Kellerfenster abdichten: Heizkosten senken, Hochwasserschutz erhöhen

Kellerfenster abdichten: Heizkosten senken, Hochwasserschutz erhöhen

Eine fachmännische und effektive Fensterabdichtung ist gerade im Keller wichtig. Gut abgedichtete Kellerfenster vereinen mehrere Funktionen: Sie erhöhen den Schutz vor Hochwasser, verhindern ein Eindringen von Feuchtigkeit auch bei Starkregen und tragen zur Wärmedämmung bei.

Allerdings wird die Fensterdichtung in Kellerräumen oftmals vernachlässigt. Schließlich ist der Keller in der Regel unbewohnt und wird nur selten besucht. Viele Hausbesitzer sparen hier Geld, was teils fatale Folgen haben kann: für die eigene Gesundheit, den Geldbeutel und das gesamte Gebäude. Lesen Sie hier, warum dichte Fenster auch in Keller- und Heizungsräumen wichtig sind. Erfahren Sie außerdem, wie Sie Ihre Kellerfenster nachträglich abdichten können.

Undichte Kellerfenster: diese Ursachen gibt es

Oft werden in Kellerräumen die einfachsten Kunststofffenster eingebaut, während die Fenster in den Wohnräumen deutlich teurer ausfallen dürfen. Bautechnisch betrachtet ergibt das aber keinen Sinn: Minderwertige Kellerfenster können zu Undichtigkeiten führen, welche wiederum Schimmelbildung und Energieverlust begünstigen.

Nicht selten sind die Fensterrahmen im Keller nicht fachmännisch verbaut. Ebenso kann es vorkommen, dass sich die Dichtungen bei den Kellerfenstern im Laufe der Zeit gelöst haben. Infolgedessen kann unter der Zarge des Kellerfensters durch den hohen Wasserdruck Grundwasser in den Keller eindringen.

Warum sich eine Fensterabdichtung im Keller lohnt

Undichte Kellerfenster sind mit vielen Nachteilen verbunden – und zwar nicht nur bei etwaigen Überflutungen durch Hochwasser. Auch normale Regenfälle oder das Grundwasser können zum Problem werden. Vor allem die folgenden zwei Gründe sprechen dafür, Kellerfenster professionell abzudichten:

1. Wasserdichte Kellerfenster reduzieren die Heizkosten

Undichtigkeit im Bereich der Kellerfenster sorgt dafür, dass die Kälte von außen leichtes Spiel hat, in Ihr Gebäude einzudringen. Das hat verheerende Folgen:

  • die Heizkosten steigen unnötig
  • der Wohnkomfort reduziert sich
  • die Gesundheit ist durch Schimmel in Gefahr

Wasserdichte Kellerfenster sorgen für ein gesundes Raumklima und reduzieren die Heizkosten maßgeblich.

Undichte Kellerfenster führen zu Kältebrücken und Feuchtigkeit im Mauerwerk. Durch die ständige Zugluft droht Schimmel. Der Boden im Erdgeschoss kühlt durch die Kälte im Keller aus. Die Folge: Es muss mehr Heizenergie aufgewandt werden, um für ein Wohlfühlklima zu sorgen. Die Heizkosten steigen dadurch deutlich an.

2. Wasserdichte Kellerfenster sorgen für einen besseren Nässe- und Hochwasserschutz

Sind Kellerfenster undicht, weil die Abdichtungen porös sind oder unsachgemäß installiert wurden, kann das bei Starkregen verheerende Folgen haben. Im schlimmsten Fall steht dann der gesamte Keller unter Wasser. Bei langen Regenfällen kann zum Beispiel eine defekte Drainage dazu führen, dass sich der Lichtschacht mit Wasser füllt.

Sind die Fenster im Keller undicht, drückt das Regenwasser in den Keller. Die Behebung solcher Schäden ist teuer, langwierig und aufwendig. Dazu kommt noch: Nicht nur bei Starkregen und Hochwasser, auch durch den Wasserdruck des Grundwassers kann Feuchtigkeit durch undichte Kellerfenster eindringen.

Kellerfenster undicht? So finden Sie es heraus

Im Normalfall ist es schwer, undichte Kellerfenster zu erkennen. Meist steht ja nicht gerade ein Lichtschacht voll Wasser, sodass die Nässe eindringt. Daher gibt es den sogenannten Kerzen-Trick: Wenn ein Kunststofffenster im Keller eine undichte Stelle hat, entsteht ein Luftzug. Dieser lässt die Flamme der Kerze flackern oder löscht sie komplett. Die Methode eignet sich vor allem für windige und kalte Tage.

In Heizungsräumen ist Vorsicht geboten. Unter Umständen gibt es hier leicht entzündliche Dämpfe.

Probieren Sie den Kerzen-Trick in Heizungsräumen nur in Anwesenheit eines Fachmannes aus – wie etwa dem Schornsteinfeger oder Heizungsbauer.

Kellerfenster nachträglich abdichten: So geht es Schritt für Schritt

Es gibt verschiedene Dichtmittel, die sich für die nachträgliche Abdichtung der Kellerfenster eignen. Welches Dichtmaterial Sie wählen, hängt von der Ursache Ihrer undichten Fenster ab. Liegen große Spalten oder stark verzogene Fenster vor, ist ein Gummidichtband die beste Wahl.

Kleinere poröse Stellen in den Fensterdichtungen lassen sich durch Silikon, Acryl oder Klebeabdichtungen beheben. Um Ihre Kellerfenster gegen Feuchtigkeit abzudichten, gehen Sie am besten wie folgt vor:

  1. Verwenden Sie eine Spachtel, um die marode Fensterdichtung rückstandslos zu entfernen.
  2. Sind noch letzte Reste an der Stelle übrig, die Sie abdichten möchten, können Sie zu einem Spezialreiniger wie Silikon-Entferner greifen.
  3. Zum Schluss müssen Sie die neue Dichtung wie auf der Verpackung beschrieben anbringen.

Wichtig ist, das frisch abgedichtete Kellerfenster nach dem Abschluss der Arbeiten für einige Stunden geschlossen zu halten.

Alternativ: Neues Kellerfenster einbauen

Liegt ein größerer Defekt am Fenster vor oder handelt es sich einfach um ein sehr altes Kellerfenster? Dann sollten Sie in Erwägung ziehen, die betroffenen Fenster auszutauschen.

Oft genügen die Kellerfenster in Altbauten nicht mehr den modernen Standards. Dichtungen sind in vielen Fällen bereits porös. Dann bleibt nur noch der Fenstertausch, um die Undichtigkeiten zu beheben.

Erfahrene Heimwerker können auch die Kellerfenster selbst wechseln. Dafür benötigen Sie aber etwas mehr Werkzeug und Know-how als für den reinen Dichtungsaustausch. Achten Sie vor allem darauf, dass das neue Kellerfenster exakt dieselben Maße hat wie das alte Fenster. Die Vorgehensweise gestaltet sich dann wie folgt:

  1. Stemmen Sie das alte Fenster aus und legen Sie die Laibung frei.
  2. Setzen Sie das neue Kunststofffenster ein und fixieren Sie es mit Keilen.
  3. Mit der Wasserwaage überprüfen Sie den mittigen Sitz und eine gerade Ausrichtung.
  4. Bohren Sie Dübellöcher ins Mauerwerk.
  5. Bringen Sie die Fensterrahmendübel mit den passenden Schrauben in den Löchern an.
  6. Nun müssen Sie das neue Fenster mit der Laibung verschrauben.
  7. Entfernen Sie die Holzkeile.
  8. Die Hohlräume füllen Sie mit ausreichend Montageschaum auf.
  9. Den überschüssigen Schaum entfernen Sie vorsichtig mit der Spachtel oder einem Cuttermesser.
  10. Schließen Sie die Fensterfugen mit Gipsspachtelmasse.
  11. Lassen Sie den Putz gut durchtrocknen und überstreichen Sie ihn danach.

Einfache Abdichtarbeiten mit Dichtmittel oder Gummidichtband gestalten sich leichter, allerdings sind sie auch nicht so effektiv. Im Zweifelsfall sollten Sie den Austausch des Kellerfensters einem Fensterbauer überlassen, wenn Ihnen in dieser Hinsicht die handwerkliche Erfahrung fehlt.

Zusammenfassung

Das Abdichten der Kellerfenster empfiehlt sich aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen. Oft gestalten sich die Arbeiten einfach und schnell. Nur in schwerwiegenden Fällen ist der Austausch der Kellerfenster notwendig, wenn Undichtigkeiten festgestellt werden.

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