Eine Decke abhängen – welche Kosten fallen an?

Eine Decke abhängen – welche Kosten fallen an?

Oftmals ist es eine gute Idee unter der eigentlichen Zimmerdecke im Raum eine weitere Decke einzuziehen. Gerade in Altbauten werden die Zimmerdecken oft abgehängt. Dies kann aus Gründen der Dämmung geschehen, um Heizkosten zu sparen. Aber mit welchen Kosten muss man für das Abhängen der Decke rechnen?

Welche Kosten fallen für eine abgehängte Decke an?

Übernimmt ein Fachbetrieb für Trockenbau das Abhängen der Decke, kann man mit Kosten von 30 bis 80 Euro je Quadratmeter rechnen. Im Einzelfall können diese Kosten auch deutlich überschritten werden. Dies ist dann der Fall, wenn man sich für hochwertige Platten entscheidet und somit der Aufwand für das Anbringen sehr hoch ist. Pro Quadratmeter muss man dann mit Kosten zwischen 100 bis 120 Euro rechnen.

Posten Preis
Direktabhänger 105 Euro
Profile für die Grundlattung 140 Euro
Gipskartonplatten und zusätzliches Material wie Spachtelmasse und Fugenband 180 Euro
Arbeitskosten für die Beplankung, Verspachteln 920 Euro
Gesamtkosten 1.345 Euro
Gesamtkosten pro Quadratmeter 44,83 Euro

Eine Zimmerdecke mit 30 Quadratmeter soll von einem Fachbetrieb für Trockenbau abgehängt werden. Für die Verkleidung werden einfache Rigips Platten mit Direktabhängern befestigt.

Dieses Beispiel bezieht sich auf die spezielle Decke, die von einem Fachmann abgehängt wird. Folgearbeiten wie das Verputzen und Streichen oder tapezieren wird in Eigenleistung übernommen, um Kosten zu sparen.

Welche Faktoren, bestimmen die kosten für das Abhängen der Zimmerdecke?

Um richtig kalkulieren zu können, muss man einige Punkte in Betracht ziehen.

  • Welche Unterkonstruktion wird verwendet
  • Welche Beplankung
  • Die Raumgeometrie
  • Welcher Aufwand für die Befestigung
  • Arbeitskosten, die vom Fachbetrieb veranschlagt werden

Je nach Art der Ausführung können die Kosten für das Abhängen der Zimmerdecke deutlich variieren und so zu großen Unterschieden bei den Gesamtkosten führen.

Verschiedene Arten der Unterkonstruktion

Bei der klassischen Methode wird die Unterkonstruktion mit Holzlatten ausgeführt. Dazu wird eine Grundlattung an die Decke geschraubt, auf die man später die Latten anbringen kann. An diesen Latten wird im folgenden Schritt, etwa 50 cm tief die Traglattung befestigt. Auf die Traglattung werden dann die Deckenplatten der Beplankung geschraubt. Für eine solche Unterkonstruktion muss man mit Kosten von 9 bis 12 Euro pro Quadratmeter rechnen. Im Preis enthalten sind die Kosten für das Befestigungsmaterial (Schrauben und Dübel).

Deutlicher einfacher geht es, wenn man die Unterkonstruktion mit Direktabhängern befestigt, die einfach an die bestehende Decke geschraubt werden. Die Traglattung wird dann nur noch an den Schrauben befestigt. Pro Quadratmeter muss man hier mit Kosten von 5 bis 6 Euro rechnen.

Werden Metallprofile anstatt der Holzlatten verwendet, steigen die Kosten auf 7 bis 9 Euro pro Quadratmeter.

Was kostet die Beplankung?

Je nach Art der Platten kann es hier zu großen Kostenunterschieden kommen. Die klassische Variante besteht aus Rigipsplatten. Bei dünnen Gipskartonplatten mit wenigen Zentimetern Dicke muss man mit Kosten von 3 bis 5 Euro je Quadratmeter rechnen. In diesem Preis enthalten sind Spachtel und Fugenbänder.

Deutlich teurer wird es, wenn man sich für Holzplatten entscheidet. Je nach Plattenart belaufen sich hier die Kosten auf 7 bis 18 Euro je Quadratmeter.

Möchte man Deckenplatten mit einer besonderen Optik (Marmor oder spezielles Design) muss man mit Kosten von 5 bis 10 Euro je Quadratmeter rechnen.

Für spezielle Akustikplatten zur Dämmung kann man mit 10 Euro aufwärts pro Quadratmeter kalkulieren. Hier besteht jedoch auch die Möglichkeit einfachen Gipskarton zu verwenden und eine separate Dämmschicht einzubauen. Jedoch sind in diesem Fall die Arbeitskosten deutlich höher.

Feste Richtwerte gibt es hier nicht, denn die Kosten richten sich in der Regel nach den Preisen des Trockenbauers und können von Region zu Region variieren.

Welche Vorteile hat das Abhängen der Zimmerdecken?

Es gibt viele Gründe, warum man eine Zimmerdecke abhängt. Gerade in Altbauten mit großen Deckenhöhen ist das Abhängen eine gute Lösung. Durch die hohen Decken steigt die Raumwärme sehr weit nach oben. Mit einer abgehängten Decke kann man den Raum dämmen und spart damit Heizenergie. So bleibt der Raum im unteren Bereich auch an kalten Tagen angenehm warm.

Mit einer Deckenabhängung kann man auch den Nachhall im Raum deutlich dämpfen. In einem solchen Fall kann man eine Akustikdecke einbauen. Solch eine Akustikdecke besteht aus schallschluckenden Elementen, die nicht nur den Nachhall dämpfen, sondern das Geräuschniveau im Zimmer deutlich angenehmer machen. Mit dieser Form der Deckenverkleidung verschwinden im Übrigen auch Geräusche, die von der Wohnung oberhalb kommen.

Oftmals wird die Zimmerdecke auch aus optischen Gründen abgehängt. Insbesondere dann, wenn die eigentliche Zimmerdecke aus einer Holzkonstruktion besteht, die nicht zur Einrichtung passt, kann man mit einer abgehängten Decke die Optik im Zimmer verändern. In der Regel ist das Abhängen der Decke deutlich günstiger, als wenn man eine Spanndecke einbaut. Die Deckenplatten lassen sich später mühelos entfernen und die alte Holzdecke kann wieder zum Vorschein kommen. Mit dem Abhängen einer Decke kann man eine ehemals krumme und schiefe Decke auch optisch begradigen. Ein optisches Durchhängen der Decke wird damit deutlich minimiert.

Möchte man seine Räume mit Lichteffekten an der Decke optisch aufwerten, kann man bei einer abgehängten Decke Einbauspots mühelos integrieren, denn Kabel, Trafo und Leitungen verschwinden unter den Deckenplatten.

Je nach Arbeitsaufwand und verwendeten Materialien muss man mit unterschiedlichen Kosten für das Abhängen der Zimmerdecke rechnen.

Decke abhängen ohne fachmännische Hilfe

Das Abhängen einer Decke geht einfach und muss nicht zwingend durch einen Fachmann erfolgen. Versierte Handwerker stellen einen Unterbau bzw. eine Traglattung aus Holzlatten oder Metallprofilen her, an die später die Deckenplatten geschraubt werden. Noch einfacher geht es mit einem sogenannten Direktabhänger, an dem man die Platten befestigt.

Eine abgehängte Decke in Eigenleistung

Da das Abhängen einer Zimmerdecke nicht sonderlich schwer ist, kann jeder Heimwerker mit etwas Geschick dies auch in Eigenleistung erbringen. Experten raten in diesem Fall zum Arbeiten mit Direktabhängern, da dies die geringsten Materialkosten verursacht. Beim Abhängen der Decke in Eigenleistung kann man rund ein Drittel der Gesamtkosten sparen.

Als Arbeitsmaterialien benötigt man in jedem Fall ein Cuttermesser, eine Wasserwaage, Material zum Spachteln, verschiedene Spachtel (groß und klein) sowie das Befestigungsmaterial. In jedem Fall sollte man bei Abhängen der Decke darauf achten, dass die Fugen richtig verspachtelt sind, denn eine unsaubere Arbeit sieht man am Ende deutlich.

Zusammenfassung

Möchte man eine Zimmerdecke abhängen, kann dies viele Vorteile mit sich bringen. Man kann damit nicht nur die Optik des Raumes aufwerten, sondern auch Heizkosten sparen und Geräusche, die von oben kommen dämpfen. Mit handwerklichem Geschick kann man eine Zimmerdecke auch in Eigenleistung abdecken.

Artikelbild: Bilanola / Bigstock.com

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