Stechapfel – Standort, Pflege und Überwinterung

Stechapfel – Standort, Pflege und Überwinterung

Der Stechapfel (Stramonium) ist überaus dekorativ, denn er zeichnet sich durch einen üppigen Wuchs und ein großes Blütenreichtum aus. Kein Wunder, dass er hierzulande zu den begehrtesten Kübelpflanzen zählt. Er gehört zur Gattung der Datura und wird auch als Brugmansia bezeichnet. Häufig verwendet man ferner den Namen „Engelstrompete“ als Synonym, obwohl es sich dabei streng genommen um eine andere Pflanze handelt.

In der freien Natur gedeiht der Stechapfel fast überall, lediglich in subpolaren und polaren Klimazonen ist er nicht zu finden. Die meisten Arten sind in Amerika und Asien verbreitet. Besonders herausstechend sind die trompetenförmigen Blüten der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Der Geruch, der sehr stark und intensiv ist, ist ein weiteres typisches Erkennungsmerkmal dieser Pflanzen. Sie sollten sich ein wenig mit der Pflege und Haltung des Stechapfels beschäftigen, wenn Sie die Kübelpflanze optimal kultivieren möchten. Dann gibt sie im Sommer in Ihrem heimischen Garten sicher ein wundervolles Bild ab.

Steckbrief

Der Stechapfel ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet:

  • Strauchig wachsend
  • Erreicht eine Höhe von ein bis vier Metern
  • Blätter sind groß, lang, oval, weichfilzig und von dunkelgrüner Farbe
  • Blüten sind hängend und in Form eines Trichters mit einer Länge von bis zu 50 Zentimetern
  • Unterschiedliche Blütenfarben sind möglich: Gelb, Orange, Rot, Weiß oder Rosa
  • Einfarbige Gewächse gibt es ebenso wie zweifarbige Arten
  • Nicht winterhart
  • Je nach Art sehr breit- und starkwüchsig
  • Enthält medizinische Wirkstoffe gegen Asthma und Rheuma

Die Herkunft des Stechapfels ist nicht genau geklärt. Höchstwahrscheinlich fand die Verbreitung erst im 16. Jahrhundert vom südlichen Russland nach Europa und schließlich nach Deutschland statt. Im klassischen Altertum war die Pflanze noch nicht bekannt und wurde daher erst später aufgrund ihrer Inhaltsstoffe als Heilpflanze verwendet.

Standort und Pflanzsubstrat

Es ist gar nicht so einfach, den richtigen Standort für den Stechapfel zu finden, weil die Pflanze große Ansprüche hat. In den Sommermonaten fühlt sich das Gewächs an einem sonnigen Platz am wohlsten. Wichtig ist aber insbesondere während der Wachstumsphase, dass der Standort ausreichend warm ist. Danach wächst der Stechapfel auch im Halbschatten. Generell sollten Sie darauf achten, dass der Stellplatz windgeschützt ist, weshalb sich die Kultivierung an einer Hauswand anbietet. Prinzipiell können Sie die farbenfroh blühende Pflanze auch auf die Terrasse oder den Balkon stellen. Achten Sie aber in dem Fall darauf, dass der Stechapfel nicht die volle Sonne abbekommt. Das freie Beet ist während des Sommers aber die beste Variante. Hier wird das Gewächs stets gleichmäßig mit Wasser versorgt.

Der Stechapfel ist nicht winterhart und muss daher aus dem Beet ausgegraben und in einen Kübel umgesetzt werden, sobald die Temperaturen wieder kälter werden.

Nicht nur der Standort ist entscheidend, sondern auch die Erde, die Sie zum Einpflanzen verwenden. Sie sollte eine hohe Durchlässigkeit haben, einen hohen Anteil an Feuchtigkeit und Lehm bieten und möglichst viele Nährstoffe enthalten. Außerdem sollten Sie darauf achten, dass die Erde beim Einpflanzen kühl ist. Am besten geeignet ist eine nährstoffreiche Kübelpflanzenerde, wobei es sinnvoll ist, dort zusätzlich Tongranulat einzuarbeiten. Es dient als Speicher für Wasser und Nährstoffe.

So pflegen Sie den Stechapfel richtig

Nicht nur hinsichtlich Pflanzsubstrat und Standort ist der Stechapfel anspruchsvoll, sondern auch, was den Rest der Pflege anbelangt. Mit unseren Tipps gelingt es Ihnen aber sicher, die Pflanze zum Blühen zu bringen.

Gießen

Insbesondere in den Sommermonaten hat die Datura einen hohen Wasserbedarf. Daher sollten Sie das Pflanzsubstrat in dieser Zeit immer feucht halten. Bei einer Kultivierung im Freibeet reicht es aus, die Pflanze einmal am Tag zu bewässern. Sofern Sie den Stechapfel im Kübel halten, muss er jedoch bis zu dreimal täglich mit Wasser versorgt werden. Im Winter gelten andere Gesetze: Reduzieren Sie die Bewässerung stark, weil die Pflanze das Wachstum einstellt.

Düngen

Wenn Sie möchten, dass der Stechapfel seine umfangreiche Blütenpracht entfaltet, sollten Sie ihn regelmäßig düngen. Mischen Sie die Erde beim Umtopfen im Frühjahr mit einem Langzeitdünger für Kübelpflanzen. Außerdem benötigt die Datura im Zeitraum von Mai bis Ende Juli zweimal in der Woche einen flüssigen Pflanzendünger. Er wird einfach dem Gießwasser zugesetzt.

Schneiden

Für die Pflege ist es außerdem wichtig, die Pflanze regelmäßig zu schneiden. Der erste Schnitt sollte schon erfolgen, wenn Sie den Stechapfel nach dem Winter wieder ins Freiland umsetzen. Auch vor der Überwinterung kann es sinnvoll sein, den Stechapfel noch einmal zu schneiden.

Die abgeschnittenen Pflanzenteile sind prima geeignet, um neue Stechäpfel aus Stecklingen zu ziehen.

Betrachten Sie Blätter und Triebe vor dem Rückschnitt aber ganz genau: Der Stechapfel hat symmetrische und asymmetrische Blätter, wobei sich die Blüten stets nur dort zeigen, wo asymmetrische Blätter wachsen. Sie sollten das Gewächs immer nur so weit zurückschneiden, dass an jedem Trieb noch mindestens ein asymmetrisches Blatt stehen bleibt. Schneiden Sie vor allem die Triebe ab, die sich im Winterquartier nur kläglich ausgebildet haben.

Umtopfen

Ein regelmäßiges Umtopfen ist wichtig, weil der Stechapfel schnell an Größe zulegt. Es kann zu Trockenstress kommen, wenn die Kübel zu klein sind. Gehen Sie beim Umtopfen wie folgt vor:

  1. Junge Stechapfelpflanzen werden im Frühjahr umgetopft, noch bevor Sie sie ins Freie setzen.
  2. Das neue Gefäß sollte etwa drei Zentimeter größer sein.
  3. Entfernen Sie beim Umsetzen des Stechapfels alle abgestorbenen Wurzeln.
  4. Wenn Sie das Wachstum der Pflanze eindämmen möchten, sollten Sie auch die gesunden Wurzeln etwas kürzen.

Am besten geeignet sind Kunststofftöpfe, weil der Stechapfel seine Wurzeln hier besser ausbilden kann als in einem Gefäß aus Ton oder Terrakotta. Wichtig ist auch ein optimaler Wasserabzug am Boden.

Die optimale Überwinterung

Im Sommer fühlt sich die Datura zwar an einem sonnigen Örtchen im Freien sehr wohl, in den kalten Wintermonaten benötigt sie aber unbedingt ein geeignetes Winterquartier im Haus. Der Raum sollte kühl, aber auf jeden Fall frostfrei sein. Am besten sind Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius. Wenn Sie einen Wintergarten haben, in dem die Temperaturen höher sind, können Sie den Stechapfel auch dort überwintern. In diesem Fall ist es aber notwendig, gleichzeitig auf eine ausreichende Helligkeit zu achten. Im Winter sollten Sie die Bewässerung stark reduzieren. Überprüfen Sie aber, dass der Wurzelballen des Stechapfels niemals komplett austrocknet. Nach der erfolgreichen Überwinterung können Sie das Gewächs im Frühjahr wieder nach draußen setzen, sofern keine Nachtfröste mehr absehbar sind.

Stellen Sie den Stechapfel nach dem Winter nicht sofort ins direkte Sonnenlicht, denn er muss sich erst langsam wieder an die Helligkeit gewöhnen. Andernfalls könnte er eingehen!

Wir empfehlen, die Pflanze nach der Winterzeit erst einmal an einen schattigen Ort zu stellen, wo die Sonne nur einige Stunden am Tag hingelangt. Im Idealfall sollte die Pflanze vor der prallen Mittagssonne geschützt sein und nur morgens und abends in den Genuss der Sonnenstrahlen kommen. Falls kein Standort vorhanden ist, der diese Anforderungen erfüllt, können Sie in der Mittagszeit mit einem Sonnenschirm für Schatten sorgen. Nach einigen Wochen hat sich die Pflanze wieder an die Sonne gewöhnt und kommt auch wieder mit einem vollsonnigen Standort zurecht.

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Wirkung, Anwendung und Giftwirkung

Stechäpfel enthalten die Alkaloide Hyoscyamin, Atropin und Scopolamin. Der Stechapfel wurde früher gerne als Tinktur verwendet, um Nervosität und Asthma zu lindern. Es war sogar üblich, Asthma-Zigaretten zu rauchen, weil der Wirkstoff der Pflanze die Atmung erleichtern sollte. Außerdem nutzte man die Blätter des Stechapfels gegen Entzündungen der Gelenke, wie zum Beispiel bei Rheuma. Dafür wurden die Blätter mit heißem Wasser eingeweicht. Üblich war es auch, die Stechapfeltinktur bei rheumatischen Beschwerden äußerlich einzureiben. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass alle Pflanzenteile des Stechapfels sehr giftig sind. Aufgrund der Gefahr, dass Nebenwirkungen auftreten, wird er daher nicht mehr als Medizin in der Pflanzenheilkunde eingesetzt.

Unbeabsichtigte Vergiftungen sind aber dennoch selten, weil der Stechapfel aufgrund seines Aussehens nicht zum Kosten verleitet. Falls dennoch eine Vergiftung eintritt, läuft diese meist nicht so heftig ab, wie das bei einer Vergiftung durch die Tollkirsche der Fall wäre. Typische Symptome sind:

  • Halskratzen
  • Sehstörungen
  • Sprachstörungen
  • Unruhe
  • Mundtrockenheit
  • Halluzinationen und Sinnestäuschungen
  • Lähmungen – auch Atemlähmungen

Bei empfindlichen Menschen reicht schon der bloße Hautkontakt, um zu Reizungen zu führen.

Suchen Sie bei einer Stechapfel-Vergiftung unbedingt einen Arzt auf. Starker schwarzer Kaffee oder ein starker Eichenrinde-Tee kann jedoch vorsorglich als Gegenmittel getrunken werden.

Hin und wieder werden Stechäpfel aufgrund ihrer halluzinogenen Wirkungen als Drogen konsumiert. Aufgrund der hohen Giftigkeit ist jedoch dringend davon abzuraten, den Stechapfel als Rauschmittel zu missbrauchen. Insbesondere bei einer sehr hohen Dosierung kann eine Vergiftung mit dem Stechapfel durchaus zum Tode führen!

FAQ – Die häufigsten Fragen

Was ist Stechapfel?
Stechapfel ist die Bezeichnung für eine einjährige Pflanze, die durch einen aufrechten bis buschigen Wuchs gekennzeichnet ist. Typisch für den Stechapfel ist ein intensiver Geruch, der von den Blättern der Pflanze ausgeht.

Wie sieht der Stechapfel aus?
Der Stechapfel erreicht im Durchschnitt eine Höhe von bis zu 1,2 Metern. Nur selten wird er auch bis zu zwei Meter hoch. Die grüne Pflanze bildet eiförmige Blätter aus. Sie fühlen sich weich an und werden ungefähr handgroß. Die Oberfläche der Blätter ist dunkelgrün, während die Unterseite eher grau ist. Charakteristisch für die Blätter des Stechapfels ist der intensive Geruch. Die Blüten des Stechapfels öffnen sich normalerweise nur nachts.

Ist Stechapfel giftig?
Ja, der Stechapfel ist giftig. Er enthält neben Scopolamin auch Hyoscyamin. Obwohl alle Pflanzenteile giftig sind, ist insbesondere bei den Samen und den Wurzeln Vorsicht geboten.

Gilt Stechapfel als Droge?
Der Stechapfel ist als Rauschdroge bekannt: Die getrockneten Blätter werden zum Beispiel geraucht oder die Wurzel wird gekaut. Auch Teeaufgüsse aus den Blättern des Stechapfels gelten als Droge.

Ist Stechapfel legal oder verboten?
In Deutschland ist der Stechapfel legal. Obwohl seine Pflanzenteile vereinzelt als Drogen konsumiert werden, unterliegt der Stechapfel hierzulande nicht dem Betäubungsmittelgesetz.

Welche Wirkung hat der Stechapfel?
Schon geringe Mengen von 0,3 Gramm der Pflanze führen zu Sinnestäuschungen, einer Erweiterung der Pupillen, einer vermehrten Erregung und Sehstörungen. Auch Atemlähmungen, Fieber, Unruhe, Hautreizungen und Erbrechen sind nach der Einnahme des Stechapfels keine Seltenheit. Wird eine hohe Dosis eingenommen, so können die Pflanzenteile des Stechapfels sogar eine tödliche Wirkung haben.

Wie und wann sät man Stechapfel aus?
Der Stechapfel kann im Mai direkt im Freiland ausgesät werden. Der Samen wird maximal samendick mit dem Pflanzsubstrat bedeckt. Sobald die ersten Pflanzen heranwachsen, werden sie vereinzelt. Wünscht man eine schnelle Entwicklung der Pflanzen, so sollte die Aussaat schon im März im Gewächshaus erfolgen. In beiden Fällen ist neben Stickstoffdünger auch eine ausreichende Sonneneinstrahlung notwendig.

Wann wird der Stechapfel geerntet?
Aufgrund der hohen Giftigkeit des Stechapfels sollten die Pflanzenteile auf keinen Fall geerntet, gesammelt oder eingenommen werden.

Woher kommt der Stechapfel und wo wächst er?
Die Herkunft des Stechapfels ist bis heute nicht genau belegt. Es wird vermutet, dass er ursprünglich aus Mittel- und Nordamerika stammt. Es gibt aber auch Pflanzenexperten, die es für wahrscheinlicher halten, dass der Stechapfel in Südasien beheimatet ist. In Europa gilt die Pflanze als Neophyt. Heute ist der Stechapfel häufig als Ackerunkraut zu finden. Er bevorzugt stickstoffreiche Böden und fühlt sich daher an Wegrändern, aber auch auf Schutt und Müll wohl.

Wie vermehrt man den Stechapfel?
Der Stechapfel vermehrt sich selbst durch seine Samen. So findet er seinen Weg auch in normale Hausgärten.

Wie kann man den Stechapfel vernichten, wenn er ungewollt im eigenen Garten wächst?
Um den Stechapfel aus dem eigenen Garten zu entfernen, wird er ausgegraben und in die Mülltonne geworfen oder verbrannt.

Wo kann man den Stechapfel kaufen?
Den Samen des Stechapfels kann man im Internet bestellen.

Systematik

Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Stechäpfel

Wissenschaftlicher Name

Datura

Zusammenfassung

Der Stechapfel ist eine beliebte Kübelpflanze und fällt durch seine einzigartigen trompetenförmigen Blüten sofort auf. Die anspruchsvolle Pflanze benötigt viel Wasser und Dünger. Außerdem muss sie regelmäßig zurückgeschnitten und umgetopft werden, damit sie eine üppige Blütenpracht ausbildet. Familien mit Kindern und Haustieren sollten sehr vorsichtig sein, denn alle Pflanzenteile des Stechapfels sind stark giftig und können schlimmstenfalls zum Tode führen.

Artikelbild: © irina02 / Shutterstock

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