Estrich Trockenzeit – so lange dauert das Trocknen des Bodenbelags

Estrich Trockenzeit – so lange dauert das Trocknen des Bodenbelags

Estrich wird im Bau häufig als Fußbodenbelag genutzt. Die häufigste Möglichkeit den Estrich dabei aufzutragen, ist das Verteilen des flüssigen Estrichs. Diese Form benötigt dabei eine bestimmte Trockenzeit, bis der Estrich begangen und bis der Estrich voll belastet werden kann. Zusätzlich unterscheiden sich diese Zeiten, da das Trocknen von den äußeren Faktoren, sowie von der jeweiligen Art des Estrichs abhängt. Dem entsprechend lassen sich die verschiedenen Arten später auch unterschiedlich nutzen.

Die unterschiedlichen Arten von Estrich, sowie die entsprechenden Trockenzeiten, werden im folgenden Text erläutert.

Richtwerte für die Trockenzeit des Estrich

Ein Nachteil von Zementestrich stellt die hohe Trockenzeit dar. Abhängig von der Temparatur und dem Klima auf der Baustelle ist der Estrich nach etwa zwei bis drei Tagen begehbar. Nach rund 4 Wochen, also etwa 28 Tagen, sollte er voll belastbar sein, sodass der weitere Fußbodenaufbau erfolgen kann.

Richtwerte für die Trockenzeit des Calciumsulfatestrich

Eine etwas kürze Trockenzeit besitzt der Calciumsulfatestrich. Dieser ist auch bereits nach einigen Tagen begehbar, aber nach spätestens zwei Wochen voll belastbar. Sehr kurze Trockenzeiten sind bei Gussasphaltestrichen vorhanden. Bei anderen Formen von Estrich, die beispielsweise im Verbund verlegt werden, kommt es oftmals vor, dass der Estrich selbst nicht trocknen muss, da dieser bereits eine feste Form besitzt.

Verschiedene Arten von Estrich

Prinzipiell wird Estrich nach dem Bindemittel unterschieden. Dieses stellt den Hauptbestandteil dar und ist daher der Faktor für die Definition. Eine der geläufigsten Arten stellt der Zementestrich dar. In Kombination mit Wasser wird dieser Estrich fließend verteilt. Dieser wird dank der Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit in vielen Bereichen verwendet. Dazu zählen besonders auch Außenbereich, sowie Feuchträume. Weitere Arten von Estrich stellen Estriche aus Calciumsulfat, Gussasphalt, Kunstharz oder Magnesia dar. Diese basieren auf unterschiedlichsten Eigenschaften, die sich daher verschieden verhalten und unterschiedliche Zwecke besitzen. Als Bodenbelag ist allerdings der Zementestrich der geläufigste, der sich auch durch geübte Heimwerker auftragen lässt. Inzwischen wird aber auch der Calciumsulfatestrich immer häufiger verwendet.

Auftragen von Estrich

Die meisten Estriche werden aufgetragen, indem die relativ flüssige Masse verteilt wird. Dazu müssen zunächst einmal verschiedene Dämmmaterialien aufgetragen werden. Welche das sind, hängt von dem verwendeten Estrich ab. Einige Arten von Estrich sind empfindlicher gegenüber Hitze oder Feuchtigkeit und müssen daher zusätzlich geschützt werden. Darüber hinaus sind auch Trittschalldämmungen oftmals hilfreich. Diese lohnen sich besonders, wenn der Estrich in höheren Etagen verlegt wird. Der Estrich wird dann Abschnittweise verteilt und in verschiedenen Arbeitsschritten geglättet. Im Anschluss folgt dann die Trockenzeit.

Es gibt viele verschiedene Konstruktionen, die in Kombination mit Estrich verbaut werden können und die Gebrauchsmöglichkeiten von Estrich erweitern. Diese begünstigen dann beispielsweise höhere Belastbarkeit oder höhere Hitzeverträglichkeit.

Faktoren von denen die Trockenzeit abhängig ist

Neben der bereits erwähnten Art des Estrichs, ist die Trockenzeit noch von weiteren Faktoren abhängig. Dazu zählt ganz besonders die aufgetragene Dicke. Natürlich brauchen dickere Schichten länger, allerdings sollte nur wegen Trockenzeit nicht an Material gespart werden, da es meist sinnvoller ist, lieber ein paar Tage länger zu warten, als eine zu dünne Schicht aufzutragen. Darüber hinaus sind auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit beeinflussende Faktoren. Normale Raumtemperatur stellt oftmals eine gute Grundlage für ein problemloses Trocknen dar. Professionelle Handwerker nutzen oftmals Maschinen, um die Trockenzeit zu verringern. Diese Maschinen nennen sich dann Adsorptionsgeräte. Allerdings hängt die Effektivität dieser Geräte stark davon ab, wie groß der Raum ist und wie viel Leistung das Gerät erbringt.

Die Adsorptionstrockner sind vom Prinzip her mit Luftentfeuchtern zu vergleichen. Sie können auch ausgeliehen werden und müssen nicht extra eingekauft werden.

Besonderheiten bei Fußbodenheizungen

Ein großer Vorteil von einigen Estricharten, ist die Möglichkeit, Fußbodenheizungen einzuarbeiten. Das geht beispielsweise bei Zementestrich gut. Der Vorteil liegt in der guten Wärmeübertragung, da keine Wärme in Zwischenräumen verloren geht. Bei der Trockenzeit ist allerdings neben der normalen Trockenzeit des Estrichs ein weiterer noch wichtigerer Faktor zu beachten. Dabei wird bereits bevor der Estrich endgültig getrocknet ist damit begonnen, die Heizung zu nutzen und täglich die Temperatur zu erhöhen. Später wird die Temperatur dann in den gleichen Schritten wieder gesenkt, bis der Estrich dann getrocknet und belastbar ist. Diese Schritte sollten durchgeführt werden, um den Estrich an die späteren Temperaturen gewöhnen zu können, ohne dass Risse auftreten.

Diese so genannten Aufheizpläne sind in vielen Fußbodenheizungen bereits vorinstalliert. Wenn das nicht der Fall ist sollten die Angaben des Herstellers beachtet werden oder ein Rat vom Fachmann eingeholt werden.

Nutzung nachdem der Estrich getrocknet ist

Der Estrich ist, nachdem er komplett ausgetrocknet wurde, voll nutzbar. Zum einen ist es möglich keine weiteren Schichten mehr aufzutragen. Dabei muss dann aber das meist sehr schlichte und graue Aussehen in Kauf genommen werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, noch weitere Fußbodenbeläge aufzutragen. Das hat dann meist eher optische Gründe, da der Estrich die anderen Funktionen bereits mit abdeckt.

Die Trockenzeit von Estrich hängt enorm von der jeweiligen Art des Estrichs ab. Diese unterscheiden sich grundlegend nicht nur in der Zusammensetzung, sondern auch in den späteren Nutzungsmöglichkeiten. Die Richtwerte der Trockenzeiten können dabei aber meist beachtet werden, sofern die anderen Faktoren nicht zu stark abweichen. Es ist insgesamt sicherlich hilfreich, lieber etwas länger zu warten, als spätere Unebenheiten oder Verformungen in Kauf zu nehmen.

FAQ – Die häufigsten Fragen

Wie lange dauert es bis Estrich trocken ist?

Abhängig von der Temparatur und dem Klima auf der Baustelle ist der Estrich nach etwa zwei bis drei Tagen begehbar. Nach rund 4 Wochen, also etwa 28 Tagen, sollte er voll belastbar sein, sodass der weitere Fußbodenaufbau erfolgen kann.

Wie lange braucht Beton Estrich zum Trocknen?

Nach ca. 24 Stunden ist der Abbeindeprozess abgeschlossen, der Boden ist fest aber immer noch sehr empfinflich. Erst nach über zehn Tagen, die DIN gibt eine Härtezeit von 21 Tagen vor, kann der Boden betreten werden.

Wie lange braucht Schnellestrich zum Trocknen?

Der Schnellestrich ist in wenigen Minuten ausgehärtet und begehfest. Er ist ein Fertigestrich und kann für viele Anwedungen, wie kleine Flächen oder Reparaturen, hilfreich sein. Bei größeren Anwedungsflächen sollten nur professionelle Handwerker den Schnellestrich verwenden.

Was kostet 30 qm Estrich?

Estrich aus Beton bzw. aus Zement ist generell vom Grundpreis billiger. Die Kosten liegen bei unter einem Euro pro Kilo Trockenmasse. Andere Estricharten sind aber auch um einiges teurer, was immer von den jeweiligen Eigenschaften abhängt. Zementestrich ca. 10 – 16 Euro pro m², Fliessestrich ca. 15 – 20 Euro pro m², Trockenestrich ca. 18 – 25 Euro pro m²

Wie stark muss der Estrich sein?

Der Zementestrich sollte zwischen 4,5 cm und maximal 8 cm dick sein. Miestens beweget sich die Stärke zwischen 5 bis 6 cm.

Zusammenfassung

Estrich gilt als Bodenbelag, der in einigen Formen auch fließend verlegt wird. Bei dieser Verlegart ist die spätere Trockenzeit entscheidend und abhängig davon, welche Art von Estrich genutzt wurde. Nach dem erfolgreichen Trocknen, kann der Estrich dann noch gut mit weiteren Belägen verkleidet werden.

Artikelbild: © Sketchphoto / Shutterstock

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2 Kommentare

  1. Karlom Kochlowski 29.10.2019 17:38 Uhr

    Beton-Estricht
    Außenterasse 100 qm.
    Guten Tag.
    Bitte eine Frage.
    Auf einer sehr alten Betonplatte haben wir Estricht aufgetragen.
    Teilweise in Streifen direkt auf den Beton (ca. 8cm) um später besser mit einer Latte abziehen zu können.
    In den Zwischenfeldern haben wir Styrodurplatten auf die Bodenplatte gelegt und darüber eine ca.4cm Beton-Estricht aufgetragen.
    Teilweise haben wir auch in den Zwischenfeldern den Estricht direkt auf die Bodenplatte aufgetragen.Man kann sagen, ein Durcheinander.
    — Sehen Sie darin ein Problem.
    — Wie lange muß der Estricht trocknen bevor die Fliesen aufgeklebt werden.
    Jetzt in dieser Jahreszeit regnet es viel.
    — Was hat das für die Trockenzeit- bzw. Weiterverarbeitung zu bedeuten.
    Vielen Dank für eine Antwort
    Karlheinz Kochlowski
    29. Okt. 2019
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