Myrte (Myrtus communis) – Pflege, Überwinterung und Schädlinge

Myrte (Myrtus communis) – Pflege, Überwinterung und Schädlinge

Myrten sind immergrüne, stark verzweigte Sträucher, welche eine Wuchshöhe von bis zu fünf Metern erreichen können. Die Pflanzen stammen ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und gehören zur Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Die Myrte ist auch unter den Bezeichnungen Brautmyrte, Echte Myrte oder Gemeine Myrte bekannt. In Deutschland sind Myrten zum einen als Zimmerpflanzen für die Wohnung und zum anderen als mediterrane Kübelpflanzen für den Garten sehr beliebt. Wir haben einige Tipps und Hinweise für Sie, damit bei der Pflege der anspruchsvollen Pflanze garantiert nichts schief geht!

Die Myrte und ihre besonderen Merkmale

Die aus dem Mittelmeergebiet stammende Pflanze erreicht in ihrer Heimat eine Höhe von bis zu drei Metern. In unseren Breitengraden bleibt sie jedoch meist niedriger. In der Gartengestaltung wird sie besonders gerne als Formgehölz eingesetzt. Wer sich mit der Myrte ein wenig Mittelmeerstimmung in den heimischen Garten, auf den Balkon oder die Terrasse holen möchte, benötigt einen grünen Daumen. Was das Gießen, Düngen, Schneiden und Überwintern angeht, möchte die Pflanze nämlich allerhand Aufmerksamkeit. Kleine Pflegefehler verzeiht die Pflanze meist nicht mehr, sondern lässt sofort die trockenen Blätter fallen.

Bei korrekter Pflege verwöhnt die Myrte ihre Besitzer hingegen mit ihren kleinen immergrünen Blättchen. Sie haben eine eiförmige, leicht zugespitzte Form. Zerreiben Sie die Blätter ruhig einmal zwischen Ihren Fingern, um den herben, würzigen Duft kennen zu lernen. Wenn es Ihnen gelingt, die Pflanze zum Blühen zu bringen, können Sie sich an weißen und duftenden Blüten erfreuen, die in den Blattachseln wachsen. Sobald die Blüte vorüber ist, entwickeln sich daraus tiefschwarze und etwa erbsengroße Beeren. Sie sind essbar und schmecken zunächst leicht süß, verursachen allerdings einen bitteren Nachgeschmack. In den Mittelmeergebieten wurden die Beeren früher in vielen Rezepten als Pfefferersatz verwendet.

Eine bedeutungsvolle Pflanze

Die Myrte hat schon seit langer Zeit eine große Bedeutung für die Menschheit. Sie galt im 16. Jahrhundert als Pflanze für Liebende. Die Wurzeln dieser Symbolik gehen bis in die griechische Mythologie zurück. Dort wurde sie die Myrte zur Schutzpflanze für alle Liebenden erklärt. Wenn man der Überlieferung Glauben schenkt, nutzen schon göttliche Schönheiten wie Aphrodite oder Venus und altägyptische Frauen die blühenden Myrtenzweige, um sich zu schmücken.

Bis vor einigen Jahrzehnten gehörte zu jedem Haushalt ein Myrtenbusch. Das lag daran, dass die Sträuße der Pflanze als Accessoire für den Anzug des Bräutigams verwendet wurden. Nicht selten ist dieser Brauch auch heute noch bei Hochzeiten zu finden. Die sparsamen Bäuerinnen haben die Sträußchen nach der Eheschließung nicht entsorgt, sondern bewurzeln lassen, damit sich die Myrte vermehren konnte. Das hatte den Vorteil, dass jede Hochzeit früher oder später für eine Vermehrung der Myrten sorgte.

Der geeignete Standort

Wer sich an der Myrte erfreuen möchte, benötigt dafür einen geeigneten Standort. Beachten Sie bei der Auswahl des perfekten Standorts folgende Hinweise:

  • Im Sommer lässt sich die anspruchsvolle Pflanze am besten im Freien pflegen
  • Dabei ist ein vollsonniger Platz notwendig, der vor Wind und Regen geschützt sein muss
  • Ein heller Standort mit viel Licht ist ein absolutes Muss
  • Es bietet sich zum Beispiel die Südseite eines Hauses unter einem Dachüberstand an
  • Im Winter kann die Myrte nicht draußen bleiben, weil sie nur leichte Fröste verträgt
  • Auch im Frühling (März bis Mai) ist Vorsicht geboten, denn die frischen Triebe vertragen keinen Frost, sodass die Myrte bei späten Nachtfrösten wieder ins Haus geholt werden sollte

Aus diesen Gründen bietet sich für die Brautmyrte eine Haltung im Topf an.

Das perfekte Pflanzsubstrat

Um sicherzustellen, dass die Myrte gleichmäßig und gesund wachsen kann, sollten Sie eine hochwertige Erde verwenden, die speziell für Blumen im Kübel gedacht ist. Das Pflanzsubstrat sollte grobkörnige Anteile wie Blähton oder Lavagrus enthalten. Dadurch ist der Boden luftig und somit gut geeignet, um Nährstoffe und Wasser in größeren Mengen zu speichern. Zu hohe Torfanteile sind jedoch kein Indiz für eine gute Qualität, ganz im Gegenteil. Generell sollten Sie die Myrte im Abstand von zwei bis drei Jahren umtopfen und ihr neue Erde gönnen.

Die richtige Pflege der anspruchsvollen Myrte

Wie eingangs erwähnt, ist es nicht so einfach, die Myrte zu pflegen. Nicht umsonst gilt sie als kleine Tyrannin unter den Zierpflanzen. Gerade hinsichtlich des Gießens ist sie sehr anspruchsvoll. Pflegefehler verzeiht sie kaum. Zudem benötigt sie einen regelmäßigen Schnitt.

Gießen

Regelmäßiges Gießen und Wässern ist unverzichtbar, wenn Sie möchten, dass Ihre Myrte blüht und gedeiht. Die Pflanze liebt zwar die Sonne, aber keine Trockenheit. Sollten Sie daher einmal vergessen, Ihre Brautmyrte zu gießen, fallen die trockenen Blätter sofort ab.

Die empfindlichen Myrten vertragen keinen Kalk, sondern bevorzugen weiches Regenwasser. Falls Sie mit kalkhaltigem Leitungswasser gießen möchten, hilft es, ihm ein paar Tropfen Essig zuzusetzen.

Gerade während des Hauptwachstums muss die Myrte kräftig gegossen werden. Allerdings dürfen Sie es auch nicht übertreiben, denn bei übermäßigem Gießen entstehen durch die zu hohe Feuchtigkeit Wurzelpilze. Es gilt daher, ein gutes Mittelmaß zu finden.

Umtopfen

Eine junge, heranwachsende Myrte sollte im Frühjahr umgetopft werden. Der beste Zeitpunkt besteht dann, wenn der erste Austrieb gerade beginnt. Wählen Sie ein größeres Pflanzgefäß und drücken Sie die Erde beim Umtopfen fest an die Wurzeln an. Achten Sie darauf, dass Sie die Myrte im neuen Topf nicht tiefer einsetzen als in dem alten Pflanzgefäß.

Düngen

Nach dem Umtopfen darf die Myrte erst nach drei Monaten wieder gedüngt werden. Im Normalfall benötigt die Pflanze einmal aller 14 Tage eine Düngerzufuhr. Dafür geben Sie einfach von März bis Oktober dem Gießwasser einen handelsüblichen Flüssigdünger zu.

Rückschnitt

Wenn Sie Formgehölze lieben und aus Büschen gerne schöne Figuren entstehen lassen, ist die Myrte die perfekte Pflanze für Sie. Einen zu kräftigen Abschnitt nimmt die sonst so empfindliche Brautmyrte überhaupt nicht krumm. Selbst altes Holz treibt später wieder aus, sodass Sie an der Myrte Ihre ganze Fantasie ausleben können. Sie sollten die Büsche jedoch nicht zu streng zurückschneiden, denn dann führen Stürme schnell dazu, dass die Pflanze auseinander fällt. In diesem Fall müssen Sie erneut zur Schere greifen und noch einmal etwas tiefer schneiden.

So klappt die Überwinterung der Brautmyrte

Die Myrte kann die warmen Tage im Garten verbringen und darf ab Juni dauerhaft im Freien stehen. Im Winter ist aber ein geschützter Standort erforderlich, da sie nur wenig Frost verträgt. Sobald die Temperaturen unter minus fünf Grad fallen, müssen Sie mit irreparablen Schäden an der Pflanze rechnen. Für den Winter ist ein kühler Standort ideal. Gießen Sie die Myrte in dieser Zeit nur wenig, da sie das Wachstum nahezu einstellt.

Krankheiten und Schädlinge erkennen und vermeiden

Bei der Myrte können die typischen Schädlinge, die bei vielen Zierpflanzen auftreten, ebenfalls zum Problem werden. Das gilt zum Beispiel für Schild- und Wollläuse sowie für Spinnmilben. Ein Befall entsteht insbesondere dann, wenn die Überwinterung an einem zu warmen Ort stattfindet. Die Schädlinge können mit systemisch wirkenden Mitteln aus dem Gartencenter bekämpft werden. Auch Gießfehler lassen die Pflanze schnell krank werden. Durch zu starkes Wässern entstehen Pilze an den Wurzeln. Dadurch faulen die Wurzeln ab und die komplette Pflanze geht in kurzer Zeit ein.

Verwendung der Myrte in der Medizin

Schon seit der Antike wird die Myrte auch als Heilpflanze verwendet. Die Myrtenblätter enthalten ein ätherisches Öl, das sich aus verschiedenen Wirkstoffen zusammen setzt. Die genaue Zusammensetzung des enthaltenen Öls variiert jedoch je nach Herkunft erheblich. Darüber hinaus kommt in den Blättern Myrtucommulon A vor. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die pharmakologisch sehr interessant ist, weil sie viele verschiedene Heilwirkungen bietet. So belegen neue Untersuchungen, dass diese Substanz auf Tumore eine hoch selektive zytostatische Auswirkung hat. Darüber hinaus enthalten die Myrtenblätter auch Gerbstoffe und einen Bitterstoff.

Das ätherische Öl der Blätter gilt als schwach giftig. Wenn es in größeren Mengen von über 10 Millilitern eingenommen wird, kann es Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen verursachen.

Außerdem verfärbt sich der Urin unter Umständen violett. Nichtsdestotrotz hat das Öl der Myrten auch viele positive Wirkungen und kann daher bei der Heilung von einigen Erkrankungen helfen:

  • Antibakteriell
  • Entzündungshemmend
  • Hautreinigend
  • Schmerzlindernd
  • Schleimlösend bei Atemwegerkrankungen
  • Krampflösend
  • Bekämpft Pilze, Bakterien und Ektoparasiten wie Flöhe oder Läuse

In der Medizin werden Myrtenblätter ebenso wie das Myrten-Öl daher bis heute verwendet, um Bronchialinfekte und Verschleimung zu bekämpfen. Schon früher kam es als Bestandteil von Hustensirup zum Einsatz. Auch bei Nebenhöhlenentzündungen und Harnweginfekten kann das ätherische Öl eine gute Wirkung erzielen. Ferner können die Blätter und das Öl äußerlich eingesetzt werden, um bei Akne, Zahnfleischentzündungen, Wunden und Hämorrhoiden Linderung zu verschaffen.

Systematik

Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Myrtenartige (Myrtales)
Familie: Myrtengewächse (Myrtaceae)
Gattung: Myrten (Myrtus)
Art: Myrte

Wissenschaftlicher Name

Myrtus communis

Zusammenfassung

Die Myrte ist ein immergrüner Strauch, der seine Heimat in den warmen Mittelmeergebieten hat. Sie gilt als Tyrannin unter den Zierpflanzen, weil sie sehr pflegebedürftig und anspruchsvoll ist. Schon kleine Gießfehler können zum völligen Verkümmern der Pflanze führen. Ein warmer und sonniger Standort ist bei der Myrte ein Muss. Die Überwinterung sollte hingegen an einem kühlen, frostfreien Ort erfolgen.

Artikelbild: © marcociannarel / Shutterstock

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Die häufigsten Fragen / FAQ

🧐 Wie pflege ich eine Myrte?

Die Myrte ist sehr anspruchsvoll in der Pflege. Nicht umsonst gilt sie als kleine Tyrannin unter den Zierpflanzen. Gerade hinsichtlich des Gießens ist sie sehr anspruchsvoll. Regelmäßiges Gießen und Wässern ist unverzichtbar, allerdings nicht übermäßig, dadurch können Wurzelpilze entstehen. Die Pflanze liebt die Sonne, aber keine Trockenheit. Zudem benötigt sie einen regelmäßigen Schnitt.

🪴 Ist Myrte giftig?

Das ätherische Öl der Blätter gilt als schwach giftig. Wenn es in größeren Mengen von über 10 Millilitern eingenommen wird, kann es Nebenwirkungen wie Übelkeit, Verdauungsstörungen und Kopfschmerzen verursachen. Außerdem verfärbt sich der Urin unter Umständen violett. Nichtsdestotrotz hat das Öl der Myrten auch viele positive Wirkungen und kann daher bei der Heilung von einigen Erkrankungen helfen.

🫐 Was sind Myrtenbeeren?

Nach der Blüte bildet die Myrte Beeren, welche im Mittelmeerraum zu verschiedenen Zwecken verwendet wird, unter anderem als Pfeffersatz oder zur Herstellung von Likör.

❄️ Ist das Köcherblümchen winterhart?

Köcherblümchen sind tendenziell winterhart. Damit das gelingt, sollten Sie die Pflanze vor dem ersten Frost an einen hellen und kühlen Platz bringen, ab und an gießen und zwischen November bis März nicht düngen.

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1 Kommentar

  1. Peter Mnich 18.02.2018 10:13 Uhr

    Habe eine ca. 20 Jahre alte Myrte, gezogen aus einem kleinen Ableger. Eiförmig getrimmt, Höhe 1,0 m, Durchmesser 0,7 m. Ich beschneide sie etwa alle 2 Jahre, auch den Wurzelballen. so bleibt der Topf immer derselbe. Die Erde ist ganz normale Blumenerde, gegossen wird mit dem sehr harten „Kölner Kraneberger“. Im Winter bleibt das Bäumchen bis ca. -2 Grad auf dem Balkon, abgedeckt mit Vlies. Ist der Frost stärker über mehrere Tage, kommt es ins Zimmer, aber meistens nur über Nacht und nicht länger als unbedingt nötig. Es war aber auch schon mal mit Schnee bedeckt und die Erde an der Oberfläche gefroren. Die Myrte ist also – bedenkt man die Herkunft – durchaus hart im Nehmen.

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