Vogelfutter selber machen: Tipps und Rezepte

Vogelfutter selber machen: Tipps und Rezepte

Vögel sind wichtige Tiere für unsere Natur. Damit es den kleinen Tierchen das ganze Jahr über gut geht, füttern sie viele Menschen. Doch das Vogelfutter aus dem Supermarkt oder Fachhandel ist alles andere als optimal. Besser ist es, Vogelfutter selber zu machen. Die Nahrungszubereitung für die einheimischen Wildvögel ist besonders für Kinder ein spannendes Erlebnis, bei dem sie wertvolle Lebenserfahrung sammeln und lernen, auf ihre Umgebung Rücksicht zu nehmen.
Bei der Eigenherstellung von Vogelfuttermischungen gibt es eine wichtige Regel, die jeder kennen muss:

Wildvögel niemals mit verdorbenen oder salzigen Speisen füttern!

Das Grundrezept für Futter mit Fett

Das Füttern von Vögeln mit Brotresten ist äußerst beliebt, gleichzeitig aber auch sehr riskant. Das Brot ist keine artgerechte Nahrung für Wildvögel. Stattdessen können Interessierte ein simples Fettfutter aus Mehrkornflocken oder Vollkornhaferflocken in Kombination mit Sonnenblumenöl herstellen. Dazu einfach die Getreideflocken mit etwas Öl oder Pflanzenfett mischen. Das Problem bei dieser simplen Methode ist, dass das Öl lediglich an der Oberfläche der Flocken haften bleibt. Effizienter ist eine aufwendigere Fettfutterherstellung: Das Pflanzenfett oder Öl in eine Pfanne geben und es leicht erhitzen. Anschließend die Getreideflocken dazugeben. Diese Mischung vorsichtig anbraten, die Körner sollten nicht braun werden, sondern sich durch die entstehende Hitze mit Öl vollsaugen.

Nach dem Anbraten muss man die Mischung nur noch abkühlen lassen und kann sie im Anschluss direkt verfüttern. Verbraucher können das Futter den Vögeln in kleinen Näpfen anbieten. Das Vogelfutter bitte nicht auf dem Boden ausstreuen, dort kann es nass werden und verderben.

Wichtig: Die Fettnahrung kann in einer luftdichten Dose bis zu eine Woche lang im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wird es eingefroren, hält es sogar einige Monate.

Fettfutter für Vögel selbst herstellen

Rezept zur Zubereitung von einem Fettfutter-Kuchen

Zur Herstellung eines gehaltvollen und energiereichen Fettfutter-Kuchens (Rezept von der Vogelpflegerin Ingrid Roeschke) werden folgende Zutaten benötigt:

  • 3 Eier
  • 500 g Speisequark (40% Fett)
  • 400 g Pflanzenfett
  • 100 g Rosinen
  • 250 g gehackte Nüsse
  • 300 g Haferflocken
  • 150 g Mehl

Die zuvor genannten Zutaten vermengen und je bei etwa 180 Grad für 15 bis 30 Minuten im Ofen backen. Der Kuchen sollte äußerlich leicht bräunlich und innen fest sein. Nach dem Backen den Kuchen möglichst schnell verfüttern. Übrig gebliebene Reste können einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Wer ihn länger aufbewahren möchte, sollte den Kuchen einfrieren.

Weitere Rezepte für Kraft-Futter für diverse Vogelarten finden Sie in Kürze in unserem PDF.

Meisen-Futterglocken selber machen

Mit Fettfutter kann man Meisen sehr gut anlocken. Der Grundstoff kann zum Beispiel Pflanzenfett sein, welches in Bioläden oder im Supermarkt erhältlich ist. Zur Herstellung werden außerdem noch Saaten und Körner benötigt, welche man im Reformhaus, Bioladen oder Zoofachgeschäft kaufen kann. Besonders gut geeignet sind geschälte und ungeschälte Sonnenblumenkerne, Mohn, Hanf, Haferflocken und Weizenkleie. Gersten-, Weizen- oder Dinkelflocken kann man auf Wunsch ebenfalls hinzufügen.

Zur Herstellung einer Futterglocke wird ein Blumentopf oder eine halbierte Kokosnuss sowie ein chemisch unbehandeltes Seil benötigt. Nun zur Herstellung der Speise für einen mittelgroßen Blumentopf:

  1. Etwa 100 Gramm Pflanzenfett erhitzen, bis es schmilzt.
  2. 100 bis 150 Gramm Körner in das Fett geben.
  3. Je mehr Körner Sie der Mischung hinzufügen, desto lockerer ist sie im kalten Zustand.
  4. Durch das Loch im Blumentopf das Seil ziehen und fest verknoten.
  5. Wer eine Kokosnuss verwendet, muss das Loch zunächst bohren.
  6. Das Gemisch abkühlen lassen und in Blumentopf/Kokosnuss gießen.
  7. Sobald die Masse hart ist, einen Naturast anbringen, damit die Vögel ans Futter gelangen können.
  8. Futterglocke an einem schattigen Platz im Garten anbringen.

Vögel im Winter füttern

Gerade im in der kalten Jahreszeit, wenn die kleinen Tierchen dem kalten Wetter meist schutzlos ausgesetzt sind, verspüren Menschen das Bedürfnis, die Vögel zu füttern. Leider sind viele Menschen davon überzeugt, dass die Vögel lediglich von dem hingestellten Futter überleben.

Wer den Tierchen im Winter helfen möchte, muss sich bereits im Herbst vorbereiten und natürliches Vogelfutter sammeln. Wer das Futter selbst sammelt, vermeidet die Einfuhr und Verbreitung der Ambrosia-Pflanze aber auch unnötige Kosten zum Verpacken und den Transport von Vogelfutter. Billiges Futter aus Osteuropa, wo mit dem Ambrosia-Problem gekämpft wird, ist häufig mit den Samen der Pflanze verseucht. Ihre Pollen lösen Allergien aus und sind äußerst aggressiv.

Beim Sammeln von Futter sollten Tierliebhaber wissen, welche Vögel sich in ihrem Garten aufhalten. Amseln und Wacholderdrosseln lieben zum Beispiel Beeren von Weißdorn, Sanddorn, Holunder, Eberesche und Schlehe. Sperling, Dompfaff und Grünfink bevorzugen dagegen die Samen von Kletten, Gräsern, Disteln, Brennnesseln, Ampfer und Löwenzahn aber auch die Körner diverser Getreidesorten. Optional fressen die Vögel auch Sonnenblumenkerne, Haselnüsse, Kürbissamen, Walnüsse und Bucheckern. Kohl- und Blaumeisen ernähren sich in erster Linie von Körnern und Beeren.

Weiterhin ist es wichtig, das gesamte Futter nicht an einer Stelle einzusammeln. Ansonsten geht die natürliche Nahrungsquelle für die Vögel in dem jeweiligen Raum verloren. Die gesammelten Beeren können Tierliebhaber einfrieren oder auf ihrem Heizkörper über einen Zeitraum von mehreren Tagen trocknen. Die getrockneten Beeren sind fertig, wenn sie sich wie zähes Leder anfühlen und keine feuchten Stellen mehr besitzen. Das fertige Vogelfutter ist besonders haltbar, wenn man es in einem Leinenbeutel trocken und kühl aufbewahrt.

Artikelbild: © Kichigin / Shutterstock

1 Kommentar

  1. Fadir 26.10.2015 21:53 Uhr

    Im Ausland werden jetzt und dann wieder im Frühjahr die Vögel getötet
    http://www.stiftung-pro-artenvielfalt.org/seiten/auswahl_vogelschutzcamps.html

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