Studentenblume – säen und pflegen

Studentenblume – säen und pflegen

Die Studentenblume sieht wundervoll aus, ist pflegeleicht und sehr strapazierfähig. Kein Wunder, dass die Korbblütler auf dem Balkon, der Terrasse und im Freibeet so beliebt sind. Doch nicht nur optisch überzeugt die Studentenblume, die auch als Tagetes bezeichnet wird, denn sie ist auch noch überaus nützlich. Welche Vorteile die Studentenblume Ihnen bietet, wie die Aussaat klappt und worauf Sie bei der Pflege achten sollten, erklären wir Ihnen im heutigen Ratgeber.

Der perfekte Standort

Die Heimat der Tagetes liegt in den warmen und recht trockenen Regionen Amerikas. Aufgrund ihrer Herkunft kommt die Pflanze daher sehr gut mit der vollen und direkten Sonne zurecht. Alternativ können Sie die Studentenblume auch im Halbschatten unterbringen, sodass es hinsichtlich der Lichtverhältnisse nicht schwierig sein sollte, einen geeigneten Standort zu finden. Folgende Aspekte sollten Sie bei der Auswahl eines geeigneten Platzes im Hinterkopf haben:

  • Standorte im Halbschatten sind ebenso geeignet wie die direkte Sonne
  • Bodengrund sollte luftig und durchlässig sein
  • Ein mäßiger Nährstoffgehalt ist ideal

Sie sollten die Studentenblumen daher nur gelegentlich düngen und es nicht übertreiben. Halten Sie das Pflanzsubstrat feucht, aber vermeiden Sie sowohl Austrocknen als auch Staunässe. Beides tut der Pflanze nicht gut.

Dekorativ im Blumenbeet, nützlich im Gemüsebeet

Aufgrund der langen und üppigen Blüte sind Studentenblumen optisch sehr ansprechend. Die Blüten sind je nach Sorte rot, orange oder gelb und gefüllt oder ungefüllt. Als Akzent in einem farbenfrohen Blumenbeet zwischen passenden Rosen sehen die Pflanzen ganz hervorragend aus. Die Studentenblume benötigt nur wenige Nährstoffe und kann daher unmittelbar neben andren Zier-, Obst- und Gemüsepflanzen stehen, ohne diese im Wachstum zu hemmen.

Nicht nur auf den menschlichen Betrachter haben Studentenblumen eine anziehende Wirkung, sondern auch auf Schnecken. Sie ist daher perfekt geeignet, um die Aufmerksamkeit der Schädlinge von Ihrem Gemüsebeet abzulenken.

Wenn Sie bereits ein Schneckenproblem in Ihrem Obst- und Gemüsebeet haben, bietet es sich an, preiswerte Studentenblumen im Beet unterzubringen, um die Schnecken anzulocken und von Ihrem Gemüse fernzuhalten.

Studentenblumen sind gut für Ihren Boden

Viele Vorteile der Studentenblumen haben wir Ihnen bereits genannt. Darüber hinaus haben Sie aber noch einen weiteren tollen Nebeneffekt, denn sie helfen, die Struktur Ihres Bodens zu verbessern und entziehen der Erde gleichzeitig nur kleine Nährstoffmengen.

Außerdem wirken Studentenblumen abschreckend auf Nematoden. Sie sollten die dekorativen Blühpflanzen daher am besten in weiten Bereichen Ihres Gartens pflanzen, damit sich die Anzahl der schädlichen Würmer verringert. Davon profitieren nicht nur die Studentenblumen selbst, sondern auch viele andere empfindliche Pflanzen in Ihrem Garten.

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So klappt das Aussäen mit Saatgut

Die Studentenblume kann problemlos durch eine Aussaat vermehrt werden. Erfahren Sie jetzt, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist und wie Sie dabei am besten vorgehen sollten.

So gewinnen Sie den Samen der Studentenblumen

Um die Samen der Tagetes zu gewinnen, werden die verwelkten Blüten verwendet. Entfernen Sie im Sommer daher nicht alle vertrockneten Blüten, sondern schütteln Sie aus einigen den Samen heraus. Er muss im Winter kühl, dunkel und trocken gelagert werden, damit er im kommenden Frühjahr fit für die Aussaat ist.

Der richtige Zeitpunkt für die Aussaat

Da die Tagetes sehr empfindlich auf Frost reagiert, darf sie erst nach draußen gesetzt werden, wenn auch die letzten Bodenfröste sicher vorüber sind. Orientieren Sie sich hierfür am Ende der Eisheiligen. In der Wohnung können Sie die Samen aber schon ab März vorziehen. Wählen Sie einen sonnigen Fensterplatz aber setzen Sie die Jungpflanzen nicht der prallen Sonne aus. Die besten Ergebnisse lassen sich bei der Keimung erzielen, wenn die Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad Celsius liegen.

Planen Sie genügend Platz ein

Sobald die frostigen Wintermonate vorbei sind, kann die Studentenblume entweder auf die Terrasse oder auf den Balkon umziehen. Alternativ ist auch ein Umsetzen ins Freibeet im Garten möglich. Der benötigte Platz richtet sich danach, um welche Sorte es sich handelt. Es gibt insgesamt mehr als 50 Varianten, welche alle ganz individuelle Ansprüche an den zur Verfügung gestellten Platz haben:

  • Bodennahe Arten mit kompakten Wuchs
  • Mittelhohe Blumen für das Blumen- oder Gemüsebeet
  • Hoch wachsende Exemplare, die eine Wuchshöhe von bis zu 75 Zentimetern erreichen

Sie sollten sich daher vorher informieren, um welche Sorte es sich bei Ihrer Studentenblume handelt, um das Platzangebot richtig einzuplanen.

Vorgehensweise beim Aussäen

Für die Aussaat sind ungedüngte Kokosfasern oder Anzuchterde am besten geeignet. Wichtig ist, dass der Näherstoffgehalt im Substrat nur mäßig ist. Bei einer zu reichhaltigen Erde legen die Pflanzen zu schnell an Höhe zu, sodass dünne Keime entstehen, die wenig widerstandsfähig sind und leicht umknicken. Außerdem ist eine luftige und durchlässige Erde sinnvoll. Wenn Sie die Aussaat direkt im Garten vornehmen möchten, müssen Sie warten, bis garantiert kein Bodenfrost mehr zu erwarten ist. Die Samen sterben bei Frost leider ab.

Obwohl die Studentenblumen gut mit der Sonne zurecht kommen, sollten Sie für die Aussaat im Freien keinen Standort im prallen Sonnenlicht wählen.

Sobald die Jungpflanzen eine Höhe von etwa zehn Zentimetern erreicht haben, können sie vereinzelt werden.

Pflegeansprüche der Studentenblume

Die Tagetes hat nur wenige Ansprüche an ihre Pflege und ist daher auch für Menschen ohne grünen Daumen geeignet. Damit die Blüte möglichst lange andauert und üppig ausfällt, empfehlen wir Ihnen, die trockenen Blüten und Pflanzenteile stets zu entfernen. So kann die Pflanze ihre Kraft auf die Bildung neuer Blüten konzentrieren. Einige Zuchtformen der Studentenblumen sind jedoch anspruchsvoller und empfindlicher. Durch ihre schweren Blüten benötigen sie zum Teil Befestigungen und Pflanzhilfen, damit sie dem Wetter standhalten.

Gießen

Bei der Wasserzufuhr gilt es bei der Tagetes ein gutes Mittelmaß zu finden. Sie möchte weder austrocknen noch überschwemmt werden. Eine Erde, die stets leicht feucht gehalten wird, ist daher optimal. Bei einem sonnigen Standort sollte regelmäßig das Gießen mit kleiner Wassermenge erfolgen. Wenn Sie Ihre Studentenblume dagegen schattig im Garten platziert haben und sie mit einer Schicht Mulch schützen, ist in der Regel keine zusätzliche Wasserzufuhr notwendig, wenn die Pflanze gelegentlich beregnet wird.

Düngen

Fast alle ursprünglichen Formen der Studentenblume sind anspruchslos. Es ist daher im Normalfall keine Zugabe von Dünger notwendig. Lediglich Pflanzen, die nicht richtig wachsen, dünne und schwach entwickelte Triebe zeigen oder nicht die gewünschte Blütenpracht ausbilden, sollten zusätzlich gedüngt werden. Alternativ können Sie auch eine Schicht Mulch über die Blumen geben, denn sie reichert das Pflanzsubstrat nach und nach mit Nährstoffen an.

Düngen Sie die Tagetes keinesfalls zu stark. Sie würde dann zwar stark wachsen, allerdings kaum Blüten ausbilden!

Deshalb gilt bei der Studentenblume immer: Nur düngen, wenn es unbedingt notwendig ist. Bei einer Blumenerde, die schon ausreichend Nährstoffe enthält, muss normalerweise überhaupt nicht zusätzlich gedüngt werden.

Tipps zum Überwintern

Die meisten Studentenblumen sind mehrjährig. Allerdings sind sie sehr frostempfindlich und gehen bei Temperaturen im Minusbereich oft sofort ein. Falls Sie Ihre Tagetes überwintern möchten, weil Sie zum Beispiel ein besonders exotisches Exemplar haben, sollten Sie folgende Tipps und Tricks berücksichtigen:

  • Bringen Sie die Pflanzen zum Überwintern im Herbst rechtzeitig in einen frostfreien Bereich
  • Das Winterquartier sollte nicht zu warm sein
  • Temperaturen von 15 bis 18 Grad Celsius sind perfekt
  • Der Standort sollte möglichst hell sein, sodass ein dunkler Keller oder Schuppen nicht in Frage kommt

Prinzipiell ist es aber einfacher, Samen aus den Pflanzen zu gewinnen und diese später auszusäen. So können Sie sich das Überwintern sparen. Entfernen Sie einfach die Samen im späten Sommer oder im frühen Herbst aus den Blüten und lagern Sie diese kühl, dunkel und trocken, damit eine neue Aussaat im Frühling möglich ist.

Schädlinge bekämpfen

Die herkömmlichen Studentenblumen sind ebenso resistent wie ihre zahlreichen Hybriden und Unterarten. Die typischen Krankheiten haben daher kaum eine Chance. Allerdings lieben Schädlinge wie Schnecken und Insekten die Blüten der Studentenblumen. Wenn Sie Ihre Tagetes daher als dekorative Blume nutzen, sollten Sie sie rechtzeitig mit Schneckenkorn vor den Schädlingen schützen. Das gilt insbesondere bei feuchtem, warmen Wetter.

Giftig oder essbar?

Aufgrund der Tatsache, dass es so viele verschiedene Sorten der Tagetes gibt, lässt sich pauschal nicht sagen, ob die Studentenblume essbar oder giftig ist. Essbare Varianten schmecken als Tee, Gewürz, essbare Dekoration oder Beilage von süßen und herzhaften Speisen. Sie können abhängig von der jeweiligen Sorte die Blüten oder das Kraut und die Stiele verwenden. Besonders schmackhaft ist die Tagetes lucida, deren Geschmack an Anis erinnert. Auch die Tagetes tenuifolia ist mit ihrem feinen Citrus-Aroma vielseitig verwendbar.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Wann sollte man Studentenblumen pflanzen?
Beim Pflanzen sollte darauf geachtet werden, dass die Studentenblume erst ins Freie gesetzt wird, wenn die letzten Bodenfröste vorbei sind. Nach den Eisheiligen darf die Pflanze daher ins Freibeet oder auf den Balkon.

Wie sehen die Blüten der Studentenblume aus und wann hat die Pflanze ihre Blütezeit?
Die gelben bis orangefarbenen Blüten der Pflanze sind sehr kräftig. Sie zeigen sich von Juni bis in den Oktober hinein.

Wie funktioniert die Aussaat?
Die Samen können aus den getrockneten Blüten der Studentenblume ganz einfach herausgeschüttelt werden. Anschließend werden sie an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahrt, bis der Winter vorüber ist. Die Aussaat erfolgt in nicht gedüngter Erde, die stets feucht gehalten werden muss. Direkte Sonne ist zu vermeiden. Am besten gelingt die Anzucht bei Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad Celsius. Sobald die Jungpflanzen eine Höhe von acht bis zehn Zentimetern erreicht haben, sollten sie vereinzelt werden.

Wie viele Arten und Sorten der Studentenblume gibt es?
Insgesamt gibt es etwa 50 Wildarten der Studentenblume, welche hauptsächlich in trockenen und warmen Gebieten wie etwa im Südwesten der USA, in Mexiko und in Argentinien vorkommen. Hierzulande sind die Hybriden der Arten Tagetes erecta und Tagetes patula verbreitet. Es gibt sie in unzähligen Farbvariationen mit gelben, rötlichen, bräunlichen oder orangefarbenen Blüten.

Welcher Standort ist geeignet?
Der Standort darf gerne sonnig sein. Auch direkte Sonneneinstrahlung verträgt die Studentenblume gut. Im Halbschatten gedeiht sie aber ebenfalls.

Wie kann man die Pflanze vermehren?
Die Vermehrung der Studentenblume klappt am einfachsten durch Aussaat.

Kommen Schädlinge häufig bei Studentenblumen vor?
Während Studentenblumen gegenüber Krankheiten sehr robust sind, kommen Schädlinge wie Schnecken und Insekten häufiger vor. Sie ernähren sich gerne von den Blüten, weshalb es gerade bei feuchtwarmen Wetterverhältnissen sinnvoll ist, die Pflanze durch Schneckenkorn zu schützen.

Wie und wann muss man Studentenblumen schneiden?
Verblühte Pflanzenteile sollten regelmäßig ausgeputzt werden. So fördert man neuen Flor und verhindert, dass sich die Studentenblume vor dem Ende der Blütezeit unnötig verausgabt.

Wie sollte der Boden für die Pflanze beschaffen sein?
Die Studentenblume ist bezüglich des Substrats wenig anspruchsvoll. Ein mäßiger Anteil an Nährstoffen reicht vollkommen aus. Ein luftiger und durchlässiger Bodengrund ist optimal.

Wie häufig muss man die Studentenblume düngen und gießen?
Bei Studentenblumen ist zu häufiges Düngen schädlicher als eine sparsame Nährstoffversorgung. Beim Gießen muss darauf geachtet werden, dass sowohl lange Trockenperioden als auch Staunässe zu vermeiden sind.

Welche Höhe können Studentenblumen erreichen?
Je nach Art und Sorte werden Studentenblumen etwa 30 Zentimeter hoch.

Wie kann man Studentenblumen am besten überwintern?
Oftmals werden Studentenblumen als einjährig bezeichnet, weil sie bei den ersten Frösten eingehen. Allerdings ist es möglich, die Pflanzen an einem frostfreien Ort zu überwintern. Im Winterquartier sollten Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad Celsius herrschen.

Wie wird die Studentenblume noch genannt?
Andere Namen für die Studentenblume sind zum Beispiel Samtpflanze oder Tagetes. Oftmals werden die Gewächse auch als Nematodenkiller bezeichnet, weil sie viele Fliegenarten, Bodenälchen und Fadenwürmer vertreiben und vernichten.

Systematik

Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Tageteae
Gattung: Tagetes

Wissenschaftlicher Name

Tagetes

Zusammenfassung

Die Studentenblume ist in den trockenen Gebieten Amerikas beheimatet und fühlt sich daher an sonnigen Standorten sehr wohl. Je nachdem, wo Ihre Tagetes steht, ist ein regelmäßiges Feuchthalten der Erde notwendig. Im Freiland ist der gelegentliche Regen aber oftmals völlig ausreichend. Sie sollten die Studentenblume nicht zu häufig düngen, da sie andernfalls an Wuchshöhe zulegt, aber die dekorative Blütenpracht ausbleibt. Die Pflanze ist widerstandsfähig gegen Krankheiten, aber die Blüten werden gerne von Schnecken verzehrt, sodass Sie sie mit Schneckenkorn schützen sollten.
Artikelbild: © suthiphong yina / Shutterstock

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