Haus mit natürlichen Materialien ökologisch ausbauen

Haus mit natürlichen Materialien ökologisch ausbauen

Soziale Verantwortung, Ökologie und Ökonomie – das sind Worte, die in den letzten Jahren immer wieder genannt werden. Doch nur wenige Menschen schenken ihnen die Beachtung, die sie verdienen – insbesondere beim Hausbau. Menschen sind sich nicht darüber bewusst, dass jedes Gebäude der Natur einen Teil wegnimmt. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Errichtung und beim Ausbau des Hauses auf ökologische Produkte zu achten, um sich am Umweltschutz zu beteiligen.

Die Weltbevölkerung hat sich in 65 Jahren fast verdreifacht. 1950 betrug sie 2,53 Milliarden Menschen, 2015 liegt sie bei 7,32 Milliarden – Tendenz steigend. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass in den nächsten Jahren Wohnraum knapp werden wird. Mehr noch: Um Wohnraum zu schaffen, müssen wir einen Teil unserer Natur opfern.

Weder wir noch unser Planet kann ohne Natur leben, schließlich benötigen wir Luft zum Atmen. Aus diesem Grund engagieren sich immer mehr Menschen für das ökologische Bauen. Dabei berücksichtigen sie die Natur, indem sie Materialien wählen, die nachwachsen und aus der lokalen, regionalen oder nationalen Produktion stammen.

Ökologische Parkettböden für das Haus

Das fertige Haus ist erst dann bezugsfertig, wenn es ausgebaut ist. Beim Bodenbelag gibt es inzwischen viele Möglichkeiten, die von Parkett über Teppichboden bis hin zu Fließen reichen. Aus ökologischer Sicht ist Parkett immer eine gute Wahl, wenn dieser aus Echtholzböden und nicht Tropenhölzern stammt. Ein Beispiel für ökologische Echtholzböden ist die Marke MEISTER. Die Zeitschrift Ökotest hat hochwertiges MEISTER-Parkett (PD 400) für gut befunden. Das Unternehmen verwendet ausschließlich Hölzer, die mit dem FSC-Zertifikat ausgezeichnet wurden.

Bauherren sind grundsätzlich beraten, einheimische Hölzer beim Ausbau und der Gestaltung zu verwenden. Der Grund ist simpel: In Deutschland ist die Qualitätskontroller leichter und sicherer durchzuführen als im Ausland. Das gilt insbesondere bei Tropenhölzern, die aufgrund der großen Nachfrage meist illegal geschlagen werden.

Haus mit erneuerbaren Energien antreiben

Unsere Natur stellt mehrere Energiequellen zur Verfügung, die man inzwischen verwenden kann: Wind und Sonne sind zwei beliebte Energiequellen. Für die meisten Haushalte ist die Solarenergie die einfachste Maßnahme, Energie von der Umwelt anzuzapfen, ohne für sie zahlen zu müssen. Solarenergie bringt nicht nur kostenlose, umweltfreundliche Energie, sondern auch die Abhängigkeit von Energieversorgern.

Die Wärme aus der Sonnenkraft ist nicht ganz kostenlos, schließlich benötigen Haushalte ein System, mit dem sie Sonnenlicht in Energie umwandeln können. Mit Solarenergie können sie

  • Warmwasser aufbereiten,
  • Räume heizen oder
  • ihr Haus mit Strom versorgen.

Glücklicherweise können Verbraucher Fördermöglichkeiten nutzen, die beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle aufgelistet sind.

Innenraumgestaltung mit ökologischen Farben

Ökologische Farben schützen nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit. Bei herkömmlichen Farben ist bereits beim Öffnen des Eimers ein starker Dampf zu bemerken, die den Verbraucher nur erahnen lassen, welche schädlichen Inhaltsstoffe darin zu finden sind. Laut ÖKO-TEST handelt es sich um sogenannte flüchtige organische Verbindungen. Problematisch sind sie aus dem Grund, weil sie beim Streichen und Trocknen in die Raumluft entweichen und Allergien auslösen können.

Ökologische Farben sind insbesondere für Familien mit (kleinen) Kindern wichtig. Das Immunsystem des Nachwuchses ist Schadstoffen praktisch ungeschützt ausgesetzt. Sein Immunsystem muss sich erst noch entwickeln und lernen, mit Schadstoffe umzugehen. Mit ökologischen Farben können Eltern ihren Nachwuchs schützen und ihnen ein normales, gesundes Aufwachsen ermöglichen. Die Produkte verwenden natürliche Zusatzstoffe, die für Menschen unproblematisch sind.

Möbel aus Massivholz

Neben Wandfarben sind in vielen Möbeln zahlreiche Schadstoffe zu finden. Schuld sind nicht immer die Materialien, sondern der Fertigungsprozess. Das Deutsche Grüne Kreuz warnt for Formaldehyd, welches in vielen Möbeln nach wie vor zu finden ist. Methanal, wie es noch genannt wird, kann zu Kopfschmerzen und in gravierenden Fällen von einer Atembeschwerde zu Asthma führen.

Möbel, die sowohl gesundheitlich unbedenklich als auch ökologisch sind, müssen laut dem Ratgeber von ÖkoControl folgende Anforderungen erfüllen:

  • bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen (z. B. Holz)
  • das Holz stammt nicht aus Raubbau
  • bestehen aus Massivholz
  • ist frei von Lösungsmitteln und Formaldehyd
  • enthält keine anderen Schadstoffe
  • gewährleisten eine handwerkliche Verarbeitung
  • ihre Verbindungen lassen das Material arbeiten
  • bei Kindermöbeln sind Umbaumaßnahmen möglich

Diese Anforderungen erfüllen Möbel, die mit verschiedenen Gütesiegeln (siehe unten) ausgezeichnet sind, aber auch Produkte, die selbst oder von einem Tischler hergestellt sind. Verbraucher können durchaus den Tischler ihres Vertrauens beauftragen, ihre Möbel anzufertigen.

Gütesiegel für ökologische Produkte

Die nachfolgenden Gütesiegel helfen, Produkte auszuwählen, die aus ökologischer Sicht einwandfrei sind:

  • Blauer Engel: Seit 35 Jahren das Umweltzeichen der Deutschen Bundesregierung.
  • GUT-Signet: Europas bekanntestes Gütesiegel für textile Bodenbeläge.
  • eco-Institut-Label: Zertifiziert Möbel, Bodenbeläge, Bauprodukte und mehr, die strenge Emissions- und Schadstoffanforderungen erfüllen.
  • Rugmark-Label: Ein Label, welches versichert, dass ein Teppich nicht durch illegale Kinderarbeit entstanden ist.

Eine Liste mit weiteren Gütesiegeln ist hier zu finden.

Abschließende Worte

Das ökologische Gestalten der eigenen vier Wände ist mit einem Aufwand verbunden. Doch jeder kleine Beitrag leistet einen wichtigen Teil zum Schutz der Umwelt. Wenn jeder Mensch beginnt, ökologisch zu wohnen (und leben), kann die Industrie zu einem Umdenken gebracht werden. In Zukunft sollte dann ein Großteil der erhältlichen Produkte ökologisch sein, ohne dass man auf Gütesiegel achten muss.

Artikelbild: © Vanatchanan / Shutterstock

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