Schnellkomposter für Bio-Abfälle

Schnellkomposter für Bio-Abfälle

Wer genügend Platz auf dem Grundstück hat, kann Bio-Abfälle mit der Hilfe eines Schnellkomposters verarbeiten und so besonders fruchtbaren Boden für den eigenen Garten herstellen. Das ist mit fertigen Thermo- und Schnellkompostern aus dem Handel besonders leicht möglich, so dass auch Interessierte mit wenig Zeit Dünger selbst produzieren können.

Das Thema ist inzwischen so beliebt, dass sogar Stiftung Warentest eine Testreihe mit verschiedenen Kompostern veröffentlicht hat. Aber welche Vorteile hat das Kompostieren zu Hause und worauf ist dabei zu achten?

Wie funktioniert ein Schnellkomposter?

Mithilfe eines Schnellkomposters können Sie Bioabfall, Rasenschnitt, Laub und andere organische Stoffe in kurzer Zeit durch Mikroorganismen zersetzen lassen. Dazu muss während des Kompostierens genug Sauerstoff zur Verfügung stehen, damit der Prozess in Gang gesetzt wird. Am Ende des Kompostvorgangs steht dabei die Humusbildung, die besonders fruchtbaren Boden beschreibt, der sich optimal für das Wachstum von Pflanzen eignet.

Die Zersetzung von Essensresten, Grünschnitt oder Gartenabfällen läuft fast komplett automatisch ab, so dass Sie kaum selbst in die Verrottung eingreifen müssen. Sollte Ihnen das Ganze allerdings nicht schnell genug gehen, können Sie mit Hilfe von sogenannten Kompostbeschleunigern nachhelfen.

Hierbei fügen Sie der Mischung der Kompostgüter einen Kompostbeschleuniger, der unter anderem von Neudorff und anderen Herstellern erhältlich ist, hinzu, der das Verrotten vorantreibt und die Mikroorganismen noch effektiver arbeiten lässt. Nachdem die Abfälle schließlich zersetzt wurden und der Humus fertig ist, können Sie die Entnahme des fruchtbaren Bodens zum Beispiel über eine Seitenwand vornehmen, so dass der wertvolle Dünger dort landet, wo er wirken soll.

Rechtlich zugelassen als Ersatz für die Biotonne: Wenn Sie alle Bioabfälle mit Hilfe eines Schnellkomposters verarbeiten möchten, sind Sie nicht zur Nutzung einer Biotonne verpflichtet. Dies wurde in einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen (10.8.1998, 22 A 5429/96) bereits vor einiger Zeit festgestellt.

Welchen Schnellkomposter kaufen?

Wenn Sie einen Komposter kaufen möchten, stehen Ihnen dafür gewöhnliche Schnellkomposter und spezielle Thermokomposter zur Auswahl. Mit diesen Modellen können Sie in kurzer Zeit den eigenen Küchenabfall in wertvollen Humus verwandeln und müssen sich um ausreichende Belüftung oder einen unangenehmen Geruch durch Fäulnis keine Sorgen machen.

Gewöhnliche Schnellkomposter

Der normale Schnellkomposter aus dem Handel soll, wie der Name bereits andeutet, den Kompostvorgang stark beschleunigen. Dazu setzen die Modelle auf bewährte Mischungen, die mithilfe eines nützlichen Kompostbeschleunigers die Mikroorganismen zu Höchstleistungen treiben.

So ist eine falsche Anwendung fast unmöglich und Sie müssen sich um mögliche Probleme wie Schimmel oder unangenehmen Geruch keine Gedanken machen. Damit die Schnellkomposter im Garten lange durchhalten, setzen sie auf hochwertiges Material, das auch widrigen Wetterbedingungen trotzt.

Thermokomposter

Besonders einfach geht das Kompostieren mit den Thermokompostern, die bereits als geschlossene Konstruktion gekauft werden und so schnell den Einstieg ermöglichen. Mit den zumeist doppelwandigen Modellen bleibt die Temperatur im Inneren selbst im Winter warm, was dem Zersetzungsvorgang hilft.

Dadurch erhalten Sie bei Einsatz eines Thermokomposters am schnellsten Ergebnisse und können schon bald den eigenen Humus im Garten verteilen. Achten Sie bei den Thermokompostern auf jeden Fall auf eine verbaute Doppelwand, damit möglichst wenig Wärme nach außen verloren geht.

Lohnt sich der Eigenbau eines Schnellkomposters?

Wenn Sie den Kompost mithilfe eines DIY-Modells entsorgen möchten, können Sie dafür auf eine selbstgebaute Variante im eigenen Garten zurückgreifen. Doch gerade in der Stadt oder beim Wohnen zur Miete macht ein errichteter Schnellkomposter womöglich Probleme und kann aufgrund von unpassender Optik zum Streit mit den Nachbarn über die Kompostierung führen.

Daher ist es sinnvoll, einen abgeschirmten Komposter zu bauen, der zum Beispiel mit Hilfe von Seitenwänden sicherstellt, dass der Verrottungsprozess nicht von außerhalb des Grundstücks gesehen werden kann und Grünschnitt oder Küchenabfälle nicht vom Wind weggetragen werden können. Allerdings müssen Sie bei dem Eigenbau immer noch dafür Sorge tragen, dass ausreichend Luft im Inneren zirkulieren kann, damit die Kompostierung reibungslos funktioniert.

Vorteile eines Schnellkomposters

Schutz der Umwelt

Der Einsatz des eigenen Schnellkomposters im Garten hilft dabei, die Umwelt zu schützen und bietet eine Zuflucht für Kleinstlebewesen, die gerade in der Stadt kaum noch Raum finden. Zudem können zum Beispiel Regenwürmer bei einer schnelleren Kompostierung von Bioabfällen helfen und so eine wichtige Funktion im Ökosystem einnehmen. Mithilfe eines Schnellkomposters stellen Sie für kleinere Lebewesen einen Rückzugraum bereit, der wichtig für deren Überleben ist.

Einfachere Gartenarbeit dank entstehendem Humus

Befüllen Sie einfach den Schnellkomposter mit Gartenabfällen und am Ende des Verrottens erhalten Sie fruchtbaren Boden, der den Kauf und Transport von Blumenerde oder Dünger ersetzt. Im Humus, der mit dem Kompostierer erzeugt wird, findet sich genügend Stickstoff, um ein ausgezeichnetes Wachstum von Pflanzen zu unterstützen. So können Sie auf externe Hilfen wie Dünger verzichten und arbeiten vollkommen organisch.

Geld sparen

Mit dem Einsatz eines Schnellkomposters kann gleich zweifach Geld gespart werden. Denn zum einen entfällt der Kauf von teuren Düngern, die den eigenen Blumen zum Gedeihen verhelfen sollen. Stattdessen können Sie einfach den Kompost oder Humus, der aus der Befüllung entstanden ist, verwenden.

Zum anderen kommen Sie eventuell auch ganz ohne Biotonne aus und müssen die dafür nötigen Gebühren nicht mehr bezahlen. Denn eine Pflicht zur Nutzung der Biotonne lässt sich mit dem Schnellkomposter umgehen.

Mögliche Nachteile

Eventuelles Anziehen von unerwünschter Tierwelt

Wenn auf dem eigenen Komposter Gartenabfälle oder Essensreste entsorgt werden, können diese Nagetiere wie Ratten anlocken. Um dies zu vermeiden, sollten Sie darauf achten, dass die unerwünschten Besucher von Lüftungsschlitzen blockiert oder durch eine Bodenplatte komplett vom Kompostierer ferngehalten werden.

Auch das regelmäßige Umgraben des Komposts gefällt den Nagetieren nicht, so dass sie sich lieber einen ungestörten Rückzugsort suchen. Unterschätzen Sie dabei das Problem nicht, denn die Präsenz einer einzelnen Ratte kann sich schnell in eine Vielzahl der Tiere verwandeln.

Entstehende Gerüche

Das Zersetzen des Bioabfalls geschieht zwar nicht ohne Geruch, doch wirklich unangenehm riecht es bei der korrekten Anwendung des Kompostes normalerweise nicht. Gründe für einen merklichen Gestank von Schnellkompostern sind zum Beispiel das Befüllen mit feuchten Bio- oder Küchenabfällen, die dann zu wenig Sauerstoff enthalten, um einen funktionierenden Verrottungsprozess in Gang zu setzen. Außerdem sollte das Kompostgut nicht zu dicht lagern, damit durch genügend Luftzirkulation eine anaerobe Umgebung vermieden wird.

Schimmelbildung bei falscher Befüllung möglich

Nicht jeder Schimmel ist bei Kompost ein Grund zur Sorge, doch bei zu starker Feuchtigkeit können sich große Mengen davon in der Komposterde festsetzen. Gerade bei selbstgebauten Schnellkompostern kann dies gerade am Anfang ein Problem sein, das nicht bedacht wird. Achten Sie daher auf genügend Platz zwischen den einzelnen Kompostschichten und vermeiden Sie Grünschnitt oder Gartenabfälle, die zu nass sind.

Benötigt Platz im Garten

Ein weiterer Nachteil ist der Raum, der im Garten durch die Stellfläche des Schnellkomposters blockiert wird. Je nach Platz auf Ihrem Grundstück kann dies die Gartenarbeit deutlich erschweren und das Anpflanzen von Gemüsepflanzen schwieriger gestalten. Allerdings stehen auch für Haushalte mit wenig Raum kleine Schnellkomposter zur Verfügung, die auch in winzigen Gärten untergebracht werden können.

Das sollten Sie bei einem Schnellkomposter beachten

Fassungsvermögen an den Haushalt anpassen

Große Unterschiede gibt es hinsichtlich der Kapazität der Schnellkomposter. Diese reicht von knapp zehn Litern für kleine Kompostierer am Anfang bis hin zu großen Silos, die mehr als 1000 Litern fassen. Wieviel Fassungsvermögen Sie benötigen, hängt davon ab, welche Mengen an Bioabfall oder Grünschnitt bei Ihnen anfallen. Achten Sie darauf, dass der Schnellkomposter zu Ihren Anforderungen passt, um nicht unnötig Geld auszugeben.

Richtiger Standort wichtig

Damit Ihr Schnellkomposter auch ohne Kompostbeschleuniger Bioabfälle zuverlässig zersetzt, ist der korrekte Aufstellort wichtig. Dafür sollten Sie auf einen halbschattigen Standort setzen, der so außerhalb direkter Sonneneinstrahlung das Austrocknen des Kompostgutes vermeidet. Sollten Sie keinen Baum oder andere Gewächse auf Ihrem Grundstück besitzen, die Halbschatten bieten, können Sie auch passende Abdeckungen im Handel kaufen oder selbst bauen.

Für ausreichend Lüftung sorgen

Damit für den Schnell- oder Thermokomposter genügend Sauerstoff zur Verfügung steht, muss dieser über ausreichend Lüftungsschlitze verfügen. So kann eine gute Luftzirkulation erfolgen und die Mikroorganismen können optimal mit der Zersetzung des Kompostgutes beginnen.

Sichergestellt wird dies unter anderem durch Bodengitter, nicht komplett geschlossene Seitenwände oder weitere Öffnungen, die vermeiden, dass der Kompost hermetisch abgeriegelt ist. Achten Sie aber darauf, dass die oben erwähnten Nagetiere dennoch keinen einfachen Zugang zum Kompostierer haben.

Lokale Anforderungen bedenken: Die Vorgaben für Schnellkomposter können sich je nach Ort unterscheiden. Informieren Sie sich daher, welche Anforderungen Ihre lokale Gemeinde stellt. So sind möglicherweise eigens aufgebaute Komposter verboten, während der Einsatz eines gekauften Schnellkomposters oder Thermokomposters erlaubt ist.

Zusammenfassung

Gerade Gartenfreunde können sich mit einem Schnellkomposter unabhängig von gekauftem Dünger oder Blumenerde machen und dabei die organischen Reste des eigenen Haushalts verarbeiten. Dabei können Sie entweder eine Fertigvariante kaufen oder sich ein passendes Modell selber bauen. Informieren Sie sich am besten im Voraus ausführlich über das Prinzip der Schnellkomposter, um möglichen Problemen aus dem Weg zu gehen.

Artikelbild: fotomem / Bigstock.com

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