Estrich legen – So wird dem Boden eine neue Schicht gegeben

Estrich legen – So wird dem Boden eine neue Schicht gegeben

Ein Baustoff im Bodenbereich, der von vielen Leuten nicht wahrgenommen wird, ist der Estrich. Dieser wird in der Regel als Trennschicht zwischen dem Rohbau und der obersten Bodenschicht verlegt. Es gibt viele Möglichkeiten um den Estrich zu legen. Die unterschiedlichen Arten bieten dabei verschiedene Vorteile und sind für unterschiedlichste Belastungen und Zwecke ausgelegt. Daher ist es wichtig aufzuzeigen, welche Art sich wofür eignet und wie diese richtig verlegt werden.

Dieser Text beschäftigt sich in der Folge damit, wie der Estrich ordnungsgemäß verlegt wird und worauf es dabei im Besonderen ankommt.

Konstruktionsformen von Estrich

Estrich wird im Grunde genommen durch die Konstruktionsformen unterschieden. Von diesen hängt auch im Endeffekt ab, wie der Estrich verlegt wird. Die bekannteste und einfachste Form ist der Fließestrich. Dieser wird flüssig angefertigt und dann auf der Fläche verteilt. Dasselbe gilt auch für den Heizestrich und den schwimmenden Estrich. Diese Arten unterscheiden sich durch weitere Verwendungen und Eigenschaften.

Des Weiteren gibt es noch Verbundestrich. Dieser wird auch flüssig verlegt, wird aber dafür direkt mit dem Untergrund verbunden. Darüber hinaus gibt es auch noch den Trockenestrich. Dieser ist, wie der Name bereits andeutet, nicht flüssig, sondern trocken, weshalb es erhebliche Unterschiede beim Legen gibt.

Arten von Estrich

Eine weitere wichtige Unterscheidung von Estrich ist das Bindemittel. Estrich wird weitestgehend aus dem Bindemittel, Sand, Wasser und noch einigen weiteren Stoffen zusammengesetzt. Daher unterscheidet sich die Art in erster Linie durch das Bindemittel. Die Arten die es dabei gibt sind Calciumsulfatestrich, Gussasphaltestrich, Magnesiaestrich, Zementestrich und Kunstharzestrich.

Vorbereitung des Untergrunds

Bevor der Estrich verlegt wird, muss der Untergrund zunächst einmal vorbereitet werden. Das ist bei jeder Estrichart durchzuführen. Bei dem flüssig verlegten Estrich, ist es nicht ganz so wichtig, dass der Boden wirklich glatt ist, wobei zu tiefe Löcher und scharfe Kanten ausgebessert werden sollten. Für die trockenen Varianten ist es im Gegensatz dazu deutlich wichtiger, dass der Boden möglichst glatt und eben ist, da der trockene Estrich die Unebenheiten nur sehr schwer ausgleichen kann. Auch für den Verbundestrich sollte der Boden möglichst eben sein.

Neben diesen Vorbereitungen wird oftmals auch noch eine Dämmschicht verlegt. Dabei handelt es sich meist um eine Trittschall- und eine Wärmedämmung. Oftmals sind es PE-Folien, die auf dem Boden ausgebreitet werden. Besonders bei schwimmendem Estrich ist die Trennschicht wichtig, da dieser Estrich keinen direkten Kontakt zum Boden hat.

Bei flüssig verlegtem Estrich ist es auch oftmals sinnvoll den Raum in viele kleinere Abschnitte zu unterteilen. Dadurch können diese einfach nacheinander bearbeitet werden und auch Fehler sind nicht so schlimm.

Legen von Fließestrich

Nachdem der Boden entsprechend vorbereitet wurde, muss der Estrich angefertigt werden. Dazu werden die Rohmaterialien in die so genannte Estrichpumpe eingefüllt. Diese erfüllt zwei Aufgaben. Zum einen wird der Estrich direkt in der Maschine fertig gemischt und für den späteren Gebrauch vorbereitet und zum anderen kann der Estrich auch direkt in den gewünschten Raum gepumpt werden. Dort wird der Estrich dann direkt aus dem Schlauch auf die entsprechenden Stellen verteilt.

Dabei ist es nicht besonders wichtig, dass der Estrich bereits perfekt verteilt ist, allerdings ist es einfacher ihn grob zu verteilen. Sobald die gewünschte Dicke erreicht ist, muss der Estrich noch geglättet werden. Dazu kann ein breiter Balken genutzt werden. Im Anschluss muss der Estrich unberührt austrocknen. Die Dauer des Austrocknens hängt davon ab, welches Bindemittel genutzt wird. Besonders Zementestrich dauert mit bis zu einem Monat sehr lange.

Mithilfe einer Wasserwaage kann getestet werden, ob der Estrich auch tatsächlich glatt verlegt wurde, wobei das beim flüssigen Estrich meistens kaum ein Problem ist.

Darauf ist vor und nach dem Legen zu achten

Die verschiedenen Estricharten besitzen unterschiedliche Eigenschaften. Das bezieht sich nicht nur auf das fertige Produkt, sondern auch auf das Legen. Besonders moderne und künstliche Estriche, wie beispielsweise Kunstharzestrich zeichnen sich durch eine deutlich kürzere Zeit zum Trocknen, als der Zementestrich, aus. Der Gussasphaltestrich ist sogar schon nach einem Tag begehbar und benötigt somit die geringste Zeit zum Austrocknen. Eine weitere Unterscheidung ist die Witterungsbeständigkeit der einzelnen Stoffe.

Zementestrich ist beispielsweise für den Außen- und Innenbereich geeignet, während der Magnesiaestrich diese Eigenschaften nicht vorweisen kann. Auch der Gussasphaltestrich ist widerstandsfähig und kann auch draußen verlegt werden.

Legen von Estrich mit einer Fußbodenheizung

Ein großer Vorteil von Estrich liegt darin, dass dieser durch die flüssige und flexible Form dazu geeignet ist, eine Fußbodenheizung einzubetten. Dazu muss zunächst eine dämmende Schicht auf dem Boden verlegt werden, damit die Hitze nicht in den darunter liegenden Raum zieht und tatsächlich den gewollten Raum und Boden heizt. Dann werden die Rohre verlegt und mit Abstand vom Estrich geschützt. Das muss geschehen, weil sich einige Rohre später noch ausdehnen, sobald sie erhitzt werden.

Im Anschluss kann der Estrich dann noch über die Heizung verteilt und ebenfalls geglättet werden. Danach gibt es spezielle Heizpläne, um die Heizung so aufzuwärmen und auch abzukühlen, dass weder Boden noch Heizung Schäden erleiden.

Fazit

Estrich ist ein sehr flexibler Baustoff, der in verschiedensten Bereichen und Formen vorkommt. Die verschiedenen Arten besitzen verschiedene Vor- und Nachteile, weshalb sich Estrich in der jeweiligen Form fast überall legen lässt. Besonders das flüssige Legen erfolgt dabei nach einem recht einfachen Prinzip.

Zusammenfassung

Vor dem Legen von Estrich muss in den meisten Fällen noch ein Dämmstoff verlegt werden. Danach kann flüssiger Estrich dann angerührt und ausgebreitet werden. Im Anschluss muss dieser noch geglättet werden und noch trocknen, bevor weitere Bodenbeläge auf den Estrich gelegt werden.

Artikelbild: © zurijeta / Bigstock.com

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