Silikonkleber – der sichere Dichtstoff

Silikonkleber – der sichere Dichtstoff

Silikon gilt gemeinhin als Allzweckmittel, wenn es um das Verkleben verschiedener Baustoffe und dergleichen geht. Doch tatsächlich gibt es auch hier Ausnahmen, die es bei der Verwendung derartiger Baustoffe zu beachten gilt. Das hängt mit den zugrundeliegenden Oberflächen zusammen, aber eben auch mit der Anwendung in verschiedenen Innen- sowie Außenbereichen. Je nach Art des Produktes, das als Ein- oder Zweikomponentenmittel verfügbar ist, ergeben sich Unterschiede bezüglich der Aushärtung und dementsprechend auch der Einsatzgebiete.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über alle wichtigen Eigenschaften, Anwendungsgebiete und Hinweise zur sachgerechten Verwendung.

Wofür wird Silikonkleber überhaupt verwendet?

Bei der Verwendung von Silikonklebern werden Klebstoffe kombiniert, die allgemein auf einer Siliziumverbindung basieren. Unterschiede gibt es grundsätzlich in der Art der Vernetzung. So gibt es neutralvernetzende Silikone, als auch essigsauervernetzende Silikone. Letztgenannter Typ wird in Fachkreisen auch als Azetatsilikon bezeichnet, wohingegen Sie die Produkte der erstgenannten Vernetzung unter den Bezeichnungen „Alcoxysilikon“ oder „Oximsilikon“ im Handel finden werden.

Die Wahl des richtigen Klebstoffes ist elementar, denn viele Bereiche fußen auf anderen Elementen, die wiederum von der Stabilität dieser Konstruktionen abhängig sind. Je nachdem, für welche Zwecke der Silikonkleber verwendet wird, kann zwischen ein- und zweikomponentigen Klebern gewählt werden. Im Handel werden Unterschiede insbesondere zwischen Industrieklebern, neutralen Silikonklebern für Elektronik, thermisch leitfähige Silikonkleber sowie den weitläufig einsetzbaren „Allgemein-Silikonklebern“ vorgenommen.

Sehr hohe Temperaturbeständigkeit = lange Haltbarkeit

Wie bei anderen Klebstoffen auch, gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Produkten. Jeweils ausgehend vom Anwendungsgebiet und den Anforderungen, insbesondere in Bezug auf die Kälteflexibilität. Die klassische Variante ist in Form des RTV-Silikonklebers gegeben Dieser härtet bei Raumtemperatur aus und zeigt sich, dank der synthetischen Herstellung, mit einer hohen Witterungs- und UV-Beständigkeit. Im Klartext heißt das, dass Anwendungen sowohl im Innen- als auch im Außenbereich problemlos möglich sind.

Anwendungsgebiete neutralvernetzender Silikone

Der Vorteil von neutralvernetzenden Silikonen, Oxim-Silikone genannt, liegt in der Verwendung als sogenanntes Reinraumsilikon. Das Produkt ist als transparentes Silikon verfügbar und kann so, etwa als Dichtmittel an Fußböden und Wänden, zum Einsatz kommen. Die handelsüblichen Produkte sind zugleich als Glaskleber einsetzbar, etwa bei Verbindungen auf Edelstahl, Keramik oder auch Aluminium. Hafteigenschaften sind demnach auch bei Acrylglas oder Modulen, die aus Polycarbonat bestehen, gegeben. Üblicherweise sind derartige Produkte lebensmittelecht, sofern entsprechende Prüfungen durchgeführt wurden. Geht es um Anwendungen im Keller, wo es Schwierigkeiten bezüglich der Luftfeuchtigkeit gegeben kann, empfiehlt sich der Vergleich von Produkten mit unterschiedlichen Schichtstärken. Sie sind so ausgelegt, dass in Abhängigkeit zur Fläche eine schnelle, von der Luftfeuchtigkeit unabhängige Aushärtung stattfindet.

Praktisch jeder Hersteller gibt ausgewählte Anwendungsbereiche auf den Verpackungen an. Hiernach sollte man sich orientieren.

Einsatzgebiete von essigsauervernetzenden RTV-Silikonen

Auch in diesem Segment kommt es auf eine transparente Verarbeitung an. Klassischerweise werden RTV-Silikone vorwiegend im gewerblichen Bereich eingesetzt. Möglich ist die Verwendung in Schaufenstern, filigranen Vitrinen oder bei auf Glas basierenden Konstruktionen. Die Unterscheidungen werden hier zwischen RTV-1- und RTV-2-Silikonen vorgenommen, was Rückschlüsse auf die Schichttechnik zulässt. Sehr gute dielektrische Eigenschaften ergeben sich, in Kombination mit einer geringen Entflammbarkeit und einer neutralen Beständigkeit, gegenüber anderen chemischen Stoffen.

Trotz der vornehmlich gewerblichen Nutzung sind derartige Kleber ebenfalls in handelsüblichen Silikonkartuschen erhältlich.

Ein- oder Zweikomponentenkleber?

Silikonkleber sollten, um sprachlich einwandfrei vorzugehen, eher als Dichtstoffe bezeichnet werden. Denn dank moderner Produktionsverfahren und Mischtechniken, erfüllt ein derartiger Silikonkleber praktisch alle Anforderungen für eine maximale Abdichtung. Und zwar unabhängig von der jeweiligen Fügestelle. Verantwortlich ist hierfür zum einen die äußerst geringe Härte, zum anderen aber auch die enorm hohe Bruchdehnung. Sie können das Produkt also überall dort anwenden, wo verschiedene Materialien aufeinandertreffen, die zugleich differenzierte Ausdehnungskoeffizienten aufweisen. Im Klartext also überall dort, wo es beispielsweise aufgrund von Umwelteinflüssen wichtig ist, bestimmte Materialeigenschaften zwingend einzubringen.

Erhältlich als Ein- oder Zweikomponentenkleber, wird im weiteren Verlauf zwischen additionsvernetzenden und kondensationsvernetzenden Klebern unterschieden. Beim Letztgenannten verläuft die Freisetzung eines Spaltproduktes während des Aushärtens. In Abhängigkeit zu diesem Spaltprodukt, finden Sie im Handel verschiedene 1K-Systeme, beispielsweise mit Oxim- oder Aminverbindungen. Additionsvernetzende Kleber sind hingegen so strukturiert, dass keinerlei Spaltprodukte beim Aushärten entstehen.

Anwendungsgebiete abhängig von der Verarbeitung

Je nachdem, für welchen Zweck Sie Silikonkleber benötigen, können Sie aus thixotrophen, fließfähigen oder gänzlich lösungsmittelfreien Materialien wählen. Wichtig ist daher zunächst die Überlegung, wie weit die Klebestellen ausgelegt werden sollen oder ob es sich beispielsweise um detailreiche Arbeiten im Deckenbereich handelt. Unabhängig davon sollten die Klebflächen absolut fett- und schmutzfrei sein, sodass eine gute Haftgrundlage besteht. Es wird dabei empfohlen, einfache im Handel erhältliche Lösemittel zu verwenden. Möglich wäre auch eine Vorbehandlung mit Corona oder Primer.

Speziell bei additionsvernetzenden Klebern kann es zu einer Verschmutzung (Kontamination) kommen, hervorgerufen durch Substrate. Vermeiden Sie deshalb solche Produkte, die Phosphor, Schwefel oder organometallische Salze enthalten. Im Zweifel mehrfach Primern.

Fazit und abschließende Bemerkungen

Mittels Silikonklebern können Sie verschiedenste Bereiche abdichten, spezielle Spalten und Fugen schließen oder Risse soweit bearbeiten, dass sie keine Auswirkungen auf die allgemeine Stabilität nehmen. Der Handel bietet für praktisch alle Lebensbereiche eine entsprechende Auswahl an Mischverhältnissen, die ein zielgerichtetes Arbeiten in jedem Anwendungsbereich ermöglichen.

Da es keine einheitlichen Einteilungen gibt, gilt der erste Blick stets den Anwendungshinweisen des Herstellers. So kann es beispielsweise bei additionsvernetzenden Klebern zu Komplikationen kommen, wenn Rückstände von Reinigungsmitteln sich negativ auf die Haftgrundlage auswirken. Zudem müssen Klebestellen eine entsprechende Zeit aushärten, was teilweise eine unterstützende Einwirkung von Heizkörpern oder Raumluftmodulen erfordert.

Zusammenfassung

Silikonkleber ist ein ideales Mittel zur Abdichtung, welches einer großen Bandbreite an Temperaturen standhält. Das macht es, zusätzlich in Abhängigkeit zur Klebfläche, für Außen- und Innenbereiche anwendbar. Je nach gewählter Elastizität ist ein Einsatz auch in leicht nachgebenden Bereichen möglich.

Artikelbild: © Africa Studio / Shutterstock

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