Öko-Häuser: Welche Rolle spielt Hanf beim Hausbau?

Öko-Häuser: Welche Rolle spielt Hanf beim Hausbau?

Wer sich den Traum vom Eigenheim erfüllen und selbst ein Haus bauen möchte, steht bald vor der Frage, welche Materialien er einsetzt. Wie wäre es denn mit einem Haus aus Hanf? Was zunächst alles andere als gewöhnlich klingt, hat tatsächlich schon eine jahrhundertelange Tradition. Man verwendet Hanf und Lehm nämlich bereits sehr lange für den Hausbau, denn die Hanfpflanze bringt exzellente Eigenschaften in Bezug auf die Schall- und die Wärmedämmung mit. Aus ökologischer Sicht macht es gerade in der aktuellen Zeit ebenfalls Sinn, Hanf als Baustoff für ein gesundes, ressourcenschonendes und umweltfreundliches Bauen einzusetzen. Erfahren Sie hier, welche Rolle Hanf im modernen Hausbau spielt und welche Vorteile der Baustoff hierbei mitbringt.

Warum ein Umdenken beim Hausbau notwendig ist

Herkömmliche Bauweisen sind in der aktuellen Zeit kaum noch tragbar. Die Bevölkerung wächst permanent, sodass entsprechend viele Wohnungen und Häuser benötigt werden. Der stetige Bau von neuem Wohnraum hat zur Folge, dass die Belastung auf die Ökosysteme weiter wächst, da die wertvollen Ressourcen mit rasender Geschwindigkeit benötigt und verbraucht werden. Vor allem die Städte werden immer voller, was der Umwelt alles andere als zuträglich ist. Hier kommt das Bauen mit ökologischen Materialien wie zum Beispiel Hanf ins Spiel. Wer sich dafür entscheidet, ein Ökohaus aus Hanf zu bauen, leistet einen eigenen Beitrag dafür, Ressourcen zu schonen und die Zukunft nachhaltiger zu gestalten.

Hanf: Alternativer und umweltfreundlicher Baustoff

In der Regel werden vor allem Zement und Beton für den Hausbau verwendet.

Die Herstellung von Zement und Beton ist mit einem enormen Ausstoß an CO2 verbunden.

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Hanf stellt in dieser Hinsicht eine umweltverträgliche Alternative dar und hat eine bessere Energiebilanz. Aus diesem Grund sind Hanf-Häuser heute auch keine Seltenheit mehr. Man findet sie vor allem in Italien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, der Schweiz, den USA und Belgien, aber auch schon in einigen Regionen Deutschlands. Leider ist die Produktion von Hanfbeton noch mit einem relativ hohen Aufwand und demzufolge auch mit größeren Kosten verbunden.

Trotzdem ist es nichts Neues, mit Hanf zu bauen. Schon in den 1980er-Jahren wurde erstmals Hanfbeton für den Hausbau verwendet.

Die Ursprünge des Bauens mit Hanf reichen Überlieferungen zufolge sogar bis ins 6. Jahrhundert zurück. Unterdessen gibt es schon mehrere Unternehmen, die den aktuellen Trend erkannt und sich komplett auf die Herstellung und Verwendung von Hanf als Baustoff spezialisiert haben. Nicht nur vorgefertigte Hanfplatten werden heutzutage angeboten, sondern auch noch weitere Baustoffe aus Hanf wie etwa Hanfziegel. Der Baustoff Hanf ist langlebig, widerstandsfähig und fest, sodass er die perfekten Voraussetzungen mitbringt, um die beim Hausbau erforderlichen geringen Temperaturleitwerte zu realisieren. Egal ob es um die Wärmedämmung, den Schallschutz, die Wärmespeicherung oder den Trittschallschutz geht: Hanf hat in vielen Bereichen die Nase vorn und stellt daher eine tolle Alternative zu herkömmlichen Baustoffen dar. Unter normalen Bedingungen ist die Hanffaser äußerst langlebig, ohne an Qualität einzubüßen. Das ist die perfekte Grundlage für den Einsatz im Hausbau.

Ökohäuser aus Hanf haben einige Vorteile

Wenn Sie aktuell darüber nachdenken, sich ein Eigenheim zu bauen, sollten Sie auch die Nutzung von Hanf als Baustoff in Erwägung ziehen, weil dieser so viele Vorteile mitbringt.

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Baustoff Hanf: gesund, nachhaltig und umweltverträglich

Mit einem Ökohaus aus Hanf legen Sie eine wichtige Basis für eine nachhaltigere Zukunft, tun etwas Gutes für das Klima und bekommen gleichzeitig ein gesundes und hochwertiges Heim. Tatsächlich ist die Pflanze Hanf viel besser als ihr Ruf. Laut der Webseite Gesundheitszentrale.eu ist sie unter anderem:

  • umweltverträglich
  • robust gegen Schädlinge
  • pflegeleicht
  • strapazierfähig

Auch gegen Feuer, Schädlingsbefall und Fäulnis ist Hanf sehr robust.

Beim Hausbau ist es zudem von Vorteil, dass Hanf temperatur- und feuchtigkeitsregulierend wirkt. Darüber hinaus zeichnet sich die Hanffaser durch ihr niedriges Gewicht, die hohe Flexibilität und die Langlebigkeit aus. Weitere Vorteile der Hanfpflanze bestehen darin, dass sie sehr schnell wächst und sich als pflegeleicht erweist. Für den Anbau werden kaum Pestizide benötigt, die die Umwelt zerstören.

Hanf: perfekt als umweltfreundlicher Dämmstoff

Der Prozess, der erforderlich ist, um Hanf in Baumaterialien umzuwandeln, ist zwar vergleichsweise aufwendig, aber dennoch umweltfreundlich. Die entstehenden Rohstoffe sind gesundheitlich unbedenklich. Daher lassen sich Hanffasern gefahrlos im Haus verbauen und eignen sich auch fürs Kinderzimmer. Ein Pluspunkt besteht darin, dass sich Hanf auch bauphysikalisch einwandfrei nutzen lässt. Die Hanffaser kann als Dämmstoff nämlich mit allen diffusionsoffenen Baustoffen wie etwa Holz oder Mauerwerk verbunden werden. Auf diese Weise lassen sich gängige Langzeitschäden an Häusern, zu denen beispielsweise der Hausschwamm gehört, vermeiden.

Hanf hat auch viele Vorteile für den Brand-, Schall- und Schädlingsschutz

Auch im Brandschutz spielt Hanf seine Vorteile aus. Die Faser ist nicht nur schwer brennbar, sondern verhindert auch die Entstehung einer toxischen Schwelgasentwicklung und brennt ohne die normalen Rauchgase. Des Weiteren verhindert der Baustoff Hanf die Gefahr des sogenannten Kamineffekts. Man kann aus der Hanffaser einen Hanffilz herstellen, der sich perfekt für die Trittschalldämmung eignet. Er schirmt nicht nur Geräusche ab, sondern reguliert auch die Raumluftfeuchtigkeit auf ganz natürliche Weise. Darüber hinaus wirken sich aus der Hanffaser hergestellte Produkte positiv auf den Schallschutz und die Raumakustik aus. Mit Baustoffen aus Hanf kann man sowohl den Lärm von außen vermindern als auch den Lärm innerhalb des Gebäudes drastisch reduzieren. Zu guter Letzt möchten wir nicht unerwähnt lassen, dass die Hanffaser von Schädlingen wie Käfern oder Mäusen als erhebliches Hindernis betrachtet wird. Diese Tiere sehen den Hanf nämlich nicht als futterrelevant an, sodass sie keinen Grund haben, ins Haus zu gelangen und die Bausubstanz zu schädigen.

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Zusammenfassung

Moderner Hanfbeton stellt eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen Baustoffen dar, denn er ist extrem robust und widerstandsfähig sowie CO2-neutral, gesundheitlich unbedenklich, schädlingsresistent und feuerbeständig. In puncto Wärmedämmung und Schallschutz kommt Hanf als Baustoff schon seit geraumer Zeit zum Einsatz. Experten gehen davon aus, dass Hanfbeton und andere Produkte aus Hanf aufgrund ihrer zahlreichen Vorteile in der nahen Zukunft beim Hausbau eine zunehmend wichtige Rolle spielen werden.

Artikelbild: © Valmedia / Bigstock.com

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