Müllabfuhr: Bei diesen Fehlern wird der Müll nicht abgeholt

Müllabfuhr: Bei diesen Fehlern wird der Müll nicht abgeholt

Die Müllabfuhr lässt die Mülltonnen nur in Ausnahmefällen voll neben der Straße stehen. Meist trägt der Besitzer selbst die Verantwortung, denn wenn Sie grob gegen die Entsorgungsregeln verstoßen, ist die Müllabfuhr nicht verpflichtet, den Abfall mitzunehmen. Manchmal kommt es aber auch vor, dass die Müllabfuhr die Tonne stehen lässt, obwohl der Besitzer alles richtig gemacht hat. Wir verraten Ihnen deshalb heute, in welchen vier Fällen die Müllabfuhr die Tonne nicht leeren muss.

Aus diesen Gründen darf die Müllabfuhr die Tonnen stehen lassen

Im Allgemeinen gibt es vier Gründe, weshalb die Mülltonnen voll an der Straße stehen bleiben:

  1. Gravierende Fehlbefüllung
  2. Nicht schließender Deckel
  3. Zu starke Verdichtung des Mülls
  4. Behinderung der Zufahrt zum Beispiel durch falsch geparkte Autos

In drei von vier Fällen ist der Besitzer also selber schuld, wenn die Mülltonne nicht geleert wird. Daher sollten Sie den Fehler immer zuerst bei sich suchen.

Möglichkeit 1: Starke Fehlbefüllung der Tonne

Es ist nicht weiter schlimm, wenn Sie in der Hektik des Alltags eine Verpackung in die falsche Tonne einsortieren. Aus Kulanz nehmen fast alle Entsorger den Müll in so einem Fall trotzdem mit. Allerdings kennt die Nachsicht auch bei der Müllabfuhr ihre Grenzen. Wenn zum Beispiel der Bauschutt der letzten Renovierung in der Restmülltonne landet oder die Gelbe Tonne absichtlich für Restmüll zweckentfremdet wird, bleiben die Mülltonnen einfach stehen. Insbesondere nach mehrmaligen Verstößen prüft die Müllabfuhr ganz genau, ob der Müll vorschriftsmäßig getrennt wurde.

Möglichkeit 2: Die Mülltonne quillt über und der Deckel schließt nicht mehr

Überquellende Mülltonnen darf die Müllabfuhr ebenfalls stehen lassen, weil sie bei der Leerung große Probleme verursachen. Oftmals landet ein Teil des Mülls dann nicht mehr in dem Wagen, sondern daneben.

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Wenn das Fassungsvermögen der Tonne einmal nicht für den gesamten Abfall ausreicht, kann man sich von den kommunalen Entsorgern Kunststoffsäcke besorgen, die ein Fassungsvermögen von 70 Litern bieten. Sie werden einfach neben die Tonne gestellt und dann von der Müllabfuhr mitgenommen.

Für solche Müllbeutel fallen aber zusätzliche Gebühren an, deren Höhe von der jeweiligen Region und dem dort ansässigen Entsorger abhängt.

Möglichkeit 3: Der Müll in der Tonne ist zu stark verdichtet

Selbstverständlich scheuen viele Haushalte die zusätzlichen Kosten und kommen daher auf die Idee, den Müll in der Tonne einfach zu verdichten, anstatt gebührenpflichtige Kunststoffsäcke zu kaufen. Im Handel sind dafür Müllpressen erhältlich, welche das Volumen des Mülls deutlich reduzieren können. Während der Verkauf derartiger Gadgets erlaubt ist, drohen bei der Benutzung sogar Strafen. Durch das Pressen werden die Mülltonnen zu schwer, was schon aus arbeitsschutztechnischen Gründen nicht erlaubt ist. Lesen Sie daher in der Abfallsatzung Ihrer Kommune nach, wie schwer die Tonne überhaupt sein darf. Im Durchschnitt sollte das Gewicht einer 240-Liter-Tonne nicht größer als 100 Kilo sein.

Viele kommunale Abfallsatzungen verbieten das Müllpressen und stellen es unter Strafe. In Köln wird die Müllverdichtung sogar mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft.

Von Müllpressen ist aber unabhängig von Bußgeldern generell abzuraten. Die Tonnen bleiben oftmals stehen oder Teile des Abfalls lösen sich beim Kippen nicht, sodass viel Müll in der Tonne bleibt.

Möglichkeit 4: Die Mülltonnen sind für die Müllabfuhr nicht zugänglich

In manchen Fällen macht der Besitzer bei der Mülltrennung und der Beladung der Mülltonne alles richtig und sie bleibt trotzdem ungeleert stehen. Das liegt zum Beispiel daran, dass die großen Entsorgungsfahrzeuge nicht an die Mülltonnen gelangen, wie etwa in folgenden Fällen:

  • Enge Straßen sind durch falsch geparkte Fahrzeuge verstopft
  • Autos versperren die Hauseinfahrt
  • Die Tonnen wurden vom Hausmeister oder den verantwortlichen Personen nicht an die vorgesehene Stelle gezogen
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Die Entsorger entscheiden in solchen Fällen, ob sie die Straße passieren können, ohne das eigene Fahrzeug oder andere Autos zu beschädigen, sodass die Tonne unter Umständen nicht geleert wird.

Prinzipiell gibt es keine gesetzliche Verpflichtung, die vorschreibt, dass die Tonne auf jeden Fall geholt werden muss, sodass solche unverschuldeten Fälle besonders ärgerlich sind.

Anders verhält es sich, wenn die Blockade einer Straße zum Beispiel durch eine Baustelle schon im Vorfeld bekannt ist. Dann informieren die Entsorgungsunternehmen Sie darüber, wo Sie die Mülltonnen hinstellen müssen, damit sie geleert werden können.

Was tun, wenn die Mülltonne nicht geleert wurde?

Wenn Sie nicht wissen, warum Ihre Mülltonne nicht mitgenommen wurde, weil Sie sich keiner Schuld bewusst sind, sollten Sie das Entsorgungsunternehmen kontaktieren und nachfragen. Manchmal werden Mülltonnen auch vergessen, sodass der Müll kostenlos einige Tage später abgeholt wird. Sofern es an einer Fehlbefüllung lag, sollten Sie den Müll per Hand noch einmal nach sortieren. Bei überfüllten Tonnen sollte ein Teil des Mülls in einem separaten Beutel entsorgt werden. Dasselbe gilt auch, wenn die Mülltonne nicht mitgenommen wurde, weil der Inhalt zu stark verdichtet wurde. Entnehmen Sie in diesem Fall Teile des Abfalls und verwenden Sie einen Kunststoffsack, um ihn ordnungsgemäß zu entsorgen. Anschließend müssen Sie auf die nächste planmäßige Leerung warten oder eine kostenpflichtige Sonderleerung veranlassen. Je nach Kommune zahlen Sie dafür 20 bis 40 Euro je Tonne.

Zusammenfassung

Es gibt prinzipiell vier Fehler, die dazu führen, dass die Mülltonne am Tag der Müllabfuhr nicht geleert wird. Meistens ist der Besitzer selbst verantwortlich, weil er die Tonne massiv falsch befüllt oder einfach überfüllt hat. In den meisten Kommunen ist es außerdem verboten, den Müll mit Müllpressen zu verdichten, weil dadurch das Gewicht der Tonne zu stark zunimmt. Manchmal trifft die Schuld aber auch andere, denn die Mülltonne darf auch stehen bleiben, wenn sie nicht erreichbar ist, weil die Straße durch falsch parkende Autos zu stark verstopft ist. Dann entscheidet der Fahrer des Entsorgungsunternehmens, ob er die Straße passieren kann, ohne die Fahrzeuge zu beschädigen, denn Sicherheit geht immer vor.

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Artikelbild: © Dmitry Kalinovsky / Shutterstock

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2 Kommentare

  1. Gertrud K. 22.08.2019 08:18 Uhr

    Das ist ein sehr interessanter Artikel. Leider ist mein Problem hier nicht aufgeführt. Die RSAG weigert sich unsere Straße zu befahren. Angeblich wegen 13,5%Gefälle. Die Straße ist In beide Richtungen befahrbar. Es ist keine Stichstrasse und auch keine Sackgasse. Wie Sie zu der Rechnung kam und wer Sie aufstellte ist nebulös. Antworten werden auf telefonische Anfragen verweigert. Wir müssen alle Mülltonnen zur nächsten größeren Straße bringen. Fazit Leistung wird nicht voll erbracht, aber die vollen Gebühren berechnet. In der benachbarten Stadt Bonn ist Bonnorange das verantwortliche Abfuhrunternehmen. Dort scheint es solche Probleme nicht zu geben. Die Straße Hauptstraße die in die Roleberstrasse mündet ist mit bloßem Auge erkennbar steiler und beinhaltet eine S-Kurve. Dort wird an jedem einzelnen Haus geleert. Sehr kurios wie sich ein Unternehmen aus seiner Verantwortung stiehlt.

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  2. Ronja Oden 06.04.2020 09:29 Uhr

    Mir war gar nicht bewusst, dass die Müllabfuhr die Tonnen stehen lassen darf, wenn der Deckel nicht zugeht, sie massiv falsch befüllt wurden oder die Zufahrt durch Autos zugeparkt ist. Ich habe mich schon oft gefragt wie es sich mit der Entsorgung von Sperrmüll verhält, wenn man ihn auf die Straße stellt. Das passiert hier nämlich zu Hauf und meist stehen die Sachen dann da ewig.

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