Außenschornstein Kosten: Material, Montage und weitere Faktoren

Außenschornstein Kosten: Material, Montage und weitere Faktoren

Bei vielen neueren Häusern ist kein Schornstein mehr eingebaut. Möchte ein Hausbesitzer nun in sein fertiges Haus einen Kamin oder einen Ofen integrieren, so muss er daher im Nachhinein einen Rauchabzug schaffen.

Die einfachste und günstigste Variante hierfür ist ein Außenschornstein aus Edelstahl, welcher mit deutlich geringeren Kosten verbunden ist, als wenn nachträglich ein gemauerter Schornstein eingebaut werden würde.

Was kostet ein Außenschornstein?

Oft ist es bereits ab ungefähr 1.500 € möglich, einen Außenschornstein zu kaufen und montieren zu lassen. Je nach Bauweise des Hauses und den Wünschen des Hausbesitzers kann es aber auch deutlich teurer werden. Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen:

  • Material: Im Fachhandel können Außenschornsteine aus Edelstahl oder Kupfer als günstige Bausätze erworben werden. Hier muss pro Meter Schornstein mit ungefähr 110 bis 160 € gerechnet werden.
  • Montage: Wird der Schornstein nicht selber montiert, müssen für die Handwerker ungefähr 80 bis 100 € pro Meter Schornstein einkalkuliert werden.
  • Dachdurchführung: Meistens muss das Rohr des Schornsteins einen Dachüberstand überwinden. Diese Dachdurchführung sollte von einem Fachmann ausgeführt werden und schlägt je nach Bauweise des Daches mit ungefähr 300 – 600 € zu Buche.
  • Wanddurchführung: Die Durchführung des Kaminrohres durch die Hauswand und der Anschluss von Edelstahlkamin, Ofen oder anderer Feuerstätte sollte ebenfalls dem Fachmann überlassen werden. Auch hier hängt der Preis von der Bauweise des Hauses ab. Ungefähr 200 – 600 Euro sind auch hier zu erwarten.
Position Kosten
Material 110 – 160 Euro pro Meter Schornstein
Montage 80 – 100 Euro pro Meter Schornstein
Dachdurchführung 300 – 600 Euro
Wanddurchführung 200 – 600 Euro

Ist bereits ein alter Schornstein vorhanden, so kann dieser in den meisten Fällen kostengünstig wieder betriebsfähig gemacht werden. Bei der Schornsteinsanierung wird ein Edelstahlrohr in den bestehenden Schacht eingesetzt und fachgerecht gedämmt. Die Schornsteinsanierung kann von versierten Heimwerkern auch selber durchgeführt werden.

Welches Material ist am besten geeignet?

Meistens fällt die Wahl auf einen Edelstahlschornstein, da hier das Preis-Leistungs-Verhältnis am besten ist. Es gibt aber auch noch weitere Möglichkeiten, wie zum Beispiel Schornsteine aus Kupfer. Diese haben den Vorteil, dass sie noch etwas korrosionsbeständiger sind, als der ohnehin schon widerstandsfähige Edelstahlschornstein.

Auch wenn in den meisten Fällen der teurere Kupferschornstein nicht erforderlich ist, bevorzugen einige Hausbesitzer diesen wegen der Optik. In diesem Fall bieten sich Edelstahlschornsteine in Kupferoptik an, welche nur unwesentlich mehr Geld als die Standardausführungen kosten.

Ein Kunststoffrohr, wie man es an vielen Häusern sieht, kann für Kamine oder Kaminöfen nicht verwendet werden. Diese Abgasleitungen sind lediglich für Öl- und Gasheizungen geeignet.

Der Schornsteinfeger ist von Anfang an ein wichtiger Ansprechpartner

Die Feuerstelle darf nur in Betrieb genommen werden, nachdem sie vom zuständigen Schornsteinfeger geprüft und abgenommen wurde. Daher sollte dieser bereits bei der Planung mit einbezogen werden. So ist sichergestellt, dass die rechtlichen Anforderungen erfüllt werden und später keine teuren Nachbesserungen erforderlich sind.

Der Schornsteinfeger kann dem Hausbesitzer auch mitteilen, welche Kamine mit einem Schornstein von einem bestimmten Durchmesser betrieben werden dürfen und welchen Abstand zur Hauswand der Edelstahlschornstein mindestens haben muss. So wird nicht aus Unwissenheit falschen Material angeschafft. Auch bezüglich geplanter Eigenleistungen bei der Installation und der Frage, welcher Kaminofen am besten geeignet ist, kann der Schornsteinfeger unter Umständen beraten.

Wer einen Edelstahlschornstein bauen möchte, benötigt dafür eine Baugenehmigung. Damit der Kamin nicht zur Kostenfalle wird, sollte sowohl die Art des Materials als auch die Art der Installation vorher mit dem Fachmann durchgesprochen werden. Vor allem bei Holzhäusern oder Häusern mit Vollwärmedämmung sind außerdem strenge Brandschutz-Vorschriften zu beachten.

Montage selber durchführen oder Fachmann beauftragen?

In kompletter Eigenleistung können die Arbeiten nicht erfolgen, denn ansonsten kann es später durch die zahlreichen Vorschriften Probleme geben. Daher sollten zumindest der Wanddurchbruch, der Anschluss von Kaminofen beziehungsweise anderer Feuerstelle und eine eventuell nötige Dachdurchführung einem Fachbetrieb überlassen werden.

Einzelne Arbeiten können aber durchaus selber übernommen werden: Werden die einzelnen Teile des Schornsteins als Bausatz erworben, so können Heimwerker diese in Eigenleistung zusammensetzen. Die Montage an der Wand ist etwas schwieriger, aber auch diese Arbeiten werden von einigen erfahrenen Heimwerkern erfolgreich selber durchgeführt.

Handelt es sich um Außenwände mit Wärmevolldämmung, so können bei der Montage sehr leicht Kältebrücken entstehen. Daher sollten die Arbeiten in diesem Fall besser einem Fachbetrieb überlassen werden.

Wand- oder Bodenmontage?

Die meisten Hausbesitzer entscheiden sich dafür, ihren Schornstein an der Wand des Hauses zu montieren. In den meisten Fällen ist dies weniger aufwändig, als wenn zunächst ein Fundament im Boden gegossen werden muss. Unter bestimmten Bedingungen kann es aber günstiger sein, den Schornstein fest auf dem Boden zu montieren.

Ist beispielsweise auf Grund der Brandschutzbestimmungen oder anderer Gegebenheiten ein besonders großer Abstand zwischen Edelstahlschornstein und Haus erforderlich, so kann eine Wandmontage deutlich teurer als normal werden. Natürlich ist eine zusätzliche Befestigung an der Wand auch bei der Bodenmontage noch erforderlich, diese kann dann aber günstiger erfolgen. Wer sich nicht sicher ist, ob eine Wand- oder Bodenmontage die bessere Lösung ist, sollte vor der Planung einen Fachmann befragen.

Mehrere Feuerstellen an einen Schornstein anschließen

Die Mehrzahl der Außenschornsteine ist nur für eine Feuerstelle ausgelegt. Soll beispielsweise sowohl im Ober- als auch im Untergeschoss ein Kaminofen angeschlossen werden, so wird hierfür ein zweizügiger Schornstein benötigt. Hierdurch steigen die zu erwartenden Kosten ungefähr um 50-100 %.

Eine zweizügige Ausführung ist grundsätzlich nur dann erforderlich, wenn mehr als eine Feuerstelle geplant ist. Für einen einzelnen Kamin reicht dagegen der gewöhnliche einzügige Edelstahlschornstein.

Zusammenfassung

Ein Außenschornstein ist deutlich günstiger und mit weniger Aufwand verbunden, als wenn nachträglich ein gemauerter Schornstein im Gebäude eingebaut wird. Im Fachhandel ist der Edelstahlschornstein günstig als Elemente-Bausatz erhältlich, alternativ kann auch Kupfer als Material verwendet werden. Zusätzlich müssen Kosten für Handwerker einkalkuliert werden, da nicht alle Arbeiten selber durchgeführt werden sollten. Im Vorfeld sollte der Schornsteinfeger hinzugezogen werden, damit alle Vorschriften und vor allem bei Häusern aus Holz auch die Brandschutzbestimmungen eingehalten werden.

Artikelbild: MartinFredy / Bigstock.com

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