Thermokomposter: Den Gartenabfall verschwinden lassen

Thermokomposter: Den Gartenabfall verschwinden lassen

Nahezu jeder Gartenbesitzer besitzt einen Komposthaufen im Garten, mit dem sie bares Geld sparen. So fallen keine hohen Entsorgungskosten für Gartenabfälle an und sie produzieren gleichzeitig hochwertige Pflanzenerde. Für besonders eilige Menschen gibt es Thermokomposter, die den Prozess beschleunigen sollen, so die Hersteller.

Was ist eigentlich die Kompostierung?

In unserem Artikel „Gartenabfälle ganz einfach selber kompostieren“ haben wir uns bereits mit der Kompostierung befasst, dort aber nie richtig erklärt, was die Kompostierung eigentlich ist.

Die Natur ist grundsätzlich ein riesiger Komposthaufen. Unter unberührtem Boden sind Millionen Organismen tätig, Pflanzenreste und Laub zu zersetzen. Regenwürmer, Springschwänze, Asseln und verschiedene Mikroorganismen sind dafür verantwortlich, dass im Frühjahr nahezu die komplette Laubschicht aus dem Herbst verschwunden ist. Aus dem organischen Abfall produzieren sie Humus, welcher den Boden verbessert und die Pflanzen ernährt. Es wachsen neue Pflanzen, die wiederum Laub abwerfen, somit organische Abfälle produzieren – der Kreislauf beginnt von Neuem.

Im Garten geschieht dasselbe, nur schneller und gezielter. Hausbesitzer und Mieter sammeln die organischen Abfälle an einer zentralen Stelle, dort zersetzen sie sich langsam. Große und kleine Organismen finden sich selbst ein und zersetzen die Materialien. Diesen Vorgang kann man mit verschiedenen Maßnahmen beschleunigen, etwa durch einen Thermokomposter.

Was bei der Kompostierung mit einem Thermokomposter geschieht

Der Prozess der Kompostierung wird von einer Vielzahl von Organismen, wie Asseln, Tausendfüßer, Regenwürmer, Käfer, Milben, Pilze und Bakterien, unterstützt. Je mehr Organismen am Prozess beteiligt sind, desto schneller erfolgt die Verrottung. Beim Zersetzungsprozess produzieren die Tierchen Wärme, welche den Prozess beschleunigt. Thermokomposter besitzen hochwertige Doppelwände, die unter idealen Bedingungen Temperaturen von bis zu 70 °C entstehen lassen. So ist die Kompostierung im Idealfall in mehreren Monaten abgeschlossen. Herkömmliche Komposthaufen benötigen dagegen meist ein bis zwei Jahre.

Die Kompostierung in 8 Schritten

  1. Den Thermokomposter an einer möglichst schattigen und leicht zugänglichen Stelle im Garten aufbauen und platzieren.
  2. Den Komposter direkt auf den Boden, nicht auf Steinplatten, stellen, da er direkten Bodenkontakt benötigt.
  3. Rohmaterialien sammeln, möglichst große Mengen (mindestens 80 bis 100 Liter). Der Thermokomposter kann Höchsttemperaturen nur dann erreichen, wenn er möglichst voll ist.
  4. Materialien mit einem Schredder oder einer Schere zerkleinern.
  5. Optional Kompost-Beschleuniger hinzugeben.
  6. Kompost nach zwei bis drei Wochen umsetzen oder gut durchmischen (Wurmkompostierung ausgenommen), um den aktiven Mikroorganismen Sauerstoff zuzuführen.
  7. Der Inhalt des Komposters sollte während des gesamten Prozesses feucht wie ein ausgedrückter Schwamm sein. Bei Bedarf sollte man ihn nachwässern.
  8. Nach acht bis zwölf Wochen erhalten Gärtner bereits wertvollen Mulchkompost, den sie in Beeten und Baumscheiben ausbringen können.

Den fertigen Kompost nutzen

Wie zuvor erwähnt, eignet sich fertiger Mulchkompost zum Mulchen von Baumscheiben und Beeten. Hausbesitzer und Mieter sollten ihn aber nicht untergraben, sonst können die Mikroorganismen nicht überleben.

Was für Vorteile hat das Mulchen überhaupt?

  • der Boden trocknet nicht aus
  • die Bodentemperatur ist gleichmäßig und sorgt für ein ideales Pflanzenwachstum
  • durch das aktive Bodenleben wachsen die Pflanzenwurzeln besser
  • der Boden lässt sich immer besser bearbeiten
  • Durch Mulchkompost erhält der Boden Nährstoffe und man spart den Kauf von Düngern

Artikelbild: © Atelier_A / Shutterstock

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.