Teppich reinigen: Tipps, Tricks und Geheimnisse aus der Hausmittelabteilung

Teppich reinigen: Tipps, Tricks und Geheimnisse aus der Hausmittelabteilung

Ein neuer Teppich ist oft das Highlight in Wohnung und Haus. Doch mit der Zeit leidet er nicht nur optisch. Neben Dreck und Schmutz setzen sich nicht selten Bakterien und Milben im Teppich fest. Eine regelmäßige Reinigung ist daher nicht nur ein Mittel für visuelle Schönheit des Bodenbelags. Doch bei der Teppichreinigung gilt es, einiges zu beachten: Hausmittel können hilfreicher sein als teure chemische Reiniger und nicht jeder Teppich darf nass gereinigt werden. In manchen Fällen muss der Profi ran.

Utensilien und Materialien: Das braucht es zur Teppichreinigung

Wer seinen Teppich reinigen möchte, braucht je nach Reinigungsverfahren unterschiedliche Utensilien. Dazu gehört unter anderem folgendes mögliches Werkzeug:

Zudem sind mögliche Materialien:

Je nachdem, wie stark der Teppich beschmutzt ist, können unterschiedliche Reinigungsschritte angewandt werden, um ihn wieder sauber zu bekommen. Dem einen Bodenbelag reicht der Staubsauger, der andere braucht ein Mittel gegen hartnäckige Flecken. Hier können Nass- und Trockenreinigungsverfahren angewandt werden. Wer keinen Waschsauger oder Nassreinigungsgerät zur Verfügung hat, kann diese auch in Baumärkten ebenso wie in Drogerien sogar teilweise kostenlos leihen.

In so mancher Werbung wird suggeriert, dass Dampfgeräte gut zur Reinigung von Teppichen geeignet sind. Das ist jedoch falsch. Diese brennen hingegen die Flecken im Teppich fester ein, die dann auch mit professioneller Technik nicht mehr zu entfernen sind.

Die alltägliche Reinigung: Staubsauger für den regelmäßigen Gebrauch

In vielen Familien ist Samstag Wohnungsputztag. Dabei sollte auch der Staubsauger hervorgeholt werden, um den Teppich mindestens einmal in der Woche (am besten jedoch alle drei Tage) abzusaugen. Denn das regelmäßige Saugen schützt auch vor Schädlingen wie beispielsweise Kleiderklamotten. Diese legen bei guten Bedingungen ihre Eier gern im Teppich ab.

Experten empfehlen hier Modelle mit einer Bürste, diese seien effektiver. Die durch Mechanik angetriebene Bürste klopft den Teppich quasi auch gleichzeitig ab. So löse sich mehr Schmutz. Das Saugen sei durch die Bürste ein wenig schwerer, aber deutlich gründlicher.

Aber nur wer richtig saugt, pflegt den Teppich dabei. Wichtig ist natürlich, alle Möbel auf dem Teppich zu entfernen: Stühle, Tische und Pflanzen sollten zur Seite gestellt werden. Nur so können alle Stellen des Teppichs erreicht werden.

Mit dem Saugen wird zudem am besten in der hintersten Ecke angefangen und sich dann Richtung Tür vorgearbeitet. So ist sichergestellt, dass durch Schuhe und Co kein neuer Dreck auf den Teppich gelangt. Jede Stelle sollte zwei- oder dreimal mit der Düse abgesaugt werden. Für die Ecken und kleinen Flächen haben die meisten Saugmodelle oft entsprechende kleine Düsen, die genutzt werden können.

Zeigen sich zu viele Flusen im Staubbeutel, kann das auf zu viel Sand und Staub im Teppich hinweisen. Denn hier wirkt das Staubsaugen mit ihnen gemeinsam wie Schleifpapier und rasiert die Teppichhaare quasi ab. In diesem Fall sollte eine professionelle Reinigung im Betracht gezogen werden.

In Zeiten, in denen nicht jeder Haushalt über einen Staubsauger verfügte, war es gang und gäbe, den Teppich auszuklopfen. Das kann auch heute noch sehr hilfreich sein. Im Winter wurden Teppiche mit der Florseite auch gern auf die Schneedecke gelegt. Der Bodenbelag wurde nicht zu nass und schwer und konnte noch sehr gut bewegt werden.

Die Nassreinigung richtig ausgeführt: Eine Anleitung

Flecken von Kaffee, Wein und Co bringt der Staubsauger jedoch nicht aus dem Teppich. Daher lohnt sich von Zeit zu Zeit auch eine Nassreinigung. Kleine Teppiche können dabei auch in die Waschmaschine gegeben oder in der Badewanne gereinigt werden. Hier sollte nur überprüft werden, wie viel der Teppich aushält. Auch sollte der Verbraucher unbedingt beachten, dass der Teppich nass deutlich schwerer ist und so schwieriger zum Trockenplatz transportiert werden kann.

In Waschmaschine und Badewanne eignet sich einfaches Haarshampoo sehr gut als Reinigungsmittel. Wer in der Wanne reinigt, muss den Teppich danach gründlich ausspülen! Wird Seife verwendet, muss diese ebenfalls bis auf den letzten Rest ausgewaschen werden. Sonst helfen deren Rückstände, dass sich Schmutz schneller wieder im Teppich absetzen kann.

Ist der Teppich zu schwer oder groß, muss er auf dem Boden gereinigt werden. In allen Fällen braucht es im ersten Schritt den Staubsauger. Bevor Nasssauger, Reinigungsmittel und Co zum Einsatz kommen, sollte jeglicher Staub und Schmutz entfernt sein. Erst danach beginnt die Reinigung mit dem Reinigungsmittel.

Mancher Reiniger schadet der Farbechtheit des Teppichs. Daher sollten unbekannte Produkte zunächst an einer unauffälligen Stelle getestet werden, um sicherzugehen, dass sie keine Entfärbungen verursachen.

Im nächsten Schritt beginnt die Nassreinigung mit dem Nassreinigungsgerät: Reinigungsmittel und Wasser in das Gerät füllen und los geht es. Mittels Hebel wird das Reinigungsmittel auf den Teppich gesprüht. Das Gerät saugt Reiniger und Schmutz gleichzeitig mit der Düse wieder ab. Wer hier genau arbeiten will, sollte immer zu sich saugen und die Bahnen dabei leicht überlappen lassen. Danach sollte der Teppich noch einmal ohne Sprühen abgesaugt werden, damit auch die Restfeuchtigkeit aus dem Bodenbelag kommt.

Der letzte Schritt der Nassreinigung ist das Imprägnieren. Der Teppich sollte mit einem Textilimprägnierspray besprüht werden, damit er vor neuem Schmutz so lange wie möglich geschützt ist. Neue Flecken können so oft leicht mit dem Staubsauger entfernt werden und der Teppich verfilzt deutlich langsamer. Jedoch kann der Bodenbelag meist erst 24 Stunden nach der Imprägnierung betreten werden, da er völlig austrocknen muss.

Trockenverfahren: Spezialfall Naturteppiche

Für manche Teppiche ist die Nassreinigung nicht geeignet – für Naturmaterialien beispielsweise. Baumwolle und Schafswolle sind sehr empfindlich Feuchtigkeit gegenüber. Diese Teppiche sollten nur im Trockenverfahren gereinigt werden. Lediglich ein feuchter Lappen kann bei hartnäckigen Flecken eingesetzt werden.

Als Reinigungsmittel bei dieser Methode kommt Teppichpulver zum Einsatz. Dieses wird im ersten Schritt gleichmäßig auf den Bodenbelag verteilt. Mithilfe von Bürste oder Schrubber wird das Pulver anschließend in die Fasern eingerieben. Hier sollte jeder vorsichtig vorgehen, leichtes Hineindrücken reicht vollständig aus. Das Pulver muss etwa 15 Minuten einwirken, bevor es mit dem Staubsauger abgesaugt werden kann.

Die Reinigung mit Teppichpulver sollte mehrfach wiederholt werden. Ist es im Staubsaugerbeutel dunkel, so ist viel Dreck vorhanden. Erst wenn es sich kaum noch verfärbt, ist der Teppich wirklich sauber.

Geheimnisse aus der Hausmittelabteilung

Doch nicht immer muss es die Chemie sein, um den Teppich wieder sauber zu bekommen. Gerade bei hartnäckigen und ärgerlichen Flecken hilft oft der Griff in die Hausmittelabteilung. Salz, Backpulver und Co können hier oft bessere Reinigungsergebnisse erzielen als teure Reiniger aus dem Handel.

Erste Hilfe für den Teppich

Wichtig bei der Entfernung von Flecken ist es, schnell zu handeln. Je früher sie entfernt werden, desto besser sind die Aussichten, dass keine Rückstände im Bodenbelag bleiben. Daher sollte bei einem Missgeschick gleich reagiert werden.

Als Erstes sollte ein Handtuch über den Fleck gelegt und dann Sprudelwasser drüber gegeben werden. Das zieht den Schmutz aus dem Teppich in das Handtuch. Unbedingt nur tupfen und bei Flecken auf dem Teppich nicht reiben oder rubbeln. Das würde die Schmutzpartikel noch tiefer in das Gewebe treiben. Reicht die erste Hilfe nicht aus, müssen weitere Reiniger oder auch Hausmittel verwendet werden.

Backpulver für helle Teppiche

Flecken in hellen Teppichen können mit Backpulver entfernt werden. Das betrifft sowohl Kleckereien als auch Trittspuren. Das Backpulver wird gleichmäßig auf den Fleck gestreut und mit einer Bürste gleichmäßig eingerieben. Grobe Flecke sollten ein zweites Mal eingerieben werden. Danach wird heißes Wasser mit einer Sprühdose auf den Fleck gegeben. Dieses Gemisch sollte vier bis fünf Stunden einweichen, bevor es abgesaugt werden kann.

Bleichmittel für helle Wollteppiche

Wer einen Wollteppich hat und sich über dunkle Flecken darauf ärgert, kann ein Bleichmittel aus der Küche verwenden. Dazu braucht es Sauerstoffbleiche, die in Drogerien aber auch im Onlinehandel erhältlich ist. Sie wird in heißem Wasser und mit einem Spritzer Geschirrspülmittel aufgelöst. Danach wird der Reinigungsschwamm in der Lösung vollständig durchtränkt und auf der Stelle des Fleckes gedrückt. So wird der Fleck vollständig durchnässt – darf aber nicht darüber hinaus laufen. Mit einer Bürste kann das Mittel zusätzlich eingearbeitet werden: Drücken, nicht reiben!

Nach 15 Minuten sollte die Nässe zunächst mit einem Handtuch herausgeholt werden. Der Stoff wird kräftig auf die Stelle gedrückt. Ist der Fleck nicht vollständig entfernt, kann die Prozedur hier wiederholt werden. Am Ende braucht es den Staubsauger, der alle Reste der Feuchtigkeit und Reinigungsmittel absaugt.

Geschirrspülmittel gegen Schokoladenflecken

Hat der Nachwuchs mal wieder seine Süßigkeiten überall da verteilt, wo sie nicht hingehören? Auch gegen Schokolade im Teppich gibt es einen Geheimtrick. Hier hilft Geschirrspülmittel, da es eine sehr hohe Fettlösekraft hat. Um den Fleck zu entfernen, muss ein Lappen in Spülmittelwasser eingeweicht werden. Mit diesem kann der Fleck aus dem Teppich heraus gerieben bzw. getupft werden. Aber auch Gallseife kann Wunder wirken. Bei älteren Flecken solle die getrocknete, oberste Schicht zunächst abgekratzt werden.

Salz und Sprudelwasser gegen frische Rotweinflecken

Ist das Rotweinglas gerade umgekippt, sollte Jodsalz schnell zur Hand sein. Denn bei zügiger Reaktion kann damit verhindert werden, dass der Rotwein hartnäckige Flecken im Teppich hinterlässt. Das Salz saugt den Wein nämlich auf und muss danach zur abgesaugt werden. Diese Prozedur kann mehrfach wiederholt werden. Auch Sprudelwasser über den Fleck laufen und in einem Tuch aufsaugen lassen, kann den Rotwein ausspülen.

Essig gegen alte Rotweinflecken

Ist der Rotweinfleck jedoch längst eingetrocknet, hilft Essig oder Essigessenz. Diese zunächst farblose Flüssigkeit sollte auf den Fleck gegeben werden und nur etwas einwirken. Schon kurze Zeit später kann mit einem alten Hand- oder Küchentuch die nun rote Flüssigkeit abgetupft werden.

Eiswürfel gegen Wachsflecken

Gerade im Winter brennen zahlreiche Kerzen und so manches Wachs landet auch auf dem Teppich. Hier hilft Eis. Diese werden in eine Plastiktüte eingewickelt und auf den getrockneten Wachsfleck gelegt. Das erhärtet das Wachs so stark, dass es mit einem Messer vom Teppich abgehoben werden kann.

Aber auch das Bügeleisen kann hier ein Wundermittel sein. Der Wachsfleck wird mit Löschpapier aus dem Schulbedarf oder einfacher mit Küchenrolle bedeckt. Wenn jetzt das Bügeleisen darüber geführt wird, saugt das Papier das durch die Hitze gewordene Wachs aus dem Teppich heraus.

Tipp für Teppichfransen

Sind die Teppichfransen am Rand des Bodenbelags schmuddelig und unansehnlich, hilft hier ein Esslöffel Waschpulver und ein Spritzer Bleichmittel – mit einem Liter heißem Wasser verrührt. Unter den Fransen sollte Plastikfolie verlegt werden. Dann können sie mit Schwamm und Lösung bearbeitet werden. Achtung: Handschuhe sollten hier Pflicht sein. Um das Reinigungsmittel wieder zu entfernen, wird mit einem Tuch und klarem Wasser hinterher getupft. Die Fransen können mit einem Föhn getrocknet werden.

Profimethoden: Die Reinigung durch den Fachmann

In manchen Fällen reicht eine Reinigung des Teppichs vom Laien nicht mehr aus. Dann sollte sich ein Fachmann ins Haus geholt werden. Dieser kann bei verlegten Teppichen die Reinigung vor Ort vornehmen. Aber auch Abholung und Rücktransport sind nicht selten in deren Angebotspaket enthalten. Der Profi hat verschiedene Reinigungsmethoden. Zu ihnen zählen unter anderem:

  • Pulverreinigung
  • Pad-Reinigung
  • Shampoonieren
  • Sprühreinigung
  • Tiefenreinigung (Kombi-Reinigung)

Die Reinigung mittels Pulver eignet sich für Teppiche, die nur leichte Verschmutzungen aufweisen oder nicht nass gereinigt werden können. Hier braucht es keine Trocknungszeit, jedoch ist die Reinigungsleistung gering.

Bei der Pad-Reinigung wird ein Reiniger flüssig auf den Teppich gegeben und anhand eines drehenden Wollpads in ihn eingearbeitet. Dieses Verfahren eignet sich vor allem für leicht verschmutzte Teppiche und Veloursböden. Die Kosten sind gering, es braucht ebenso keine Trocknungszeit. Jedoch kommen hier starke mechanische Kräfte zum Einsatz, die den Teppich schnell verfilzen lassen.

Bei der Shampoonierung wird Reinigungsschaum mittels Bürsten in den Teppich gebracht. Anschließend wird der feuchte bis nasse Teppich gründlich abgesaugt. Dieses Verfahren gilt ebenso noch als kostengünstig und liefert gute Reinigungsergebnisse. Mittelstarke Verschmutzungen sind meist kein Problem. Jedoch können Seifenrückstände eine erneute Verschmutzung beschleunigen. Zu häufiges Shampoonieren schadet zudem dem Teppich, da die Faser hart wird.

Bei der Sprühreinigung wird ein Reinigungsmittel mit hohem Druck in den Teppich gebracht und direkt wieder abgesaugt. Dieses Verfahren bietet sich für alle Teppiche an, die nass gereinigt werden können. Jedoch braucht es hier eine lange Trocknungszeit. Zudem ist die Reinigungsleistung stark abhängig von der Leistungsstärke der Maschinen.

Die Kombi-Reinigung (auch Tiefenreinigung genannt) verbindet Shampoonieren und Sprühreinigung. Dadurch ist sie besonders gründlich und effektiv, aber auch eine kostenintensive Variante. Ebenso ist dieses Verfahren sehr zeitintensiv, wird aber aufgrund der guten Ergebnisse von vielen Experten bei starken Verschmutzungen unbedingt empfohlen.

Zusammenfassung

Ein Teppich sieht nur schön aus, wenn er auch sauber ist. Daher sollte er regelmäßig gereinigt werden. Alle zwei bis drei Tage ist das Saugen mit dem Staubsauger zu empfehlen. Hartnäckige Flecken können je nach Material mit der Pulver- oder Nassreinigung entfernt werden. Aber auch Hausmittel können hilfreich sein und bei schneller Reaktion so manchen Fleck auf dem Teppich verhindern.

Artikelbild: © AndreyPopov / Bigstock.com

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