Gesund wohnen: Wie man Schadstoffe in der Wohnung erkennt und beseitigt

Gesund wohnen: Wie man Schadstoffe in der Wohnung erkennt und beseitigt

Atembeschwerden, gereizte Schleimhäute, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und allergische Reaktionen der Haut: Die Liste der möglichen Leiden ist lang, mit denen zahlreiche Menschen zu kämpfen haben. Nicht immer findet sich die Ursache jedoch in Form von „gewöhnlichen“ Krankheitserregern. Oft sind es winzig kleine oder unsichtbare Auslöser, die sich dort befinden, wo man sie eigentlich am wenigsten vermuten würde – in den eigenen vier Wänden. Denn zahlreiche Baustoffe und andere Materialien weisen konzentrierte Mengen von Schadstoffen auf. Doch wie findet man diese und wie kann man sie beseitigen?

Der Alltag macht krank?

Die Auslöser von Erkrankungen zu finden würde grundlegend kein großes Problem darstellen, wenn man wüsste, wo genau man suchen muss. Und hier tun sich sowohl Ärzte als auch andere Experten immer wieder schwer. Zudem neigen vor allem Betroffene und ihre behandelnden Ärzte nach wie vor dazu, die Ursachen für Unwohlsein und andere krankheitstypische Symptome erst einmal an anderer Stelle als in der Wohnung oder im Haus zu suchen. Es werden also verschiedene Behandlungen eingeleitet, die jedoch meistens nur von mäßigem Erfolg begleitet werden, wenn Schadstoffe die Wurzel des Übels sind. Zudem neigen Patient und Mediziner oft dazu, zahlreiche unerklärliche Beschwerden als Symptome von Stress im Alltag und im Beruf abzutun. An sich ist dies natürlich nichts Schlechtes oder Stümperhaftes. Denn diese lösen zahlreiche Beschwerden wie die, die auch Schadstoffe verursachen, ebenfalls in ähnlicher Art und Weise aus. Dennoch sucht man hier zu lange an den falschen Stellen.

Wer würde auch vermuten, dass es nicht die Überstunden und der Beziehungsstress sind, die einem auf den Magen schlagen, sondern der alte Teppichboden, den man von der Großmutter geerbt hat? Natürlich setzen wir uns Schadstoffen nicht nur zu Hause aus: Auch auf der Arbeit können wir mit Stoffen in Berührung kommen, die uns krankmachen. Und das kann sogar dann der Fall sein, wenn Kollegen und Kunden keine Beschwerden vermelden. Allerdings stellt sich hier nach wie vor die Frage, wie man diese Auslöser und somit auch Stoffe findet.

Schadstoffe in den eigenen vier Wänden

Die Suche nach Schadstoffen in den eigenen vier Wänden oder im Berufsleben kann nervenaufreibend und zeitraubend sein. Denn sowohl Farben, Lacke, verschiedenste Kleberarten (etwa für den Teppich, aber auch für Wandbelege) oder die unterschiedlichsten Dichtungsmassen können mehr oder weniger hohe Dosen von Stoffen enthalten, die uns krankmachen können. Davon können sich auch moderne Mittel und Stoffe nicht ganz freisprechen, wobei Altbauten in der Regel höhere Schadstoffbelastungen vorweisen können als Neubauten. Die Sache mit chemischen und mikrobiologischen Substanzen und Inhaltsstoffen, seien sie auch in noch so geringe Mengen vorhanden, ist oftmals die, dass diese den einen Menschen mehr belasten können als den anderen.

Zahlreiche Schadstoffe, vor allem die, die man sich durch eine Renovierung oder Sanierung in die Wohnung geholt hat, kann man durch ausgiebiges Lüften loswerden – und natürlich kann regelmäßiges Lüften auch auf Dauer sinnvoll sein, um die Schadstoffkonzentration in der Raumluft so gering wie möglich zu halten. Hilft auch das nicht und treten immer wieder Beschwerden auf, sollte man unbedingt einen Fachmann zurate ziehen. Dieser kann die vorliegende Bausubstanz durch verschiedene Messverfahren genau unter die Lupe nehmen und selbst dann Schadstoffträger finden, wenn diese sehr alt sind und sich vielleicht für das bloße Auge verborgen in den Wänden oder in den Böden finden. Und: Selbst Bodenbelagsarten wie Laminat und Kork sind bei Weitem nicht so gesund, wie man es oft glaubt oder verbreitet. Ebenso sieht es mit den Tapeten und den Wandfarben aus. Hier hilft es, das Kleingedruckte auf der Packung zu studieren, das viele Menschen heute ignorieren.

Kleine und große Schadstoffe im Alltag

Nicht immer finden sich Schadstoffe, die unseren Körper belasten können, nur in der reinen Bausubstanz der Räume, die uns umgeben. Schadstoffe können sich auch in Dekorationsgegenständen, in Stoffen oder in kleinen Alltagsgegenständen finden. Mückenstecker, Haarspray, Mottenkugeln und Reinigungsmittel werden als alltäglich angesehen – ihre schädliche Wirkung wird dabei zwar wahrgenommen, aber vollkommen unterschätzt. Wer große Mengen von chemischen Hilfsmitteln verwendet, sollte unbedingt die Gebrauchsanweisung beachten: Und die deutet oft darauf hin, dass man bestimmte Mittel nur im Freien oder mit geöffneten Fenstern benutzen sollte. Dennoch beachten viele Menschen diese Anweisungen nicht.

Man sollte jedoch auch die Belastung durch Schimmel oder durch Pilzarten nicht außen vorlassen, die vor allem in Altbauen aber durchaus auch in Neubauten für eine Belastung der Gesundheit sorgen können. Und nicht alle Arten sind direkt oder überhaupt sichtbar. Auch hier empfiehlt es sich jedoch, im Zweifelsfall einen Fachmann zu kontaktieren.

Artikelbild: © Syda Productions / Shutterstock

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