Nachhaltiges Bauen

Nachhaltiges Bauen

Das Thema Umweltschutz geht heute jeden an, sei es Kinder, Eltern oder Großeltern. Viele Verbraucher haben ihre Lebenseinstellung geändert und achten immer mehr auf ihren persönlichen Energieverbrauch, sei es beim Autofahren, der Nutzung von Wasser oder bei der Verwendung von Elektrogeräten. Jeder versucht, die wertvollen Ressourcen so wenig wie möglich zu verbrauchen.

Doch das nachhaltige Bauen beginnt, wie der Name bereits sagt, beim Hausbau. Ob eine Bauart ökologisch ist, hängt dabei nicht nur von der Umweltbelastung während der Materialherstellung ab. Die Bilanz muss über die komplette Lebensdauer des Gebäudes stimmen. Gerade in der Nutzungsphase treten die Stärken der Bauweise zum Vorschein.

Prinzipien des nachhaltigen Bauens

Der klassische Ansatz der Nachhaltigkeit basiert auf drei Dimensionen:

  1. Ökologie,
  2. Ökonomie
  3. Soziokulturelles

die als gleichwertig zu betrachten sind (siehe Abbildung).

Neben diesen drei angesprochenen Dimensionen sind insbesondere die Planung und Ausführung, die technischen Eigenschaften sowie Standortmerkmale qualitätsbestimmend. Nachhaltiges Bauen wird durch die integrale Betrachtung der Qualitäten der Nachhaltigkeit ausgezeichnet. Ziel ist es, das Gebäude über dessen gesamten Lebenszyklus zu optimieren, den Energie- und Ressourcenverbrauch zu minimieren und die Umweltbelastung zu verringern.

Bedeutung für die Umwelt

Jeden Tag wächst die weltweite Bevölkerung um 227.000 Menschen – also rund 80 Millionen Menschen pro Jahr. Dies entspricht in etwa der deutschen Bevölkerung. Steigt die Bevölkerung in diesem Maß kontinuierlich an, werden im Jahr 2050 etwa 9,3 Milliarden Menschen unseren Planeten bevölkern. Diese Menschen benötigen natürlich Nahrung, Kleidung und eine Unterkunft. Entsprechend steigt der Konsum – die natürlichen Ressourcen werden immer stärker beansprucht. Aus diesem Grund steht bereits heute die Schonung natürlicher Ressourcen sowie der Umwelt auf dem ersten Platz der Prioritätenliste vieler Länder. Wachsende Mengen an Baurestmassen sind ein Problem, mit denen sich immer mehr Nationen konfrontieren müssen. Das nachhaltige Bauen nimmt somit eine immer wichtigere Rolle ein. Dabei ist es von ungemeiner Bedeutung Materialien zu nutzen, die erneuerbar sind. Rohstoffe können in zwei Kategorien eingeteilt werden:

  • Holz (erneuerbar)
  • Metall und ähnliches (nicht erneuerbar)

Das Problem: Holz kann nur so viel nachgeschlagen werden, wie es nachwächst. Aus diesem Grund wird mittlerweile darauf geachtet, Alternativen, wie etwa Bambus, zu nutzen. Dieser erreicht innerhalb weniger Jahre viele Meter Höhe und wächst in unglaublicher Geschwindigkeit nach.

Lesetipp:

Das Bedürfnis „Bauen und Wohnen“

Wer nachhaltig bauen möchte, der kommt um eine umfassende Planung und Engagement nicht herum – doch es lohnt sich: Die Ergebnisse sind nämlich messbar. Allein in Deutschland verbrauchen Heizungsanlagen rund ein Drittel der gesamten Endenergie. 85 Prozent der in der Bundesrepublik genutzten mineralischen Rohstoffe werden zu Bauprodukten und Baustoffen verarbeitet. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Infrastruktur und Gebäude einen Großteil der natürlichen Ressourcen Fläche, Rohstoffe und Energie in Deutschland in Anspruch nehmen. Bei der Erstellung, Sanierung und auch Abriss von Gebäuden entstehen wiederum große Abfallmengen. Mit entsprechenden Maßnahmen kann die Umwelt geschützt und Bauprozesse optimiert werden:

Klimaschutz:

  • energetische Sanierung
  • Nutzung moderner Haustechnik und
  • regenerativer Energieträger

Rohstoffschonung:

  • Bestandssanierung und -modernisierung
  • nachwachsende Rohstoffe nutzen
  • materialsparende Bauweisen sowie Recycling

Flächenschonung:

  • flächensparende Bebauungsformen
  • effiziente Bestandsnutzung
  • Nachverdichtung und Umnutzung

Lesenswert: Nachhaltiges Bauen und Wohnen (PDF) – Ein Bedürfnisfeld für die Zukunft gestalten

Ökologisches Bauen ist nachhaltiges Bauen

Der Begriff „ökologisches Bauen“ wird häufig mit dem nachhaltigen Bauen in Verbindung gebracht. Dabei gibt es keine grundlegenden Unterschiede zwischen den beiden Philosophien. Als ökologisches Bauen kann generell jede Maßnahme bezeichnet werden, bei der es darum geht, die Umwelt zu schonen. Dabei liegen folgende Ideen zugrunde:

  • die Verwendung natürlicher Baustoffe
  • die Nutzung einer guten Wärmedämmung
  • der Einbau isolierter Fenster und
  • energiesparender Heizungsanlagen
  • die Verwendung von alternativen / erneuerbaren Energien
  • die Trennung von Nutz- und Brauchwasser

Holzbau ist nicht automatisch nachhaltig

Die Nachhaltigkeit ist in aller Munde und wird aus diesem Grund gerne zur Vermarktung unterschiedlicher Gebäude, Immobilien und auch schlüsselfertiger Häuser genutzt. Doch das „Attribut der Nachhaltigkeit“ kann nicht ohne Weiteres festgelegt werden. Wer nachhaltig bauen möchte, der muss definitiv komplex denken. Planung, Bau, Betrieb des Hauses sowie Recycling der Baustoffe müssen als Ganzes betrachtet werden. Bauherren müssen ihren Traum von den eigenen vier Wänden heute so verwirklichen, ohne dass die nächsten Generationen darunter leiden werden. Ausführliche Informationen gibt es hier im Leitfaden Nachhaltiges Bauen vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Die Nachhaltigkeit im privaten Hausbau kann nicht rechnerisch ermittelt werden. Sie ist viel mehr eine Summe aus sorgfältiger Planung und kontinuierlicher Baukontrolle. An dieser Stelle wird empfohlen, mit eigenen Architekten zu planen und bauen, denn nur so kann viel beeinflusst werden. Bei schlüsselfertigen Gebäuden können Bauherren die Herstellungsprozesse in der Regel nicht beeinflussen. Anbieter solcher Schlüsselhäuser werben zwar mit Nachhaltigkeit, bezeichnen dabei allerdings häufig nur den Einsatz von Holz im Innenausbau. Das hat mit der Nachhaltigkeit allerdings nichts zu tun.

Wie geht es weiter? Lesen Sie mehr in unserem Artikel Nachhaltig einrichten und leben.

Artikelbild: © Digital Genetics / Shutterstock

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