Polstermöbel: Welche Federung ist geeignet?

Polstermöbel: Welche Federung ist geeignet?

Man liegt, wie man sich bettet – so lautet ein Sprichwort, zugegeben etwas abgewandelt. Aber beim Kauf eines neuen Sofas, eines Sessels oder einer ganzen Garnitur ist dies essenziell. Denn Polstermöbel werden nicht jeden Tag geshoppt. Umso wichtiger ist es, das richtige Stück für das Wohnzimmer zu finden. Doch wer die Wahl hat, hat die Wahl. Die Polstermöbelindustrie arbeitet heute mehr nicht nur nach ästhetischen und funktionellen Aspekten, sondern auch Ergonomie, wissenschaftlicher Ergebnisse und Bequemlichkeit sind wichtige Faktoren. Die Auswahl ist schier unendlich. Allein bei der Federungen sind verschiedene Varianten möglich. Die grundlegenden Alternativen sind in den folgenden Zeilen vorgestellt.

Aufbau und Arten

Haben Sie schon einmal in das Innere ihres Sofas geschaut? Die meisten Benutzer haben keine Ahnung, was sich im Inneren versteckt. Dabei ist der Aufbau einer Couch in vielen Fällen der gleiche. Grundsätzlich kann man von folgendem Inhalt ausgehen:

  1. Untergestell (meist Holzrahmen)
  2. Unterfederung (drei Varianten)
  3. Polsterfederung (drei Varianten)
  4. Rückengurte
  5. Lehnenpolster bzw. Zwischenmatten
  6. Bezugsstoff

Das Gestell war lange Zeit aus Holz gefertigt. Doch die moderne Technik macht es möglich, inzwischen gibt es auch Modelle aus anderen Materialien wie beispielsweise Kunststoff. Wichtig ist nur eins: Es muss den Belastungen standhalten. Nach dieser Grundlage wird der Aufbau jedes Polstermöbelstück individuell vorgenommen. So kann die Unterfederung aus verschiedenen Varianten bestehen:

  • Wellenfederung
  • Gummigurte
  • Federholzleisten

Die folgende Polsterfederung hat auch drei Varianten, die sich grundsätzlich unterscheiden und jeweils Vor- und Nachteile haben:

  • geschnürte Federung
  • Polster mit Federkernen
  • Schaumstoffpolsterung

Der Untergrund: Wellenfederung und Gurte

In den meisten Fällen besteht die Unterfederung aus einer Wellenfederung. Hier wird Federstahldraht zu Wellen geformt und von einer Seite zu anderen zwischen dem Rahmen eingesetzt. Sie sind auch als Nosag-Federn bekannt. Aber auch Gummigurte sind als Unterfederung möglich, sie werden für außergewöhnliche Formen genutzt, bei denen Wellenfedern schlecht stützten können. Wer einen besonders legeren Sitzkomfort anstrebt, sollte ebenfalls auf Polstermöbel mit Gummigurten in der Unterfederung zurückgreifen. Die dritte Variante hier sind Federholzleisten. Sie gleichen einem Lattenrost und kommen bei der Bettfunktion von Sofas zum Einsatz.

Variante 1: Geschnürte Federungen

Die aufwändigste und klassischste Variante im nächsten Schritt der Federung sind geschnürte Federn. Hierbei werden Sprungfedern auf die Untergrundfederung aufgebracht. Sie werden in einer gleichen Höhe mit Schnüren über die gesamte Polsterfläche miteinander verbunden. Auf Gurten werden die Sprungfedern beispielsweise mit vier Stichen festgenäht. Ein Stellfaden entscheidet über die spätere Höhe, der sogenannte Knotenfaden legt die Form des Polsters fest. Dazu kommen Retourfaden, die Querschnürung, rechtwinklige und diagonale Fäden und der Kantendraht.

Vorteile:

  • Jahrzehnte lange Nutzung
  • starke Elastizität
  • hoher Sitzkomfort

Nachteil:

  • aufwendige Fertigung
  • wird in heutigen Möbeln kaum noch verwendet

Die geschnürte Federung ist häufig in Antiquitäten zu finden. Bis zu den 50er Jahren wurde diese Federung im traditionellen Handwerk hergestellt.

Variante 2: Federkern

Bei dieser Federungsvariante werden zylinderförmige Federspiralen (auch Bonellfedern genannt) direkt aneinander gesetzt. Eine gute Federkernpolsterung ist mit einem Bandstahlrahmen umgeben. Die Federn können in unterschiedlichen Graden sein – und somit härter oder weicher. Diese Variante ist in der Herstellung deutlich schneller und kostengünstiger. Daher werden zahlreiche Polstermöbel mit Federkern angeboten. In vielen Varianten ist der Federkern auch langlebig. Doch für manche Formen von Sofa und Sessel ist er nicht geeignet.

Vorteile:

  • schnelle Fertigung
  • maßgefertigte Herstellung
  • guter Sitzkomfort

Nachteile:

  • weniger elastisch
  • teilweise geringere Lebensdauer
  • nicht für alle Formen geeignet

Variante 3: Schaumstoffpolsterung

Hier handelt es sich um die modernste Art der Polsterung, die auch oft als ungefederte Polsterung bezeichnet wird. Denn hier werden keine Metallfedern verwendet. Auf der Wellenunterfederung wird stattdessen ein doppelschichtiger Schaumstoff geklebt. In den meisten Fällen werden Kaltschaumstoffe bei der Polsterung verwendet, da diese beim Herstellungsverfahren nicht warm werden und deutlich elastischer sind. Eine Schaumstofffederung muss von unten gut belüftet werden, sonst kann sich hier Schimmel bilden.

Vorteile:

  • unterschiedliche Schaumstoffe
  • unterschiedliche Dauerelastik
  • geringe Schwere

Nachteile:

  • Zerknautschungsgefahr
  • kann durchliegen (muss aber nicht)
  • entflammbar

Es gibt dichte geschäumte Schaumstoffe, die weich und hart sein können. Die Qualität wird in Raumgewicht (RG) und Stauchhärte angeben. Ein Schaumstoff mit RG 35/50 hat ein Raumgewicht von 35 Kilogramm pro Kubikmeter und 50 Gramm pro Quadratzentimeter. Dieser gilt als mittlere Qualität. Eine gute Qualität hat Schaumstoff mit RG 50/50 und gilt als langlebig.

Zusammenfassung

Beim Kauf von einer Couch sollte immer auch ein Auge auf die Federung geachtet werden. Zum einen sollte die Unterfederung beachtet werden, zum anderen gilt das Augenmerk der Polsterfederung. Die geschnürte Federung ist zwar hoch im Komfort, aber aufwendig und damit auch kostenintensiv. Der Federkern ist eine günstigere Alternative, ist aber nicht für alle Polstermöbel geeignet. Die Schaumstoffpolsterung kann als einen guten Sitzkomfort bieten, ist aber knitter-anfällig und leicht entflammbar.

Artikelbild: © kon / Shutterstock

3 Kommentare

  1. Ingrid Inderhees 17.12.2017 10:32 Uhr

    Hallo, wenn ich das richtig verstanden habe was ich über Federkern gelesen habe heiß das das der Federkern eine billige variante bei Garnitur ist..
    Ich habe mir eine Recamiere gekauf und die hat die variante Wellenfederung ich muss ganz ehrlich sagen wenn man auf dieser Couch liegt denke ich ich liege in einer kulle. Ich würde nie wieder eine Couch mit Wellenfederung kaufen da ich persönlich sagen muss das Federkern die viel bessere variante ist… LG

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  2. dieter 08.07.2018 03:29 Uhr

    Gurtpolsrerung ist das Beste,was es gibt

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  3. Mira Darnow 18.09.2018 11:50 Uhr

    Unser gutes altes Sofa haben wir mit unserem unabhängig selbstgekauften Wunschbezug in die Hände einer Polsterei gegeben. Dadurch brauchten wir uns auch keine Gedanken über die Behandlung der Federung zu machen. Das Ergebnis ist wunderschön geworden. Wir erfreuen uns täglich daran.

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