Parkett Verlegerichtung

Parkett Verlegerichtung

Schon bei der Bekleidung gibt es den Spruch „Querstreifen machen dick“. Das gleiche Prinzip lässt sich auch in vielen anderen Bereichen anwenden, so auch beim Parkett, welches übrigens nicht mit Laminat verwechselt werden sollte. Je nachdem, in welcher Verlegerichtung das Parkett liegt, wirkt es sich enorm auf die Raumwirkung aus. In der Regel gibt es mehrere unterschiedliche Tipps, die Sie beim Verlegen des Parketts berücksichtigen können. Häufig gilt es, am Ende einen Kompromiss einzugehen.
Bei diesen Faktoren handelt es sich zum Beispiel um

  • Lichteinfall
  • Raumgröße
  • Legeverband

die sich aber in einigen Fällen durchaus gegenseitig widersprechen können. Zwar gibt es ein paar Grundregeln, die man beim Verlegen von Parkett beachten sollte. Allerdings ist es am Ende doch der eigene Geschmack, an dem Sie sich orientieren sollten.

Funktion und Größe des Raumes

Die Richtung, in der Sie Ihren Parkettboden verlegen, kann einen großen Einfluss auf das Gesamtbild und die Atmosphäre des Raumes haben. Wenn Sie z.B. einen kleinen Raum größer erscheinen lassen möchten, verlegen Sie den Bodenbelag in der gleichen Richtung wie die längste Wand. Das schafft ein Gefühl der Kontinuität und hilft dem Auge, weiter zu reisen, so dass der Raum größer erscheint.

Wenn Sie jedoch ein intimeres oder gemütlicheres Gefühl in einem großen Raum schaffen möchten, dann würden Sie den Bodenbelag senkrecht zur längsten Wand verlegen. Das schafft ein Gefühl der Abgeschlossenheit und lässt den Raum gemütlicher wirken. Letztendlich ist es wichtig, dass Sie sich überlegen, wie Sie den Raum fühlen möchten, bevor Sie sich für eine Richtung für Ihren Bodenbelag entscheiden.

Sobald Parkett quer zu den Längsseiten eines Raums verlegen, wirkt der Raum optisch gleich wesentlich breiter. Damit kommt die bereits Eingangs angesprochene optische Wirkung der Querstreifen bei der Kleidung zur Geltung. Ist die Verlegerichtung des Parketts hingegen parallel zu den längeren Wänden, wirkt der Raum wesentlich schmaler und dafür länger. Diese Raumwirkung können Sie sich beispielsweise bei einem sehr schmal geschnittenen Raum zu Nutze machen, den Sie durch eine Querverlegung optisch verbreitern können. Deutlich länger wirkt der ohnehin schon schmale Raum hingegen, wenn die Dielen des Parkett längs verlegt werden.

Gerade bei langen Fluren in Büros entscheiden sich die Architekten und Raumausstatter häufig für eine Verlegung in Längsrichtung. Dies hat einen enormen psychologischen Einfluss, da der Verbindungsraum zwischen den verschiedenen Büro Räumen dadurch zusätzlich betont wird. Im Privatbereich hingegen wird die Querverlegung häufig vorgezogen, da dies den Raum gleich viel wohnlicher macht und zudem größer und breiter wirken lässt.

Lichteinfall und bauliche Gegebenheiten

Sowohl der Flur als auch die Diele eines Hauses wird in den meisten Fällen doch eher durch künstliche Lichtquellen ausgeleuchtet. Bei den übrigen Wohnräumen, also zum Beispiel das Wohn- oder Schlafzimmer, kommt noch ein wesentlicher Faktor hinzu, der sich unmittelbar auf den Boden auswirkt: das Fenster. Je nachdem, aus welcher Richtung das Licht auf das Parkett fällt, entfaltet es seine Wirkung ganz anders. Die Maserung im Holz der Dielen spielt hierbei ebenfalls eine große Rolle. Ist das Parkett quer zum Fenster und somit zum Lichteinfall verlegt, dann entfaltet das Holz eine wesentlich intensivere Wirkung. Selbst kleine Unebenheiten werfen durch den Lichteinfall einen mehr oder weniger langen Schatten. Fugen zwischen dem Holz treten mehr in den Vordergrund. Gerade dies kann von einigen Menschen aber durchaus auch ein gewollter Effekt sein.

Ganz egal, wie Sie sich am Ende auch entscheiden mögen: Achten Sie stets darauf, dass sich die Verlegerichtung beim Parkett nicht kreuzt, da dies insgesamt sehr unruhig wirkt und am Ende die gesamte Atmosphäre des Raumes stört.

Besonderheiten beim Verlegemuster

Neben der Verlegerichtung gibt es beim Parkett noch einen weiteren Punkt, mit dem Sie Ihren Boden noch einmal zusätzlich in Szene setzen können: Verlegemuster. Entscheiden Sie sich zum Beispiel für ein Würfelmuster, dann müssen Sie sich über die Verlegerichtung keinerlei Gedanken machen. Dieses ist recht neutral und wirkt zudem sehr natürlich. Durch das Fischgrätmuster hingegen wirkt der Raum gleich viel ruhiger. Dieses ist übrigens weniger für kleiner oder schmale Räume geeignet, sondern entfaltet erst in großen Räumen seine volle Raumwirkung. Für welches Verlegemuster Sie sich am Ende entscheiden möchten, sollte unbedingt bereits im Vorfeld geklärt werden. Auch die Ausrichtung sollten Sie rechtzeitig mit dem Parkettleger besprechen.

Bei der Verlegung ist es auch relevant, in welchem Raum Sie das Parkett verlegt haben möchten, denn es ist besonders wichtig zu wissen, wie der Raum genutzt wird, ob beispielsweise als Badezimmer oder als Flur.

Nachfolgend finden Sie die beliebtesten Verlegemuster:

Der englische Verband

Ist ein Raum eher puristisch oder im skandinavischem Stil eingerichtet, dann empfiehlt es sich, das Parkett im sogenannten englischen Verband zu verlegen. Diese Art Parkett zu verlegen ist insgesamt sehr einfach. In den meisten Fällen werden dafür zweifarbige Dielen verlegt. Dadurch wirkt der Raum gleich wesentlich moderner und stilvoller. Je nachdem, welchen Effekt Sie erhalten möchten, sollten Sie hier die Verlegerichtung wählen.

Besonders gut eignet sich der englische Verband für den Flur, aber auch für das Wohn- oder Schlafzimmer.

Das Fischgrät-Muster oder Chevron-Muster

Fischgrät und Chevron sind zwei beliebte Muster für Hartholzböden. Beide Muster weisen diagonale Linien auf, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen den beiden. Bei einem Fischgrätenmuster werden die einzelnen Dielen im 90-Grad-Winkel geschnitten, so dass eine Reihe von V-förmigen Linien entsteht. Im Gegensatz dazu werden die Dielen in einem Chevron-Muster in einem Winkel geschnitten, so dass eine Reihe von Zickzack-Linien entsteht.

Bei der Wahl eines Musters für Ihren Boden ist es wichtig, dass Sie das Gesamtdesign Ihres Hauses berücksichtigen. Ein Fischgrätenmuster kann beispielsweise in einem Raum mit hohen Decken für optische Stabilität sorgen, während ein Chevron-Muster einem ansonsten schlichten Raum einen Hauch von Dramatik verleihen kann. Letztlich ist die Entscheidung, welches Muster Sie wählen, eine Frage der persönlichen Vorliebe.

Besonders klassisch und elegant wirkt ein Parkett im Fischgrätmuster. Es harmoniert hervorragend mit verschiedenen Wohnstilen, wie zum Beispiel:

  • Vintage
  • Shabby chic

Aber auch für den eher klassische Wohnstil ist dieser Parkett aus Eichen- oder Buchenholz perfekt geeignet. Je nachdem, wie groß die einzelnen Dielen sind, kann der Boden eine ganz andere Wirkung bekommen und beispielsweise schmale Räume deutlich größer wirken lassen, wenn die Elemente eher größer ausfallen. In kleinen, rechteckigen Räumen wiederum wirkt der Raum gleich viel breiter, wenn das Parkett quer zum Fenster verlegt wird.

Besonders gut eignet sich der Fischgrät-Parkett für das Esszimmer, aber auch für das Wohn- oder Schlafzimmer.

Weitere Verlegemuster für Parkettböden

Es gibt noch viele weitere Verlegemuster für Parkett, nachfolgend finden Sie weitere Verlegemöglichkeiten:

  • Schiffsboden
  • Oxford
  • Flechtboden
  • Leiter
  • Würfel

Welche Holzarten gibt es bei Parkett?

Es gibt viele verschiedene Holzarten, die für Parkettböden verwendet werden können, jede mit ihrer eigenen einzigartigen Maserung und Farbe. Eiche ist eine beliebte Wahl für Parkettböden, weil es stark und langlebig ist und die helle Farbe des Holzes dazu beiträgt, einen Raum aufzuhellen. Ahorn ist eine weitere beliebte Wahl für Parkettböden und wird oft in Kombination mit anderen Hölzern verwendet, um ein auffälliges Muster zu erzeugen. Kirsche ist eine dritte Holzart, die häufig für Parkettböden verwendet wird. Sie hat eine tiefe, satte Farbe, die einem Raum Wärme verleihen kann. Ganz gleich, für welche Holzart Sie sich entscheiden, Parkettböden werden Ihrem Zuhause mit Sicherheit Schönheit und Stil verleihen.

Welche Tipps gibt es für die Pflege Ihres Parketts, damit es jahrelang schön bleibt?

Parkettböden sind wunderschön und langlebig, aber sie benötigen ein wenig besondere Pflege, damit sie ihr bestes Aussehen behalten. Hier sind einige Tipps für die Pflege Ihres Parketts:

  • Fegen oder saugen Sie regelmäßig, um Schmutz und Ablagerungen zu entfernen.
  • Wischen Sie mit einem sanften Reinigungsmittel, das speziell für Holzböden geeignet ist.
  • Vermeiden Sie die Verwendung von scharfen Chemikalien oder Scheuermitteln, da diese die Oberfläche beschädigen können.
  • Legen Sie Matten an den Eingängen aus, um Schmutz und Splitt aufzufangen, bevor er den Boden zerkratzen kann.
  • Schützen Sie den Boden vor Möbelbeinen, indem Sie schwere Möbelstücke unterlegen.

Wenn Sie diese einfachen Tipps befolgen, können Sie dafür sorgen, dass Ihr Parkettboden jahrelang schön aussieht.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Laminat- und Parkettboden?

Laminat- und Parkettböden sind beide eine beliebte Wahl für Hausbesitzer, die einen attraktiven und langlebigen Bodenbelag suchen. Beide Arten von Bodenbelägen werden aus Holzschichten hergestellt, aber es gibt einige wichtige Unterschiede zwischen den beiden. Laminatböden bestehen aus dünnen Schichten von Laminat, einem synthetischen Material. Parkettböden hingegen bestehen aus massiven Holzstücken, die in einem bestimmten Muster angeordnet sind. Ein Vorteil von Laminatböden ist, dass sie unempfindlicher gegen Kratzer und Flecken sind als Parkett.

Allerdings werden Parkettböden oft als ästhetisch ansprechender als Laminat angesehen und können einem Raum ein Gefühl von Wärme verleihen. Bei der Entscheidung zwischen Laminat und Parkett ist es wichtig, sowohl die Kosten als auch den Verwendungszweck des Bodenbelags zu berücksichtigen. Für Räume, die viel genutzt werden, oder für Wohnungen mit Haustieren ist Laminat vielleicht die bessere Wahl. Für Räume, die ein Prunkstück sein sollen, wie z.B. ein Wohn- oder Esszimmer, ist Parkett vielleicht die bessere Wahl.

Zusammenfassung

Das Verlegen von Parkett ist nicht so schwierig, wie es vielleicht scheint. Mit ein wenig Planung und den richtigen Werkzeugen können Sie einen schönen Parkettboden verlegen, der viele Jahre lang halten wird. Der erste Schritt besteht darin, das Holz auszuwählen, das Sie verwenden möchten. Parkett gibt es in vielen verschiedenen Holzarten, darunter Eiche, Ahorn und Kirsche. Sobald Sie sich für ein Holz entschieden haben, müssen Sie den Raum ausmessen und die benötigte Menge an Material berechnen. Dann müssen Sie die Holzstücke zuschneiden und abschleifen, bis sie glatt sind. Danach müssen Sie eine Schicht Kleber auftragen und die Holzstücke darin platzieren. Sobald der Kleber getrocknet ist, können Sie den Bodenbelag mit einem Lack schützen. Beim Verlegen von Parkett gibt es grundsätzlich kein „richtig“ oder „falsch“. Vielmehr gibt es nur ein „gefällt mir“ oder „gefällt mir nicht“. Zwar gibt es durchaus ein paar Grundregeln, an denen sich zu orientieren empfohlen wird. Allerdings kommt es am Ende doch vielmehr darauf an, was Ihnen persönlich gefällt und nicht auf das, was der Fachmann empfiehlt.

Artikelbild: © smereka / Shutterstock

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2 Kommentare

  1. Martin 04.01.2019 23:45 Uhr

    Könnten Sie die Formulierung „quer zuzum Fenster“ genauer erklären? Ich bin nicht sicher ob ich es richtig verstehe.
    Ist damit gemeint, dass die Verlegerichtung (also das im Fischgrät gebildete „Pfeilmuster“) parallel zum Fenster verläuft, oder auf das Fenster zuläuft?

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