Nachhaltigkeit beim Hausbau – mit diesen Tipps gelingt es!

Nachhaltigkeit beim Hausbau – mit diesen Tipps gelingt es!

Nachhaltigkeit im Allgemeinen, aber vor allem auch im Bausektor, hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Was genau bedeutet nachhaltiges Bauen aber eigentlich und wie kann Nachhaltigkeit beim Hausbau umgesetzt werden?

Nachhaltiges Bauen – der Grundgedanke

Das Ziel des Nachhaltigkeitsgedanken ist es, die Bedürfnisse der gegenwärtigen Generationen sowie der zukünftigen Generationen zu berücksichtigen und erfüllen zu können. Dies soll durch das effiziente Einsparen von Energie und Ressourcen ermöglicht werden. Dieser Ansatz durchzieht sich auch beim Leitbild des nachhaltigen Bauen. Die Nachhaltigkeit beim Hausbau wird dafür anhand von drei Dimensionen, auch drei Säulen der Nachhaltigkeit bewertet, welche die Ökologie, Ökonomie und Soziokultur umfassen. Die ökologische Ebene verfolgt hierbei das Ziel der Ressourceneinsparung durch eine gezielte Reduzierung der Flächeninanspruchnahme, Senkung des Energieverbrauchs und dem durchdachten Einsatz von Baustoffen.

Dieses Ziel wird hierbei von der Planung des Baus und Herstellung der Materialien bis hin zum Rückbau des Gebäudes verfolgt. Die ökonomische Ebene betrachtet vor allem die Kosten, die das Gebäude über den gesamten Lebenszyklus hinweg erzeugt. Mithilfe einer Lebenszykluskostenanalyse werden so mögliche Einsparungsmöglichkeit während der Errichtung des Hauses, für die spätere Nutzung und den Rückbau ermittelt. Die soziokulturelle Ebene fokussiert sich auf die Bedürfnisse des Menschen und die damit notwendige Funktionalität des Gebäudes sowie gesundheitliche, ästhetischen und kulturellen Aspekten rund um das Gebäude.

Die Lebenszyklusanalyse bewertet alle Phasen des Hausbaus. Die Phase erstrecken sich von der Planung, über die Errichtung und Nutzung einschließlich der Instandhaltung sowie der Modernisierung bis hin zum Rückbau, der Verwertung und Entsorgung. Ziel der Analyse ist es Nachhaltigkeitsaspekte in all diesen Phasen zu optimieren.

Nachhaltige Baumaßnahmen

Wie aber können diese Aspekte der Nachhaltigkeit in der Praxis umgesetzt werden?

Standortwahl & Planung

Das nachhaltige Bauen beginnt bereits mit der Standortwahl des neuen Gebäudes. Hier sollte bereits vor dem eigentlichen Bau eine bewusste Abwägung zwischen dem Wohnen in der Stadt und auf dem Land getroffen werden. Während die Stadt den Vorteil bietet, dass längere Anfahrtswege zur Arbeit und damit der Kohlenstoffdioxidaustoß des Fahrzeugs reduziert werden können, sollte überprüft werden, ob die Nutzung erneuerbarer Energien in der Stadt möglich ist. Hier kann das Wohnen auf dem Land in Bezug auf die Verfügbarkeit von Wind- und Solarenergie einen klaren Vorteil bieten.

Berücksichtigt werden sollte auch, wie viel Fläche der Neubau in Anspruch nimmt. Je größer die Bodenversiegelung durch die Neubebauung ist, desto weniger Regenwasser kann in den Boden gelangen, wodurch wichtige natürliche Prozesse unterbrochen werden. Der nachhaltige Hausbau erfordert eine ganzheitliche Planung, die unter Einbeziehung der drei zuvor genannten Dimensionen einzelne Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt und in die Gebäudeerstellung einfließen lässt.

Nachhaltige Baustoffe

Neben dem passenden Standort, ist es ratsam, sich über umweltfreundliche Baumaterialien zu informieren. Als “umweltfreundlich” werden Materialien bezeichnet, welche nachwachsend und in der Natur zu finden und damit zukunftsfähig und selbsterhaltend sind. Das Bauen mit Materialien wie beispielsweise Holz, Lehm oder Stein bieten nicht nur die Grundlage für ein nachhaltiges Eigenheim, sondern haben auch den Nebeneffekt, dem Zuhause ein gesundes und natürliches Wohlfühlklima zu verleihen. Während Holz wärmende, dämmende und antibakterielle Eigenschaften besitzt sowie in der Lage ist, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzugeben, ist auch der klassische, natürliche Baustoff Lehm ein hervorragender Wärmespeicher.

Bei dem Bau mit Holz sollte außerdem darauf geachtet werden, dass das Material mit den Labeln “FSC” und “PEFC” versehen ist, da dies ein Indikator dafür ist, dass keine schädlichen Inhaltsstoffe verwendet werden und es aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Auch bei Lehm oder Stein sollte darauf geachtet werden, dass die Materialien ohne weitere Zusätze hergestellt wurden, um den Gedanken der Nachhaltigkeit aufrechtzuerhalten.

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat hat zur Bewertung und Wirkung von Baustoffen ein Informationsportal angelegt, auf dem sich über die Nachhaltigkeit und Lebensdauer der Baustoffe informiert werden kann.

Nutzung von nicht-baustofflichen Ressourcen

Im Leitfaden des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zum Thema “Nachhaltiges Bauen (PDF)” wird auch die Schonung natürlicher Ressourcen hervorgehoben. Das Ministerium hebt hervor, auch die Nutzung von nicht-baustofflichen Ressourcen beim Bau eines nachhaltigen Gebäudes einfließen zu lassen. Ziel sollte es beispielsweise sein, den Trinkwasserverbrauch sowie die Schmutzwasseraufbereitung zu reduzieren. Um dies zu erzielen, kann ein Betriebswassernutzungskonzept in Erwägung gezogen werden, welches Gebrauch von Regenwasser macht und den allgemeinen Trinkwasserverbrauchreduziert.

Auch die Nutzung von Niederschlagswasser und Grauwasser, welches beim Duschen oder Händewaschen entsteht, kann genutzt werden, um natürliche Ressourcen zu schonen. Weitere in Erwägung zu ziehende Nachhaltigkeitskonzepte umfassen ein erweitertes Lüftungskonzept, sowie ein durchdachtes Abfall- und Recyclingskonzept.

Um all diese Entscheidungen unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Lebenszyklusanalyse treffen zu können und in der Kostenaufstellung aufzunehmen, empfiehlt es sich, entsprechende Experten sowie Planungsberater heranzuziehen.

Nachhaltige Nutzung des neuen Gebäudes

Nachdem das neue Eigenheim auf nachhaltige und umweltfreundliche Art und Weise erbaut wurde, gilt es, auch im alltäglichen Leben und Nutzen des Gebäudes diese Verhaltensweisen zu erhalten. Dies kann schon mit kleinen Kniffen umgesetzt werden. Ein Ansatz für mehr Nachhaltigkeit im neuen Eigenheim ist beispielsweise das Einbauen von Solaranlagen, auch Photovoltaikanlagen genannt, welche mithilfe von oftmals auf dem Dach angebrachten Solarzellen Sonnenstrahlung in elektrische Energie umwandelt. Auf diese Weise kann die natürliche und beständige Ressource der Sonne zur teilweisen Stromversorgung genutzt werden. Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, hat dann die Möglichkeit, den selbst erzeugten Strom für seinen eigenen Bedarf zu nutzen oder diesen ins Netz zu speisen und dafür eine Einspeisevergütung zu erhalten.

Ein weiterer Schritt seinen ökologischen Fußabdruck im Eigenheim zu verringern, ist die bewusste Nutzung von alltäglichen Ressourcen, wie Strom und Gas. Um die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen und seinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, empfiehlt es sich, einen Stromvergleich durchzuführen und einen Ökostromanbieter auszuwählen, der nicht nur das neue Eigenheim mit erneuerbarer Energie versorgt, sondern auch die Schonung der Ressourcen unterstützt. Auf Seiten wie wechseljetzt.de gibt es sogar einen passenden Erinnerungsservice.

Zusammenfassung

Das Ziel des nachhaltigen Bauens ist es. unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Aspekte, den Energie- und Ressourcenverbrauch zu reduzieren, sodass die Bedürfnisse gegenwärtiger und nachfolgender Generationen erfüllt werden können. Nachhaltigkeit beim Bau zieht sich dabei von der Standortwahl und durchdachten Planung über die Auswahl nachwachsender und selbsterhaltender Baumaterialien bis hin zum nachhaltigen Leben und Nutzen des neuen Gebäudes. Nachhaltige Gebäude unterstützen den ökologischen Fußabdruck der Menschheit zu reduzieren und zukünftigen Generationen, eine intakte und gesunde Umwelt zu hinterlassen.

Artikelbild: pryzmat / Bigstock.com

4 Kommentare

  1. Laura Heimisch 10.10.2018 07:39 Uhr

    Ich bin ein großer Fan von Ökologie und setzte mich zurzeit mit ökologischer Holzbau auseinander, weil mein Bruder auch von dieser Idee beeinflusst worden ist und ein nachhaltiges Haus jetzt bauen möchte. Das Thema interessiert mich sehr und den Artikel fand ich sehr hilfreich. Ich hatte nie daran gedacht Grauwasser vom Händewaschen zu nutzen, um natürliche Ressourcen zu schonen. Werde ich bestimmt ausprobieren!

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  2. Manuel Löhrmann 29.07.2019 07:55 Uhr

    Vielen dank für diese wichtigen Tipps zu mehr Nachhaltigkeit. Wir wollen auch auf einen Ökostrom Anbieter wechseln und unsere Elektroinstallationen sollen auch nachhaltiger werden. Gut zu wissen, dass man selbst erzeugten Strom entgegen eine Einspeisevergütung weiter geben kann.

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  3. Franziska Bergmann 20.08.2019 09:46 Uhr

    Mein Onkel möchte nächstes Jahr ein Haus bauen. Danke für den Tipp, dass die Planung sehr wichtig ist. Ich finde es gut, wenn man bei dem nachhaltigen Hausbau bereits die Standortwahl berücksichtigt, sodass man zum Beispiel einen kurzen Arbeitsweg hat.

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  4. Manuel Löhrmann 06.09.2019 08:15 Uhr

    Ich leite ein Unternehmen und baue jedes Jahr neue Gebäude. Ich komme auch gerade von einer Baustelle wo die Kernbohrungen mit Betonschneiden dran waren. Nachdem Ich aber Ihren Tipp zum nutzen von nachhaltigen Ressourcen gelesen habe, werde ich vermehrt darauf in meinem Unternehmen achten, vielen dank!

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