Pflastersteine verfugen: Die richtige Masse für das richtige Pflaster

Pflastersteine verfugen: Die richtige Masse für das richtige Pflaster

Das Unkraut wuchert, die Lücken sehen unschön aus? Nicht nur aus ästhetischen Gründen müssen Pflastersteine verfugt werden. Hier stehen dem Heimwerker zahlreiche verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Das Verfugen beginnt mit der Auswahl der richtigen Masse. Auch die Ausführung unterscheidet sich je nach Produkt.

Unverzichtbar: Darum sollten Pflastersteine verfugt werden.

Pflastersteine sind auf Wegen, der Terrasse und in der Garagenauffahrt ein schöner Anblick. Dieser lohnt sich jedoch nur, wenn zwischen den Natursteinen kein ungewolltes Unkraut sprießt. Zum Pflastern gehört auch das Auffüllen von Fugen. Je nach Material kann dies das Wachstum unschöner Pflanzen verhindern. Auch werden durch feste Fugen die Steine aneinander gebunden. Regen kann die Fugen nicht auswaschen und die Steine lockern. Das macht das Naturpflaster robuster, obwohl in den meisten Fällen der Belag wasserdurchlässig bleibt. So fließt Stauwasser ebenfalls ab, das sonst im Winter zur Hebung der Pflastersteine führen könnte. Auch Frostschäden wären eine Frage der Zeit. Zudem ermöglicht Fugenmasse auch eine gestalterische Freiheit. Der Heimwerker kann entscheiden, wie groß sie sind und sie sogar mit farbigem Material ausfüllen. Das verleiht bei individuell verlegtem Muster dem Pflaster einen unikaten Look.

Der richtige Untergrund ist bei Pflastersteinen wichtig. Dieser sollte rund 50 Zentimeter hoch sein, aus Schotter, Tragschicht, Splitt oder Kies und Sandbett besteht. Nur mit der richtigen Basis wird das Pflaster robust und die Verfugung hält.

Nicht immer geeignet: Fugenmasse aus Sand, Quarzsand, Basaltmehl

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Fugen zwischen den Pflastersteinen aufzufüllen. Sand ist eine preisgünstige und leicht zu verarbeitende Möglichkeit. Jedoch schützt dieser nicht davor, dass sich Pflanzen ihren Weg zwischen den Steinen bahnen. Auch kann Wasser den Sand ausspülen. Daher wird dieses Material oft nur für rustikale Flächen verwendet. Extra im Handel angebotener polymerer Fugensand hemmt jedoch das Wachstum von Unkraut. Quarzsand ist kostenintensiver, bringt jedoch eine weiße Farbe mit sich. Auch hier wachsen unerwünschte Pflanzen, seine Stützkraft ist gering und die Fugen können auch leicht verschmutzen. Eine weitere Möglichkeit ist Basaltmehl, das ein dunkles Fugenbild zu einem mittleren Preis ermöglicht. Es stützt besser als Quarzsand, kann aber ebenso Unkraut kein Einhalt gebieten. Wer dies verfolgt, kommt um Zement oder harzgebundene Fugenmassen nicht drum herum. Hier sind verschiedene Mischungen mit den Materialien möglich. Auf Nummer sicher geht der Heimwerker mit fertigem Mörtel aus dem Handel.

Wasserdurchlässig oder nicht? Verschiedener Mörtel steht zur Verfügung

Fertige Mischungen werden oft als Pflasterfugenmörtel bezeichnet. Aber auch hier gibt es kleine und feine Unterschiede. Besonders wichtig ist die Frage, ob die Fugen wasserdurchlässig sein sollen. Mit Zement gebundenen Fugenfüllern ist dies nicht möglich. Harzgebundene Systeme versiegeln die Fläche nicht und lassen Wasser durch. Sie eignen sich jedoch nur, wenn die Steine der Bettungsschicht nicht fest und starr gepflastert sind. Die Pflasterdecke federt, Zement würde dadurch immer wieder aufgebrochen werden. Bei ungebundenen Steinen eignet sich die wasserundurchlässige Variante. Diese Produkte sind meist ein wenig teuer und brauchen etwas länger, bis die Fläche gebunden und wieder belastbar ist. Die Wasserdurchlässigkeit macht jedoch Kunstharzprodukte ökologisch wertvoller. Unkraut hat bei beiden Varianten keine Chance mehr und auch Wasser kann die Fugen nicht ausspülen. Fugenmörtel ist daher die sicherste Variante, Pflastersteine zu verfugen.

Mancher Heimwerker entscheidet sich für sogenanntes Ökopflaster – wasserdurchlässige Pflastersteine entlasten das Abwassersystem, da das Wasser direkt ins Erdreich versickert werden kann. Hier sollte auch eine wasserdurchlässige Verfugung gewählt werden.

Die benötigten Utensilien: Material und Werkzeuge

Ist die richtige Verfugungsmasse ausgewählt, kann sich der Heimwerker ans Werk machen. Die Materialienliste ist nicht besonders umfangreich und auch nur wenige Werkzeuge werden für das Verfugen benötigt.

  • Sand,
  • Quarzsand
  • Basaltmehl
  • oder fertiger Mörtel
  • Wasser

Das Verfugen: Die Vorbereitung

Bevor der Heimwerker sich ans direkte Verfugen machen kann, gilt es die gepflasterte Fläche vorzubereiten. Diese sollte mit einem Besen gründlich gereinigt werden. In vielen Fällen ist es ratsam, die Fläche mit dem Gartenschlauch vorzunässen. Je nach Wahl braucht auch die Fugungsmasse einige Präparation. Mörtel muss mit Zement oder Epoxidharz und dem beiliegenden Bindemittel vermischt werden. Dazu braucht es auch ein wenig Wasser. Das Gemisch sollte etwa zehn Minuten gerührt werden und danach weitere Minuten reifen. Nach erneuter kräftiger Durchmischung ist die Masse einsatzbereit.

Das Verfugen: Die Durchführung

Sind alle Vorbereitungen getroffen, kann das eigentliche Verfugen beginnen. Sand wird ohne Anrühren in die Fugen eingekehrt und eingeschlämmt. Dies ist ebenso bei Quarzsand und Basaltmehl möglich. Nach drei Wochen sollte die Prozedur auffüllend wiederholt werden. Kunstharzmörtel wird in die Fugen verteilt und mit dem Gummischieber in die Ritzen gedrückt. Nach 20 Minuten ist der Mörtel im ersten festen Zustand und Reste können von den Pflastersteinen weggefegt werden. Die nächsten zwölf Stunden sollte die Fläche nicht nass werden. Befahrbar sind die Steine nach etwa einer Woche. Wasserundurchlässiger Mörtel wird in der gleichen Weise verarbeitet. Hier ist jedoch schon nach einem Tag möglich, die Pflastersteine wieder zu belasten. Hier ist es jedoch notwendig, eine Neigung und eine Drainage für den Wasserabfluss hinzuzufügen.

Zusammenfassung

Eine gepflasterte Fläche hat nur eine lange Lebensdauer, wenn auch die Fugen passen gefüllt sind. Hier eignen sich verschiedene Materialien. Der Heimwerker kann zwischen wasserdurchlässigen und -undurchlässigen Varianten wählen. Die Verfugung selbst ist mit den richtigen Materialien und Werkzeugen meist einfach und schnell realisiert.

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