Orientalischer Amberbaum oder Storaxbaum (Liquidambar orientalis Mill.)

Orientalischer Amberbaum oder Storaxbaum (Liquidambar orientalis Mill.)

Beim Orientalischen Amberbaum handelt es sich um einen grünen Laubbaum, der seine Farbe wechseln kann. Während er im Sommer im satten Grün leuchtet, färbt sich der Baum im Herbst elegant in die Farbe Orange, das bis ins tiefe Rot reichen kann. Nicht verwunderlich, zumal es alle Laubbäume so machen, aber was macht diesen Orientalischen Amberbaum jetzt so besonders? Das Harz aus dem Stamm macht diesen Baum mit der lateinischen Bezeichnung Liquidambar orientalis Mill. so populär. Dieses Baumharz nennt sich Storax (oder auch Styrax) und es hat sich in der Volksheilkunde bereits einen Namen gemacht. Auch in der Medizin wird Storax gerne als Entzündungshemmer und Schleimlöser eingesetzt.

Die Herstellung von Storax erfolgt so: Die Rinde wird ausgekocht, damit der Rohbalsam gewonnen werden kann. Der Alkoholextrakt aus dem Rohbalsam wird als Storax bezeichnet. Der Balsam enthält auch Duftstoffe wie Vanillin und Zimtsäure, deshalb ist sein Einsatz nicht nur in der Volksheilkunde von Bedeutung.

  • Auch in der Aromatherapie macht sich der beruhigende Balsam Storax gut.
  • Er gilt als Grundstoff bei der Seifen- und Parfumindustrie.
  • Er findet sich in diversen Tabakmischungen wieder und ist als Duftbinder hervorragend geeignet.
  • Auch bei Aromatisierung spielt Storax eine wesentliche Rolle und ist daher aus vielen Backwaren und Kaugummis nicht mehr wegzudenken.

Herkunft

Der Orientalische Amberbaum ist in Griechenland und in der Türkei beheimatet, aber wegen seiner eleganten Färbung wird er auch immer öfter in heimischen Parks angepflanzt, die Kultivierung hat es möglich gemacht. Vorranging ist dieser Baum aber in der Türkei und auf Rhodos anzutreffen. Die Regionen rund um das Mittelmeer darf sich über diese Baum-Spezies erfreuen, gerade die Provinzen: Antalya, Burdur, Isparta, Denizil und Aydin sind die bekanntesten Orte für deren Standort. Auf der Insel Rhodos hat sich der Orientalische Amberbaum in erster Linie im Tal der Schmetterlinge angesiedelt. In einzelnen Provinzen von Zypern macht der Baum mit dem kostbaren Storax auch auf sich aufmerksam.

Der Orientalische Amberbaum gedeiht dort, wo ein relativ hoher Niederschlagswert vorherrscht. Er liebt trockene Gebiete, diesen müssen aber in unmittelbarer Uferzone angesiedelt sein. An hellen und sonnigen Standorten kann sich die Pflanze entfalten, es gilt zu beachten, dass sie sich als frostempfindlich zeigt und daher mit den Bedingungen in heimischen Parks und Gärten nicht so gut klar kommt. Darum ist dieser Baum in unseren Breiten vorrangig in Botanischen Gärten zu finden. Aber die Kultivierung hat es möglich gemacht, dass er bei uns zu pflanzen ist.
Der Bestand des Orientalischen Amberbaums ist vom Aussterben bedroht, darum ist sein Name bereits auf der Roten Liste der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen zu finden.

Vor 200 Jahren gab es noch einen Bestand von mehr als 7.000 Hektar, aktuell werden derzeit 1.658 Hektar diesem Baumbestand zugeordnet. Der Tourismus und der Bau von Touristenhochburgen ließen diese Pflanze immer seltener werden.

Name, Synonyme und Sorten

Orientalischer Amberbaum

Auch besser bekannt unter den Namen: Storaxbaum, wegen seinem Harz
oder Seesternbaum wegen der Form seiner Blätter.
Botanische Bezeichnung: Liquidambar orientalis Mill.

Erklärend dazu: Die Bezeichnung „Liquidambar“ wird aus dem lateinischen Wort „liquidus“ abgeleitet. „Ambar“ bezieht sich aus dem arabischen Wortschatz und bedeutet so viel wie, die Farbe des Bernsteins. Die Farbe des Bernsteins wird durch das austretende Harz in Verbindung gebracht.
Der Orientalische Amberbaum gehört zur Gruppe der Amberbäume. Diese Amberbäume gehören zu den Zaubernussgewächsen.
Erst im Jahre 1768 erfolge die Erstbeschreibung des Storaxbaums durch Philip Miller, ein englischer Gärtner. Philip Miller botanisches Autorenzeichen lautet: „Mill.“, darum auch die botanische Bezeichnung: Liquidambar orientalis Mill.

Verwendung

  • Wie bereits erwähnt ist der Orientalische Amberbaum dank seinem Storax eine sehr begehrte Pflanze in der Volksheilkunde und in der Medizin. Gerade bei Lungen- und Herzerkrankungen hat sich Storax bereits bewährt. Es wirkt entzündungshemmend, schleimlösend, aber auch durchaus anregend. Ebenso wird es bei Verstopfung und in der Wundheilung angewendet. Früher galt das Baumharz als Wundermittel bei Lepra. Im 5. Jahrhundert nach Christus wird die medizinische Anwendung erstmals in China erwähnt.
  • Aber auch als Duftstoff hat sich Storax einen Namen in der Seifen- und Parfumindustrie gemacht.
  • Die griechisch-orthodoxe Kirche bedient sich an Storax, wenn es sich um Räucher-Rituale handelt. Neben Weihrauch hat Storax hier eine wichtige Rolle eingenommen. Denn dieser Stoff gilt als einer der 4 heiligen Räucherstoffe, die bereits im Alten Testament erwähnt wurden.
  • In der Lebensmittelindustrie ist das flüssige Baumharz in abgewandelter Form bei den Backwaren und bei den Kaugummis nicht mehr wegzudenken. Dafür sind die Duftstoffe Vanillin und Zimtsäure verantwortlich.

Erscheinungsbild, Blütenstand und Blüte

Höhe

Der Orientalische Amberbaum gilt als einer der Großen und erreicht eine Höhe zwischen 20 und 45 Meter. Er zählt somit den zu höchsten Laubbäumen, die in Europa heimisch sind. Er kann eine Breite bis zu 10 Meter erreichen. Der Durchmesser des Stammes liegt in der Regel bei 1,05 Meter. Diverse Baumschulen bieten zudem kleinere Züchtungen an.

Blätter

Die Blätter sind beim Orientalischen Amberbaum wechselständig strukturiert. Der Stiel des Blattes kann eine Länge bis zu 5 Zentimeter erreichen. Die Breite des Blattes misst 4 bis 5 Zentimeter und besitzt in der Regel 5 angeordnete Lappen. Diese Lappen sind von ihrer Gestaltung länglich bis eiförmig. Die Ränder der Blätter sind leicht gesägt. Die Oberfläche ist nicht behaart. Die Blätter des Ahornbaumes sehen den Blättern des Orientalischen Amberbaums sehr ähnlich, sie erinnern an einen Seestern, deshalb auch der Beiname Seesternbaum. Der Orientalische Amberbaum verliert seine Blätter im November, spätestens im Dezember. Der Austrieb der Blätter erfolgt dann im Februar des nächsten Jahres.

Blüten

Es wird zwischen männlichen und weiblichen Blüten unterschieden. Die Wuchsform der männlichen Blüten gestaltet sich traubenförmig mit eng angeordneten Köpfen, die hoch stehen. Männliche Blüten können auf eine Blütenhülle verzichten. Die Wuchsform der weiblichen Blüten fällt durch die hängenden und kugelförmigen Köpfchen auf. Sie bilden meist die Grundlage des Blütenbestandes, auch sie brauchen keine Blütenhülle. Die Blütezeit beginnt mit Anfang März.

Früchte

Die Früchte erreichen eine Größe bis etwa 2,5 Zentimeter. Hierbei handelt es sich um zweifächrige Kapseln, die mit bleibenden Griffeln ausgestattet sind. Die Früchte des Orientalischen Amberbaums sind ab Mitte April zu erkennen, reifen werden die Früchte aber erst im Herbst. Die trockenen Hüllen verbleiben oft auf dem Baum, die Samen schon lange abgefallen.

Standort

Der Orientalische Amberbaum liebt sonnige und helle Plätze, hier kann er sich entfalten. Auch im Halbschatten fühlt sich der Baum noch wohl.
Aber er liebt nicht nur die Sonne, sondern auch einen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden, der feucht gehalten ist.

Kauf eines Orientalischen Amberbaums

Exklusive Gärtnereien bieten diesen Baum zum Kauf an, eine vorab Beratung ist aber unbedingt empfehlenswert. Da sich die Anschaffungskosten von einem solchen Baum eher höher gestalten und dieser wirklich den richtigen Platz im eigenen Garten finden sollte.

Auf die richtige Pflege des Orientalischen Amberbaums kommt es an

Pflanzen und vermehren

Im Frühling sollte der Orientalische Amberbaum an einem sonnigen Platz gepflanzt werden. Somit haben die Wurzeln der Pflanze genügend Zeit sich bis zum Winter in den Boden festzusetzen.

Gießen und düngen

Regelmäßiges Gießen reicht aus, denn die Wurzeln sind sehr empfindlich und benötigen ständig Wasser. Trocknen die Wurzeln aus, ist es vorbei mit dem farbenfrohen Orientalischen Amberbaum im Herbst. Bei einem heißen Sommer, mit kaum Niederschlag, ist regelmäßiges Gießen Pflicht. Damit die Triebe nicht bis in den Wintermonaten ausreifen, ist es wichtig den Baum im Sommer (spätestens August) gedüngt zu haben. Zur Düngung eignen sich ein mineralischer Dünger oder der herkömmliche Kompost.

Richtig schneiden

Auf das richtige Schneiden kann beim Orientalischen Amberbaum verzichtet werden.

Überwintern

Das Laub sollte nach Möglichkeit im Herbst liegen bleiben, es dient als geeigneter Frostschutz. Der Austrieb des Orientalischen Amberbaums lässt oft auf sich warten, wenn ein langer und frostreicher Winter vorausgegangen ist.

Anfällig für Krankheiten und Schädlinge

Schädlinge können diesem Baum nichts anhaben, er ist gegen jegliche Art von Schädlingen resistent.

Systematik

Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Altingiaceae
Gattung: Amberbäume (Liquidambar)
Art: Orientalischer Amberbaum

Wissenschaftlicher Name

Liquidambar orientalis

Zusammenfassung

Der Orientalische Amberbaum ist in Provinzen der Türkei, Zypern und Griechenland beheimatet, denn das dortige Klima bekommt der Pflanze sehr gut. Wer sie im heimischen Garten halten möchte, für den ist das Überwintern meist eine große Herausforderung. Geschätzt wird der Orientalische Amberbaum vor allem durch sein Baumharz, das Storax bezeichnet wird. Storax wird vielseitig eingesetzt, sei es in der Volksheilkunde, in der Medizin wie auch in der Seifen- und Parfümindustrie.

Artikelbild: © Lilyana Vynogradova / Bigstock.com

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