Wie funktioniert das mit den Energiesparhäusern?

Wie funktioniert das mit den Energiesparhäusern?

Im 21. Jahrhundert und Zeiten der globalen Erwärmung wird das Thema Energiesparen immer wichtiger. Energie kann nicht nur durch energieeffiziente Geräte im Haushalt gespart werden, sondern bereits beim Hausbau. Der Begriff Niedrigenergiehaus kann nicht verbindlich definiert werden. Viel mehr ist der Begriff eine Beschreibung für einen Baustandard, nicht aber eine Bauform oder Bauweise. Energiesparhäuser sind im Vergleich zu durchschnittlichen Gebäuden energiesparender. Der Primärenergiebedarf liegt bei weniger als 60 kWh pro Quadratmeter und es muss die strengen Bestimmungen der Energieeinsparverordnung EnEV erfüllen.

Konstruktionsmerkmale eines Energiesparhauses

Ein Energiesparhaus zeichnet sich durch einige Konstruktionsmerkmale aus:

  • kompakte Bauweise durch Verringerung der Außenfläche
  • optimaler Wärmeschutz
  • kontrollierte Lüftung
  • Nutzung von erneuerbaren Energien
  • hoher Wirkungsgrad der Heizungsanlage

Noch vor wenigen Jahren galten Niedrigenergiehäuser als ökologisch fortschrittliche Bauweise. Heute gehört das Energiesparhaus beim Neubau zum Standard. Wie bereits erwähnt, darf der Heizwärmebedarf nicht den Wert von 60 kWh pro Quadratmeter übersteigen. Die Wärmemenge von 10 kWh entspricht einem Liter Heizöl, einem Kubikmeter Gas bzw. zwei Kilogramm Holzpellets. Ein weiterentwickeltes Energiesparhaus ist das sogenannte Passivhaus. Diese Bauweise bedeutet eine sehr gute Wärmedämmung, eine weitgehend luftdichte Gebäudehülle und optimierte Haustechnik. Der Wärmebedarf eines Passivhauses ist nicht höher als 15 kWh/qm im Jahr. Zum Vergleich: Ein nach gesetzlicher Vorschrift erstellter Neubau benötigt noch den dreifachen Energiebedarf.

Passivhaus – Energiesparen wie in der Zukunft

Die jährlich steigenden Rohstoffpreise sorgen für eine starke Nachfrage beim Passivhaus. Bauherren erhoffen sich, dass sie auf eine Heizungsanlage komplett verzichten können, dennoch hat das Energiesparmodell einige Nachteile. Das Konzept des Passivhauses sieht vor, dass es komplett ohne aktive Wärmeerzeugung auskommt. Ein Großteil des Wärmebedarfs wird mithilfe von passiven Wärmequellen, wie etwa der Sonne, Haushaltsgeräte sowie die Hausbewohner selbst, abgedeckt. Wenn der Heizbedarf bei unter zehn Watt pro Quadratmeter liegt, entfällt der Bedarf einer separaten Heizung. Die erforderliche Restwärme wird über ein Zuluftsystem mit Wärmerückgewinnung erzeugt. Das Lüftungssystem ist eine zentrale Komponente des Passivhauses. Die Gebäudehülle ist nahezu luftdicht, damit keine Wärme entweichen kann. Die Versorgung mit Frischluft wird von einer separaten Luftrückgewinnungsanlage gewährleistet. Die ganzen Vorschriften haben natürlich ihren Preis. Die Bau- und Anschaffungskosten eines solchen Hauses sind weit über dem eines konventionellen Neubaus. Die Investition lohnt sich allerdings, die Energieeinsparungen können bis zu 90 Prozent betragen.

Nullenergiehaus – ökologisches Wohnen

Das Nullenergiehaus will seinen Besitzern die Unabhängigkeit von Energieversorgern und steigenden Energiepreisen ermöglich. Mit dem Baukonzept kann der komplette Wärme- und Strombedarf mithilfe von Sonnenenergie abgedeckt werden. Im Vergleich zum Passivhaus benötigt man beim Nullenergiehaus allerdings einen hohen technischen Aufwand, um das Gebäude realisieren zu können, denn die benötigte Energie wird ausschließlich über Solarsysteme erzeugt. Ein gutes Lüftungssystem und eine Isolierung von Dach und Außenwänden mit bis zu 30 Zentimeter Dämmung sind nötig, um die gewonnene Energie optimal zu nutzen. Eine Heizung wird so das ganze Jahr über nicht benötigt. Sollten die Temperaturen an besonders kalten Windertagen extrem sinken, kann mit Wasserstoff aus einer Solar-Wasserstoffanlage nachgeheizt werden. Ein modernes Ent- und Belüftungssystem sorgt für frische Luft, während ein Wärmetauscher die Abluft nutzt, um Wärme zu gewinnen. Bisher sind Nullenergiehäuser ein Hauch Zukunftsmusik und werden nur selten realisiert. Aus diesem Grund sind keine verlässlichen Kennwerte zu den reellen Baukosten vorhanden. Ein Niedrigenergiehaus kostet etwa 1.000 Euro je Quadratmeter, ein Passivhaus kostet bereits 1.300 Euro. Der Preis für ein Nullenergiehaus könnte somit bei etwa 1.500 Euro pro Quadratmeter liegen.

KfW-Fördermittel

Wer bereits seit Jahren ein Haus besitzt, wird dieses nur ungern verkaufen und ein Energiesparhaus bauen wollen. Alternativ kann man allerdings sein bestehendes Haus sanieren bzw. modernisieren. Passend dazu gibt es von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Förderungen mit den Programmen „Wohnraum Modernisieren“ und „Energieeffizient Sanieren“. Die Förderungen können beantragt werden, wenn einzelne Sanierungsschritte oder komplette Sanierungen vollzogen werden sollen, die die Energiebilanz des Hauses verbessern. Bei den Förderungen gilt: Je besser der energetische Standard, desto höher ist auch die Förderung. Für Einzelmaßnahmen kann man Förderungen von bis zu 50.000 Euro und für Komplettsanierungen bis zu 75.000 Euro erhalten. Während der Laufzeit zahlen Sanierer ausschließlich die Zinsen. Die Darlehensschuld wird erst zum Ende der Laufzeit beglichen.

Artikelbild: © Irina Mos / Shutterstock

2 Kommentare

  1. Nadine 04.04.2018 11:35 Uhr

    Interessanter Beitrag!

    Mein Mann und ich planen derzeit unser neues Eigenheim. Nach längerer Recherche haben wir uns für ein Niedrigenergiehaus entschieden. Dennoch möchte ich mich noch weiter informieren.

    direkt antworten
  2. Anna 07.12.2018 12:48 Uhr

    Hallo, ich habe es gerade erst angefangen, mich über die verschiedenen Energiesparhäuser zu informieren, und finde diesen Artikel sehr gut und übersichtlich! Wir möchten demnächst unseren Traum von dem eigenen Haus verwirklichen und interessieren uns besonders für ein Passivhaus. Ich wusste aber gar nicht, dass die Energieeinsparungen sogar so hoch sein können! Vielen Dank für diese Information.

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