Rohrverstopfung und die Kosten: Diese Preise kommen auf Sie zu!

Rohrverstopfung und die Kosten: Diese Preise kommen auf Sie zu!

Ist die Fließgeschwindigkeit des Abwassers langsam? Oder geht gleich gar nichts mehr im Abflussrohr? Es ist schon ärgerlich, wenn das Wasser im Spülbecken stehen bleibt oder sogar die Toilette nicht mehr abfließt. Dann ist meist ein Rohr verstopft. Damenbinden, Essensreste oder sogar Katzenstreu können hier die Ursache sein, wenn sie unverantwortlich in den Abfluss entsorgt wurden. Dann muss der Hauseigentümer aktiv werden.

Wo eigene Hausmittel versagen, sollte direkt der Fachmann gerufen werden, um die Rohrverstopfung zu beseitigen – raten Experten. Denn Laien können schon mit den weit verbreiteten Abflussreinigern ohne genügend Hintergrundwissen das Problem verschärfen und erheblichen Schaden anrichten. Doch welche Kosten kommen bei einer Rohrverstopfung auf Sie zu? Was sagt das Mietrecht – zahlt der Hauseigentümer oder ist das Mietsache? Die folgenden Zeilen haben die Antworten.

Was kostet es, eine Rohrverstopfung zu beseitigen?

Ist Ihre Toilette verstopft? So könnten die Zahlen wie im folgenden Kostenbeispiel aussehen:

Position Einzelner Preis (netto) Preis (netto)
Fahrtkosten 30 Euro 30 Euro
2 Arbeitsstunden Monteur 40 Euro pro Stunde 80 Euro
Einsatz von zwei Rohreinigungsmaschinen für 2 Stunden 75 Euro pro Stunde 150 Euro
Gesamtkosten: 260 Euro

Pauschal ist es nicht zu sagen, wie hoch die Kosten für die Beseitigung einer Rohrverstopfung sind. Denn diese hängen von verschiedenen Preisfaktoren ab – beispielsweise, welcher Fachmann gerufen wird. Die Preisspanne bewegt sich hier meist zwischen 50 und 500 Euro. In Ausnahmefällen können die Kosten auch darüber liegen.

In diesem Beispiel muss die Mehrwertsteuer noch hinzugerechnet werden. Möglich ist auch, dass Handwerker den Einsatz der Maschine nicht pro Stunde abrechnen, sondern mit einer pauschal bemessen. In anderen Fällen wird die Länge des Rohrs wichtig, das verstopft ist. Jedoch sollte jedes Unternehmen sich für eine Abrechnungsmethode entscheiden: Pauschale oder Stundensatz. Wer beide Varianten in einer Rechnung verwendet, gilt als unseriös.

Davon hängen die Kosten bei einer Rohrverstopfung ab

Um die genaueren Kosten spezifizieren zu können, sind die verschiedenen Kostenfaktoren wichtig. Die Kosten für die Beseitigung einer Rohrverstopfung können abhängen von:

 

  • der Stelle, an der die Verstopfung vorliegt
  • die Hartnäckigkeit der Verstopfung
  • örtliche Begebenheiten von Abflussrohr und Kanalisation
  • eingesetzte Reinigungsmethode des Klempners
  • den verwendeten Arbeitsmitteln
  • der notwendige Zeitaufwand
  • Art des Betriebes, der die Rohrreinigung vornimmt.

Je tiefer die Ablagerungen im Abflussrohr liegen, je komplizierter das Rohrsystem ist, je hartnäckiger die Verstopfung ist, desto mehr Arbeitsaufwand und Arbeitsmittel werden meist nötig. Das verteuert die Reinigung der Abwasseranlage. Auch regional können unterschiedliche Preise auftreten. Zudem wird ein Unterschied deutlich, wird ein Notdienst gerufen, um die Kanalreinigung vorzunehmen. Der Klempnerbetrieb um die Ecke kommt zwar nicht mitten in der Nacht, ist aber meist günstiger im Preis.

Arbeitsaufwand und Arbeitsmittel

Der Arbeitsaufwand des Sanitärfachmanns ist ein wichtiger Faktor für den letztendlichen Preis. Denn viele Firmen berechnen hier nach Stunden. Wie viel Zeit der Klempner investieren muss, hängt davon ab, wo der Schmutz sitzt, wie gut das Rohr zugänglich ist und wie hartnäckig die Verschmutzung ist. Auch danach richtet sich, welches Arbeitsgerät zum Einsatz kommt.

Hier ist zu beachten: Professionelle Unternehmen, die mit hochwertigem Gerät arbeiten, brauchen oft weniger Zeit, um die Verstopfung im Rohr zu beheben. Daher sollte nicht immer vor dem teuren Gerät zurückgeschreckt werden. Denn die Maschinenkosten werden durch den geringeren Aufwand wieder ausgeglichen.

Verstopfte Rohrleitungen: Die unterschiedlichen Reinigungsmethoden

Es gibt mehrere Methoden, um die Abwasserrohre wieder frei von Schmutz und Ablagerungen zu bekommen. Der Fachmann wendet je nach Gegebenheiten folgende Varianten an:

  • die mechanische Reinigung
  • die Spülung des Rohres
  • die chemische Reinigung
  • Offline-Verfahren
  • die thermische Reinigung.

Die mechanische Reinigung

Bei der mechanischen Methode kommt nicht selten die Saugglocke zum Einsatz. Diese kann vor allem Rohrverschmutzungen lösen, die in Ausgussnähe sitzen. Meist reicht mehrfaches Pumpen und das Material, dass die Rohrleitung verschmutzt, wird hoch geschwemmt. Dieses muss nur noch entfernt werden. Der Fachmann setzt bei hartnäckigeren Ablagerungen aber auch Schwammgummikugeln oder eine Rohrreinigungsspirale ein. Die Spirale und die Kugeln können tief in die Abwasseranlage eindringen und Schmutz lockern und beseitigen.

Die Rohrspülung durch den Sanitärfachmann

Sitzt die Verstopfung tiefer in der Abwasserleitung, hilft oft eine Rohrspülung. Hier wird mit hoher Fließgeschwindigkeit das Rohr mit Wasser durchgespült, dass bei leichten Ablagerungen oft ausreicht, um die Rohrleitung wieder zu öffnen.

Die chemische Reinigung

Bei dieser Methode setzt der Fachmann nur ihm zugängliche Chemikalien ein. Diese sind von den frei zugänglichen Abflussreiniger zu unterscheiden. Um die Rohrleitungen chemisch zu reinigen, muss jedoch das Abwassersystem vorher trocken gelegt werden, das Abwasser aus den Leitungen entfernt werden. Das bedeutet meist mehr Arbeitsaufwand als bei anderen Methoden – und damit auch mehr Kosten. Zudem ist diese Reinigung die am wenigsten umweltfreundliche Variante.

Rohrreinigungen, die mit mechanischer oder chemischer Methode erfolgreich sind, gehören zu den eher günstigeren Varianten. Ein herkömmlicher Klempnerbetrieb berechnet hier häufig nur zwischen 50 und 100 Euro.

Offline-Verfahren

Auch beim Offline-Verfahren braucht es zunächst die Stilllegung des Abwassersystems, um die Verstopfungen zu beseitigen. Danach kommt verschiedene Techniken zum Einsatz, wie beispielsweise die Molchtechnik. Dazu wird ein Molch in das Rohrsystem eingeführt und dann mit Wasserdruck oder Luftdruck durch das Rohr gedrückt. Eine andere Variante ist der Einsatz von Robotern. Doch dieses Verfahren ist enorm aufwendig und damit auch sehr teuer.

Die thermische Reinigung

Dieses Verfahren ist ebenfalls eine Methode, de zu den Offline-Verfahren gehört. Bei der thermischen Reinigung werden die Abflussrohre mit Hitze gereinigt. Die Leitungen müssen ebenso zunächst entwässert werden. Danach werden sie so lange beheizt, bis die Ablagerungen eingetrocknet sind, dadurch spröde und bröckelig werden und von der Rohrwand abfallen. Dann kann der Sanitärfachmann diese einfach aus dem Rohr heraus spülen. Diese Methode verursacht jedoch deutlich höhere Kosten und gehört zu den teureren Reinigungsverfahren.

Mieter oder Vermieter: Wer ist für die Kostenübernahme verantwortlich?

Sie leben in einer Mietwohnung? Dann müssen sie in den meisten Fällen nicht für die Kosten der Abflussreinigung aufkommen. Grundsätzlich ist der Vermieter für den Zustand der Rohre des Mietobjekts verantwortlich und muss die Kosten für deren Reparaturen bezahlen. Die Kosten über die Klausel über Kleinreparaturen (§ 535 BGB) im Mietervertrag auf die Mieter umzuwälzen, ist nicht zulässig – wie verschiedene Urteile von Gerichte bereits belegen!

Doch es gibt Fälle, in denen auch der Mieter zur Kostenübernahme für die Rohrreinigung der Rohrleitungen verpflichtet werden kann. Er kann zur Kasse gebeten werden, wenn er fahrlässig oder schuldhaft mit seiner Mietsache gehandelt hat, indem beispielsweise Dinge in der Toilette entsorgt wurden, die dafür nicht zweckmäßig sind.

Essensreste, Katzenstreu und Co können Abwasserrohre verstopfen und gehören eben nicht wie das Toilettenpapier in den Abfluss. In diesem Fall könnte der Hauseigentümer argumentieren, dass das Verhalten des Mieters mit der Mietsache nicht dem vertragsgemäßen Gebrauch entspricht. Laut gültigem Mietrecht ist die Rohverstopfung dann Mietersache und der Mieter muss in solchen Fällen die Kosten für die Kanalreinigung übernehmen. Die Beweislast dafür liegt beim Hauseigentümer.

Auch Haare und anderen Hygieneartikel wie Damenbinden gehören nicht ins Klo. Diese Gegenstände können ebenfalls die Ursache für eine verstopfte Abflussleitung sein. In der Küche gilt Fett nicht selten als Verursacher. Achten Sie daher genau auf die Entsorgungsgewohnheiten der gesamten Familie in der Wohnung und nutzen Sie vorsorglich ein Auffangsieb in Dusche, Waschbecken und Co!

Sparfuchs: So können Sie Kosten einsparen

Soll kein großes Geld in eine Sanitärfirma investiert werden, können Sie versuchen, die Abflussverstopfung selbst zu beseitigen. Hier eignet sich beispielsweise die mechanische Methode mit dem sogenannten „Pümpel“, kombiniert mit einigen Hausmittel wie Essig, Natron oder Zitronensäure. Leichte Schmutzablagerungen können damit oft selbst beseitigt werden.

Ist die Verstopfung hartnäckiger, dann braucht es schwerere Geschütze. Eine metallene Rohrreinigungsspirale kann eine gewisse Distanz vom Abfluss aus ebenso mechanisch reinigen. Die Spirale kostet nur um die 20 Euro und ist in jedem Baumarkt zu kaufen. Tiefer in die Abwasserleitung kommt jedoch der Hochdruckreiniger – steht der im Haushalt zur Verfügung. Dieses mit der sogenannten Rohrfräse aufgerüstete Gerät (10 bis 15 Euro für einfache Geräte, ab 70 Euro für Markenprodukte) kann das Rohr kräftig durchspülen und Ablagerungen wirksam lockern oder beseitigen. Spülen Sie in Toilette, Wasch- und Spülbecken danach kräftig nach.

Von Abflussreinigern raten die meisten Experten ab. Diese beinhalten nicht selten starke Chemikalien, die Beschichtungen von Becken, Rohren und Kanalisation beschädigen können. Vor allem Kunststoffrohre sind gefährdet. Bei manchen Reinigern besteht die Gefahr von Knallgasexplosionen. Zudem sind sie meist umweltgefährdend.

Wer sich nicht traut, selbst Hand anzulegen, der sollte darauf achten, wen er zur Rohrreinigung ruft. Denn gerade Notdienste sind teurer als der regional ansässige Klempner. Können Sie warten, bis dessen reguläre Arbeitszeiten beginnen? Dann können Sie auch viel Geld sparen. Gerade unter den Notdiensten gibt es immer wieder schwarze Schafe, die einen überhöhten Zuschlag beispielsweise für die Nacht berechne. Überzogene Mittel oder zu viel Berechnung für die Arbeit, obwohl der Schaden nicht beseitigt wurde sowie eine gleichzeitige Berechnung nach laufenden Metern und Arbeitszeit sind oft Beschwerden bei Verbraucherzentralen über Notdienste. So manche Klausel in den AGBs von Notdiensten ist zudem oft unzulässig.

Wer auf einen Notdienst nicht verzichten kann, muss mit bis zu 50 Prozent Mehrkosten rechnen. Die Toilettenreinigung aus dem oberen Beispiel könnte dann also bis zu 390 Euro kosten. Zuschläge über 50 Prozent sind überhöht. Zudem sollten Sie darauf achten, dass die Notdienstzuschläge sich nur auf Lohnkosten und Wegekosten beschränken.

Zusammenfassung

Für die Beseitigung einer Rohrverstopfung braucht es einen Sanitärfachmann, um die Rohrverstopfung zu beseitigen – die Kosten dafür liegen zwischen 50 und rund 500 Euro – je nach Arbeitsaufwand. In der Regel übernimmt der Hauseigentümer diese Kosten, wenn er dem Vermieter keine unsachgemäße Behandlung der Mietsache nachweisen kann: Wenn nicht nur Toilettenpapier, sondern andere Hygieneartikel im Klo landen oder Essensreste die Spüle hinuntergespült wurden, kann auch der Mieter zur Kasse gebeten werden – die Beweislast liegt jedoch beim Vermieter.

Artikelbild: AndreyPopov / Bigstock.com

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