OSB-Platten: Informationen über das Material & Tipps zum Kauf

OSB-Platten: Informationen über das Material & Tipps zum Kauf

OSB-Platten sind im Grunde edle Spanplatten: Sie sind besonders stabil und besitzen weniger Schadstoffe. Herkömmlicher Holzspanwerkstoff haben einen eher schlechten Ruf: Sie werden als minderwertig und instabil bezeichnet und sind voll von Schadstoffen. Deshalb werden sie im Hausbau nur dort genutzt, wo sie nicht sichtbar sind. Viele Möbel bestehen aber auch aus meist mit Folien beklebten Spanplatten. OSB- oder Grobspanplatten dagegen werden verstärkt im ökologischen Holzhausbau eingesetzt. Gegenüber gewöhnlichem Holzspanwerkstoff haben sie folgende Vorteile:

  • sie besitzen eine höhere Formstabilität und Belastbarkeit
  • ihr Erscheinungsbild ist attraktiver
  • der ökologische Gesichtspunkt steht im Vordergrund
  • sie bestehen fast ausschließlich aus Holz
  • der Anteil an Bindemittel liegt bei nur vier bis sechs Prozent (statt 12% bei Spanplatten)

Die positiven Eigenschaften sind auf die Art der Herstellung zurückzuführen.

Herstellung

Die Platten werden folgendermaßen in industriellen Anlagen gefertigt:

  1. Spanaufbereitung: Rotierende Messer schneiden in Längsrichtung die Strands aus entrindetem Rundholz heraus.
  2. Trocknung: Bei hohen Temperaturen wird die natürliche Feuchtigkeit der Späne reduziert. Dieser Schritt ist notwendig, damit ausreichend Klebstoff an den Spänen haften kann. Des Weiteren darf während dem Pressvorgang nicht übermäßig viel Feuchtigkeit vorhanden sein, da die Platte durch den Dampfdruck platzen könnte.
  3. Beleimung: Anschließend verteilt eine Beleimmaschine den Klebstoff auf die Späne.
  4. Streuung: Die Späne sind etwa 100–200 mm lang, 10–50 mm breit und 0,6–1,5 mm dick. Sie werden im Wurfverfahren so gestreut, dass sie sich kreuzweise in drei Schichten befinden.
  5. Presse: Bei einer Temperatur von 200–250 °C werden die Strands unter hohem Druck hergestellt.

Info: Als Klebstoff dienen in der Regel PF-Klebstoff (besonders in den USA), Melamin-Harnstoff-Phenol-Formaldehyd-Klebstoffe und Polymeres Diphenylmethandiisocyanat-Klebstoffe. Der Anteil an PMDI ist besonders groß, was auf qualitative Gründe zurückzuführen ist.

Qualitäten

Gemäß der Norm EN 300 werden folgende Klassen anhand ihrer relativen Feuchtebeständigkeit und mechanischen Eigenschaften definiert:

  • OSB/1: Für den Innenausbau und Möbel – werden im Trockenbereich verwendet
  • OSB/2: Für tragende Zwecke – ebenfalls im Trockenbereich
  • OSB/3: Für tragende Zwecke – Verwendung im Feuchtebereich
  • OSB/4: Hoch belastbare Platten – für tragende Zwecke im Feuchtebereich

In der Norm EN 13986 werden folgende beiden Formaldehyd-Klassen angeführt:

  1. Klasse E1 ≤ 8 mg/100 g
  2. Klasse E2 > 8 bis 30 mg/100 g

In Deutschland sind Holzwerkstoffe der Emissionsklasse E2 nicht zugelassen, dementsprechend sind diese im Handel auch nicht erhältlich.

Technische Verarbeitungsempfehlungen

Vor dem Einbau von OSB-Platten sollten Heimwerker Folgendes kontrollieren:

  • die Dicke der Platte
  • den Plattentyp (Feuchtebereich)
  • Übereinstimmungszeichen
  • die vorhandene CE-Kennzeichnung
Einbaubedingungen ca. Materialfeuchte
Voll zentralbeheiztes Gebäude 6 – 9%
Zeitweise zentralbeheiztes Gebäude 9 – 15%
Unbeheiztes neues Gebäude 15 – 18%

Sägen, Bohren, Fräsen

Ähnlich wie Vollholz lassen sich auch OSB-Platten mit stationären Maschinen und elektrischen Handmaschinen fräsen und sägen. Empfehlenswert ist eine Hartmetallbestückung der Schneiden.

Wer die OSB-Platten sichtbar einbauen möchte, sollte für ein gutes Schneidbild auf Folgendes achten:

  • möglichst scharfes Werkzeug
  • eine schwingungsfreie Werkstückführung
  • den richtigen Blattüberstand

Im Gegensatz zu Vollholz sollten Heimwerker die Vorschubrate minimal geringer wählen. Bei der Verwendung von Handgeräten, die keine Absaugung besitzen, sollte unbedingt ein Atemschutz getragen werden. Zum Bohren eignen sich Elektro- und Handmaschinen, die auch für Arbeiten an Vollholz geeignet sind.

Befestigung

Zur Befestigung der OSB-Platten eignen sich alle Befestigungsmittel, die auch für Holzspanwerkstoff geeignet sind, dazu gehören Schrauben, Nägel und Klammern. Zur Länge der Befestigungsmittel gibt es folgende Faustregel: 2,5 x Plattendicke, aber nicht kleiner als 50 mm. Bei Klammern sollte die Drahtstärke 1,53 mm oder mehr betragen. Ebenfalls wichtig ist, dass die Befestigungsmittel korrosionsbeständig sind, das heißt, sie sollten aus nicht rostendem oder verzinktem Stahl bestehen.

Verwendung im Garten

OSB-Platten können selbst ohne professionelles Werkzeug und Vorkenntnisse seitens des Heimwerkers verarbeitet werden. Dank dem geringen Eigengewicht lassen sie sich mit einer Stichsäge gut zurechtschneiden. Neben der Verwendung im Haus lassen sich OSB-Platten auch im Garten verwenden. Heimwerker können mit ihnen das Gartenhaus isolieren. Ebenfalls möglich ist die Gestaltung eines Partyraums oder Schlafplatzes in der grünen Oase – beide bieten bei jedem Wetter sowie Kälte und Nässe ausreichend Schutz. Weitere Einsatzmöglichkeiten für OSB-Platten ist die Errichtung von Blumenkübeln, Hundeblockhütten, Schaukelbetten oder einem Blumenbaum.

Artikelbild: © Dmytro Mykhailov / Shutterstock

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