Falls Sie die blühfreudige Kletterpflanze nicht im Freibeet im Garten, sondern in einem Kübel auf dem Balkon kultivieren möchten, leistet ein Wurmhotel beim Düngen der Clematis eine wertvolle Hilfe. Das Wurmhotel liefert den organischen Dünger als Wurmtee und Wurmkompost. Es handelt sich dabei um eine platzsparende Holzkonstruktion, in der die Würmer auf vier verschiedenen Ebenen die organischen Haushaltsabfälle zu einem nahrhaften Dünger verarbeiten. Diesen Fest- und Flüssigdünger können Sie dann regelmäßig in die Erde des Kübels mischen, um die Waldrebe auf Ihrem Balkon mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen.

Zusammenfassung

Die Clematis ist eigentlich eine verhältnismäßig anspruchslose Pflanze, sie benötigt aber die passenden Nährstoffe, damit sie lange und üppig blüht. Die Düngung erfolgt entweder mit einem Clematis-Spezialdünger aus dem Handel oder mit einer Mischung aus Pflanzenjauchen und Kompost. Für eine Waldrebe auf dem Balkon ist ein Wurmhotel empfehlenswert, um die Nährstoffe in organischer Form zur Verfügung zu stellen.

Artikelbild: © Timof / Bigstock.com

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